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Jüdisch-liberale Zeitung · 1932-05-01 · 3 (1.5.1932) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
12 (1932-1933)
Issue
3 (1.5.1932)
Date
1932-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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■■ ■ ( | ,:. \ ^;;r:!{:V;^:-;T^:"'?. •; 1! ■;’ i 'h. -l'i- •v. das ist -das Wesen solcher Mitte, j Rechts und links aber,'’ xehen :die Menschen, -! . j Schmerzvoll bis zum äußersten muß es die Menschen rechts und links berühren, wenn ein auf dem Gebiete’, de? Politik und der Wirtschaft so sachkundiger und verdienter Mann wie Professor Georg Bernhard den Unverstand-] liehen Ehrgeiz; besitzt.’ Lorbeeren zu ernten dort.’ wo er nicht ebenbürtig ist. Gerade wer ihn da schätzt; wo er zuhause; gerade wer seinen politischen und iwirtschaftstheoretischen Vorträgen oft begeistert Beifall zollte, mußte peinlich berührt seinvon einem einstündigen Gestammel über Dinge, die der Redner nicht beherrscht. Beispiele gefällig? lnderSchulf rage, über die liier -ohnehin noch einmal ausführlicli und grundsätzlich geschrieben werden j muß. spielte er auf dir katholischen inld protestantischen Konfessionsschulen an -ohne aber zu bedenken — vielleicht weiß er es garnicht? daß die christlichen Konfessionsschulen vom Staat, die ii Rede stehenden jüdischen Schulen aber von der Synagogen gemeinde finanziert werden. Auch davon hat Professor Bernhard, offenbar keine Ahnung, daß es sich um Mittel^ schulen handelt; denn sonst würde; er nicht darauf hin weisen; daß für. dic iu Berlin lebenden Ostjuden jüdische Schulen nötig sind. Sie: werden, was Bernhard wiederum nicht weiß; auch von uns; für notwendig erachtet; aber es handelt sich dabei um-V 61 k’s schulen, Herr j Professor, an deren Auf! lösung niemand denkt, auch wir bösen Liberalen nicht. Und; sehen Sie. wenn Herr Möses Wa ld man n jetzt die ganze .zionistische Provinzpresse mit der unwahren Behauptung vollschreibt, wir Liberalen hätten den Wahlkampf zun) . 3öf"November 1930. mjt der Parole: „Gegen O s t j u d e n t u n) und Zionisten“ geführt, dann ist (er doch dafür ein zionistij scher Agitator; aber haben S i e es nötig, mit deutlicher< An. j spielung auf uns Liberale zu dozieren, die Gemeinde sei nicht1 nurjfür die in Berlin wohnenden: deutschen, sifc sei für alle Juden da—wäre es nicht Ihrer (würdiger. Sie unterrichteten: sich, wie; Sie es auL Ihrem Eacligebiet zu tun pflegen. übej; den-Sachverhalt, über die wirkliche Stellung der liberaleij: Partei zum Ostjudenproblem, anstatt daß Sie die Kenntnis; zionistischer Schlagwörter für Ouellenstudiuin halten?! Demi darauf kommt es hinauf. Wenn [Sie sich aucli dagegen verj; -wahren,'einseitig: für*. oder gegen: eine Partei zu sprechen --j während Dr. Wiener dadurch, daß er die Mehrheits-Resoluj tion." gegen die zionistischen Radaumacher'.mitverfaßt und unterzeichnet hat. deutlich zeigt, daß die Zionisten gs sind) ßie den Bestand der Gemeinde gefährden, war Ihre Rede eiij einziges Plaidoyer für die Zionisten und [zionistische Ge-j meindepölitik. Im Ganzen und in den Einzelheiten war dies; die Wirkung, gleichgültig, ob Sie die jüdische Schule er-! örtern, die Jerusalemer Universität oder den Hechaluz, über, den Sie sich genau so-ununterrichtet zeigen wie über alles, andere, denn sonst könnten Sie, nicht beh<|uptgn, Hechaluz! wolle lediglich junge Menschen wieder an. die Scholle binden und habe mit der national jüdischen Frage nichts zu tun! Wäre Ihre Behauptung richtig, so würden die Liberalen die Subvention nicht nur bewilligt, sie würden sie selbst beantragt haben! — Noch ein paar Kleinigkeiten: Sie sprechen den Repräsentanten der Mittel-, find der Ueber-; Ipartci. Dr. Wiener und Dr. Hirsch, Dank aus für die Be-, itnühung. Weltanschauungsdebatten aus den Plenarverliand-j jlüngen der Verwaltungskörperschäften auszumerzen. Daran' rtun Sie. wie auch Dr. Max Mayers Ausführungen in der; (vorliegenden Nummer dieses Blattes zeigen recht; dies ist, , tatsächlich der Weg. der zu Friede und Einheit in der i; Gemeinde führt und den wir Liberalen gehen wollen. : i |( Aber deshalb ist-es noch lange., nicht so, daß die Mittel-1 [ Partei, wie Sie behaupten, mit (ihrem Streben nach Aus-il gleich die „spezifisch jüdische Partei“ sei -{- die Propheten, jedenfalls waren nicht für Ausgleich, sondern für Grundsatz-; festigkeit und Treue. Sie waren Partei und nahmen Partei.' so wie es aucli der Politiker Bernhard in oft herzerfrischender Weise tut, wohingegen der M i 11 e 1 pa r t ei 1 e r Bern-: hard über den „Parteigeist“ jammert, der die Religionsgemcinde zersetze, von welcher: Herr Bernhard nicht ein-, mal sicher ist, ob sie eine reine R e 1 i gi o njs-Gemeinde sei. : Denn, so trägt er uns, wieder nach dem Vorbild der Zionisten, vor: „Was uns eint, ist nicht die!Religion, sondern es ist die! Abstammung, die uns den gemeinsamen Namen Juden gegeben hat.“ Uninteressante Angelegenheit: dies: die .Abstammung' weist nur in die Vergangenheit, nicht in die Zukunft, auch: scheint sic etwas lediglich Biologisches und Animalisches: nach ihrer gemeinsamen Abstammung haben jauch die Pferde ihren Namen; die RcÜgion der' jüdischen | Prophetie aber! prägte der gesamten Menschheit: ihren Stempel auf, zu ihr. kann gelangen ein Jeder von; jeglicher Abstammung, sie auch : weist uns ein Ideal und eine Zukunft Die j Abstammung, ist! ideenlose Vergangenheit; sprichst du aber vom Gedanken gut deines Stammes, so wisse,; Gotteserkenntnis und die: Forderung nach einem Leben in Gotteserkenntnis, mit einem Worte: Religion ist sein Wesen, und es, hat aufgehört, Slammesgut zu sein, weites Menschheitsguf ist. —tz. Geschäftliche Mitteilungen. Der Rat des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden und .der' Vorstand der, Jüdischen Gemeinde zu Berlin haben mit dem Verein „Familienschut2“. der bekanntlich eine Minterbüebcnen-Vfcrsichcrung für die Mitglieder der jüdischen Gemeinden aut gemeinnütziger Grundlage durchführt, einen Empfehlungsvertrag abgeschlossen und folgen damit dem Beispiel zahlreicher anderer Groß- und Mittelgcmeinden. sowie zahlreichen jüdischen Institutionen;.: die ebenfalls ihren t Mitgliedern auf das Nachdrücklichste empfehlen,';durch Zahlung kleiner und kleinster Monatsbeiträge ihre Familien in-schwersten Tagen zu sichern und zu schützen. 25 jähriges Jubiläum des ’Kadewe. Das Kaufhaus des Westens.in Berlin, das in den letzten Jahren durch seine Besitzer, die Inhaber der Firma Hermann Tictz, trotz aller Ungunst der Zeiten einen bedeutenden Vergrößerungs- und Umbau erfahren hat. konnte Ende März auf ein 25 jähriges Bestehen zurückblicken. Die ältere Generation von heute erinnert sich deutlich des verwunderten' Lächelns, das vor einem Vierteljahrhundert der Plan von Jandori-Emden hervorrief, in dem damals noch keineswegs .zu weitstädtischem Leben erwachten „neueil Westen“ einen ‘ monumentalen. Warenhaushau aufzulührcn. i Als aber der Block der acht stattlichen Wohnhäuser am Wittenbergplatz zwischen Passauer und Ansbacher Straße, die kauin ein Dutzend Jahre, zählten, nicdcrgclcgt war, als nach dem Entwurf von Emil Schuudt der vornehme Kaufhausbau emporstieg und das „Kadewc“ in der Taueutzienstraßc als Mittelpunkt' eines neuen verkehrsreichen Geschäftsviertels auftrat, wurde den Berlinern klar, daß hier der kluge Blick unter-. uchmungslustiger Kaufleute die Stadtcutwicklimg vorausgealmt hatte. Wohl .galt cs auch für das Kaufhaus in der ersten Zeit, seine Kinderkrankheiten zu überwindet), doch bald erwarn es sich in hohem Grade die Sympathien und idas Vertrauen des Publikums. Von entscheidender Bedeutung für den weiteren Aufstieg des Unternehmens wurde seine Eingliederung in den Hermann Tietz- Konzern am I. Januar 1927. Innere!und äußere Gründe führten nun zu der Erkenntnis, daß das Haus in seiner ursprünglichen Gestalt dem gesteigerten Bedarf nicht mehr genügte. Ein groß angelegtes, reich illustriertes Gedeukhuch. das in den nächsten, Tagen erscheint, wird von der Geschichte des Kaufhauses und seiner jetzigen, verjüngten. Gestalt Bericht und Anschauung geben. ,; T- Einmalige Sonderausgaben zum Jubiläum:; j „25 Jahre Kadewe" : Garhart Heuptmann. Ins») der grossen Mutter. Roman aus den { i 'utopischen Archipegolus;.1.3 ‘ Georg Hermann. Jettdien Gebert.BernnerRomandesBiedermeiers; f Georg Hermann. Henriette Jacoby. Berliner Roman, (fort? j Setzung Von „Jeftdien Gebert4*!... 5- "Hermann Hesse. Der Weg nach Innen. 4Erzohlungen (Siddharta, - Kinderseele. Klein undAWagner, Kiingsors letzter Sommer].... , Johannes y* Jenson. Der Gletscher. (Mit einer Vorgeschichte1: I Das verlorene LandJ Kampf um die Heimo); Die Robinsonade; ' des nordischen Menschen. 2 Romone In einem Bonde.4; Bernhard kellermann.' Der Tunnel. Zukunftsroman.L 41 r'Thomas Mann. Königliche Hoheit. 'Romans....... ........... 4 : Karin Michaelis. Die sieben Schwestern. Roman. ... 3 Arthur Schnitzler. Traum ünd Schicksal. Novellen. iTroumnovelle, I ■ Spie) im) Morgengrauen, Frau Beate und ihr Sohn, Der blinde j -. GeronTmo und sein Bruder, Die Hirtenflöte, Die Fremde, Dos I . | Schicksal des Freiherrn' von lelsenbohgl.4 Jacob-Wassermann. Das^Gönsemänndten. Romon.i. $- , Franz Werfel."Verdi, tcompn ider Oper..;.i. -Arnold Zweig. -Mädchen und frauen. 14 Erzählungen 4* Modisch - elegant gebundene ' iGdnzlederbände Bibliophil, a«. : stättung/Aparter Schutzkartbn..Jeder Band 3/90 KAUFHAUS WESTENS 6 Berlin W 50,fTauentzien-strasse 21-24 Offenen FABen, Krampfadern - auch veralteten Wunden ist die milde u.wohlititnde ui Br. 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