Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 2 (15.4.1932)
- Date
- 1932-04-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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für das : Schulwesen und1, Beihilfen an leistungsschwache Gemeinden insgesamt; 13 5$&— RM4 für Verwaltungskosten 1286,— RM-» .‘der Rest isettt sich aus Geholtem an die ehemaligen Seminärlehrer,1an die Beamten/der' Provinzialkassc u. a. m. zusammen. Nachdem an der '^israelitischen^: Volksschule drei staatlich' angestelltc Lehr* krütt^k&chäftigt sind, hat die Kasseler Regierung zum 1.; April, die neu erazuriefatende Hanptlehrerstellc genehmigt und sie dem bis* berigen, Leiter der Sptiule, Herrn Moses, übertragen. 1 Köln. -(Justizrat Bernhard Falk 75 Jahre.) Hier} feierte der bekannte ^taatsparteilicbe Landtagsabgeordnete justizrat! Bernhard. Falk seinen 75. Geburtstag, ln seiner langjährigen ppliti-j sehen;Laufbahn ist der'Jubilar oft für die Interessen seiner] Jüdischen Glaubensgemeinschaft eingetreten. Es sei ihm auch an dieser Stelle der .Wunsch ausgesprochen, daß er noch lange in uitge^ brochener Kraft wirken möge. rr . l .Ländsberg a, d. W, (Abschiedsfeier.) Nach 42jähriger Tätigkeit schied-hier Herr. Rabbiner Dr. Bernhard £fsafi aus dem Amte.; Die Synägogesgemeinde veranstaltete im Gotteshause eine Abschledsfeier.- zu der außer, den jüdischen Korporationen auch die* Jenigen der Stadt, der Lehrerschaft und der katholischen und evangelischen Geistlichkeit fbre Redner entsandt hatten. [ . 1 SdtoeMemfihl/ (Aus den Verejnen.) Die Chcwra Kädischa hielt; ihre Jahresversammlung’ab; der Vorstand besteht nunmehr aus folgenden Herren: Rentner Simonsohn, Vorsitzender; Kaufmann Rosenberg» Rendant; Kaufmann Löwenthal, Schriftführer; Kaufmann Kroner und Spediteur Arndt, Beisitzer. — Ferner fand hier eine Tagung des Bezirks verbandest der Jüdischen Gemeinden der Grenz* mark statt, za der als Vertreter des Preußischen Landesverbandes indischer Gemeinden Herr Landgerichtsrat Dr. Lilicnthal aus Berlin Erschienen war. \j - Von*- (Trauerfeiet.) Für den in Dortmund verstorbenen Mitbegründer des hiesigen Altersheims, Justizrat Dr. Heinrich Kern'* besieh, fand hier eine ergreifende Trauerfeier statt, bei der Herr Rabbiner Dr. David: aus Bochum die Gedächtnisredei hielt. Walt über den Kreis der Gemeinde Dortmund undvUnna hinaus wird . das ^Gedächtnis dieses wahrhaft edlen Mannes fortlcben. Bücherschau r f’ ji Scbeüocks letzte.Tage. Roman von lurtwlg I.ewlsohn. Paul List. Vedas. Leipzig. 1931. 219 Selten. ln einer ansprechend äußeren Form Je« der- Verlag ein neues Werk des amerikanischen Schriftstellers, gitf übersetzt von Magda Kahn, vor. In diesem Blatte war schon auf das frühere Werk des Dichters „Das E^be ün Blut“ hingewiesen. Daß das Thema Dichter wie Juristen oft gereizt hat, wie Shyiock. — denn um diesen handelt es sich, und es ist nicht ersichtlich, warum nicht die {anderthalb Jahrhunderte in Deutschland übliche Schreibweise gewählt ist, — sich mit seinem Schicksal abfindet, und lob nun eigentlich Shakespeare recht hat oder" nicht, ist verständlich. Levi-, , sohn nimmt nicht Stellung zu dem Spruch jPorzias. Es geht: zwar durch das ganze Buch immer wieder die leider allzu berechtigte Klage über die ungerechte Behandlung der Juden überhaupt, aber warum wir uns heute gegen den' Spruch Porzias besonders . auflehnen,1 1 erwähnt | Levisohn leider; nicht Nach meiner Ansicht ist der Spruch: Porzias überhaupt kein Richtersprucb. Der Richter darf nicht indem; er scheinbar Recht gibt bewußt Unrecht zufügenj er darf nicht — und das geschieht hier — heimtückisch die Partei mit seinem Spruch überraschen. Doch kommt. es: offenbar Levisohn auf diese Frage gar nicht an. Er| will uns jzunächst nur den rechtlosen. Zustand der Juden der damaligen Zeit, die nur, wenn sie Geld hatten, etwas durchsetzen! konnten, schildern. Daneben aber, oder vielleicht sogar hauptsächlich liegt ihm daran, das Buch zu einer Propagandaschrift für. den Zionismus zu ibacben. leb halte das Buch nicht nur aus-diesem Grunde künstlerisch für verfehlt; die erste .Hälfte dei' Buches ist überhaupt keine Darstellung dessen, was nach 'dem JÖchferspruch geschieht, isondern eine retrospektive Betrachtung dessen, was Shyiock früher erlebt, hat’‘Ein Kunstgriff, den wir nun wirklich schon seit Jahrzehnten' hinter uns haben. Daran schließt sich'dann aber die Schilderung einer zionistischen * Siedlung in Palär stina. Daß diese'infolge der Feindschaft der Araber damals wie heute Schiffbruch erleidet, scheint uns selbstverständlich. Levisohn stellt! es so dar, als ob die damaligen Juden nichts weiter beschäftigt'habe, als eine solche Heimstätte in Palästina zu gründen. Wir wollen mit ihm darüber nicht rechten, mit Shylocks Schicksal und Wesen hat diese Gründung nicht das Mindeste zu tun. — Wenn noch hinzugefügt wird, daß zum Schluß Shyiock seine abtrünnige Tochter . Jessika mit drei kleinen Knaben unter seltsamen Umständen' wiededindet, und alle reumütig ins Judentum wieder aufgenommen bzw. aufgenommen werden, so glauben wir, daß unser absprechendes Urteil gerechtfertigt ist,! Amtsgerichtsrat Walther Michaelis. Geschäftliche Mitteilungen . Wie uns mitgeteilt wird, hat nun auch die Berliner Jüdische Gemeinde einen Empfehlungsvertrag mit der Firma „Die Hilf e, Versicherungsverein für Mitglieder der Jüdischen Gemeinden des Deutschen Reiches“ abgeschlossen. vr,-i'. : mmm empfehlen wir unsere billigen-und gu rituellen Lebensmittel und Wein niDB ‘TinüS „ÄGRIß" — A.-G. FÜR . 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Andere Großen entsprechende Preisermäßigung, —•* nrnii ti.rh Verlar. Berlin SW 11.' Verantwortlicher jRedaktcuf für den Textteii: Q e o. r gcQ o et z. Berlin SW61; tßr den ' Inseratenteil: