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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-06-24 · 26 (24.6.1936) · page 7

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
26 (24.6.1936)
Date
1936-06-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Von MAX GRUNEWALD Die folgenden Worte sind 1932 geschrieben, in ihnen zeichnet sich ein Wandel im Liberalismus ab, der'in den darauffolgenden Jahren immer - sichtbarer wurde. Es ist nicht nur ein historisches Interesse, das,uns zu Abraham Geiger fuhrt. Eine prohVemhistorischc Beschäftigung mit dem jüdischen Liberalismus »wird nicht umhin können, ihren Gegenstand an seinem Ursprung aufzusucheu, da. wo er als liberales Selbstbewußtsein zum ersten Male sich entdeckt. Da» geschieht trotz aller Vor- und Mitluufcrschäft. an der es ihm nicht gefehlt hat, vornehmlich an und in Abraham Geiger. Darum, weil er über bloße Ansätze hinaus den energischen Zug zum Ganzen hatte, weil er. über das Zeitgenössische sich oft erhebend, einen Blick hatte auch für die Voraussetzungen, unter denen er selbst und seine Arbeit stand — danun dürfen die. Ausführungen im Zusammenhang mit Geiger flieht auf Reform begrenzt sein. die. ja nur einen Teil jener Arbeit und Bestrebungen deckt, sondern müssen vom' Liberalismus schlechthin handeln. Mit diesem Wort erscheint der Zusammenhang der Reformversuchc nicht nur mit der Emanzipation — Geiger wollte Reform und Emanzipation streng auseinander gehalten wissen — sondern auch mit einer großen gleichgerichteten Umwälzung des 19.* Jahrhunderts, fn der Absicht.' einigen Bedingungen des Liberalismus nachzugchen, die Geiger von seinem geschichtlichen Standort aus nicht scheu konnte, nehmen wir weiterhin in unserem Thema nicht auf Widersprüche derer Bezug, die den Liberalismus vertreten.- Geiger selbst wußte um solchen Widerspruch, mit dem er. nie er sagt, ein ..so rechter Tvpiis der gegenwärtigen Gestalt .des Judentums und Lage der JmlenhcU“ N. S. V, 147} ist. Sondern wie sprechen von Paradoxien. . Die Rolle der Paradoxie Paradoxie drückt auf dem Gebiete der G<*giii»taml»<*rfmsehinig das notwendige .Mißverhältnis zwischen Erkciintmsmilld und Erkeniituisztel aus. auf dem Gebiete, der Metaphysik die. innere L umugliehkeit. mit einem oder mehreren Begriffen die Fülle der Erscheinungen zu ordnen und erschöpfend zu deute». Sir hat also ihren Ort ■ vorzugsweise im System. Nun wiJI ahn* der Liberalismus nicht ein System sein. E» geht ihm nicht mu «•in Sy.Hte.tn. das — ' .psychologisch und relighmspsvchoTngiscli! bedeutsam - genug — dem Ruhrhedü'rfni»: des Erkennenden wie de.» Gläubigen entgegenkommt. Er ist vielmehr nach seiner eigenen Aussage lediglich eine Drnkriehtuiig; Spricht er sieh so den Charakter des Systems ab, so müssen wir ihm gleichwohl die Tendenz zum Systcmnti-rhen /»erkennen, das Besuchen al-o. seine eigene Denkrichtung ans Gründen an die Stelle einer anderen zu setzen. Die Frage nach der Paradoxie bedeutet also .die Frage nach «1er Festigkeit und Gültigkeit de* - Begrün-- «lungs/usainrmnhangs. in deni sieh der Liberalismus da Mellt.- na*h der Vereinbarkeit der Motive» mit denen er sieh motiviert. Sollte sieh eine Unvereinbarkeit gewisser Motive ergehen, so ist «Limit noch nicht ilire g«‘srhiehtliehe Frm*hthnrk«*il in Frage gestellt. In .jeder gi‘*rhi«'htlh*h«*u -Bewegung gibt es ein«* romphwio oppnsitormtt. Mangel an Folgerichtigkeit -‘hcilrulrt ki*mrsu«*g» 'Mangel an Folg«*, au geschichtlicher Folg«*. Die Frage nach dem Prinzip Di»* Männer der Reform fühlten sieh nicht al« R«*formatoren. sind nicht von r«‘format«»riselu*m Bewußtsein «*rfüllt. .Sie verkünden nicht ihre Glauhon?uu»ieht als These», formulieren kein Glaiihenshekennlnis. The«dogoh mul Lahm könnten das Geständnis .von Bn-ssclau wiedcrbob'it 'eit. nach SrJigmaun: Geschichte d«*.r jüdischen Uefnrmbrvegung'': ..Zum U«*fivrmntnr fühl«* ich . mich nicht l»rmf«*n.“ AVrtm Grig«*r v<m .R<*r<:nunlioit und »Schisma .spricht oder damit droht, tut er'«* in uncigculHchcm Sjjiue. er tut es, um N. S. \. 103; ..vor dom größten Schisma. dem Fhitirilf eines groß«-» T«*ibs9 «h*r Juden zu warn«*», um «Bo Reform gegen eine ängstlich«* und unsaubere Wrniitthuigstornlogie vorwarlsznt reihen, um seine Theorie gegen die ..Lüg«*" «1er vermittidnilen Theorie »hhcrzustclleii. Aber wenn «he Tlies«-n fehle», so 'muß es doeh Prinzipien gehen. Prinzipien, die Richtung und Maß der praktischen "Reform enthalten. Es kann auf die Dauer nullt genügen, «laß. wie Geiger an Am’rhach sihrrihl. ,'N. S. A. 194': . ..unsere Verhältnisse'. . . vorläufig ihren instinktmäßigen W eg gehen müssen“. Das AVrhalteu Geigers in dieser Frag«* ist whlerspriu-lisvoll. Er wünscht, «laß ..«*in tüchtiger Prinzipicnstreil;: in Gang kommt, aber er seihst läßt auf «h*m Frankfurter Rabhiuertng «Ih* Aufm]hing der Prinzipieufrage nicht zti rvgL zu «liebem Abschnitt Srliginntin ibi«I. S. 14.1'. Eine Feststellung ist hier am Platz«': Die Männer der Reform. Geiger selbst.-waren keine Männer d«*s prinzipiclh*n Dcnkim-. Die Aus«*mnnderselzungcn Geigers mit «len Kegi'lianem. mit Schelling. mit Sehleiermaeher <*rfolgen sporadisch mul geleg«*ntli«*h. Man muß. um nur ein Beispiel herattsziigmfen. einmal s«Iicn. wie ungern er sieh auf die Luncrfpiiekli«*Ii«v Dt«kiis*don“ filier den Gnticshrgriff mit. M. A. Stern einläßt (N. S. \\ 229 . F> tnag sein. «laß gcra«le hei diesem Gegenstand «lie Sehen geschichtlich vererbt ist, es mag «ein, «laß für ein prinzipiell«?* Denken weder in einer jüdi?«*hen systematischen Theologie — es gab sie nicht — noch i» der Theologie «los' Christentum- «ler geeignete Ansatz vorlng. «laß «lie W*is«cn«elmftsriclitung jener Zeit d<*m «•utgegcustaml. «laß zuvie] :prakti«eh«*' Entscheidungen getroffen werden mußten — wir begnügen uns mit «ler Feststellung, «laß. «lie hcgriffklärcmh* Atheit dieser Epo«he dürftig war. Die Autonomie des Religiösen AVävr cs zum vollen Austrag des Prin/.iph*nslrrit« gekommen, «lann wäre auch klar geworden, daß das Religiöse .-ich mVht m«*hr seihst gehörte, «laß man nicht daran dachte. s«*m Prinzip a priori aus.ihm seihst zu bestimm«*». 'wie «•- «lie Offinhärimg— tlicologie jc«ler Prägung verswht. sond«*rn «laß da« Ih*Iigm»r unter «lie Al1ma«‘ht «*incs überlegenen Kulturhegriffs-—"Bildung nannte ihn G«*igcr— geraten war. Um cs -paradox au-zmlrü«*k«*n — «ler Primat des Religiösen, sofern man darunter die historische Religion vcrst«*ht. lag außerhalb «Ic« Religiösen. Da« S«*hwcrg«*wicht ruhte auf «lern Nachweis, daß die positive R«*Iigion kultiirgrniuß war. Dieser Nachweis wurde mit allen Mitteln «ler Reform und mit dem ganzen Denken der Reform geführt. Man dachte solchermaßen sogar die Überlegenheit des Judentum» über das Christentum zu beweisen, «leim es war für Geiger nur «*iin* rhetorische Krage, wenn er fragte, ob Judentum o«Ier Oiri»t«*ntum geeigneter ist (N. S. A\ 302), -.in «h’c erlangte allgemeine Geisteseiitwickelung einzugehen, sieh mit ihr zu dürvhdringcn“. Kulliirgbliibigkcit, Verherrlichung des Zeitgeist«*» als einer besonders glücklichen Ausprägung «1er Kultur, al.» einer Vorstufe zur messiamsehen Gluckszcit — man kann «Inniit «lie veränderte Shilling der Religion und zur Religion lK*zeiebueu und würde damit «loch nichts amlcrcs liehaupteii als <*heu den Wrlust der Autonomie der historischen Religion. Von hier aus wir«! cs imnnilelbar, einleuchtend, daß ihre Wiedergewinmmg nicht möglieh war, weder in der'Zeit des Spatidcaiismus. in «ler «lie Kultur sieh iu^die Mannigfaltigkeit «ler GeltimgslK’zirke, nur ziisainmengehalteu durch «len Ohjcktsl«*griff, entfaltet, noch in «1er lYrio«h* «ler Kullurkritik des ausgehen«b*ii 19. Jahrhim<l<‘rts. Erst «ler vollständig«* Zusammenbruch der Sinneinheit d«*r Kultur, wie er .mit «h*m Anfang des zwanzigsten Jnhrhumicrts erlehl wurde, gibt •lein Religiösen die (.'bauet*, sich in voller Autfiiioinir wi«*«b*r in dir Hand zu bekommen, au die Stelle der Siimcrfüllung «Ic» Religiösen duri'li «ln* Kultur wie«h*r «li<* Siunerfrillmig «ler Kultur «luirh «las Religiöse treten zu lassen. So iingehrmln*n wie «fh*se Konstruktion «*s ilar-tdlcn luücblc. war nun in Wirklichkeit der Gang der Kiilturentw ieklung ni«'lit. Religion seihst und aueli der Staat waren \vi«!crstrchc»«lr Ge-" -walten. «He niemals ganz bewältigt wur«l«*u. So war auch «ler \ «*rsii(*h «ler lh*f«irmliow<*giiMg. stell mit «h*r Kultur-zii idrulifiv.iemv, kein vollständiger und das Ergebnis «4» gebrochene». Wir inüs«c» jetzt «len lleliel betrachten, mit «I«*s»«*u Hilfe si«* sich in «len Zeitg«*ist lumuuhnh. uml <*im* g«*wiss«* Kiu»l«llimg. «li«* »ie \«»u «b*r Mifklärung uml «lein zeitgenössischen Ih'iik«*» übernahm*. unkritisch, wenn auch mit «ler vollen Anteilnahme «l«*s G«*fühl«. Die WiJJenfchaft als Grundlegung Di«* Wissenschaft in «I«*r (N. S. A\ 301) ..Ertrag «ler g«*t«tige» Entwicklung d«*r Meiisehh«>il. «Im* «ich imnirr. mehr, von «*inzclm*n zeitlich«*» um! volkstümlichai Einwirkung«*» al» Kiiisciiigkcit zii befreien s\wht‘{. Di«*««* \Vis»«*nsi*haft ist vorm*hi»li«*li )ii»lori»rhe \\ is-ensehaft. Die wissenschaftliche llistorii' beschreibt «len im- ' aufhörlichen Weg vom ANV«c» zum Ausdruck, vom Nolu’c»dig«*ii zum Zriliiiüßigcu und vvHaler zurück zum \V«*»en. IWim si«* auch «lie Zukunft nicht vorschrcilam will — Geiger sc|b»l* hat da» weit v«>n »ich gewiesen — «n «’iilhäit st«* «b»«*h in »i«*h «I»«* Maß»lähc de» gcscliii*htlM‘hi'u l rl**ils und «!«•«• \\«*»i*»»«*rh«*»nti»». \\ «*r ihr «Hcnl. ist allein in «h*r Lag«*, «h*n Rückfall in da» Äußerlich«*, «li«* \ «*rvv«*chshmg von Inhalt mul Form zu vermei«h*n. Wenn Gott «li«* Gesj‘lii«*hl«‘ s«*hr«*ilil. ist «b*r C«*sehieht«schrcil)<*r »«*iu Prophet.' AN «*mi «las ganze A’olk' aus Historikern h«*slüml«\ Ih*s(üuiI«-* «*s au» 'lauter Proph‘*(i-M. \\«*r gäbe «las «1<m*1i! Am*h unter «b-m Sidirifl- M«*lh*r v«*rslWit Geiger vornehmliili «b*n htsloris«;li-wiss<*u»«*haftlieh jji hiblelen Sehriftst«*R«*r. er m*nnt ihn ‘N. S. T. 49.T: ..Pri«*-Ier «h*r wahren AN’issensehafl“.’ D«*r Sieg«***zug d«;r Hi»t«»rM* lu*«!«*nl<*i «b*n endgültigen Triumph «l«*r Vernunft. In*«lent«*t in der \tm,,ii- •iiniL' auf. uns «li«* Si"lbstvrr»i«4j«*rumr «l«*» Judentum» «jeg«*it «b*n •Nbfall vom Gf*i»te. Die wahr«* lb*fi»nn s«*hr«*il»t darum «lie F«“r«b*- rmig «b*r - W is-euseliaft auf ihr Banner. Was hi«*r v««r!i<*gt. «*im* "«•walliee riMTspanuuiig «I«*» Wi»s«*n-«*haflshegriff» uml «I«*r lli»l«iri<* in-l>«*som!rre. ist noch im »<*I|m*ii Jahr!um«b*rt genug kri(i»b*rl w«ir«b*n. s,,w«»M ihre. Behauptung «l«*r A*nraii**i«*l/mig-hMgh«*it wi«* auch ihr Aiispriieli, Normen zu gehen. Die innere Verbundenheit . \urli «lie• ANJssrnsehaft. «li«* Geig«*r In lri«*h J. Z. f (i\ «*i* s«!l*»t fortlevl von ihr Kritik uml Gläubigkeit in «*im*iu «vnr k«-ioc»vv«*gs v«*iaii‘--«*l/.img»bi». »h* halt«* im ln'-ten Sinn«* T«*mh*»/. wjr di.- ili'loiir »rim*rzi*it uml vvulir*chf*»dii*h p*«l«*ivrit. Im Nolaß. in »b r AN’alil «b*s .Gt>g«‘ii»lamh’s und im l’rl»*i| Tem!*-nz hat. Oh er di* »ozialen uml pfditi»elirii 1 linlergrümb* «h*r pharisäi-eh-s.'uMuzäi-vhvn Feiml»«*haft uml ilner T-iterntiir auf«h*ekl»*. oh er* I liUeFs . ruitialive g«*g«*n «lie Gi humb’ulieil «b*r Si liammailr :; anfwii-s, immer s«*lrimmert «*s von w<*hrhafl«*r Teml«*uz. und überall heg«*gm*i ilim «las Anliegen »eimw Z«*il r *la» Recht zn « rnem'rn. Aber ni«*lit j«*«b*r. au«*h mrlit j«*«h*r «{tiellenkumiige Historiker i»l in «h*t* f-ag«r. «li«* Ges«*lu«*hl«? «h*s Jitdcntuuis zu I»«*gr«*»f»*n. fhi* i-l merkwürdig genug. Gebt ihm »«'hon Zimz zu w«*nig auf «H*‘ i ii u er«*- Entwicklung um r«*ligm-«*u L«*h«*n ein. -«» vi-rmag der ehvi-lliche Gelehrt«*, 'N. S. A’. 30Ir ..»*ft »ielil «b*u iim«‘r<*li*u Grumltrirh z«i «*nl«Ie«*k«*n:s. -Tfnliselfe AVi-sensehafl aber |»r*drul«*l mm einmal »las ''ihbl. ..Uegieifen aller g* i»tig«*n L«l«*nsäuß«*nmg‘*u «les Judrnimns“. Als«» ein«* inner«* Bezi«*lmug gejiurl zur G«*- «eluehle uml zu ihmn Träger. AVinl liier nicht «*in«* inm*n* firenz«* «!«s \N'i»»euschnftsh«*trie!*s «vffenhart. eine Siihjektsg«*hun«h*nh«*it «b*r AN"i»-«u*sc|jaft. _ wenigstens, der Gi*iste»wi“««:iisrliafl? f»t «*h iti«*ht s«r. daß «ler. «ler eine Kontinuität l»egreifrn will, si«*h in ihr inilhrgr«*ifeit. also »i ihr stehen muß? Geiger sagte: Da Ol. S. \\ 147 f ..ein«* jc«b* Eniwb*kltmg aber n«ir iiimwlial!» «ler G«*s<*hi«*hle niöglicli i»t. nmß aurh «h*r. weh-her auf «*in«* »«»lebe hu Judentum wirken will. •>■«-]■ an «lie Gesirhiclit«* auklamrn<*ni. gr»rliähe «*- ««•Hist wi«h*r ««•inen Will«n. wa» mir aber. »«» »<*hr es in mir am h inneren Wid«*r»pmch «*rz«*ugt . . . um -n l«*i«-hter ist. da ich mit Lblc* au der ganzen g«4-lig«*n Entwickhmg «les Judentums hänge um! »i«* gewi—ermaßen «*in«*n T«*il meiner Per-«inli«*hkeit au— macht“. 'Was 1dcr InT.nifdännnert. wa» Geiger sicht, wenn er eine neue -- natiiHieh nielit die mitü'lalmrlirh«* — Romantik herbei-chut. i-t eh*«* G«*sebi«*Ut»l>eiraehtmvg. «lie nicht mehr eigentlich «H**-«*r Stuf«* de» f.ihcmlismus nng'liörl. »«»mlern einem Libelali-niti*-. der bereits «•ine ganz m*nc Verhinthing eingegnngen i-t. dl«* fihrr ihn selbst hinnn-führl. Kontinuität —• «lie-en B«*griff vrr'wrndet Geiger ^i*hr häufig — verhält si«4i zur rali«u»al«*n Gescliii*hl«* .wir Rrrg-mis ..rlur«-«*5’ zur Kanli»ch«*ii ..Zeit’* un«l vvn* ßinunels ...individmdles G«*»etz£: zum ..kat«*g«»ri-chi*u Jmperativ“ birdentet wirkcn«l<? A’«rrgang«*nh«‘it und wir«! als »nlche konstitutiv — wider. d«*n Willen de»»i*n. der den Begriff verwendet — - für «las jüdische Geschieht» c r I«: b n i Sv l ml' wer i»l nun «ler Träger di«*-«*r Ges«hi«*l»te? Nicht «lt«- P« r»r»nlic!jkeii. mit d«:r.«b*r f.iljerali-mus anh«*bt uml zu Ernlc g«*ht. Aln*i* auch nicht «Ib*> Nation. v«m «b*r Geiger nicht- »vbsPn will. Diese Nation ist tot. mich mehr al» lat«*iui»eh ini«l gri«‘<*hi»«*ti. «He Geiger al» tot«* Spraclu'ii am liehst«'» mich einmal It'ileu imli'hte. AVer alssi ist e»? Die Rolle der Volksindiridualitiit Geiger war Anhänger einer ..w'nr/<*l!wift«*n Heforin'*. Io «htr - Wahl M*im*» Berufes, in »einen lheori’li»eht'ii Arbeiten, in seiner praktischen Wirksamkeit, niemals »ml . niigi'mlwollle er di«* Tuehfühluüg mit «lern . leibhaftigen Jndrnlmn verli«*reu. Ihm crkatmle i*r die Nufgalxzu. Weltreligiou /n uerilen. Die B«*- «lingiuig «lazu war «lie Befreiung von. allem \«dkhafien. Aber ib*i>«*lbe l’.eig«,r wird nicht niü«h* von \'oIk»gefübl mul \olksiudjvidualiläl zn spreeben "N. S. \ . 3-Bi f'.Man improvisiert eine rcligms«* (icuiciu-cbaft ebeuso wenig wie eine bürgerliche uml slaatlb’lu*. Wa» in «ler Ge-ehiclilr leln,uilig-i»l. was mit dem \olksg«*ffihl »ieh jimig vcrbiindeti bat. «las allriu kann lebeuskrrrflig fovtwivken“*. Das ririitet »ieli g«*g«*n uugcscliKhllirlM* Ibfnrni. In «‘iiier Kritik ”cg«*n «li«* nnli«*r«*eliiigt<* Aiiwendimg' tl«*r Darwiui»tis«bi*n ArtlchVi* auf die Spräehwi»s4‘n»eliart b/.w. auf di«r S|»ra«*henivvieklung sagt er N. S. A\ Bit» f:: '..Ahm muß auf allen.' Hcscii Gciiict«-» wi«*«l«*f -/or. Vucikciuuing von r<*s|iinigr<*ii/leii liulivitluaUttiietv gelangen . . . v». gibt Volk»anfagen.. «li«' sieh - air.»bibb-n. .iber Tiiejii au» »ieli selbst b«,i-ausg«,licu‘:. Geig«*r spricht von \ olk-Imliv iduliliil um, so öftcr.^ je älter «*r wird. Er wetulel sii* au auf «lie Eianz««-en <*heus«» wi«* jmf «lie Jmlen. E» »«beinl. «laß «lies«*» A\‘«irl liirlil vv«*uig«*r iuterpr«,lali«-ti>r . hcdürflig i»t al» «la» «b*s national lumu* in Pale.stiue. F.s leugnet fraglos ilcit uatioiialcii \A illcu. ab«*r «*» uiuimt zugleich d«*n ganzVii . Ib»tami «!«•» \oll%» mit. Es lie/icht sh'li ni«*hl nur'aiif «fa* Ghafj»l,t«*ti»tt»e!w*. auf «las A\*«*»«*n. »omb*ru <•* trägt «lie ganz«* G«*- -chichte. alle Aiißerttugcu <b*s l.«'bens im Gcs«*|iiclils(räg«*r Ins in «li1* Gegenwart vor. K» wir«!!u«,r «’iu_Xall»«'slnml «Iciillich. «I«*r «lein l.ibcrali-.iiiiis überhaupt un«l all«*r«vcg<’u eig«*» ist. D«*r l.iberal.i-uiuhat e» von <l«*r Aufkläruog uml von seiner wirtschaftliebrit Aii-gaiig—lelbmg her ittf Blut«*, «laß «*r g«*wi»M* l'nsil)om*ii . zu nbrr-priugrn geneigt i»t oder »i«* ni> bl gebübri’mb Ix’rüeksichligl. Ganz kraß aitsgcdi ückl: «*r -pringi von «ler Er«*ih«*il «b*r '.Pi'r-üiiliclikei' ab uml lamlel dfrekt bei <h*r M«*n-«*lihcil. Da* lb «*ht -«4 gebunden uit «|a» (mltvitimtm. «lu* hl«*«* «|e» Reeltl» st« lw* tjb**r «Inn Staat, «ler es n!» Re«*hl «b*t* Persöuliidtkeit und »hnnh almcu-cliliriics Bi'clil üb« rbaup( lediglich zu walir«*u habe. Aber «ler Staat laßt sieh weihr v«*i»«*ltltng«*ii noch ftb«*r»pringrir: 44r foeder« Nnevkennung. nis'lil mir al» Gartmr der |H‘esüiilirhi*u Erribei? uml «•Io«*r üb«*r»iaallicb<*u Re«*!it»i«l«*«*. E» . üb«'rLiimtu( ihn »li** Fj’dlr von nuten, vom Volke lo*r. mol er v»*rl ritt ‘sie uml füllt mit ihr ziiglrieli »emen I,clM*u»rmuii. Der so vcruaildelle Staat. «Ie»-en I.fb«*::' \<»n der ATiTkrimlivblualität Iter-Iroiul. tr«*ibl «b*n l.ilierali-imtzu dam*rm(«*tt l-nibt!«ltntgen. «*f maiht ihn /um lialitinaleit l.iberali-mu-, läßt ihn biin «liea kapilali»ti»«,lo* Zeit tui «lie Si'ile von Be»in*liimg«-ii. tret«*M. «li«* ihm murrlhh fr«*m«l srin n.fi— e». V.tna» vuu «rr«,'»<un Umweg. V4»n solcher Nötigung. G«-g« b» urs in »einem l'!ig«*iib«*»l.,rTole au/m*rk«*üui*n. am li wn «■- «ler ri-iiM-u Konzeption wider-pricbl. «*twavon «*im*r uaehträglielo'n NnerkciuuiNg von Dingen, di«- einfach «hi siml. |i«'g| in «lie»cui BegrifT“ «ler Volk»imIividualilül vor. Rationalismus und lndii'idtndismus~— ., No«*h in einer amb'r» Hiu»ic|«l ist *b*r f*ih«*ralismnvon «ler Nufkläriing lor bc-l»mml. in -einem llaii«iiiali»mu*. fn sciu«‘iu «• i»»*t»»«-|i:tfi licbeo i‘?!ilbn»ia-nm». in «b-r riliermäßig«*u S«,bätz«ing .«U-r Hi-toti»-. itt «b*m Anspimli j«-w«-il» «la* Wcsrrr^di'r ftcligiou \«.r: «|«t gc»< hi« hlli«*hi*n . I;.r»i,ln,’m«mg»wci-«* lü-«*u. als AV«*-«*». <*rkcmii'ii uml in uuniitlclbaiciu*J<'iitig«'o Säl/.«-u Ii«'rau-»tclf«*u zu l.««m:<*u. Zu ihm ge»i*lll “»»«•!» «I«*»* lu«liv Mluiili»uiu». Er «*i*»l uitu’ht •Ü«- Bi.-linmnmg «Ic» f.iheraü-mnvoll»l;io«Jig. amb iniorbalb «Je» bulftilum»; Ei»t «lie lh-f«»rntb«*wvgtnig. «li»' ile» Ein/«,hn*n in .-«im:r gläubigen lü-wegung «*rfaßl uml iltu v«»rr unbciligent Zwatigi* b»--pri,‘bt. \\ ii* si«* v««n m «i»,m «las G«'fübl für «Hi* gr»»ß** kämpfe» »i-«ln* P'*r»«"»*;licljk«-it «•rwe«>kt. »n i»«-»j«* «•-. «lie «|eo ICiuz**bten als iinmilü'lbar Nuge-procbem-n erk«*itul uml ihn «b*n W«*g zu G«>lt vi«n n'*m*m lieuiuu<*ii läßt. Sie i»l «*s H4'hli«*ßlich. «li**: «!«*m Ein« /«-tuen «li.- Mitbc-limtuuiig. ueun t.i«bl «H«* alleinig«* lb*»limmmig rfarüb« r' zn-i« b«*.rl. vva» für ihn als Vrrpfliehtmig zu g«*!l«*«t halo*. Für «li'ii I.ili«Tali-mu«' al»1 g«*i-tig«* Bewegung gljl lietil«*-mit - Beeilt «lic»c» Bcicinaml«*!' von Ratioiialisimi» und Jmliviilualf»mim al» -l im* li«*f*|e Parailov»«*”“ Da- Prinzip der «Inrcbgäiigig erkenubareu Bi*s|immtbcil auf «b*r ciu«*u nn«l <Ia» Prinzip «ler «lur« figängig »rjh*thf-ti»uutcn Er« ib«‘il auf «b*r amleni S«*hr. i-t ein im;mfb“»sbar**v Innerer Wwlcr-prwclv vnwl. wie «lWfurrlüb^fe Verirrung «!«•» Spütknpiiali-mii' z«4gi. kein frm*btliar<*r. ftu jüdb«*I»«*ii faln-ialisimis kommt «li«-«-*- Paiaib«vi«* «leswi'gen .uieht zur Eulf.dlmtg. weil «ler Ualuiuuli-iou». tm dein;un*li er teil hat. 1m*I aller \’* r-a« hliehong .«|e» P«*r»öitlteh«,ii. /. B. «!«*s Af«*s»ias, nu «h*r JNic— ■ söoliciikeii (iotte- H-imr Grenz.** hat. uml .weil ««eiii (m(ivi<hinlisimiK -vom ethi-c’hen Gebot lH-gr«*ozl w’ir«l. Behlen fio«b,n wir hei Abrtduun fu*ig*rr. Tn «ler Art schier Gollesnuffas“«mg - «l/i/fir «genügen «H«*. wenig*'» Amb'iitiing«*u. die er «larüh«*r gemh<‘ht hat vgl. J. Z. fl. B4 -- waF er vom Italionalislisehi’u w«dt cnlf«*r«il. Und «hiß rn da» fmlixidmun i*lhis«*h normiert wi's-en widlte, dafür luaia.-bi <•» k«*im*r lk*l»*g«* l*«-i cirieni Alaun«*. «f*:r auf «leu' Eiaizebou «•!»« ii»o wie auf '«li«'* V«11k«*r «la^ *gl«*i«*fie slrengo cthi-che 1’rteil amsaodtc. Die Gefahr <(«*» \\ i«!«T'pru‘-hs von. Ratioiiali-mns "mul Imlivi<loaii»om». <|cr «;r cnl'/ing. hih'h «l<*s»('u«iug«*a<htel G«*fahr für Lihrral«* amb r«r Prä'jnng. «li*- in. riK'rhcloimng «I«*4« Aslhcli-chen da» Irrational«* au» dem Inm rn «)«*s Hati-es «ritfi'nien, tun «*•» an «l«*r Fa-»a*l«* aiizuhriagen. »rhlicßliidi für all «liejenigrn, «Irr; «ile Wirtschaft -zu ihrem Alltaglind dir Beligion zu . ihrem Sahl.nl rna« •hie». S«« vvenig wie mit dem <*t|ii-«*hfii fmlividualismus «li*- lel/tn Tiefe de» Gntt«'-erh‘biii~e» aii-/u»ch«»t»f«*u i-t. so wenig i»( mit ihm da» letzte, Wort g«*-prn«hen üh«*r «litr Stellung «I«*1* Men-chi*n in »ler Welt. «!«•» Jml«*i« ln s«*im*r- V,,,w«*ll. Im ImlivitlnalisimiH rr- »«•liehi» «b*r wch-clige. Optimismn-. uml j«* freier «ler Einzelne ist. «b -lo hc»«rr «*» um di«* W«*Jt 'lai—«*z faire. Jai»«ar/. aller). Di«*»«*r Opliu»isinus fwnktioniert. »idange »las allgemein«’ Knliiirle*pnßtseiii »;im*. «gültige \Wiior«hmng präsentiert, «dangii «In« p«T»«’ioIieh<* -»Beeilt und die . p«*r-«iu!i«,h** Treiheit vom Staat«;

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