Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 26 (24.6.1936)
- Date
- 1936-06-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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m geometrischer Pro'grcs-iou. lumterhiu »och <!»»pp«*lt soviel A 11 M r i I t c audem .Iinimtiii!).'ilii’jnjiiM'ii au- »Irr Gemein«!«* riml in <li«?~er AufsH'Ihuig ni«*ht herijfk-iehtigl. als Eintritte,«lie iirucrdiii"*» wohl kaum m«*hr \o;I.omnien w«*r<!«*n. V«»r allem aber eine ült«-rruseheud<: und iu'ihreiu Ausmaß «*iM?hr«*«*b«-nd«* Binnen- Wanderung. \\ flirrend hm riiilir<* .Pj33 norli *lii* Ahwaiiderungden- Zu/ug um mehr als «ln.?-Doppelt«? übrr-t«*igi. gh?ir-hcn in «len I’oIgejahr«*n «li«* Zahlen fa-t v«"j|lig mi?* mit »‘inrui Jahre— «lunlwhhm \»»n rund 2000 Personen. . Der Oes am l v «• r I ti - I a n j ü »I i > «• h «• r B <• v «"• I k »• r u n g in Frankfurt beträgt in dm vier Jahren nnrli k«*m«* 3U0I). al-n uul«*r 10‘.*,«> mul dieser \Yrlo-t Uv im wesentlichen im Jahn* P.I33 bereit.»* «*ingclreten mul lial -iihseitdcm nur lim »*lua .“00 P<r.-«m<?n erhöht. lh*i der Annahme \«m B0 000 Juden in Frankfurt Nt aln*r in »li«*s»*n \i«*r Jahren über »*iu Driit«*l w«?gg«*zogeM hzw. \rr-t«irbm. während n;ih«*zu «•in \irr|rl «1«*-^ j«*izig»*n Ü<‘-lundeau* NYu- Zltgrwan«h*ii«*n I»«*-1cht. AIm> eine v »I j | i g «• V r r ä u «I i* r u n z «I «• s B «• vö I k<* r u u g •?.-t a n «I cNahezu «lie Hälfte «l»*r Franl*- fui'ler .Iiid«,n hat in ihren (Y-ithlrin gew«*«,h-<*ll. w«;un man «lie Zahlen «h*r Zugang«: und Abgänge. -\rrghYh«*n an »h'r (Y-amtzahl der An-ä--ig«?n, zu-amm<‘üm'hm?l. Es diirfl«' aiizimeiuueu ‘•ein. daß «lie*»** liild einer jiidi-eheu!h'ölk«*ruug-h«*w«*gung auejj fiir «lie anderen d«*m?-«*lwn Gr«»ß-iä«ln* ty|»is«*li, ist und «laß «lii? Entwicklung ii«m*Ii «dinge Z«*it in uiejehen Bahnen verlaufen wir«!. Daun aber wir«! und muß -i<h. wenn die lun<l)i«*ln*n Ziiv.au«I<*rungs-lb*r«*r\«*ire «*r-rhf*pft -ind. d»*r \Yrhi?*l an Bi‘völk«*niug aueli in »len Groß-iädlen weil -tärk«*r al- *«dth«’r bemerkbar inaeh«'ii. «la unter »Jeu \u*w.!iidrrndrn in «|«*r Ilanpl- -•"‘«•hc Jugend. mul nnl«*r »Irn Zu/iYhen«h«i \«iry«’-«*iirin«*ne- Mt«*r ^vertreten Ut. I)ii* -Gt-hurl«-ii inü»*eu weiter zunVkgrhci». di«* Slerl*efalle" in -ii-h -lrigrrn«h*m Maß«* ziiiirhiii«*n un»i zu «*iner Dezimierung der jüdi-iju’n Grnß-la«lfhc\<~dh<*niiig in Dmi-rMaiid ftilimi. J)r. Erwin SrHgmrmn. Ilcligion.swediscl (“i'IHihctI Nein* grirrhNclir AYrfa«-img gegen Taiifpropagamla Athen. Die Parinmriitd*nmmN-iim fm- Vcrfaviiiig-riTorm hat riu-timmig he«ehhi«H*u. in «lf«* n«'u»* \ «*rfa-Mmg eine Be-limmmig aidziih« hincn. dir den B <* I I g j <» ii s ü )m* r I r i I 1 w >*.-<• u t I i c ji «■i s c h w «• r i. IVr llrliüinn-ueehsel . Mimlerjahriuer unter 21 lahreu 'wir«| iiheihaii|U \«*i-IhU«>u. ftu fihri^eu winl deujeniueit. di««inen lhliui*'n*riluitiitl wir/.iinehmen erdenken, zur Bf lieht -' "i.i' lil \<uher « tu A ti * l r i H *»<>nv li an -da* Oherhan)>t ihre?, hivheiii'rti Ihdiituin-hrkeiintiu^’.- zu riciilen. damit «dn h-izi» r \ ei-ur]i gemacht werden k»~mue. «li«* (»r>iieli>teller zum -ie-l!iall«,ii au «len alten (•IaiilM*n zu h«*wi*u«*n. Alan ”hml)l, «lalA «lureh «lir-c neurn \'4‘rfas.*iiii^s)H*sliimnuni!«'ii h r iuufaii»iei« h« n Ta ii f ji r o j» a « a n «I a der kathulisrhen uu<l l»r«i:isi;uui>rhen Kinhe. «Irr in letzter Zeit jfnlisch«* fvuahen und Math heu in erht'Idielier Zahl «*rh*üen sind, ein Biegt*) ’\ur*i«*s«*hohen w« r«h*n .wlr«I. Aodi immer Exzelle in Polen I.iiie. jüdische Familie ertuurdri Warschau. \iis vi-rsehirdriieu (h*»i;ml«n P«deus treffen Meldungen^ uher weitere judeufeiiwllirhr Ariss«*lirritimt*cu « im Im Darf« XiYuira. K'r«d> Oj«atnw. wurd<*u Biiteliai’anz.«*r, sein* Iran Dehnra und ihr«* Itudijer Jutta, «lir «inziitc dort v..!in«nde Familie. lMstiaIi*«h «* r m o i «I «• t. Duirr «hin Venlaeltl *l«*r 1 äii'iM hall "iirdm imdirej'«* Dorrhewrihner \erhaf(«*i. In!•/«•!«•«Iiow wurde «ier J4jiilin»i*' Aron Ahennanu «lureli Mi\-.*er- *ti*he. die hi* *ii die fällige drangen, verwundet. Kr wurde naeh W ar-«*hau in* K'iaukeuhaus g«*|ua«,hl. In m«diren,u D«“u*feni iu «Ier Di grmI \ou Ihdz in Ostgali/ien.. wurden «lie Fi*u*fer ju«Iis«-lier llan*er z«*r!iTimmeri.- Neun lläu-er «uirtlen in Brand üe.*te«*kt. ln «lein Dorf W le-eianlvo wind«' «lie Silu*um* der Sara Jae«>howi<z ui«<«levgeluatmi. ln «lern Dorf M«>:iai*r/.vsk<» wurde <h*rTiOjälirige W»df \\ n!-t« in -«diwer verletzt. Kindcr-Pogrom in Przjlik W ar-rliau. In dem Stä«luiwn I* r/. ytik liahrn |Mdnis«*ln* .**< juilri «|« r ()rl**<-imle ihx«1 jfnli-rhen. Kameraden hei «• i n «• m \ u s f I ii g. ii I* e r lall «* li und harliari-rh mH.shauil«*ll. AN «lie jmlnN«*lj«*ii Kinder ami*emiii*i]ie Li««h*r zu sing«,n lu'gaimeit. '«oHt«,n «lie judisehru Kiii'hr zum Protest -ich entfernen. «lie hegh*ileii«h* I.«hr«*rm erlauhte «■* ihmii aber uhdit. AN dann «Ii«* Kinder «len Waldrand erreieiiteu, fl«*|a*ti di«* jmhiNeheu Seluller iiher. «li«* ii"uli-e|a :i Kinder her. Kinige jüdiselie Kimler wimleu «•iliehlieh \ «•rl«*izt. D«*m s«*«*hsjfihrigen Noah .Morgi*nsi<*ni wtivdeu alle Zähne 'aiirg«*sehlag<‘ii: er mulAl«* in* Krankenhaus g«-h.-a«,ht werrh-u. ‘ - | Für die Juden in Abeffinien Uwm. I wt«*r «h*m \or-itz «les AHuNters für die Kolonien und mit« Brtliiigimg \«»n Yeiti»iein «Irr israclilNehen (iem« imh*n Italiius faml in Born eiii«- Sitzung stall, iu «h*r «lie T.air«* «Irr in A I» «■ s * i ii i* »• ii gi,hore!i«'n «nh*r «•iugewamh'i ien J ii «1 e u gr- .•'|ii(m,Ih'U wurde. . 1.- wur«h* ln*selilo**eii, dalA «lie \ ■*retiiiuiiiig der Nra«diiNeh«-n <ö-imimlen hali«‘us .\’«*iire|uuuen naeh Addis Ahrha und Diitulaua sehi«-hYu und «lorFisrarlilisehe («emeiiiden hegrfmdrn **«dl«*. Der-a-llieii D«'legaiiou wir«l «li«* \ufguhe *;estvllt. mil den imnlli. h \um Tana*See aii'ä—igeii Ka1:i?c Ii;i* BeziYlumgeii auf* zuuehme-ii und «hui für Se«*Norg«* und l'Juri«‘htimg \«»u Schulen Sorg«* zu tragen. Er.will mit der Synagoge Herben ... Jaffa. Kille m<'ii*« Ii)ieh «*rgr«*ifetnli* F.|tisod«' jdril im Zu* *aimiieii)i;mg mit «lern . Mduueh de«. alt«*n IlaftiivieiieN iu Jaffa g« u»«d«h t. ln «lern \ i«ii«'I. «lajetzt \«*rschwinden soll, liegt niielt ine alle Syuagog«*. Der 0 0 j ä li r i g <* S <• h a m m <* > weigert sieh, «eine Wohnung im S\uag«»gengel»fuwh* zu räumen »m«l «*rkiärt. «r «»-i hrr«*ii. unt«*r «h*u Ituineii «1«** Heiligtums zu sterhen. Ein Aditzigiulirigcr Stadtr.it a. I). Julius Zielcnziger S« in«- \ aierstadi P o t s«l a m . M*lne Grjneimh*. sein Jmh*utiim und seine I-amilir — «li«*-«* vi«*r Worte hi*7.<*iVliuen den Kn*is. iu «lern «*r leht.. und für d«*n <*r gewirkt* hat. \ on «lern Krfol*i. 'oti «h*ni sejm* W irksutnk«*it g«*kr«mt wurtle. zeugt nicht nur «lii* Beliehlheit und das Vn-ehc». dvs-en'cr sieh fd>erall z.u erfreuen hat. somh*rn_ auch «lie KhrcnTmitrr, die er heklehlete und z. T. -aindi heute noch hi-kleiilci. Wie er jahrelang aN Staillrat dem Magistrat seiner' YnVrstndi angehoru*. so ist er seit d0 Jahren Mitglied ‘ lies (»cmeimlevor-iande*. «les-on Aorsitz er s«*it einigen Jahren iime hat. und «lie Teilnehmer d«*r Taguiig?*n des Preußischen kaiidrsverhandep werden si«*h iuieh gern darat\ erinnern, mit" wrlehcr W ür«Ie er wiederliolt tlie,sc Tagungen als Alterspräsident geleitet hat. Aon ungewöhnlicher geistiger und korperlieher Frische, nimmt er noch heute regsten Anteil an allen Fragen, die «las Wold und Wehr seiner ('•«‘ineinile wie «les gesamten deutschen Judentums betreffen. Wir wünschen »lern hochverdienten Jubilar au der Seite seiner gleichgesinnten Gattin, mit der zusammen er seinen 80. Geburtstag in aller Stille und Zurückgezogenheit verlebt, noch viele Jahre rüstigen Schaffens in körperlicher und geistiger"Frische! Julius Brodnitz zum Gedenken Ami HKKMUCII STEHN E« L-i bezeichnend für das Ereignis nicht nur, sondern für den Mann, wenn man angesichts die?»<*s großen Unglücks sagen muß: Wäre Br«n!uitz \«ir I03B ahhcriifeu Horden, so hätten wir gewiß ihn herzlich beklagt und die Seinen mit innigem Mitgefühl heghütel: — al«*r «lieser G«*«laiike eines «lie Gesamtheit bis ins Mark In fh-mlrn Wrlustcs wäre ui«‘ht iii uns so wach geworden, wie «*- heute «lei* Fall ist. Dies ganz gewiß nicht darum, .weil wir ärmer geworden sind au butcinlcn Persönlichkeiten in unseren '&M3&S& mum Aufnahme: Sünnenfeld Kreisen — so schwer «*- auch sein wird, ihn auf seinem Posten zu ersetzen —. nein, «*s ist die Größe dieses Mannes, daß er im l iigifick gcwa« hsci! ist und. der fast Siebzigjährige, mit einer Entschlossenheit die Folgerungen au*.-der ungeahnten Katastrophe, gezogen iiat. «lie uns beispielhaft werden muß und klar aufweist, «laß hinter «lern patriarchalischen Äußeren dieses ..alten Herren^ eine junge Seele l«*htc. «li«: versuchte, der Z«*it gerecht zu sein.- ohne «‘irr Abtrünniger seiu«*s Lehens zu werden. Am* 1033 Iiätt«* man Brodnitz, der hinter den' großen Throrriikent «l«*s (Ymralvrrein**. hinter Fiwlis und 'llollfmdcr, maiiclnnal in die zweite Heilte zu treten seinen, höchstens den -- g«*wlß ni«*ht gcriugcu — Btihm mit ins Grab gegeben, «laß er ..«•in Mchn-r «l«*s B«*ii ln*-'* im äußeren und inneren Sinne gewesen .-ei. Ilcui i-t mit ihm — über den Kn*ider Mitarheiiei* im G. A. hi iau- — i*in auerknmiter riehtmiggehrmler Ffihrer uns allen entrissen worden, eine Lücke hat sieh aufgelan, die so leicht nicht . zu schließen sein wird. j . Wie ist das zu erklären? Zunächst und vor allem wohl darum, weil er, in einer. Zeit dauernden A\ eelisels, ausgehallen hat, auf seinem Platze geblieben ist, obwohl ihm dies nicht nur uußer!i<*li ein schweres Opfer bedeutete. Ei* hat keine Stunde sich uns entzogen, ist jii die Bresche getreten, wo Andere, Jüngere, deren Pflicht es gewesen wäre, zur Stelle zu sein, sieh zurückzogen, obwohl «las Wort „Treue“ iu ihrem Munde früher flieht laut genug dahiurolite. Aber er ist nicht nur stehen geblichen; sondern er hat die Arbeit des C. A\ unendlich gefördert; in diesen Jahren ist seine Organisation zu ihren großen Anfängen «Ier helfenden Arbeit zurückgekehrt und ist, ohne «lie große Linie «Ier Coimumg zu verleugnen, ein Herd gründlichster, allen Juden dienender Arbeit geworden, der Tausenden in der Stunde, der Aerzwciflung ein Helfer gewesen ist. Aber mehr noch!. Kr hat «lie enorme Macht der immer noch größten jüdischen Organisation in die Wagschale geworfen, um dem in der Not auseinamlersticbrndeii Körj>er der Judcnheit Deutschlands das Rückgrat zu gehen, welches nur zusummeufasseiulc Leitung zu gewähren vermag. Er blich trotz aller \Vi(lcrsprüehc in einzelnen Tcilfragen,. in «lenen er auch energisch zu opponieren vermochte, ein unerschütterlicher Vorkämpfer «les Gedankens einer starken Ueiehsvcrlrclimg, für die er oft in entscheidender Stunde das ganze Gewicht seiner und seiner Mitarbeiter Persönlichkeit in die AVagscliale warf: ja es gab kein technisches, geistiges oder wirtschaftliches neues Problem, — und wie gewaltig war deren Fülle! —. iu «las er nicht einzudringeu suchte, da er sieh für den C. \Y fast stets srlb.-l die letzte Entscheidung vorbehielt, nicht den „Dezernenten“ di«? A'erautwortiiug des Entschlusses überlassen mochte. Ein solches Maß >oii kraftvoller Tätigkeit in «*iiu*r ■revolutionären Zeit i.-t hei. einem-«lein biblischen Alter Nahen nur aus Einem herzuleitcu.; Brodnitz trug ein großes, ein einlicilliches Bild seines Judentums und meines Jude.-eius In seinem Herzen, «las nicht brüchig werden konnte mit der Zeitwende, weil es kein erdachte;* Phrasengekändi; war, sondern auf echtestem Erleben beruhte. Kr Var ein gläubiger Mensch, hat in' AAorl und Schrift, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern in der zu Aufrichtigkeit zwingenden Stille «les ernsten Zwiegesprächs immer wieder seine religiöse, auf Cottesrrleben fest ruhende 'Überzeugung betont., «lie für ihn tuul die jüdische Gesamtheit maßgebend war. so daß über dieses ewige Weltbild die AYräiidcrnngen mich so umwälzender Zeitereignisse nicht Herr werden konnten. Darum blich er aufrecht, aber er verknöcherte nicht; Daß er, Ehrenmitglied, der Jüdischen Beformgemeimle, ein stolzer liberaler Jude war, dessen dürfen wir uns mit Freuden bewußt sein. AVic die Großen der Befonngemeinde aus seiner Generation., deren Letzter er ist, wie ein James Simon, ein Georg Minden, ein Moritz Türk, gehörte er dem "gesamten Judentum: im religiösen Liberalismus aber ruhten ,.«lie.starken A\ urzehi seiner Kraft”! ■ Au «Ier Wende der Zeilen ging er von-uns, ein Fertiger, kein Vullemleler! Den Scincif, insbesondere seiner ihm zutiefst verbundenen Gattin wenden wir uns zu in erschütternder Teilnahme. aber iu seinem Sinne ists zu sprechen: Israel muß teilen, auch wenn reine Be«|rn hingrhriL! Drei Pflichten des Auswanderers Im Lauf-.; «licsL'S Monats erscheint eine neue puK'«-* «tt*s vom Mills verein der Juden in Deutschland herausev^ebenen Koricspotidcnzhjattes .^Jüdisch»? Ausuandenim!'*, dem wir mit Genehmigung des Verlages den nachstehenden Artikel gekürzt ntnehmen. Iiiiu drall» des Reiches >lr ltl unter den juili-ehrn Org.rui- .-ulinnen, denen «li»* Betreuung drr jfnliscli«*n Auswanderung obliegt,' im Kim«*n chuwn mit «Ier zemraleti jfuliselieii Instanz, der Heichs- \ertrctuug. «Ier UilN\erciu «lev . Juden in Deutschland.% neben «lern Palästina-Amt in er.-ler Itciln*. A’iele Zeluilausende —• seit 11)33 vielleicht l.'ilHHH) Jud«*n — sind iu den letzten Jahren v«im Iiilf.-vcnin beraten, 'lausend«* von ihm auch materiell unterstützt worden. Die-«* Sachlage gibt «lein llilfsvercm heule «las Hecht, an je«h*n auswaiulernilen Juden, der sieh seiner \ erautworluug bewußt Ist, «lr«*i For«h*nmgeu zu st«*ll«*u. bei denen er siYh mit a)h*u maßgebenden übrigen jüdischen Instanzen durchaus im Einklang weiß. v . Je«h*r jü«lische Ausw;amh*r«*r hat *die Pflicht, sieu im Ausland so zu verhalten, «lals er die Ge-amtinterrssen «Irr jfiiliselicn Aiis^vniulmmg nicht schädigt, sondern fördert. Die denkbar schwerste- Schädigung all d«*r Zehnlausendo 'on Jinli’u. «li«* iu Deutsehlatul oiler anderen Ländern Mittelmul Ost-Kmopas auf Aiisw-amleniiigstiiögliehkeiteu harren, wünle aber «*ine u u a u «dir a rli l c p o 1 i t i s e h <* B «• t ä t i g u u g der neu Kingewnmh*rt<*n in «h?u filiers«*eiseheii Ländern «larslellen. Tst do«*h g«*radc in j«*n«*n G«*bh*t«*n. in denen teilweise, wie etwa in Südafrika, selmn «!ur«*h das Wrlinuilensein von Millionen Farbigen. gewisse soziale Spamuiugsmontente g«*gclicn sind, «lie Furcht \ur «1er Kinsehlcppuiig railikah*r **‘«eher Ideen verständlicher-'' weise sehr stark, und es muß seitens der jüdischen Einwanderer alles vermieden'wenlen, was au«*li nur den leisesten Argwohn in <Ü«*s«*r Hinsicht erregen könnte. Wenn auch die deutschen Juden. s«*h<m ihrer ganzen soz.iologis«*li«*n Schi«*htung. ihrer Art und ihrer Lage nn«*h >ieherlii*h «lern politischen Radikalismus f e r ii s t e he u . so muß doch mil allem Nachdruck betout werden, «laß auch «lie elementarste Rücksicht auf die Tausende von künftigen Auswnn«U*r«*m jed«* Einmischung in die politischen NYrhäiinisse «Ics Eimvnmlertmgslnndes auf «bis strengste verbietet. Heule muß. jeder Jude, «Ier aus Deutschland auswandert, sieh . für «las Sriiirksal der jüdisrhen Gesamtheit verantwortlich fühlen und schon deshalb muß er' sich'in dem Lande, das ihm zur neuen Heimat wonlen soll, so bewähren. «laß «lie Regierung «les Staates ihn und seiuesglchdien als crwTms«*hle siaatscrluilteude, Bürger betrachtet. Neben «lieser äußersten Zurückhaltung in der politischen Betätigung und «1er g«:wisscnhaflen Erfüllung aller staatsbürgerlichen Pflichten ist ständiger Takt, stnmligc Rücksicht uiid Hoch-, achtung auch gegenüber den Sitten und Geh rä u e h e n i m K i ii w'a ii «1 e r"u ii gs I a ii d e dringend zu empf<*hlen. Nirlit miniirr wichtig für «lie jüdische Gemeinschaft ist eine zweit«* Kodierung. Die jüdisch«* Auswandcning aus Deutsch- . Ian«i hat* sieh bisher auf etwa 40 überseeische Länder 'er- . teilt, und es bestellt «lie große G«*falu*, daß unsere ‘Menschen bei «lieser Zerstreuung in liuehster Potenz der jüdischen Gemeins«liaft -vielfaeh verloren gehen. Tn «len meisten Lämlern. in «li«? deutsche Juden ln*ute einwandern, bestehen aber sclion jfnVi.-ebe Ocmcms«.*hnftcn, mul ist Sacke des Einwamlerers, sieh diesen Gemeinden inÖgliehst bald an/.tiscijließcn um! -ie mit seiner Mitarbeit, seinen Kenntnissen mul Erfahrungen zu stärken . . . Der Jude aus. Deutschland, der im Einwamlerungslamh* sofort jfulisehen Gemeinsiim mul jüdisches Zusamme«igehürigkeitshewußtseiu zeigt, sieh den. Arbeiten der Gemeinden und «Ier Wohlfahrtsorgauisalionen willig zur Aerfüguug stellt.- wirbt -zugleich Achtling mul Sympathie für «He andern, die nach ihm laminien wollen, mul legt lebendiges Zeugnis ah von der Verbundenheit unserer Menschen piit «len Juden des Auslandes, «lenen wir heute so vi»:les zu verdanken haben. A’or allem soll sieh aber «1er Einwanderer,- Her aus Deutschland kommt, immer dessen bewußt sein, daß er, auch ohne -wirls«*haflliclie Mittel, nicht nur als Nehmender kommt, sondern* «laß «las «ift be.-omlcrs liohe Bildungs-Niveau der «leuls«*lu*u Juden.' ihre’ Kenntnisse und Erfahrungen und organisatorischen- Fähigkeiten, sic häufig zu einem bedeutenden Beitrag zum jü- «lischcn Gemeinschaftsleben in den neuen Ländern berufen. Auf der aiulcrrn Seite «larf freilich das Bewußtsein einer besonderen. wertNollen historischen Eigenart des «leutscheit Jtulcn keinesfalls zu einer Imrhmütigen Zurückhaltung . gegenüber «l«*u aus anderen Lämlcrn, insliesomlere aus Osteuropa slamimmdeu Juden, führen, somlcru «1er deutsche Jude muß sieh bewußt sein, daß iu der Hegel «1er Jude aus Deutschland von den ausländischen Juden mindestens ebensoviel zu lernen bat, , wie er sie lehren kann. * Drücken «li«* beulen g«*naiinlen Forderungen mir allgemeine Ansprüche «1er jfulisehen Gemeinschaft an den <*inzclncn Juden aus. so will «Ier Hilfsverein endlich auch eine eigene Forderung an die -Afcnschcii, die .mit seiner Hilfe ausgewandert-sind, erheben. Der Hilfsverein kann seihst nur helfen, wenn ilim immer wiciler geholfen wir«!: und ■ di«* wichtigsten Helfer sind die früheren .Auswanderer mit ihren neu erworbenen Kenntnissen und Erfahrungen. Der Hilfsverein bittet deshalb -hiermit auf «las ein- «(»•inglh'h-te alle Auswanderer, besonders aber diejenigen, die in bisher wenig«»!* bekannt«* Länder gehen, ausführlich über ihre Erfahrungen und Eindrücke zu berichten. mul zwar nicht nur in «len ersten AA'ochcn und Monaten ihrer Eiuwamlcrung — wo ihn* Berichterstattung naturgemäß wenig Wert besitzt —. sondern vor allem auch nach längerer Ansässigkeit im Lande,, wenn sie «lie Unterlagen zu einem begründeten. Urteil gewonnen haben. Darüber hinaus ist cs vor. allem aueh wichtig, daß sich «ler jüdische Einwanderer aus Deutschlaml möglichst hahl. «I. h. sogleich nachdem er selbst keiner Hilfe mehr bedarf, auch der Bildung von Einwanderer- Hilfskomitees annimmt, o«ler ,«k*n sieh schon existierenden ehrenamtlich zur AYrfügiing stellt. J e «1 e m einzigen J-udcn 9