Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 22 (27.5.1936)
- Date
- 1936-05-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Wohltätigkeit jeden malmt.. daran zu denken, daß materielle» Schicksal wie ein Rad ist: wer Jteulc oben ist, kann morgen unten »ein: und für Kinder oder Enkel wird diese Drehung immer vsahrschcttiliciter. Es.ist wahr, daß das alte Judentum, auf seine eigenen Werte gestellt, nur gcistig-moralUchc Qualitäten, anerkannte, daß cs in ihm ausschließlich eine geistige Nohilität gab, eine Nobili tut, die t-ich-ir^ ihrer [XT-ouellen Zusammensetzung fortwährend 'änderte, wenn auch das ,.V»*rdi»:u»t der Väter“ noch eine Weile über unbedeutende Ernennen einen •lewi*»»;» (Ranz ergoß. Die Antinomie von Religion und Ethik im Erwählungsgedanken Dua alles sind bekannte Diiig*v ICkommt bloß darauf an, * wie man sie erklärt. I ns -chrincn sic ursprünglich au» dem so und so viel (Generationen ungebrochenen (Glauben Itcrauhzuwachscu, daß man zu einem geweihten Suunme gehörte., dem Gott die Offenbarung gegeben, die DoginatLsiening dieses Glaulwu.» bat sein»:» F/indniek auf jeden Einzelnen nicht verfehlt. Aber das ist eben »-in rcligiö»»;r Glaube von außerordentlichen praktisdi-inoralLsülieu F»l"»*n und doch der Iregriffliuhcn (Gestalt einer buiuaiieu Ethik »chlcchlhin w»:»»’nsfi*eni»l. Denn diese \eriiiug — /.tun mindesten itn Typus Kjiints, an ileui die meisten m*>dernen Üie<dogi.-clien und reiigiou>p!uloM>plus<'lieu Vernich»; orientiert .waren — mit dem Einbruch «;hie> solchen Gedankens schlechter-, ding* nicht zu 1>cslclien. Auch der Hinweis auf das alle An.»knnfl>- millel des noblesse obligc verschlägt hier nicht. Selb»! wenn man l>cloiit und fest glaubt, daß die-. Erwählung'keineswegs Bevorzugung im Sinne %on Glanz und Genuß ist, wenn der leidende Golteskneebt als das echte •Symbol des gemeirjien Sinne» der Erwählung anerkiuint wird, ldeilil eine mn;rklürlich»; Schwierigkeit — unter .bloß etiuselieni Gcsichüipuukl. Diese \ erlangt gleiche -Chancen für alle Menschen, kann amh ein Vorrecht des IauiIcs nicht dulden, kein Vorrecht im Pfliehlerfüllen. Sie mag die Mensche» in ihrer n n t ü r 1 i ch e jr Verscdiiedeuheit **’heu und ihnen je narb natürlichem- Vorniögim verschieden große Aufgaben zuhilligcu, braucht «idi gewiß nicht auf die* abstrakte; Konstruktion eines Menscltenwesens schlechthin einzula»»eti. Aber der Gedanke ' einer Atiswählung durch Gott zu Iwstimmieui Lel»en und Teistungen ist für^cin unter lediglich ethische» Gesiehtsjmnklen stehendes Denken unverständlich, bleibt eine ausschließlich religiöse Konzeption. Ja, "man darf sagen, daß nirgends reiner als hier die Wcscnsgelremitheil ethischer und religiöser Haltung zutage tritt.’ . daß der Erwah1iiiig»gcdnnke und alles, was immer daraus abgeleitet wurde: Gnade, Prädestination, Berufung '— die Antinomie zwischen Religion und Etluk am klarsten hcrausstcllt. Die univerfäliflifche Ausweitung Wir haben vorhin gezeigt, 'wie esdie Grund[K>sitiuu der biblischen Religion war,' die muh innen im internen Lehm des Stammes eigenartige sozial-moralische Wirkungen erzeugte,. Nim fragen wir, welches die Konsccpicuzen umh außen waren. Es gehl uns liier, nicht um die theoretisch-theologische Formulierung des mit dein strengen Monotheismus gesetzten Mensehheitsgctlankcus, sondern um die praktisch-psychologischen Folgen, die rieh ans der skizzierten Rinucnnioral des sieh als gottcrwahlt fühlemlen Volkes für seine Haltung gegen außen ergaben. Nur wenn' wir auf diese Frage eiue positive befriedigende Antworterhalten, kommt dem universalistische» überbau eine die Lehm»- Wirklichkeit wahrhaft ergreifende- und gestaltende Bedeutung zu; er muß auf'den Pfeilern einer tatsächlich gelebte» sittlichen Existenz, ruhen, -wiun er mehr sein soll, als die srhimmernde Kiq»[Kd eilies prunkvollen Luftschlosses. Unsere- Antwort, geht von einer allgemeinen, psyeholouisehpfidagogi»elK*n Erwägung aus. I»| es muglieh. daß eine,,Erziehung zur Nächstenliebe, die in der hibliseli-rahhiiiisrhcu Lehre immer im .rinffihlcndcn Verslfuiilnis von T.nge 'lind Bedürfen des andern erfindet, .die seelische Sympathie »«‘hlerhthiu ist. sehroffr Grenzen nufzurichlen vermagV Kami die Schule zur Menschlichkeit, wenn sie sieh wirklich innerhalb der eigenen, religiös-geweihten Nation Jrcwährl, das (Gemüt und den 'Willen tatsächlich au den Grenzen des eigenen Stammes resthalten? — Der ini Neuen Testament zur (niuraktcri-icf 1111c der alten Moral ausgesprochene Satz: du sollst deinen Freund liehen mul deinen Feind hassen — stellt nicht hloß nirgends itn jüdischen Schrifttum: seine Wirkliche Befolgung scheint auch gegen _ alle psychologische Wahrscheinlichkeit zu spreeheil. Das Gesetz weiß nur wm der Nächstenliebe. nichts vom l’Vriistenhaß. Und auch wenn das Gefühl zum Fernen im Wort von der ..Nfu'h-H’n-Lii’bv“ nicht bewußt mitgedaeht i*t. so ergibt sich eine po-hivc Fitiiwitkmig \on seihst, .wenn die Nähewirkiiug tatsächlich und naehliallig vorhanden i-l. So müssen die Knechte ilcs Aramäeihönigs gewußt haben, was «Je taten, als sie ihrem das Sehlimm-Ie fürelueinlen Herrn' rieten, sieh getrost der Hu- * immilät des i-nu’Hli»elH‘n Ilerc-eheranzitvertrauen, da die.Könige von Israel gnädig seien. : Und »lie Selli»te!iarakterisienmg Fsraels im Tnlimid, daß die Kinder Urne] Barmherzige mul Kinder von 'Barmherzigen .-eien, grhl doch aufM«’n»chcnart sehleelilhiu. ohne von Stannnesgrenzrn zurüi’kztiprnllen. Tu der Tat zeigt »Ich so auch «las nt 4Üt* Seheulemün/e allläglieher L<‘l»eu-vorsehrift au-gepragte Gesetz hi** hinab zu »len jüngsten Kodizes: filn-rall. wo »iehV um Linderung von Notum Erleichterung;von Druck, um »len gequälter menschlicher Kreatur zu erwei.-eude» Bei»land handelt, »laß. mau amh den Armen und Kranken »h’r andeveu helfen, »laß man ihren T«»l«*u »lasGrahgefolge leisten soll-. Wenn onitmzipi»*rlc Juden de* II). und 20. JalirliHiiderl» in Europa und - Amerika den \orgchlichcit jfuliselieu Parttkidarisnms sozusagen übcrkomprusien’i» wollten, indem hei ihren Stiftungen Nichtjudeu in »1er Re’gel be<»cr wrgknineu als Jaden, so spricht »las nicht für »lie Fnghrr/.igki'il »U’s historischen Judentums, Mindern allein für die Engstirnigkeit und Unsicherheit moderner Juden. Der religiös-nationale Partikulariainus durchzieht das Gesetz. Dos ist wahr. Aber indem er echtes menschliches. Nähegefühl innerhalb seiner Grenzen zur Pflicht macht und mit seiner Forderung einen Vergleichs wehe großen Erfolg hat. fördert er praktisch die Humamtälshaltung gegen außen viel stärker als er sic hemmt. Audi dort, wo — wie" beim Zinsgesetz — eine' unterschiedliche Behandlung zu' Gunsten des eigenen Stammcsgenossm ausgesprochen wird, wird nur gesagt. - daß Israeliten; gegen ander»; in »li»;seni Fall nicht besser zu sein brauchten, als »fiese sieh gegeneinander verhielten. Aber seihst hier gibt es eine rychrimhiuug, welche zum V»»rtcil der andern die biblische Erlaubnis außer Kraft setzen möchte. Bei der ursprünglichen Konzeption »Ir» Gesetzes hat offenbar eine gewichtige wirlschuftspolitischc Erwägung milgoproehen. Es kommt uns nicht darauf an, tiefer i» die Substanz der liibliseli-ralibiniseheii Moralhhn; »’in/.ugreifeii. Wir wollen nur «len Weg einsichtig machen, »Irr zur Klärung unserer Frag»’ führt. Der iudi\idualistUclie Liberalisnm.» vergangener Tage ül>ersah das Schwergewicht, mit welchem »ier ‘ religiös-nationale Charakter des geschichtlichen Judentumauf die Bildung und Entfaltung aller wirklich lebeirkräftigru Tilgen in miserm Kreise gewirkt hat. Kr stilisierte »las Judentum aus erkenntuisfremde» Motiven heraus gerade dort, 'wo nur eine treue gewissenhaft« Erforschung des wirklichen Sachverhalts des schwierigsten Problems Herr werden konnte, da» der jüdisch»* G»’Ut überhaupt bieict. der einzigartigen Verwehung universaler uml partikularer Antrielx:. Aber nur die strikte Verfolgung der siuuhufl uml psychologisch in der jüdischen Lebens lehre enthaltene» Tendenzen kann zeigen, was hier humane Haltung l»edruiel. So wird glaubhaft da» Fundament h»;rcUct, auf »lern ein theologischer Universalismus zu ruhen vermag. t Zuschriften zu dieser lluhrik an Herrn Rabbiner Dr. Max Dicncuiami. Offenbach a. M., Körnerstraße 12, erbeten. Seelforge — heute Der Großstadt-Rabbiner / Von MANFRED SWARSENSKY Das Malheft des „Morgen“, das wieder durch die Fülle de Beiträge und die Vielfalt der Themata überrascht — es bringt u. a kluge Würdigungen Sigmund Freuds und Gustav Mahlers in ihrem Verhältnis zum Jüdischen, eine fesselnde 'Novelle „Der Jude im Spiegel“ von Mala Laaser, einen-bunten Glossenteil — behandelt 1p drei Aufsätzen dfe Frage „Seefsorge — heute“ nach der menschlichen . und nach der religiösen Seite des Problems hin. Aus dem lebendigen Beitrag Dr. Manfred Swarsenskys. der schildert, wie der Rabbiner durch die Ansprüche der Neuzeit zu einem Seelsorger In einer Im Judentum bis dahin nicht gekannten Art wurde, veröffentlichen »vir nachstehend einige Abschnitte.' .Einer »1er häufigsten Fälle »Ier seelsorgcrisiJicn Arbeit i»t ein oTt stutulenwuhrenilcs Gespräch mit Menschen, deren einziger Wunsch es .ist. sieh ausziisprcchcn. Tn »1er Tat bedeutet vielen di»; Möglichkeit, »las Herz uuszuscliültcn, sich jemandem auzuver- Itauen, uiid »lie Gewißheit, verständnisvoll angehört uml ernst genommen zu wcnleu, eine starke seelische Erleichterung. Gewiß ist «lies ein»* Art .J.nioiiseclsorgc‘%. die im Grunde eiii jeder an denen, die si»’h ihm ativertraucn, gleichfalls ausuht. Di»; Fülle scclsorgerischcr Fälle dieser Art in »lcr. Tätigkeit des Rabbiners aber ist ein crfrculbrhcs Zeichen für das wachsende Vertrauensverhältnis 'der Gemeimleangchörigc» zu ..ihrem“ Rabbiner, nachdem «ine falsch vcrstnmlcne .,Würfle des Amtes“ früher oft eine .. heilniieriiswerU* Distanz geschaffen halle. Ging man früher zum llahhitier. um ,.»’iuc Schale zu fragen“. »Iicvornehmlich rituelle Vorschriften -von koscher uml t’refn betraf, so situ! Fragen dieser Art aus dem Aufgubenkreis wenigstens des religiös-liberalen Rabbiners fast v»"dlig vcrs»:hw umlcn. Dafür aber ist »las weite Feld des Li’lx’iis selbst mit all »len vielfältigen und komplizierten Fragen, »lie es beherrscht, in «len seclsorgcrischcn Wirkungsl>ereirh des Rabbiner* getreten. Ganz hesoiulcrs in «len letzten Jahren, in »lenen unser Lehen hierzulande .so grundlegende Verämlcningcu durchgemächt und das jüdische Lehen als Folge davon ein« Ausweitung ohnegleichen erfahren hat. hat auch «lie serlsorgerisrhe Tätigkeit «les Rabbiners eine hie geahnte Intensität und Extensität gewonnen. Die jmUsrhe "Geimrimh; unserer Taue ist auf weite Strecke hin ein« helft’iide Gcmeimle gewonlen. Viele Aufgaben, ili»; einst «1er «celsorgrri»»’hen Arbeit «les Rabbiners und «lern Bemühen eines kleinen Kreise» seiner freiwilligen Helfer oblagen, haben heute einen solchen Umfang angenommen, daß mir für jedes Aufgabengebiet besonders ousgebildel»’ 'Beamte sie zu bewältige» vermögen. Es j;t keine Frage, daß »lie Wohlfahrlsuml Arbeitsämter, die Benifsmiwlurhtiines- und Auswamlen’rberatimgsstellcn. »lie Sehul- und Biimlesleilnngeu von spezialisiert»’» Kräfti’n* sachgemäßer als von Rabbinern verwalt»’! wcrdi’n können. Doch, so paradox cs scheint, imuith’n dieser sieh vollziehenden Säkularisierung »les jüilischcn Lehens, ja. als Folge von ihr hat auch die rnhhinisrhe Serls»»rgetätigkeit neu»’» Inhalt gewonnen. Die unter »lern Einfluß der äußere» F.niwiclchmg si»’h anhahm’hde llüekwcmhmg zum JmU*»- tum hat viele angeregt, um Klarheit in der Fülle jüdischer Pioldeme zu ringen. Es siml »lie erfreulii’hsle» Falle seelsorgcris»’h»‘r Arlx’it. wenn »lie Erseliülterung »Ier Zeit so fruelithar gcwtinleu ist. »laß sie Mensehcn »lrfmgt. mit einem Rnhliiner Fragen »le* Jiulenlums. «1er Religion, »1er Weltanschauung. »1er Knliur. »Ier lieheii^gestaUung zu hcsprccljen uml •wenn es gelingt- »len schwankenden W illen in eine, feste Richtung zu lenken. Da kommen mi»J»*re. <!i<’ um Wiederaufnahme ins Judentuni bitte», »hi* sic in guten Tagen verlassen haben: »Ia kommen Menschen jüdischer Abstammung »ichtjfidisehcr Konfc.-siun. Ehepaare, »lie in Mischehe leben, Kinder, die aus diesen Verbindungen hervorgegangeu sind und alle, die mit ihrer Problematik allein nicht mehr fertig Werden. Da kommen Eltern mit. erzieherischen Schwierigkeiten, da wird gefragt, ob. es ratsam sei, das zehnjährige . Kind im Gedanken an seine Zukunft schon jetzt ins Ausland zu . geben. Da fährt ein Sohn in die'Fremde und bittet, sich seiner zurückbicihenden Mutter anzunehmen. Da bespricht eine besorgte Mutter, ob dieser Partner für ihre Tochter .passend sei. Da ruft das Kiuiikcnhuus an. ein Mann, der sein Ende nahen fühle, wünsche sogleich »‘inen Besuch, um »lern Rabbiner die Sorge für seine hiuterbleiheude Familie anzuvertrauen. Da' ist irgendwo, ein Streit zu schlichten, und eiu anderer jahrelang eingefressener wendet sieh zutn Guten, als die feindlichen Brüder sieh bei der Bestattung dirs Vaters zusammenfinden. Unter Aufwand von viel Zeit und Geduld,''-von Takt und Feingefühl,- von .Menschen- und- Sachkenntnis, mit einem abgeklärten Wissen um »lie Bedeutung der kleinen mul kleinsten Dinge für das Leben eines Menschen vermag der. den liefe Liehe zu den Menschen erfüllt, so St’gensrciche.» zu stiften. Es wird den Blickcu «1er. großen Uficnllk’hkeil nicht immer sichtbar und darf doher nicht mit den Maßslfiben gemessen werden, die für das sonstige Leben bestimmend sind. Mehr als die Hälfte aller seelsorgcrisehcu Arbeit ist heutzutage mit dem Wunsch nach materieller Hilfe verbunden* . ..Teil bin am Ende meiner eigenen .Kraft. Sie. sind meine letzte Hoffnung- Bei Ihren großen Beziehungen dürfte es nicht schwer sein, für mich etwas zu tun . . .“ Das ist die traurige Melodie ungezählter Tag für Tag geführter Gespräche und einlaufcnder Briefe. Was kann der Rabbiner hier tunV .Er kann keine Existenzen s»’haffcn, keine Zertifikate und Affidavits besorgen, er verfügt über keinerlei Fonds, uml die vermeintlich ..großen ’ Beziehungen“ stehen auch ihm nicht zu Gebote. Diese Tatsachen sind gewiß jedem Eingeweihten liekuunt. Aber es ist überaus schwer, sie einem verzweifelten Menschen klarzumachen. Und doch bleibt noch genug zu tun, um einem jeden die Gewißheit zu gehen — jenseits von Versprechungen und hohlen Worte» —- daß der Wille zu helfen besteht und daß man alles daran setzt, den Fall, mit dem man befaßt wird, aus der Menge derer herauszuheben, die nur iti den Kartotheken der Büros verzeichnet sind. Man ruft diesen au. schreibt an jenen, interessiert einen dritten für die Angelegenheit, gibt empfehlende Schreiben, öffnet verschlossene Türen, ebnet Wege. So gewiß seelische und materielle Not nie mit einem Schlage zu beseitigen ist, so gewiß ist das Erschließen eines einzigen gangbaren Weges, den der andere selbst, weiter gehen muß, schon ein Erfolg. Denn darin hat Ludwig Börne rocht: „Trost kann immer nur der Himmel selber geben, von den Menschen kann man immer nur Beistand erwarten.“ In diesem Beistand einsamen, verzagten und hilflosen Menschen gegenüber bestellt heute das Besondere aller jüdischen Seelsorge.. . Diese seclsorgcrischc Tätigkeit nimmt heule zumal in der Großstadt nahezu dreivicrtcl aller Arbeit des Rabbiners ein. Sir ist in vielem neuartig wie die Zeit, aus der sic hcrauswuchst. Wer aber weiß, »laß dort, wo kein -Brot ist, keine Tora ist und andererseits »1er Mensch doch nicht -vom Brote allein lebt, wer weiß, daß das Judentum nur besteht, wenn jüdische Menschen da sind, die es tragen und forlgestnltcn. der wird auch »liesee neuartigen „Seelsorge“ ihr lleimatrceht iin Judentum nicht bcstreiten; denn der ..Seelsorger“ wird aufs neue, zum „Lehrer“», der nur .mit neuen Mitteln in einer sich neu formenden Welt das Endliche zum Ewigen hinaufzuführen. alles aber in »lie ewigen Lebens- und Gesehiehts'zusammenbänge des Judentums einzuordnen sieh liemuht. in den Synagogen mit neuem Ritus Frei tau. 2 9. Mai. Aliends 7 Uhr. Fasnncnstraße: - Dr. Saenger. ^Liiulenstrußc: Saloinonski. Fricdeustcmpcl: Hamburger. Neue Synagoge: Dr. van »1er Zyl. Lützowstraße: Dr. Nußhauni. Levclzowstraße: Kassel. Prin/.regcntcnstraße. 7.15 Uhr: Dr. Wiener. Ih ruKum-Falkenberg-Synugogc Berlin: Norden, Schönhauser Allee 162, 7.15 Uhr: Luwcnthal. Osten. Kaiserstraße 30. 7.30 Uhr: Goetz. Westend, Kaiserdamm 78. 7.15 UlirfDr. Brasch. Nordost, Prenzlauer Promenade 176. 7.30 Uhr: Dr. Zucker. \\*e<ldi»<'-lL’i»ieke»»n»rf. Triftstraße 63. 7.30 Uhr: Dr. Adler. Jüdiseli«r Rcligionsgemeinde Chnrloltcnbiii’g, Sehulstraßc 7. 6.30 Uhr.' Synagogenvcmn Wcißensec, Lothringer Straße 22. 7 Uhr: Mover. Jüdische Rcfunngcmcinde. Joaehimsthalcr Straße 13. 6.3Ö Uhr: Dr. Koppel. S o n n a h e n d . 3 0. Mai. Ilauptgollcsdienst vorm. 10 Ehr. 1 lermaim-Fallceiiherg-Syiiagoge Berlin: Norden: Lit.: Luwenthnl. Osten: Lit. (Einsegnung'.: Goetz. Judi-cltc Rcligionsgemeinde Oiarlottcnburg. 9.30 Uhr. Synagngenvi’iein \N cißi’nsce. 10 Uhr. Einsegnung (Meyer). Sonntag, 31. Mai. Jfulkehr Reformgemcimle. Johnimisstraße 16. 10.30 Uhr: Dr. Gottsehalk. ..Religion und Kunst“ lautet da» Thema eine» Vortrages, den Dr. [>hib habil.. Fritz Kaufmann. Ereihurg. im Anschluß an die am J. Juni. 20 Uhr.- im Logculi.m». Kleistslraße 10. statN fiiulemlc MitirÜeilcrver-anunhuig der Gesellschaft zur M issenschaft des Judentums hält. Der Verband, polni-i’licr Juden E. 1. hält in seinen neuen GcM’häflsrüumcn. Berlin W 35. Kurfürstrnstraße 42. Telefon: B 2 5524), täglich von 2—4 Uhr juristische Sprechstunde» ah. Außerhalb dieser Zeit können juristische Auskünfte nicht erteilt werden. ERLIN tmpfeMeuswecte JSezuysqueUeii BERLIN 1 | Autovermietung | | Autotankstelle | | Bücherrevisoren | | Friseure | | Papier | | Tischlereien | Edwin Rothschild gepflegte Wagen, offen und geschlossen J Stunden oder Kilometer billigst C I Staiaplatz 4S49 Rieh. s. Kaufmann Wllremd. OtnabrOcktrStr.2-4. Uef.fr. H. öle. Fette. BetriebstoTfe, Autoreifen Freudenberger «f» W 15, Kaiserallee 208 TeU B 4 I44S — F 4 0210, 2111 Domen.« rrlsl«P - Salon Egon Markowitz Berlin W 50, Tauentzlenstr. 9 B 4 Bavaria 3888 . M. d. J. O. Papiere aller Art Packpapiere, Pappen NEUPA AG, Berlin O. 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