Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 16 (15.4.1936)
- Date
- 1936-04-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/4109741-2613419-2613435--730-2615605- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
selbst gc-agt. Stiii Werk, und h-hi Lrh.-it stehen •.««• uim. «»«J jeder, der \ou ihm leml. und der Hin Im-greift, wird genau ,-»n wie Boscnzwcig peinlich davon berührt .-ein, wnni heule «Ijr Entge, welcher jüdischen Partei er -ich cingcordiici li.rlx*. au ihn gestellt'wird. Wenn wir >on Frau/ llu-euzweig lernen, .-<« uird ilrr Idordogrnkariipf zwischen ihn ein/einen Parteien zu «Inn werden, was rr als. jüdischer Ci«*i-*l<—.kiimpr allein sein kann: IMigiimsgrsprärb. Dann wird da-, was heule ein an der Obrrrflächc haftende- und \om Allziuuriisrhh'chrii allzu oft dirigierte* Geplänkel y/wi-ihni den verschiedenen jüdi-eheu Gruppen i-t, ei» Schulkampf sein, der geführt wird, nie ein Kampf zwischen, jüdischem I-ehrhnu- und jüdischem - I^-hrhaus geführt «erden kann. Israels Lchrhäu-er halwu Lehrer, die \unchiandrr verschieden „hui, die weh alter in gegenseitiger Liehe und Ehrfurcht darin einig wissen, du- Lehr«; zu wruidieu. Wo die J^rlir«-de- Judentum.- Gemeinschaft -liftct, entwicht n i e Ii I 1» a r I «■ i . s o u d e u Ii e.i I i" g e Gr tu e i n d e. Laufbahn eines Alpiniften /.dm IUÜ. Tndr-tag Gutlfricd Mrr/.harJirr.- Die Rrgei-lrning für die Schönheit der Alpcnwcll und die Freude an ihrer touii-li-i-heu Erschließung, die München- Bevölkerung M-il je nii'lir aldie Hewohucr flacherer Landschaften empfanden und hewie-cii hat. teilten aueh die Juden der bayerischen Landc-haupt-iädl ,-cit je. und sie halieu in der \lpini.-iik -«Irls eine tw hl »rriugc Kollgc-picli. Ein führender, alpinisti.-rh wie wisseii-rhafilieh bedeutender I IfH'hloiiri-l war (I frietl Merzhaeher. der als Dreiimda* lil/i^Jäliri^er am 14. April vor MI .lalire:i in Anwesenheit von -\ieleu Vertretern der Behörden und de. wisscu-chaftÜrhcn liehen* zu Grabe »et ragen wurde. Als Neffe des Münchner Bankhrrru. Mäzen-, Gelehrten und Gcmrilidcführci- Abraham Merzhaeher ile->en Judnica- und Hchraica-Saiumhui<: zu den wcrtvoll-teii'' l>c.-läudcn der .Frankfurter Sladthihliolhck gehört - wurde Gottfried Merzhaeher am Dezember IJH'i in Baiersdorf geboren. Er erleru(<' in Kilzingcn das Kürsrhncrhaudv.crk und eröffnete | IHitt ein hald geachtetes. Müitehuer I landel-liaiis. Erst algereifter Manu vermochte er sich aus dein -Wirtschaftsleben zurückzuziehen und widmete sieh von nun an ganz der--Alpini-lik und der \\ i-M-u^rJiafl. l'.ine dreieinlinllijfdiri^c llei*r ffihrle iun in- Innere Aliens, riner-eits Ins naeh jSihirien. hizum Kaukasn-;uidi*ierM-ji-. Als Kr»rhiii> ili:-^"r Kxnediliun lirai-Iile er «-ine Tülle werlvollen nalurwi-?.eiiM*hafiliehcil, volk>- und laude>l.uudlielien Malerialuiil. das er in zwei mit vielen Hild« rn und Karlen \ciM heiien Itfmden he! Dunk; r und HumbloL in I^i|»7.i^ heiau-hraehte. Das Werk enthält Tihri^ens aueh wertvolles Malerial filier die .1 u d e u K" a u k a s i e n.s. Die Mülli hniT Ludwi^-MaMuilian—I ui\ei>iiäl \ erlieh Merzhaeher d.'i: nliiloMrjdn^ehen Doklor lumoiieau-a. umt >|»ritei' erhii'll et aU <rtii^raj»li dorl eine ordeulfielie l'rufe-isur, t'KIJ ().'! zu« er ins (iehiet de« l'ieu-Sehan. in wrli heiu heule imm-Ii eine ..\| e r /, . ha e Ii e r - (> e Ii i r «■'' genannte Iterii-Kelle seiner l^-deiif uu<; kündet.^ I'MKt kehrte er uaeh Ta-.ehk.eul ./.urüek. um .-.-nie Mat. riaüeii zii -irhien. l'Hl-J naeh MüiM'lieu. wo itun di.' Ciddi-ir- I'riuz-Ludwi^-Medaille der \\ iehinauu-ICieliliorn-elien Stillung lirhen wurde. Im-laltre I!K)7 ffihrle Merzltaeher ueuerlieli ein-- l'orseluui^s^r«[i|ie ins <.'ejiiel den Tieu-.Sehau. er hefaud >u:h in I».-- •ileiiun» de- Prinzen Arnulf von Hävern, und de> (nulu^en l^ iali.-, V.Hiii in der de< (liido^eu (iroelier. \'on den Koi>ehuiij,'M-rftd».-it Ir^lerrMflO in der Zeiisehrifl für Krdkimde Zeu^ni^ ah: aueli div Ihiyeriselir Akademie drr W i--en-.e|ia ft \ eröffentHelltm:ui' lie Arheil Meizhai her?-. Der Oi lehrlr lietrifj't M-iuir*oi>rluuijr nielii allein in hMier mi)>ek~anul ^ene-r/ien Oe»«'iidi'(i I'er-iens. Arahietis. Indien* und des Kauka-iH. n hal aueh in dei IieiuuVeln u Ik-r^uell uiauelu- ' alpinistiselie kfilun Tat. >:ele Ki>lh>'sleii:uuueii. \oIIhraehL Sei hrstir» («ollfried Merzhaeher lltül;ils Krsler dain den Dolouiileji ^ele»ene. ^efahreiireiilie ..Toleukireld". Noell im hohen Aller war der Torseln-r aui Werk-, die^Ii-oj-raphi-eheii (nv-'H-ehafieii Vimi IN:lersl>ur^ und. Ituda|te>|. wie aueh die Unidnu. r Itnjal S*M-i.i'tv halli-n ihn in dit* Heihe ihrer l-jiremnit^Iieder anfj;in:»innieu. Sein reirliei' wis-eu-ehafIli< her NaehlalA •rl'uvj. naeh .-einem Tod in den Itr-ilz Müuehuer «i--rii>e|iafl lieher Iusliliite fiher. Die Ihiyerisehe Slaatwiihliothek he-itzi ^e-aiutneil M*ine Itüeherei. das Münchner Alpine Mii-euni nelu n Kölns u. a. Mei/.haeliei> Kis|nVk>*l und .Sehueehtille. t Hans Lamm. Sp\Am S V$b^ V\Äc^? Aul^alM- >ir. 4 von Dr.. S. Lnrir «* n, b, 3, ^D, B, 5, <> A, 6 ❖ N ♦ - V - O D, 10, 7, 5 -4» D, 9. S, 7 W O «1» K, 10, 5 'v' K, 9, 8, 7, 6 O - .J. _ * -J V A, 10, 4, 3, 2 '. <> B ä 10 Olim- ANhii. Sfu! isl :ini Sjiiirl imd .l.irf nur zwri SüiIm- «Ujlchfn. 1.ö.iiii^ ihr Itriflpiluf-ialir .'> S. :' Inff Küiii« it. it. Hui». 2) i'^KMir (i. Tn'ff 7. (k>rur Köniir. 7 :i Okcii- 1).iiiu-. >J. Troff 4. l'ik ."■ ■i) ViU I». a". IImIk-.- C^-ur 10. Y\V 11- »nlrr tuli-r K.m»!l J'ik D.-inii- .V ("«Hiir 4. Itiili.-.' l'ili D.iiii... Treff '.) (i) K;.r<. T. Tri-ff III. l'ik 7. Karo 'J 7} CtM-iir ö. Kar» Damr.!i. Trrff Daini- S. N. W. N. S. N. a)\\. 4) Treff '.I. Cm-ur 4. 10. Pik!l S. ö) Kani 7. Tn-ff Ii), l'ik 7. Kam!> N. fi', <ii nr 'fi. liiilie. l'ik Dame. TrefT Dnlii;- S. 7) Karo 8, l'ik 11). . Jlulir. Kart) Daini-. Im Hau."? \<ui Frau Alice Simon. W annsee, lliVuiarek>lraUe :|, findet am Sonulag, 19. Ajiril. 5 IHir uarliiniua.ss <la> lel/l<- Konzert dieser Saison slatl. Milw.: (Ttiarlolle Salniuuu^ki vltuM.|i). Waldemur ' IJar]um>ki. Frilz. I jsenlier«. Hahliineriu l'H. Itr^iun Jonas, ^^ax Ita]iliai:l, Frau Hannes Cassirer. Wiraunielditu^en rrlielcil M-lirifllirli. oiler nnler MO Ü7.'17. — II Mir. l-ünlrill' 1.20 HM. Von Sulamiths Frifiertoilette Ift Mode modern? — Der Toileitentifch zur Zeit der Propheten Lippenflifi und Schminkkassette vor zweitaufend Jahren — Extravaganzen der Mode Immer wollten die l'iaueu gefallen und immer wollten die Männer. dalA die* i'rau;-n «rfallen. .Und durum wurden der Sjnegul und der Toilelleiiliseh erfnudeu. Als Vorhüd diente der l*'IuL^, di-r .da- Paradies dun lizo^: in dessen Wanser . .spiegelte sieh Kva. al-. >ie sieh daer-le Kei»eukostijni uülite und sich zum Hehiunek lUuniei. um den Dalwand und ins Haar steckte. Wenn mau sieh alle Stadien an-kht, duiui ist man leicht der Meinung, dalA die antike Kle!diui<r so einfach war, dat> sie keiner Mode unterliegen konnte: ein liemdurtigcs-Unterkleid. darül>er ein utaleri-eli gefalteter Cl»erwurf: fertig. Wenn man aher Oxid- Liehesknnsl. Murtials und Ju\eual.s Satiren, die Selirifleu der griechischen Dichter und Prosaiker lie-i. dann hekommt mau ein anderes llild: hinter den boshaften Ausfällen ^teekt ein gute^ Stück antiker Modcgcschichtc, und ein (■letehes lälM weh rinden, wenn mau d'ic Iii he) und den Talmud daraufhin durchforscht, wenn muii die Strafreden der Propheten durchgehl, wenn mau Meli am Schir haschirim. dein 1 lulieuliede. hegeislerl. Wie reichhaltig <lcr T*»ilettculiseh der jfulbicheii Krauen seliou /.in- /eil der Propheten gewc.-en .sein mnU. gehl aus einer Slrafrede .1 r s a i a - HAfi— 2'.i lier\or: ..L'nd der Kwige >pri<-ht: Diewcil hofffirlig sind die Tüchirr Zinn*, eiuhergehen mit gereeklem I laUe. uiiihcrwerfeud die Augen, trippelnd sehreitcii -ie riulii.-r. und mit den Kulvapaiigen klirren sie. Darum winl kahl maehen der Herr den Scheitel der Töchter Zinns. An jenem Tage M-hafft hinweg der Herr die Pracht der' Ku Bsp an gen, der I laarnri/.e und Möuillein. die Gehänge und Armketleheii und S* hleier. die Kopfhnmle und Schritikettelien und Cürtel und lticehfläsehrheii uml Auuileite. Und «lie Fingerringe und .die Naseuringe. die Wech-elkleider inid Oltergewfmder und Mäntel und Taschen. Die Spiegel und Ilemdeheii und Turhane und lange Schleier ..." Man wird zugehen: eine recht reichhaltige Kollektion. Es fehlen nur die Pelze noch in der Aufstellung — aber der Privphei halle in seinem Eifer nur daran vergessen — auch Pelze wurden ^el ragen und mit Pelz verzierte Kleider. Eh fehlte also der Modedame \on damals nichts, woran sie ihr Herz und die Männer ihre Augen erfreuen, aher auch ihre Geldbörsen leeren konnten. Modedame — ja allerdings! Die Moden wechselten auch dnmaU und wie man in späteren .Jahrhunderten flandrische. franzf»i-< hr. dann i nglUchr Moden nehm den einheimischen und aueh vor den einheimischen l»evorzugte, so waren es damals die per-i>eheu. die babylonischen, .später die griechischen und die rönd-ehen Vorbilder, die mau nachzuahmen pflegte. Während in der l'rzeit der Einfachheit die Frau ihre Kleidung scIh>t spann, wchle und nable, blühte hald für diese. Arbeiten ein rasch sieh entwickelndes Handwerk. Mit steinendem Luxus verfeinerte sieh auch die Kunst der Klcidcrlierstclluug, die Kunst''der (Udd-cluuiedc und drr Juweliere und nicht zuletzt die Kunst der I'Viseurinnen. der Masscurinucu. der Schini nk künstlerinnen, kurz aller derer, die sieh mit der Körper- und der Schönheitspflege hei uflieh iM'faiAlcn. Das Und —- ursprünglich eine einfache llciniguiigspro7.cdur. die. ja zugleich durch die verschiedenen Reinigungsgcscize zu den religiösen Vorschriften grhürlr — das Ihn! wurde hald zu einem I lilfsiniilel für die S c h ö u h e i l s p f I e g e. Mit dem Itail verbunden war da- Salben, das Parfümieren, das Schminken und die Pflege de* Haares. Das SallH-n komml in der Hihel Öfter vor — allerdings zuerst nur für Männer. Es handeil sich dann darum, daß ein Manu ,.zum Könige gekalbt" wurde, ein Vorgang, der sich durch die Jahrtausende erhallen hal. Aber frühzeitig wurde das Salben auch als Schönheitsmittel gebraucht, um die Haut geschmeidig zu erhallen, und mau setzte dann Duftstoffe zu, um dem Körper Wohlgenich zu verleihen. Als Salhmittcl dienten öl'und licsnnders der Halsam. ' Opohalsamuui. aus dem das Präparat zum Salben hergestellt wurde, wuchs hrsonders' reichlich in Palästina, namentlich in der E h e n r \ o n .1 e r i eh o. Sehr gi'fallsüehtige Damen parfümierten ihre Seh alie mit Halsuin oder Myrrhe.-um die Aufmerksamkeit der Männer zu erregen- AulAcr Myrrhe gab es noch viele andere Duftstoffe. liil>el und Talmud zählen unter anderen als besonders häufig verwendet auf: .Jasmin, Narziss, Safran, Aloe, Henna, Mastix, feinen Zimint. {!as.sia. Kalmus, Narde, Cortus und Culhanus, chulhvno genannt. \we denn überhaupt die hebräisch-aramäischen Bczcirluumgen aller dieser Drogen zumeist der lateinischen oder griechischen Sprache entnommen sind. Unter den von Tieren genommenen Duftsloffen wurde das stark riechende M o s e h u a verwendet. Alle diese Duftstoffe hieU.cn mogmoraus (Häuehcrmittel), und bei ihrer Anwendung soll eine lieuediktion gesprochen werden. Man parfümierte also den Körper, die Kleider, die Schulte, j;t sogar die. Getränke, wie dies ja bei den versclüetlcncn Sehcrbbet, oder wie man ■ meist sagt, Sorbetarten geschieht. Im alten .Palästina trank man Wein, der mit Wasser und klarem Balsaniül vermischt war. Dieses Getränk hieß olunathis. aus dem griechischen uiiiaulbch, JWlwcin. Nebst dem . Parfümieren spielte das Schminke n eine grotve Holle. Wenn auch die kosmetische Industrie noch nicht auf der Höhe der heutigen war, so gab es doch eine ganze Menge von Schminken für das Gesicht, die Finger- und die Fußnagel und solche für die Augenwinkel, die Wimpern und die Augenbrauen. Aueh die Farben wurden dem Teint möglichst angepalil. Alle diese Dinge werden in Bibel und Talmud oft" genannt. Pukh nannte mau-das Verfahren, mit Hilfe eines Stäbchens die schwarze, gläuzcndc Schminke zwischen die geschlossenen Wimpern aufzutragen, um die Augen'dadurch groK und glänzend zu machen. Für Puder und Schminken gab es;- ganz so wie heute, mehr oder weniger hübsche künstlerische oder kostbare Hebülter: liürliscu. Fläschehcn, Dosen — desuja zählt ja da allerhand nul. Das Schminken der Frauen Avurdc zwar erst unter hcidiiisehcm EinflulA zur Mode, aber .schließlich waren die Gelehrten und Gesetzgeber auch nur Menschen und Männer, die es gern hatten, wenn ihre. Frauen hübseh aussahen. So wurde denn das Schminken nicht niii' stillschweigend gestaltet, ja sogar gebilligt. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Frau h ä (Alie h e r w e r d e , wenn sie sich nicht schminke, hatte man nicht nur nichts mehr dagegen einzuwenden, sondern man wies sogar auf diesen l:m-land ausdrücklich hin. wie man im Talmud 'G'uiin 50d} nachlesen kann. Dort (Sahhai 10 h) kann man sogar finden, daß es den Frauen auch am Sahbai gestattet ist, sich zu schminken. Allerdings nur sich selbsl. Eine andere Frau zu schminken, ist am Sahbat verhole». Nebst den Schminken waren als Verschönerungsmittel aueh E n j h a a r u u g s m i 11 e I allgemein im Gebrauch. Der Hauptbestandteil dieser Milte] war Atzkalk, der die Haare vernichtete, aber bei nicht sorgsamer Ifehandluug recht schmerzhaftes Ilreiincu verursachte. Mair hcnuUlc auch mit Pech bestrichene Pflaster, die fest anklebten und mit einem jähen Huck abgerissen wurden, wobei die lästigen Haare mit ausrupften. Der Toilettentisch der schönen Sulamiths war also sehr reichhaltig und entsprach in seiner Vielheit und in seiner Ausstattung dem Vermögen und auch der Gefallsucht der Besitzerin. Und I>ei dieser Hcichhalligkeit. die noch ergänzt wurde durch vielerlei Schmuck und .vielerlei IJekleidungsgcgenstände, wird man es nicht für unglaubwürdig hallen, wenn man fcststelll, daß also schon vor zweitausend .Jahren so eine schöne und reiche Sulamith täglich ratio, in ihrem Toilettenzimmer vor dem Spiegel stand mit der für sie schicksalsschweren' Frage: Was ziehe ich au und wie ziehe ich mich an? Es ist aber an/.oueluncndaß auch Fräulein oder Frau Snlninith. genau so wie heute, zwar ärgerlieh gesagt hat: „Ich halic gar nichts zum Anziehen!"- schlicLMich aber im Glänze ihrer Toilette, ihrer Kosmetika und entsprechen den Schönheit ihren erhofften oder schon vorhandenen Gatten l>czauhcrtc. Schließlich war Sehöusciuwollen doch eine sittliche -Pflicht und sogar die Erfüllung einer Art religiösen Vorschrift (siehe Gittin .">0 dj . . . Dr. B. Sele-f. THEATER, KUNST, LITERATUR Die Wiener Kolora1urlfm/.rr.iii I.olte Schöne, die früher au der Berliner Staat-aper engagiert war, tritt.-gegenwärtig mit großem Erfolg in London auf. * Wie Dr. Felix v. Wcmgartner. der Direktor der Wiener Slaalsopcr. einem Interviewer mitteilte, wird Bruno Walter im Bahnten der im Juni in Wien statt findenden Festwoche den „Orpheu-'; und ..Eugen Oiiegin" dirigieren. Mit Beginn der iiSehslen Spielzeit Iriil Alexander K i p u \ s in den ständigen Vcrhand der dortigen Slaal-oprr. * „Die Mischehe" heißt ein Wiener Stück von l^copold I liehirr. dem Autor de- Mimians .J leimwch nach Wien", das zurzeit in.den Vi Jener Kaminerspiclrn aufgeführt wird. Beichs^erwex'r \on Horthy verweilte, einer Meldung aus Budapest zufolge, mit seiner Gemahlin im 'Atelier des jüdischen Bildhauers Josef Bona, zu dessen Schöpfungen das Reiterstandbild von Prinz Eugen von Savoycu gehört. Seine monumentale Mo.M's-Sl a 1 u e fand besonders das Gefallen des Beichs-' verwrsers. Vor dem Künstler, der licrrits im* 76. I^ehensjahre sieht, sind zahlreiche große Statuen in der Hauptstadt und in Proviuzslädteu aufgestellt. ,* Der jüdische Historiker Prof. Dr. Balaban isi vom polnischen Bildungsniinistcr zum Professor der Warschauer LI n i v c r s i l ä t ernannt worden. Prof. ßalaU'ui war bis' jetzt Lektor der jüdischen Geschichte in der historischen Fakultät der Warschauer Universität mit dem Titel Dozent gewesen. Klahuuds anmutig - heileres Bülmenspicl „X. V. Z" mit den etwas verworrenen gesellschaftlichen und familiären Bindungen, das der Ku 11 u r h u n d H h e i n - H u h r darlml. erwies sich als glücklicher Griff. Das Publikum ging vom ersten' bis zum letzten Wort willig mit. es vergaß schnell die ungünstigen äußeren Umstände der Aufführung, die auf. einer primitiv gezimmerten Notbühne bei drangvoll . fürchterlicher Enge' diesseits und jenseits der Bampe vor sieh gehen mußte. Friedl Münzer als Komiesse Y. Heinz Fricdcberg als echter Graf Z. Alfred Berliner .als Hochstapler X mit der-echten Liebe und Fmikel- Froon als Diener Tom spielten mit viel Humor und guter Laune tmd rissen da- Publikum durch die kräftig aufgesetzten Pointen des Dialogs zu Lachsalven hin. Nicht zu vergessen das reizende Bühnenbild von Egon Massen, das unter Verwendung ganz einfacher Mittel wunderhübsche Wirkungen hervorbrachte. Hetlr Israel. Breslau. In der .,Gesellschaft für jüdische Familieiiforschung*' sprach Kurt S c h w c r i n über „Führende Juden in der sehlesischen Industrie".- Der Referent, der mit diesem Thema nach mehrjähriger Forschungsarbeit an die Uffcullichkeit trat, verstand es. eine fesselnde und erschöpfende Darstellung darüber zu gelnm. welchen Anteil die Juden am Aufhiui der Industrie ihrer schlcsischeu Heimat hatten und charakterisierte dies insbesondere durch die Schilderung einzelner Persönlichkeiten. R. Ti. * fher FraiU'iidicbtungcn (Else Lasker-Sehüler. Gert nid Glindzirsner. Helene Rnthharl. Nelly Sachs. Grete Slriem-Boas) spricht Erna Leonhard (Feld) am Sonnabend. IB. April. HO Uhr, in den Hämucn der Privaten Untcrriclitsgenieitischaft Grunewald, Jagowslraße 35.-Mitw.: Helene Fürst (Geige). Helene Lachmanski- Schaul (Klavier). — Voranmeldung crlK-teu an II*). 134G. <$otte8i>itnlfe in den Synagogen mit neuem Ritus Freitag. 17. April. . (i Uhr: Kasanenstraßc (Wiener). 7.15 Uhr: Lindenstraße (lirasch); Friedcnstempel (Nußbaum): Neue Synagoge (Weyl): Lülznwstraßc (Salomonski); Lcvctzowstraßr (Sänger); Schmargendorf: Prinzrcgentcnstraßc (Swarscnsky). Liberale Synagoge Norden. Schönhaus;'r Alice 162, 7.10 Uhr: Kluge. Liberale Synagoge Osten. Kaiserstraße 30, 7.30 Uhr: Goctz. Liberale Synagoge *' Nordost. Prenzlauer Promenade 176. 7.30 Uhr: Loch. Liberale Synagoge Westend. Kaberdamm 78, 7.15 Uhr: Graf. Lilwralc Synagoge Wedding-llcinickcndorf. Triftstraße 63, 7.30 Uhr: Kassel. Jüdische Reformgemeinde, Joachims thaler Straße 13, 6.30 Uhr: Koppel. . Synagogen verein Wcißcnsec, lothringer Straße 7 Ihr: IL Meyer. - Sonnabend. Iii. April. Hauptgottesdienst vorm. 10 Uhr. Frühgottesdienst Liudciisiraße und I^cvctzowstraßc: 7.30 Uhr. Liberale Synagoge Norden: Kluge. Liberale Synagoge Osten:. Goctz. Synagogen verein Weißensrc. Anspr.: IL Meyer. (20. April, 8.45 Uhr abends Gemcindeabend. Wörtner Straße 20.) SwHUaz. 19. April. Jüdische Reformgcnicindc. Johannisslraße 16. 10.30 Uhr: Cottschalk.