Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-04-15 · 16 (15.4.1936) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
16 (15.4.1936)
Date
1936-04-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/4109741-2613419-2613435--727-2615602
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nobelpreisträger Barany geftorben Als ruffifcher Kriegsgefangener erhielt er die Nachricht von der Verleihung Slockludui. In; Alter von CO Jahren ist der mit dem Nobelpreis ffir Medizin ausgezeichnete Professor H o Imr i II;i ra nv . der?eh 1!)I7 bijetzt a» der Universität Upsala tätig war, plötzlich gestorben." Brrciis die ersten wissenschaftlichen Arbeiten des in Wien geborenen Ohrenarztes erraten in Fachkreisen Aufsehen. Im Jahre P)lf> geriet er in russische Gefangenschaft und erhielt als Krieg-gefangener die Naehrichl. daß ihm der med i/.in i-che Nobel preis verliehen wurden sei. 11)17 ■ •folgte er einem Hu fr an die Universität Upsala. Prof. Barauy war der erst-* österreichische Nobelpreisträger. Seine wissrnsehaftlichcu Arbeiten hefaßieu sich mit den Krankheiten des Ohres, beMmdcrs . mit den -nervösen Störungen der Gehörorgane. Seine Untersuchungen über Augeu-töruugeu sind von bleibender Bedeutung für^Iic Phvsiuitigir geworden. Cber tnieres-ante Einzelheiten seiner Entdeckungen unterrichtet eine aulnbic.graphi-rlje Skizze, die wir nachstehend nu-zügswei-e veröffentlichen. Meine Entdeckungen im belagerten PrzemysI . Von HOUEHT HAHANY Ich hin am 22. April I1I7G in Wien als erstes Kind einer 24 jährigen 'Mutter und cüi.-s um 13 Jaluv filieren Vaters gehören. Meine Mutter stammle an» Prag. Mein Großvater inüllerlieher- -rils \\;tr Privatgelehrlcr. Sein Nam.T i-l Simon I loch. Jahrzehnte beschäftigte er sieh mit den Inschriften, des all v u i ü ■! i s c h v n F r i e d Ii i> T s i n P rag: kam aber infolge seim-s iiiiw rmnlclen Todes nicht ilazu. selbst «Ii;- Geschichte der Juden in Prag zu schreiben, wie es .seine Absieht gewesen war. Professur Kaufmann hat sieh der aufopferungsvollen Aufgabe umerzogen, seine Notizen aus seinem Nachlaß herauszugehen. Das Buch l^l mit einem Vorworte eingeleitet, in welchem er der Pci>ön lieh keil meine-* Großvaters in Iiclievollcr Weise gerecht wird, und in-hcsnudcrc .-eine Begabung für Sprachen — er las und sprach I I Sprachen —. sein profundes Winsen, seine Wahrheitsliebe und seme strenge wissenschaftliche Kritik hervorhehl. Meine Greßmutter inilllerlichriseil> war in Prag bekannt wegen ihre» guten Herzens und ihres heiteren Tcmperarimls. Meine. .Mutler. das vierte Kind, war eine zärtliche Mutter und Gattin und eine -ehr kluge Krau. ■ Die llegahnmr für Sprachen, dir Wahrheitsliebe und scharfe Kritik sind von ihrem Vater auf sie über^c^iingeii. Sie starb im 70- Lebensjahre, im .Sellien Jahre wie mein Vater . . . .Mein Vater kam mit 14 Jahren als Waise \on Unifarn nach Wien. Meines Vaters 1 lauptcigeuschafleii waren seine Güte und Selbstlosigkeit, seine Arbeitsfreude und sein Fleiß, seine- Itedliehkeil und sein urirrsehüllerlieher Optimismus. Mein Vater war viele Jahiv lang Disponent der.. I lulzahlcihiug der Uutonhnnk in Wien. später selbständiger I lolzkaiifmann. leh .seihst war. wie mir meine Mutter erzählt hat. ein 'sehr lebhaftes und fröhliches Kind. Eine rasche Auffassung und ein gutes- Gedächtnis für logische Zusammenhänge hei durchaus mfißigcui mechanischen Gedächtnis machten mirden- Weg durch die Schule leicht. Die. Hcgahuug für Spraeheu habe ich ererbt. Ich beherrsche, vier Sprachen, so daß ich frei darin vortragen kann. Drei Monate nach der Übersiedlung nach Schweden habe ich ohne spezielle A'orherciiung meine Vorlesungen in schwedischer - Sprache hallen können, nachdem U-h einige Wochen L!nterrichl in schwedischer Sprache genommen halle. Zunächst nach der Herlitz-Methode, ibinu nur Lektüre und Konversation. In der russischen K r 1 e g s g c f a n g e u s e h a f I rrh rnte ich auf dieselbe Weise in drei Monaten die russische Sprache, ohne jemals eine andere slawische Sprache gelernt zu IkiIk-u. so weit, daß ich fließend die Zvi hingen und w i-sen-chaftlielie Abhandlungen lesen konnte. Die-c Sprache habe ich -Hiber wieder Vollkommen vergessen, genau so. wie ich von meiner Schulzeit her da- Griechische lolal vergessen habe, während das Lateinische sieh naturgemäß erhalten hat. — » Lines der Hüeher. das ich als Knabe von ft bis 12 Jahren, wiederholt las. und das mir einen großen Lind ruck hinterließ, waren Grubes Charakterbilder. Namentlich das Leben d e r Erfinder und Entdecker liegcisterle mich, ohne daß ich allerdings auch nur einen Moment daran dachte, selbst eimual etwas zu entdecken oder zu erfinden. Daß ich Medizin studieren sollte, war der Wunsch meiner Mutter, die -dabei* hauptsächlich an den Arzt als Helfer in seelischen und körperlichen Nöten dachle. * Ich hatte keinen Einwand gegen diese -Berufswahl, aber auch Jjreiue Phantasien bezüglich meiner Zukunft. Mir fehlt div bewußte Plianiasietäligkvil. wo sie nicht auf ein ganz bestimmtes Ziel gerichtet ist. lÜs zu meinem 21. Jahre hielt ich mich selbst, für vollständig phantasielos und keineselbständigen u;*ueu Gedankens fähig. Ich hatte wohl ein wenig wN-eu^eliaflliche Literatur gelesen und auch kritisiert. Aber mir schien. d;iß ich nur zur Jvrilik fremder Gedanken befähigt sei. lm.Snmmci 18U7 Inich auf dem Lande Schopenhauers 'vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Ich hatteeinen instinktiven Widerstand gegen di.* darin ausgesprochenen Thesen, Einen Tag nach der' beendeten Lektüreer« achte ich morgen:*, und es fiel m i r e i n e K r - ke n n t.n i s t h cor i e ein. Ich setzte .mich an den Tisch und begann zu schreiben. St» saß ich.- ohne zu es-.cn- 8 Stunden lang. Ich hatte meine Einfälle und nur solche aufgeschrieben, neue Gedanken; die ich vorher weder gelesen noch gehört hatte. -Ein ungeheures Glücksgefühl durchströmte mich den ganzen Tag und mein Selbstgefühl erfuhr eine enorme Steigerung. Teh erkannte, daß ich fähig sei; produktive Arbeit zu lci-te.n. unabhängig von anderen neue. Wege 7.« gehen, und ich beschloß, mich künftig w i ss e n s e h a f 11 i e h e r ¥ o r s e b u n g zu widmen. Durch Zufall kam mir damals Siegmund Exners ltuch ..Erklärung psvchi- - scher Erscheinungen1' in* die Hände, da-, schwer.\er-iäiidlieh" wie es ist,' in erster Linie dazu beitrug, mein übersteigerte-. Selbstgefühl z»r Nonn zurückzuführen, dessen Tendenz nlier für alle meine neurologischen Arbeiten maßgebend geblieben ist ... Das Gebiet, auf welchem meine Arbeit durch Verleihung mehrfacher Auszeichnungen, zuletzt des Nobelpreises, anerkannte Erfolge zeitigen sollte, war die Physiologie und Pathologie des Bogeiigangsapparates des inneren Ohres beim Menschen. Ich fand hier die 'sogenannte knlori-rhe l.caktiondie es gestaltet, durch Ausspritzung des Ohres mit kaltem oder heißem Wasser die Funktion 'jedes Hogcngaugi-ap parat es für sich zu mit ersuchen. Die Bedeutung dieses Fundes kann der Laie sieh durch eine Analogie klar machen. Es wäre natürlich iiiimögtirh. d.-n Einfluß der. Erkrankungen des Aug;;s auf das Sehvermögen zu studieren, wenn man. nicht jedes Auge für sieh untersuchen köuulr- Bcim Auge geschieht diese Isolierung einfach durch V/rsehhiß . des anderen Auges. Der Hogcngangsnpparat einer Seile ab.*r läßt sich ül>crhaupt nicht ausschalten, und nur die kalorische Untersuchung ermöglicht die isolierte. Untersuchung, Erst nach dem Auffinden dieser Reaktion war es möglich, die Physiologie und Pathologie des Bogengangsapparate:* beim Mensehen auszubauen und die eitrigen Erkrankungen des inneren Ohres rechtzeitig zu diagnostizieren und operativ, zu he?cilig.'ii. wodurch es gelingt. die früher nicht seltene vom liuicurultr ati-geheudc eitrige Hirnhautentzündung zu vermeiden . . . Ich möchte hier nur noch eine weitere Entdeckung erwähnen, die. wenn auch reichlich Spät und anfänglich mhi den Chirurgen scharf I*-kämpfi. nun mehr und mehr allgemeine Anerkennung findet. Es i-*t die primäre Aussehneidung und Naht der G e h i r.n \\ u n d e u . die ich während des Krieges i u d e r b e I a g v r I e u F est» n g Przeniysl gefunden haln*. Der ,W cg zu die-er Enldeckuug -ehi-int mir nicht uiiiiilcressant. Er ging über seligere Selb-i\muürfc. ganz ähnlich «ic es einem größereu Entdecker \or mir auf ähntichrm Gebiete, fgnaz Semmchu-iß. gegangen i-t. \lich im August IIM-4 nach Pr/emysl kam. war ilu- Frage tler Itehaudluug der Gehirnsehüsse noch »anz ungeklärt. Die einen waren der Meinung, mau sollte die Wunde nur \crhiudcn und der Natur selh-t die Heilung überlasM'ii. die anderen waren für einen frühzeitigen Eiii' griff und offene Nachbehandlung der Wunde. Nachdem ich mich überzeugt hatte, daß hei der ersten Melhodc eine Hcihe mhi Fallen an- Hirnabszeß zugrunde gingen, bc-ehhiß ich. die zweite Methode anzuwenden. Ich ,konnte in der Tal eine gewisse Anzahl \on 1 Iiniabs/,essen mit Eröffnung und Drainage heilen. Als ich aber gelegentlich eines Vortrages tu Przeniysl mein Operaliousuiaterial zusammenstellte, bemerkte ich zu meiner schmer/lichcu ITicrraschung. daß ich m drei Fallen durch meinen Eingriff de» Tod iles Patienten verschuldet halte. Ich hatte durch Frcile^ung der Wunde und offene Nachbehandlung die vorher nicht iufi/>crio Hirnwundc zu. einer infizierten gemacht, und der Patient war der lufektiim erlegen. Dies sprachen die mhi mir selbst % erfaßten Krankengeschichten mit voller Deutlichkeil aus. und ich faßte mich unwillkürlich an den Kopf, daß ich dies nicht gleich b.-'un ersten Fall.bemerkt halle. Als aber mm am *>. Dc/rinhrr wieder ein vor nur f> Stunden durch lliritM-huß Veruiiudclcr eingeliefert -wurde, beschloß ich. den Fall ganz anderzu operieren. Ich legte die Wunde frei, entfernte alle Knochensplitter aus dem Gehirn, wusch die Wunde sorgfältig au- und vernähte sie dann vollständig. Dieser sehr schwYr Verletzte, hei jeder anderen Art der Behandlung sicher verlorene Fall, heilte aus. und am Tage, au dem ich Wien xerließ. um in* meine neue Heimat. Schnellen, zu übersiedeln, am '2*i. März PM7. kam er ge-uiul aus :l.-r russischen Kriegsgefangenschaft zurück. Die Monah- Dezember 1014. Januar und Februar PH.l. in welcher Zeil ich hintereinander 12 schwere Gchiruschü-se nach meiner neuen Methode operierte, die sämtlich heilten, zählten, trotzdem ich sie in der belagerten Festung, getrennt von meinen Liebe», zubrachte, zu den glücklichsten meines Lebens. Ich sehri-.'b dann einen Artikel, den ich mit Flicgrrposl nach. Wim sandte und der im Mai er-ehien. Die Chirurgen in Wien aU'r lehnten die Methode ab. und weiler in U.-:erreich noch in Deutschland wurde die primäre F.v/isüm und primäre Naht in nennenswerter Ausdehnung während .iles Krieges angewandt. Tn Frankreich. England und Amerika wurde die Methodr unabhängig von mir anfs neue, jedoch später., entdeckt und in großer Ausdehnung angewandt. Erinnerungen an Alfred Stern Zum Tode des griitiru Historikers Kurz wir Vollendung des {Hl. Lebensjahres ist der Historiker Professor Alfred Stern in Zürich gestorben. Als ich ihn vor vier Wochen in seinem behaglich hc*-rhcidi neu Geichrli'ilhrim in tler Englischvirrtelstraße aiif-urhlc. empfing er mich mit den Worten: „Sie finden in mir;*iueji vollständig veränderten Menschen. Ich habe nur den einen Wun-eh noch, meiner Frau -o schnell wie möglich zu folgen." Ich widersprach. Aber üi der Tat — er war völlig verändert. Als die Frau von ihm schied, mit der er. wie er mir damals sehrieh. .~i'2 Jahre laug Hand in. Hand ' durchs Lehen gegangen war", blieb er nicht mehr dei>ell*c. Mehrere Schlaganffdle, die Um getroffen, hatten Hin au sein Zimmer gelcs-elt. Aber noch zeugte der Stapel ^Itüeher v:ir ihm. die er in knappen Sätzen charakterisierte, von seinem unverminderten universellen Interesse, dasscharfe Urleil üImt Tagesvorgänge von seinem uugeschwäeliteu Temperament. Er klagte, daß er nicht mehr zur Vollendung der .G a, r i b a I d t - H i o g r a - phie gelangen würde, für die er viel Material gesammelt halte, und er freute sieh, als ich das Urteil eines Historikers von Uang wiedergab:' daß ihm in der modernen Geschichtsschreibung eine ähnliche Stellung zukomme, wi - ciu-( Leopold von Kaid.e. "Seit hundert Jahren fast gehörte" die Familie dem akademischen Lehen an. Wie er mir erzählte, war sein Vater, der Mathematiker Moritz Abraham Stern au der Universität Göliiiigcn. ■ der erste jüdische Ordinarius in Preußen, derselbe übrigens, von dem Ludwig llambergi-r berichtet, er habe ihn. den Studenten, auf dein Wall von Güttingen diskutierend, von Hegel zu Spinoza bekehrt. - Alfred Stern, der sich al- Pri\aldo/cnt für Geschichte au der Universität. Göltiugeu habilitiert hattv. wurde im Jahr.- IHT't al- Pntfcssor au «Ii*- Universität Rem Im«rufen und \ertau-vhle diese» Lehrstuhl im Jahre 18Jt7 mil ib-m Lehr-lnhl Tür alfgemeine Grsehirhte in Zürich. Die Annahme der Sehweizer Professur halte er au die Hcdtngung geknüpft, daß er die deutsche Staatsangehörigkeit beibehalten dürfe. u.'i Jahre war er in der Schweiz heimisch. Sein I laiiptwerk. die zehiihäudige Geschichte Europas im neunzehnten Jahrhundert. In, die er. au dewu Lelien Miviel Geschichte vorlM*i«eraiisclit war. manche persönliche fteohachtuug ein flechten konnte, bleibt ein Standardwerk der modernen Geschichtswissenschaft. . Ein guter Europäer i-l mit ihm dahingegangen, ein Humanist, dem keine Seile menschlichen StrclK-u* fremd blieb, ein mil>e*>|ei-hlicher Forscher, ein Mensch von Adel. E. F. Das Grabmal Jakob AVnflermannw Wien. Vor einiger Zeit hatte sich ein Komilee von Schriftstellern gebildet, das zu Spenden für einen Grabstein für den verstorbenen Dichter Jakob Wassermann aufforderte. Nunmehr halten sieh die F. r b e n Jak o h W a smt m a u n s an da* Komitee mit dem Ersuchen - gewendel. die bi-h'-r eingelaufenen Beträge wohltätigen Zwecken zuzulüliren. da die Erben a u s ci gen e n Mitteln ein würdiges Grabdenkmal in Alt-Aiiwe errichten werden. Die Ausführung der Arln-itcn wurde einer bekannten Hildhaucrin übertragen. Jo-rph Srlmifdt -ingl in lirrlin Die Kouzertdirektiou L. Taube (eilt mil. daß di.- beiden In-reits früher geplanten Jose]»h-Sehmidi-Ki»n/erle, nunmehr am Donnerstag, den i'i. April, und. am Montag, den 2". April, in der Philharmonie stattfinden. Die Einlrilt-karlen tum '**). Jaim.tr I*>3fi gelten nur am 23. April VXMt. Die Eintrittskarten vom f». Februar bzw. 10. Februar nur am 27. April VKIG. Einzelne Karl.-u imm-Ii in den bekannten \orverkaiifsstellcn erhältlich. Susanne Land-berg-fHoIIarndir} veranstaltet gemeinsam mil Hermann ff.uilwig) Se h 1 e s i n g e r unter Mitwirkung von Werner Fabian am 22. April, abends 8.1.1 Uhr. im hVchsteiusaal einen Liederabend. .Aua.dem Programm: ..Frauen. Lirlie und l^ctan1''' von Schumann, Mendelssohn, Mnhler. Urahm-. Dvorak. Aus den Gemeinden Aacheil. Das diesjährige Konzert der A a e h e u e r i'. Ii o r - Vereinigung erw ie-, daß sie unter luhrung oll I lerru Habilitier Dr. Schönberger und unter der UtnT*llei i-cheu I^ituug de- Dirigeuicii Hichard Heidelberg /u arbeiten versieht. Das SchickValslicd von Hrahui-> uimI das Oratorium ..Jcphia" vi»u Gari—imi kiwwen unter siehetvr Lettting;u»-ge£eiclmcl h.-iiuis, so daß den lh'-nchern. die die Svnagoge hlauf den b l/lcn Phil/ füllten. (M'imß und ■ Erbauung geboten wurde. I Irrt ha F n i - I - Köln wußte das Schick-al der Jephla Tochter ergreifend zu gestalten.. Ein fülliges Alimainial führte Frau J. \\ e - I \ - Vaeheii .. Iiis Treffen, wälircnd Oberkauioc K o b e r.- Dortmund mil an-' genehmem Tenor den .lephta verkö/perle und Ohcrkauloi \ I I - Aachen der Partie de- Er/iihlcr- -einen schönen llariloii lieh. In finent Soloteil boten, die Ohevkaniove» \U und Kohvv mit Mei-ier^ schafl ge-äiiüÜchi- Darbtcluii^eu. ^L Ik Dorliiiilltil. In tler S\uauoi;e hielt der Svudikude- ('. \.. Dr. Alfred I lii-chberg. ein Hel'eral über: ..Jüdische- Seluek-ul jüdische AufüalM-u**. . Kurt' l.vboliL' l'ruih'u. -prach in einer Kuiulgcbiiug delteich-\crl landejüdischer KörperlHdiiuilerter zwecks /iisauimen-chlu—e- und Gründung eines jiidi-chen Heich*-. krnp|M*Uiciiti-, Der \orirai: war umrahmt von Gc-im^cn von Frau Truile Schwarz und ntii-ikati-cheii \ ort rügen de- Klavier- Ichrer-tiutl Piaui-|eu Ma\ ltt»<t-nihal. Iteprä-eutauteuw alilen-finden nicht stall. Die \ml^i>eiiotl.a der bi-her Gcvtäbdcu i-l von der llegierung um zwei Jahre v erlängerl wurdi'ii. I>er Knlliiibuiid lM»r~hii Monat Marz die \uf führiing des Klahund-i heu l..ii-.i-pirl- ,.XVZ*'- einen Kou/erlabcml detl.'iger- Gerhard Kaiider nui Flügel 'Suse Ixtehl und einen Lichtbildervortrag von Dr. Ma\ Osboru über .Jteuibrandi und die Juden". Traiikfurt a. M. \ueiner im I'rank fürt er < I< in* iud, hlatt vi-röffeiitlichleu -lali-li-clicu l her-ichl für den. M.uial Februar PKm ergeben sich iuteie—aulc_/ifferu über die \\;» u d e in u g - he w e g ii u g iiiuerhalh einer Ginßgcuieiliile wie r'raukfuil tu M. Die. Kitn/eulialioil in den Ginß^rnifhidcu zeigt -ich darin, daß int Verlaufe de- Monats Februar auanderen jüdi-rhen Gemeinden in Deutschland . iu-gesaml 17(> l'cr-itncn nach Frank fort a. Mzugezogen sind.. W c-i ntli< h i-t die Zii-ammcii-ei/ung die-er Zugezogenen. Unter ihnen" iH-fitnlcu -ich in-gcMunl EM Lrdiuc. und zwar 42 M.liiuer mnl_^2 Frauen. Ilei der Zahl der Ledigen und \erheirateten ' überwiegt mit 117 ebenfalls das weibliche Geschlecht. Die l'tirl/.uge auder Gemeinde hetrugeo 'u-oM'-amt l."Jt . gegcnülwr 2.1 im Februar de» vergangenen Jahre-. Nu» b andeien Gemeinden Dent-chlands gingen davon TC\ Pi-r-onen nach dem Ausland rund ItO. Von den nach dem Aii-hmd (m'/müchcii waren* -12 ledig, und /war 2't Männer und VJ Frauen. ' Hamburg. Der Tempel- Verband veranstaltete wie in den \orjahicii auch am diesjährigen Pe-saehfeste bei ül»eniuieg(-i IViitiahuie zwei ScderalM'ntle. Das Scliana-pie|-EuH'inblc i|c,... Kulturbundes konnte seinen vielen Erfolgen der laufenden Sai-nn durch die' Aufführung von Molnar- ..Spiel im Schloß" mil Mn\ Ehrlich-llerliu Jtl-< (»a.-l einen neuen zugesellen. (CcsouderhervorziiIm-Ih-u sind die Lei-inugrn von Frit/ Melchior. Kurt \ppcl. Carl I leiiiz .faffc. Li-clotte t UAut und Juliu- Köhler. 'I hüls ItnvbauiiLs Kegle verdient in Anbetracht der uuzulüiigljchcii Itiihneuvei llüllnis.se große* Auerkcnutiug. - E* l'\ Maiuihrim. Im g|-oßen San) der Lainey-U»g^c fand die Schlußfeier tles Wintersemester;» des .1 n d i s c h e n I. r h.r h a u »*• s statt. Aus dem vom verdienten Leiter des l^'hrhau-cs. Prof. Dr. Uilligheiuicr gegebenen Hü« kblick war zu. eutueluueu. daß die Kuim* des [<ehrhauscvon über ,1(MI Teilueluueru beucht winden. woIm'i das nahe t.udwig-hafeu üt»er ein Fünftel der Kursteilnehmer .stellte. Iteinrrkrnswcrl diüT Auftakt der Feier, ein Siink aus Hugo^Vdlcr«. (Iiorwerk Schirah Uhada-ehnh, das nU er-ies W erk eines in Deiilschlaud wirkenden jüdiseheu Koui|Hinisleir vom Palästinensischen Mundfunk zur Aufführung angenommen wurde. Die hic-ige It e I i g i ö s - liberale Vereinigung veranstaltete im Klubrauiu der l*oge einen Seder-Abend. Zu seinem beginn »nU der Vorsitzende Prof. Dr. lÜlligheiiiier seiner Genugtuung Ausdruck, daß auch Niehtmilglieder der Vereinigung hierzu ei-schicitcn waren. Den Seder _*eihsi. gab Dr- L. Muigulies. *U*c daln-i von lief schürfendem \\ i— en zeugende, fexselüde Erkliiiungen zur Ilagaila gab. . —im. . Stettin. Am 21. April"liegehl das langjährige Mitglied im-cie^ hiesigen Voi -laud-. I lerr M a \ Dir s c h . Falkeuwalder Sli alAe 2-1, S4!inen 7.1. Geburl-lag. Er Jsl einer unserer Helen, der sein Inlircsse sieltätig bekundet hat und sieh immer mil waniieni Iii-r/rn und hohein Verstände für unsere Sache -ringe «el/. hat und mich einsetzt. Wir schlicßcivuiiden zahlreichen Graiolaulru für den körperlich und geistig lüstigen Jubilar mil herzlichen (Wückwün-clien an. l'WfcJiuiiKMiiflitut ^fudenfru^re^ lh-r Präsident des II e i e h s i u s t i 1 u 1 s für (1 h i e"h l des neuen D e u I s e h I a n d . Pnifessor Dr. Waller Frank, hat einen Aufruf au die deutsche Offenllii hkeit veröf b ntltcJit, in dem er die neuen Arbeit-pbiue den Itcich-iu-tituts mil teilt. Wi« daraus il. a. hervorgeht, i-l eine der drei iicUeri ii hlelen Forschmtg-ableilungeu der .1 ird e n f r a g r gewiiboci, „Sir luil", wie es in dem Aufruf heißt. ,.die Au egal mt, durch die Sichtung des gesamten Oiiellcniimtrrials. durch den Auibau einer iimfnüHrudeu Bibliothek und durch Anregung und Leitung von Forsehiiugsauflragen die Grundlage zu .schaffen für eine G e - hc h ich t s s e Ii r e i b tt u g d er d e u I s c h e iu u u d e urop ä 'i sehe u J u d e n f r a g e. Der Sit/ dieser Abteilung i-f München, die Ibiupfsliiill der Bewegung. Zuiu Leiter der Abteilung erneuue ich deu Prä-ideuteti der hnyerisihen Akademie der Wissenschaften, Professor Karl Akxaiim-r v. Müller.- Zum.siellvi-rtruteiiden Leiter und Gc-rhiifl*- führer eriienne ich Dr. Wilhelm Grau." Vor dem Prozeß um die Vorfälle in Przytik War-thuu. tu Przylik fand zum ersten Male mich den bekannten Vorfällen ein M a r k t stillt. Er wurde über nicht auf dem Marktplatz, sondern außerhalb der Stadl abgehalten, .luden uahmen nicht daran teil. Entsprechend einer Verordnung der Behörden werden in Zukunft, Märkte in Przytik 'nielil niehr erlaubt werdiii. Die Vorfälle in" Przylik werden Anfang Mai vor de m K it i r ge r i c Ii t ,i n lt u d o ni zur Verhandlung kouiineii._ Der Fülirrr »fer 1 hdigans von Przytik. Stanislaw Korezak. wurde aas dem GefängiHeuthissen. Sechs Juden, die wegen der Vorfalle angeklagt .-iud. aber bisher sieh in Freiheit iH-faudeuwurden verhaftet. Von. den 14 angeklagten Juden «iud. Hl wegen Teilnahme im Slraßens*-hlüge.reit-n, 2 %*cgcn Abfeurm viHi-llr\olverhcliüsH-n. die keinen Schaden venirsaehl hnltrn. und einer wegen KrM-hießuug eines Hauern angeklagt. Von den 42 niehljüdisrlirii Angeklagten sind, \\~> verhaftrt. l'ntcr den I2l> Zeugen hrfindrn hieb 65 Juib-ii.. . D<*r Waad Leiimi übermittelte, wie-am Jerusalem gemeldet wird, dem High (4immissioncr ein Memorandum, ui dem gegen die A b ä nd »■ m u z .des Gebrauch* des {Vnffieui Ercar. I sx u e 1 in - ..E. I-1' im p a I ü «I i n e u h i * r h e n H u d i « - Programm protestiert wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.