Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 15 (6.4.1936)
- Date
- 1936-04-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gemeindefteuer \ Skizze von ALICE LA1\DSBERG Simon Treilel war das ärmste .Mitglied der jüdischen.' Gemeinde in einer mein allzu groÜeu Stadt-, im allgemeinen wenig Ijeaehlel. führte er ein lländlcrdasein. das ihm ein dürftiges Heim ermöglichte. Einstmals, so vor zehn oder fünfzelin fahren, hc?aß er mehr, .wenigstens in nicn.-chlicher Beziehung, nämlich fünf Kicder uinl eine gute Frau, die ihm sein bißchen Hub und Cut zusammenhielt. Aber es ]n«r nicht iudes Ewigen Willen, Treiit-1 im Besitze dieser Sehätze zu lassen, denn in einem Jahre verlor er Weib und Kinder durch den Tod. L'nJ m'il er -»ich dr in Beschluß des. Mächligen demütig unterwarfi wurde er nitTit biller. Mindern fand jene bewundernswerte Heiterkeit des Annen, die sieli der iteiche mit allen Schätzen der Welt nicht erkaufen kann. Mi) allem zufrieden, was das Gcs-chirk ihm gnädig mrhenklc. halle jedoch auch er eine Eigenschaft, die sein. Wesen ein wenig närrisch werden lief*. Dreimal im Jahre erschien Simon Treilel im Geinciudebüro. um seine' Steuer zu bezahlen. Alan wendet gegen diese" Behauptung ein, daß ein solch, armer Teufel, der sieh, kaum das dürftige Brot verdienen konnte, gar keine Steuern zu bezahlen halte. dalA man vielmehr, wenn es nach Richtigkeit und nicht nach' hinein Stolz gegangen wäre, ihn hätte noch unterstützen müssen. Aber wie ■gesagt; Trcitcl war .-ehr stolz, der einzige Luxus, den er sich gönnte. Deshalb ..zahlte" er Steuer und die gutmütigen Mrn.-chrn im Büro machten den .,Spaß" ebeu mit. "Die Szene spielte sieh folgendermaßen ab: Treilel betrat mit heiterem Gruß da-* Itfiru. putzte die J'üße an der Malte ab und •■chloß die Türe. Die paar Schritte bis im das 1 lolzgitter. das den Büroraum in zwei Teile trennt;', \on denen der eine dem Berliner, der andere dem Publikum diente, waren rasch getan, uml hier -tand der Treitci freundlich wartend. Ins die Schreiber ihre nötigste. Arbeil getan hallen und sieh mit dem Alten befassen konnten. Krage und Antwort waren schnell erledigt. Treilel gestand -einen Wiin-rh ein. seine fällige Steuer zu zahlen, und man hohe das alle Buch, in .dein noch eine Seite leer war und an deren Kopf der Name Simon Treilel geschrielK*n stand. Man könnt-* aus den Eintragungen ersehen, daß er bereits seit zehn Jahren ehrlieh seine Steuer ..bezahlte", und zwar jedesmal die Summ' von zehn Mark, was ein erkleckliches Sümmchen nus- ... machen ■ würde, wenn er in Wirklichkeit'das Gehl bezahlt hätte. Zun-1 aber sprach mau von-diesem und jenem, und Treilel "schimpfte gehörig üIht jene Juden, die ihrer Gemeinde, obwohl" hc es nicht nötig hatten, das bißchen Steucrgeld vorenthielten und nach so und so viel Mahnungen erst unwillig herankamen, um ebenso abgeneigt wie zornig den Itctrag'zu zahlen. Kr. würde das niemals Inn. -atzte er. und ballte dir Fintel auf dem 1 lolzgitter" wie zur Bestätigung. Dann griff er hastig in dir Tasche. Itei dieser Bewegung stockte er stets — das war tlcci Jahre her. seit jener schmale Blasse ins Ceuiciiulebün) eintrat, dem es heute noch leid tat, was er dem Simon angetan hatte, denn er Iiielt sieji seit jener Szene stet.-* im 1 Untergrund. Halle er doch damals, noch ein Neuling im Huri», den Alten angefahren und gesagt, oh er I'o.-üCii mit ilun treiben wollte. Hei einem Kinkominen von 'Null'zahle man Null — ja. da.- war für den Treilel damals wenig erfreulich gewesen, wenngleich einer der Kollegen des IMas-cn herbeigeeilt war, um den Spiel vertier her zurück/uschicln-n. den man \ ergeben halle einzuweihen. Da- Gc-.ichl des Allen in :*i"hier stillen Verzweiflung halte der junge Manu aber nie \ergcssen. Deshalb beugte er den Kopf liefer auf seine Hüchcr und sah nicht mehr, wie Treilel zufrieden einen kleinen l'apierpuekeu .ms der Tasche' klaubte und auf den kleinen llolzvor-toß au der Kasse legte. Kr packte mit steifen Kingern das Papier au-*. ' \ ich* Münzen, Weine und große, enthielt das Päckchen, alles iu alliciii genau abgezählte zehn Mark. ..Sie\, «erden s, entschuldigen, daß es—r-oviel Kleingeld ist". ' sagte Treilel jedesmal mit leichtem Erröten, und man entschuldigte. Mau zählle genau die Pfennige zu den Pfeiiui^eu. droschen zu Groschen und .Mark zu Mark. Aufltryii-ciul lueiute Treilel. es sei eigentlich viel zu wenig. Mau ül»erlege, rief er aus. die jüdische Gemeinde, die mit väterlicher Hand die wenigen verstreuten Juden zusammenhielt zu einer Familie. I»enöiig(e doch zum Aufwand dieses Heimes einige Geldmittel. Das müßte jeder Jude bedenken. W ie in tiefem Sinnen verharrt«' Treilel \or tlir-en Pfennigen, die er Jahr um Jahr zusammensparte, bis er vor zehn Jahren die Summe beisammen halle und sie zum erstenmal zum Gcmciiidereclmcr brachte. Damals kostete es Mühe, sein Hcslrcheu zu % erstehen, die Sehnsucht nach dem liefen jüdischen Gefühl zu ermessen, das noch heute in Treilel nach so viel Schieksülsichlägen ruhte. Demi er wollte, indem er das bißchen Habe freudig der Gemeinde übermittelte, nicht mir Mitglied der jüdischen-.Gemeinschaft der Stadt sein. nein, dadurch wurde er das, Glied der großen Gemeinde aller Juden 1*11 der ganzen Well, ein Gefühl, das ihm mehr wert war. als die weuiueu I.cl>cu>mittcl( die Kohlen au kalten Tagen, die er sieh hätte von diesem Geld kaufen können. So zeigte tr.( der firmste Jude der Gemeinde, der reichste Mensch jedoch in des Kwigeu Augen, die Verbundenheit mii dem Volke Israel, das er liebte iu Kreude und I^ci'd... Ks wäii* weniger komisch in den Augen der Schre.tlier. wenn sie den verlegenen Blick Treitels iu seinem dürftigen -Zimmer gewahr würden, in jenem Augenblick, in dem er das Papicrhiiudclehen mit den Pfennigen wieder in -einer Manteltasche Vater der liberalen Synagoge Worte des Dankes an Hermann Falkcnberg Von Dr. AI.FBED CAItü Dieser Nachruf eines der'engen Mitaibeiter am Werk des unvergeßlichen Hermann Falkenberg, der in der letzten Nummer Aufnahme finden sollte, mußte aus Platzgründen zurückbleiben. Wir veröffentlichen ihn um so lieber, als er zu dem bereits in unserem Blatt gezeichnetem Bild des Heimgegangenen wesentliche neue Züge beibringt \\ ie oft hat man bei den W orten „unvergeßlich" und -unersetzlicher Verlust" den Eindruck der CbcrlH*.wcrliuig der Persönlichkeit und der Lc)>ensarl>cil eines eben Verstorbenen: bei Hermann Falkcnberg ist mir solchen Worten Wahrhaftig nicht zuviel gesagt für alle diejenigen, welche diesen edlen Mann und sein ersprießliches Wirken für das religiös-lilieralc Judentum .-gekannt haben', ganz besonders aber für den Kreis von Mensehen, die. ihm — nächst seiner engsten Familie — in den letzten Jahren, durch ihre Milarhcil in der liberalen Synagoge Berlin wohl am engsten verbunden waren. Wir trauern um ihn wie ein Kind um den Vater, der ihm den Leltcuswcg Itcrcitct, bis zu seinem Tode unermüdlich für es gesorgt und gearbeitet und es mit innigster Liebe umhegt hat. Es sei mir gestattet, ihm in diesem Blatte, dessen Gedeihen ihm so sehr am Herzen big. im Namen des Vorstandes der Liberalen Synagoge Berlin noch einige Worte des Dankes nachzurufen. Nur wer ihn in'' der — man kann sagen — täglichen Kleinarbeit gekannt hat. wer weiß, wi" er kehn* Muhe, keinen. Weg. kein Opfer gescheut hat. um für ■ sein Werk zii werlicu uml es zu fördern, kann ermessen, was die Liberale Synagoge ihm zu verdanken hat. Ich glaube diesem Dank am besten dadurch Aufdruck zu geben., daß ich — sdl^t auf die Gefahr hin, schon Gesagte» zu wiederholen — ver.-urhe. au dieser Stelle zu sagen, was Hermann* Kulkenberg gewollt bat. als ervor über 21 Jahren die Liberale Synagoge. Norden gründete, und was er erreicht hat. Sein-Grundgedanke war — ich balle mich an seine eigenen Worte — die Wiederherstellung der Freiheit uml Wandclbarkeit des Gottesdienste^ seine Lösung von der Starrheil des offiziellen Kultus und seinen kasuistischen Bindungen.' Die Kürzungen, die er vornahm, waren nicht mechanisch und willkürlich, ihr Zweck war Konzentration und- Verhinerliehung des Gottesdienstes und regere Teilnahme der Gemeinde am Gottesdienst. Auf die Icl»eudige (knieinsehafl. auf die Einheitlichkeit, die Schönheit und Geschlossenheit des Gottesdienstes und die Vermeidung ihm über- Ilüssig erscheinender Wiederholungen kam es ihm andeshalb sitzen Männer und Frauen und ihre. Kinder zusammen, deshalb hat er seinem Gebetbuch Noten l»eigcfügt. um der Gemeinde das Mit«ingeu zu erleichtern, deshalb wird das Kaddisch-Gebet nur einmal gesagt und dadurch als etwas Besonderes aus dem übrigen Gottesdienst herausgehoben, deshalb werden in jedem Gottesdienst Einleitung:»- und Schlußgebet des Predigers und die kurzgehaltene Predigt auf eine Idee abgestimmt, und der ganze Gottesdienst wird eine ..gedanklich-gefühlsmäßige Einheit''*, daher verläßt niemand ihn \or dem Ende! Dabei ist die Liturgie insofern beweglicher und.lebendiger gestalte!, als der Prediger einige Gebete in freier deutscher CIhtIragung spricht, ohne daß darum der GottestÜcnsL den Charakter des traditionell-hebräischen verliert. Durch diese Gestaltung des Gottesdienstes hat Falkcnl»crg es erreicht, daß viele Jude» gerade au der Peripherie unserer Stadt, die seit Jahren keine Synagoge mehr Itcsucht hatten, dieser zurückgewonnen wurden, weil sie — trotz oder vielleicht auch gerade wegen des schlichten äußeren Hahmcns — .sich der Wirkung der Schönheit und Harmonie unserer auch ihnen verständlichen Andacht 'nicht einziehen konnten und allmählich dann durch das, was der Gottesdienst , ihnen gerade in dieser Zeit gehen konnte, auch innerlich/zum' Judentum zurückfanden. Äußerlich wurde ihnen dies dadurch erleichtert, daß unsere Freitagabend-. gottesdienste — unabhängig vom Sabbatanfang'— immer zur gleichen Zeit beginnen, zu der auch Berufstätige sie Itesuchen können. Aber auch mancher, auf den die Bezeichnung ..Lil»erale Synagoge" zunächst fast abschreckend wirkte, und der zuerst nur aus räumlichen Gründen zu uns kam. wurde bald uibl-r treuer Anhänger. Es bereitete Falkcnberg jedesmal eine stolze Freude, wenn man ihm solches berichten konnte. Im Laufe der Jahre sind nach dem Vorbild der Liberalen Synagoge Norden noch fünf Liberale Synagogen gegründet worden, von' denen eine, die liberale Synagoge 'Wilmersdorf, iu der Gemeinde der Synagoge Prinz-regen*enslruße aufgegangen ist. Falkcnhergs Wunsch, einen Kranz weiterer solcher Gemeinden um Berlin zu schaffen und aus jeder eine Paroebie mit ihrem eigeneu Prediger (und Seelsorger) zu machen, ist infolge der Lngunst der \ erhältnisse nicht mehr in Erfüllung gegangen. Das Bild seines Wirkens für die faltende Synagoge wäre nicht Vollständig, wollte man nicht erwähnen, daß er besonders in früheren Jahren — häufig von der Kanzel zu seiner Gemeinde sprach, mit wenigen, al>er inhaltsreichen Worten aus seinem über-- Völlen Herzen zu den Herzen ,der wirklieh andächtig auf ihn Hörenden, sei es, daß er eine Predigt hielt, .-»ei e+; daß er eine Schriflcrkläruug gab. wie er dies noch vor wenigen Wochen - - ganz umorberehet — hei uns in Westend getan hat. als der Prediger durch Krankheit plötzlich am Erscheinen verhindert war. tn allem, was er sagte, spiegelte sich .-eine wahre Jlerzcnsfrönmiigkeit und der Sinn für alles Schöne und Gute, immer fesselte die Klarheit seiner Ge.tanken, jedesmal hatte er einem etwas zu sagen, was zu eigenem Naehil-nken anregte, so auch, wenn er Itei unseren Vorstandssitzungen oder Itei den Besprechungen mit den jungen Predigern das Wort ergriff. Was diese und damit auch ilie große Gemeinde ihm zu verdanken haben. Ut hier schon mehrfach gesagt worden. So war er nicht nur seinen Schülern, sondern auch uns Vorbild und Lehrer. Er wirkte — abhold jeder Phrase und jedem Pathos — durch seine Persönlichkeit und die Kraft seiner heiligen ClMTzrngnng. er war ein aufrechter Jude, sein Liberalismus — im besten Sinne des Wortes — hatte nur [tosiine Werte, seine Frömmigkeit, von der er nie sprach, war nicht au die äußere Form gebunden, sondern entsprang seinem lielinneren Verhältnis zu Gott und seinem Judentum, deshalb konnte bei all seiner Bescheidenheit und sonstigen Zurückhaltung sein Inneres alter auflodern, wenn es galt, das .rcligiös-lilterale Judentum als vollwertiges Judentum zu bekennen und zu verteidigen.""Er hat wahrhaftig sein leiten «ml die jüdische I^ehre in Einklang gebracht. Wir werden' Hermann Falkcnberg* Andenken zum Zeichen unserer Dankbarkeit ehren wie Kinder «las des Vaters: während der nächsten Wochen wird in jeder LÜteraleu Synagoge bei jedem Gottesdienst der fungierende Vorsteher lM*im Kaddi-ch mit ilen anderen leidtragenden — vortreten 'und für den verstorlri'inn Vater der Liltcralcn Synagoge Kaddisch sagen. Darüber hinaus werden wir Zeit unseres leheus seiner in Dankbarkeit gedenken und. wenn wir ihn auch nicht ersetzen können, uns Itcuiühcn. sein Werk in seinem Sinne fortzuführen. Bertha Falkenberg Zum 60. Gcliurtstag am 8. April Am 8. April vollendet Frau Bertha Falkenlicrg ihr 60feltcusjahr. Die tiefe Trauer, in die sie und wir alle mit ihr durch <Ien Tod . ihres verehrten Gatten. Hermann Falkcnberg versetzt sind, verbietet jede Feier und jeden Glückwunsch. Alter es ist uns. ihren Freunden in der Berliner Jüdischen Gemeinde und im Jüdischen Frauenbund, ein Bedürfnis, ihr an diesem Tage für die Arbeit, die sie für uns und mit uns leistet, zu danken., Seit elf Jahren ist sie die erste Vorsitzende des Verbandes Berlin des Jüdischen Frauenbundes. Sie hat in dieser Zeh die inuner wachsende Arbeit des Verbandes dezentralisiert und 16 hVzirk&gnippcn in Groß-Berlin gegründet, sie hat die anderen Frauenvereine dem Verband Berlin angegliedert und mt die gesamte jüdische Frauenarbeit tu Berlin mit ihrem Geiste dem Geiste sozialer Hilfsbereitschaft erfüllt. -Immer bereit sein' für die Arbeit, die die Stunde von uns fordert"* — das ist ihr leitsatz. So hat der Verband Berlin auf ihre Anregung eine jüdische Hunspflegc eingerichtet, so ist unter ihrer ganz persönlichen Mitwirkung das Erholungsheim Iehnitz eröffnet worden. Auch auf die soziale Frauenarbeit in der Gemeinde übt sie duich ihre Stellung in der Bcpräsentantcnversammlung einen entscheidenden Einfluß aus. Ihr klugcrUat, ihre große Erfahrung in der Wohlfahrtsarbeit werden liochgeschätzt. Und . was sie besonders auszeichnet, das ist der weibliche Instinkt, mit dem sie ein soziale» Bedürfnis spürt und die Sicherheit, mit der sie den richtigen Mensehen an die richtige Stelle setzt. Mögen ihr warmes mütterliches Herz und ihre kluge Arbeit uns noch recht lange erhalten bleiben! Edith Kaufmann. fand, wohin der Urrhurr es ihm heimlich wieder gesteckt halle. Aber das gehörte -ehou nicht mehr zu jeuer Stunde, da Siumu Trcitcl Steuer bezahlte, da war er bereits wieder der arme Händler, der im Lehen nicht wieder die /ihn Mark hätte zusammensparen können, und mm mit dem Päckchen seit Jahr und lag' drei genußreiche Tage hatte, au denen er das gebeugte Haupt frei und froh erhohen hielt ... Berliner Abende ..Krrr Dircktur — bitte \ or-eluiß!" Der Titel nhue Miil.l die-er ivii Mm bilde Neu ÜVv in* tun 'Willy!hi*i' ii um! M;i\ Ehrlich i-l, mir et» \»rwatid. Hinter ■hui eultallcM die guten Gri-tcr de*. \ huimr- und de- Witzeihr«* Ih-scIiwinnleii Fluxet, aul denen da- Publikum'lür einige Stunden uIht Sh»cii und Xöle lim.iu^rtra»rn wird. Daß \|;iv Ehrlich mit neuen und ci pml'U-ii allen ::c-|»icltcii W il/i ii neue""l'tmilcn und neue IViulerziehe. i-I M*4h-t».er-lanillii h. Ahnrr~ lH-gitiigl sich nicht damit. Er' i-i Oberkellner uml Payr im ver,»perteu „Weißen Itößl". \-y ist iu I.Itt\d George M;i-ke ein iu dämmernden Erinnerungen -ehitc Igcwlrr Be-ueher eine- Pari-er \achi lokal*. Den 1 laupterfol:: aber hat er. wenn er zur HtutJfunk ■ \u-.ig.' Fril/ Tach.iui-.riu plöl/liclier \ ei lcgenheil die Schallpkif tciuim*ik l»e-in iien ii tut*, und dabei Schal japiu. Tauber. Marlene Dietrich und J'il-uo* ..Sinn) hui" überw älligeud ktuni-ch [larndteii. \iich im» ihn herum wird auf deiuJlrellerti der Kleinkuii-lbnlinide* Jüdörheu Kullurbiuid* mit . au-teekender Lailue ui - jti-lt. Du i-l die zarte t läre \rn-tejn. dl;* ein kurzer-Zeit im jiitli-ebeii Ik-rliu fast - -ehou "zur Po|iulariliil gebracht bat. mit ihrer Harmonika. il;t i-l der vicl**ywHiidlc Fvilz T a e.h a u e r - die ke*.*e Buch I. e Ii ii b erg. die angenehme Thea S I u e k e il * >' h in i d I in einigen <'han-ons und Jn-t* Erni**lo l.ewy. de—cn gelockerte-« Spiel den daigrlMxlenen Szi-ueheu -ehr zugute knuiiuK W i-rner B n e r uinl Bmli I.elimauli begleiten rutilinieii au /.wei Flügeln.' GrolVr Keifall und nnunlerbrocheues Lachen. —«—• „GrurralpridH* int Thratrr" In dem ga-llicbcn I lau-e t 'adiel. Uvl\ die I hiu-lu ri in die einstige Bcinhaiili-Scbau-pieleriu Ellen G a d i v I . \or •ichui -ueni Publikiiut ihr Maiui-kript ..(lern-raiprobe im 'lliealer" \i»rl«'>-i'u. Dieser ..Tag mit einer Sehaii*pieleriu" beginnt mit einem Gespräch /wischen einem ^a-lieienileiu Schau*|iii*ldtreklor und .M-itiec Schwägerin, dein Fiau Jeuu*. K e r u - I e i u - S e h a f f e r slark ib-enscln* l'arbiuig »ibl. während^ Herr \\ i - fe u M'itH*. eigene Bolle -piell. nämlich l<eiler die-er. \orle-uug zu -ein. Die Frau »Ie- Sebau-|iie|- direktocaber hatnur Tau/ und Bridge im Sinti. Im \ erlauf der llaudluu': be-chlie|.*eit bciih*. ihre Itnllen an jüimn-c A)itgli«*iler d«'r Trupi'rabzugebr-n. an die Nichte und den Begi—cur de- Scbaiispieldin-klors. In einem Zn i-chen*pirl „Sebera-aile* letztes. Miircben au- 1001 Nach!" übi-inebmeu ilie beiden nun ihren ueueu Part. Marlin Brandl i*l der pcr-I-ehe Schab uml Erna L e o n h a r d I Fi-hL spricht klug dii- Srhcrasadc. ilcren Märchen ton der Irenen Zilda wiederum s/eni-eh vorge führt w ird. I leleue L a r Ii in a u s k i - Sehaul spielt und -mgi am Flügel. - Helene Fürst iiberniutiut die \ inline. (ieorg J a e o b - o b n (Juhu * kniet -i«-h. ein Fregoli der andi-iilcuilen \'ernandhuig. mtt ebrn-u knapper wie witziger Ghan'ikleri*ierungskini-*l iu wine Aufgabihineiii. die Männer zu gc-iallcu. die ihr Ami iniUbraiichcii. -idiaM die schöne Zilda ihren Schleier lüfivi. Nach l^'eudiguiig de- Zni-ehenspiel*, erklärt der Schaus|uelilireklor da- Vorspiel für „April- April!". Die Schwägerin ist gar nicht -eitj** Schwägerin. Minder« -eine Lieltste. -eine Frau exi-liere ülierjiaiipl nicht, l-nd die . (leueralpiolie'* hätte nur stattgefunden, dauiil er iu der Zwiseben/eii mit der vermeint lieben Sebwägerm den Tee eiiiucbiiien könuir. Di** •jzruischeii Aiiinerknngcn laenufen-ueeinäUig Di«. Erich I. i Ii - t rji s I v i n. —rl—. Koinposilioiieii \ou Ethard .\forit/ tleneii ein Abend ln*i Weil gall. verrieten in ihrer SiriiLliir ••ine ronthiierte. \»»nir1tmrn'h an Urahms geselmhe Satzlerhnik. doch blieb der Ge-amleindruek tiamcullieh der Iieidi-u Suiulcti - für \üi!ine iitid Bratsche — recht mall: mau \enniL*l die Originaliiat der Einfälle: die I lerbheit einiger 0<*"rtf(»lgeii gehl all/ura-eh wieder iu eine auf Klavierarprg**ien gestftlzle kometitioiH-lh' Mrlodik über. DatollUeh spröde Spiel des Kmn-N-ni-Jeu *.ermoe|tl«* die Wirkung nicht elien zi.i steigern. BeM-erc*» grlingi Moritz iu der knapperen Form des Liedes und 'überhaupt dort, wo er wiein frfdier gehörten Werken ein«* nMnlt-riien'-S'hr-'ibwei-.r verfolgt oder -ein unU-stmiliare* koui|H»-iiori-'-bes Können;m iVh: Bearlx'iluug «cgelteuer TlienM-ii und Motive setzt.. lh-r' Bariton Sigln-rl Stein feltl s<dlle vor allem eine Inleit-tvieriing des Ausdrucks durch ein stärker \4int Spraehlivlrt-» her l»«*-iii»mte** Gestalten aiisiri-|H-n: sein gutes Material l»edarf imm-Ii «Irr Schulung. Ia-u Tn ii b m a u n unlerz.og -ich mit geu^dmlem O-t lut k der wenig dankbaren Aufgabe de- Begleiten-». M. l'Vevham Namen rSumigcr Steuerzahler werden verolTentHcfat Im Gemeiudeblall für di*- ^üilisehen Gemeimh'ii Pr-'nUeiiH fonlert die Sleuerkommis-ion der I s r a e I i I i *v«*-h •■ n (* e - . m e i n d e B r e ru *• u 'unter I liuneis auf entsprechende llekauitimachuugen öffentlich die Geuieitulefuilglieder auf. de» \'«'rpfltehluugen gegen die Gemeinde ohne 'Verzug zu enisprfrheii. Et müspc leider festgestellt werden, dalA sieh auch nach Beendigung der Eiii-chätzuug für das - laufende Becbuuugsjahr mehrere Mitglieder nicht ge-ehetit halwu Itei tragt fe.Htwt Zungen nach eigenem Giitdünkeu zu fuidcrn oder nach Ablelumug de- Eiti-pni'h-* mit Zahlung der fällig gewesenen Monatsrate zurürkziihallen. Wer auf solche WeiM* S a ho t a g r n in - G r m e i n d c r. t a t /u Ireil-m ■> versurhe und jüdisches WraiilworliingslH-wiiUlsein venniss**n lus«!t hnlte jegliche ltück-iehfnähme verwirkt. Iu Fällen. w<» bis zum 15. April Ik itrage .oder Beilragsteile aus dem erslen Viiarlal 193C rückständig -Ind. werde uauienlliehe. Veröffeiitliehuiig - der J/*- treffendeti Sleuerzahler im uäeliHteu Gcmeiudeblatt veranlaßt wrnlen. * TaKewwrhule für Berufsvorlehre Die Schulahleilung der HeieliHvertretmig der Juden iu Deittsehland eröffnet Anfang Mai eine Tagesschule, für Beruf«-- vorlrbre iu He"rliii-Nieder*icböiihau-en, die der Schulung männlicher Jugendlicher dienen soll. - Dort willen die Jugendlichen für ihre -pätere Beruf-- und Ivcheuiuufgälte vorlMTreitet werden. IW allgemeine um!- jüdi-rhe Wiven der JugeniBichen mll hier wine . we-4-ulIirhe Wrleilnng erfahren. Sprachunterricht wird h» llebrÄisch und Englisch erteilt. DaueU-n sollen dir Jiigrudlirhrif auf Berufe de.- Handarbeit vorbereitet wenlen, um dann noch VerlasMüi der Schuh; einer" Ihfrufsaiisbildung zugeführt zu werden. Mindeslallrr für «ti«r Aufnahme, ist das vollendete 14. I/el»ensjahr, Höchstalter «las vollendet« 16. Mterwiahr. AtifiiabmegesiielK; sowie Anfragen sind zu richten an dh;__SehuIabteihing der Beieh*»- 'vrrtr«;tung der Juden in Deutsch la ml,!tt-rlin-(.harloitenburg 2. Kantstralv: 158. Wilhelm Jahn Privalwasdural und ralnpiattaral. lUfirwi: MiaH litjnn-Htfm JUiboIon« esd Uiferaa« fnl Haai. N 3>, Brunnenilr. 41, Im HauK du Fnuenvmlns der Bne-Btlt Loge U.O.B.B. Tel. P 4 Humboldt 161»