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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-04-06 · 15 (6.4.1936) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
15 (6.4.1936)
Date
1936-04-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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schichtsgcmeiiischaft neu belebt und »ich für alle Zeiten einen Ehrenplatz in' der Geschichte des Judentums gesichert. Sodann ergriff Dr. Franz Eugen Fuchs da$ Wort. Ks aei UollÜnders große Aufgabe . gewesen, die Erkenntnis der jüdischen' Gemeinschaft verständlich, zu machen und zu untermauern. Wenn er auch nicht inchr zu uns sprechen werde, so habe er doch nicht umsonst ge.-prochcn. wenn wir. wie er, klar im Denken und unermüdlich im Wirke» blieben. Als letzter Redner gab Dr. Hans Hciclim a 11'u einen Oberblick über das inhalt reiche Werk Holländers, wie es sieh in Reden, Aufsätzen und Broschüren kuudgclan habe. Zum Schluß betonte Dr. Reichmauu. Holländer sei eine Hoffnung in der Gegenwart und für die Zukunft! Der Humanist*, der er war, jüdisch liercieht" imd verlieft, i>ri auch heule n-.-rh die Kraft unsere.-» LcIk-us. Gedenkftunde für Hermann Falkenberg In der Liberalen Synagoge Norden An der \nn I It-rmuiiu Falkcnberg gegründeten g«me-*dienstlichen Ställe, der Liberalen Synagoge Norden, fand am Sonntag-. Vormittag eine Gedenkfeier stall, die in ihrer schlichten Haltung des boeheidenen Hermann Falkcnljerg würdig war. Nach einem Orgelspiel sprach Edith II e r r u > t a d t - O e t L i u g e u Itialiks ergreifendes Gedieht „Nach meinem Tode sollt Ihr als« klagen". In seiner Au-prarhc cliarakteriMcrle Direktor P I a u t den Heimgegangenen als einen achad haam, einen \oIksmauu. der dir .Slitgliedcr meiner kehillo in dieser Gctatsstätt«: «les Norden** 'zusammengeschart und stets die Leidenden und Bedürftigen. /.um Gegenstand seiner warm.hrneigen Fürsorge gcmaehl .habe. Dieser Schöpfer und Träger der religiös-liberalen Idee der (k'ui;*iuschafl des Berliner Nordens sei ein Eifriger und Eifernder gewesen, der mit sein« in Fanalismus und -meiner llerzensfrCnumigkcit Ucm- UHihgeu und Vorurteile besiegt habe. Er habe mit s-ciuer religiösen En;eiierungsnietho<le nichl gewartet bis die Not der Zeil die Menschen aufrüttelte, sondern sie?>chon beizeiten der Religion wieder nahe gebracht. - Zum Zeichen dessen, daß Falkcnberg für immer in diesem Gotteshansc wohnen werde, hätten die Vorsteher der fünf Üheralen Synagogen einstimmig lutsch lossen. das Gotteshaus in der Schönhauser Allee künftig Hermann Falkruber g - S y n a g o g e zu nennen. Sodann sprach Moritz Kosen t ha 1 den Dank de-. If<*rlin.-r Gmii inihmm-(audes'-dem Manne au*, der als Lehrer den Kindern die Itctiguitt ins Herz gepflanzt und auch jüdische Lehrer ausgebildet habe. In den Annahm der Berliner Jüdischen Gemeinde werde Hermann Falkrnbergs Name nicht \ergessen werden. Noch einmal stellte als letzter Sprecher Rabbiner van d e. r Zyl.da.» lüld des Heimgegangenen %or die Traucrvrrsammlung hin. Falkenln-rg, fi> sagte .er» begann in einer Zviit, da es schwer war. Men- >ehen wieder in Beziehung zur Religion zu bringen und sie seelisch s>» zu binden, daß sie aus «fem Alltag wieder ins Goitc-ihu.'us kaineu und beim leniten. Falkcnberg hat dem Gebet wieder eine Seele gegeben; Kr. fand den W eg zu <len Wvr/.cn der Meusehen. da er ausging von ihrer Not und ihren Sorgen. Nicht aU Lehrer mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit der milden Art der Relehrung schuf er eine wissende Kehillo. in der er seilet Lerneuder war. Tcclüas halewawaus, die Herten der .luden wieder zu entzünden, was Achad Haaiu als seine Mission hv.r.eivluwi buhe, das sei auch Henuanu Falkenl>ergs .Aufgabe gewe.-cn. W ie es an seinem Sabbat in der Sidra wajeze heiße; wehoe-wen haiwms - a?chcr sam'ti meznwc jihje bejs elanhim**, .so haln» 1 lermann 1'aIkenln.Tg aus einem Stein ein bcjs-cl, ein Gotteshaus, gemacht. In Gesang des Kantors J a k u b o w ü k i und Tmsttcrsc. gesprochen, von Edith Herrn^ladt-Octtingen. klang «Ii«- Trau erstünde, die auch durch Gesaugsvorlrag von Frau Susanne Landabe Tg,-- H o I 1 ä :i d c r t-owie C'hurgesang Würde erhielt., au-.. „Der Ring" in der Synagoge Zum Tag der rrligius-libcralen Jugend Fast zur gleichen Stunde, in der «Üe Jüdisch«' Reformge in rinde in ihrem Tempel in der Johanni.sstraßr den dunh' den Weltverband für «las religiös-liberale Judentum >craiilaßieu * Tag «ler Jugend mit einem Gottesdienst beging, 'm dem Jugendlich«* ilie religiösen Funktionen erfüllten und Rabbiner Dr. K o p p e I auf die-wiederkehrende Kraft der jüdischen Jugend hinwies, hielt ,,D c r R i* u g*", B u u «1 j ü d i s c h «■ r .1 u g e n «1. eine Feierstunde in der Synagoge I* r i u z re g c n t e n s t r a ß c ab. Es war eine Stunde der Be-innung, würdig des Tages, au dem sich in allen Ländernder Welt .rcligiüs-lihcralc •lugend zu einer Feier der Gemeinschaft versammelt halte. Die Idee der Gemeinschaft stellte Heinz K e 11 c r m n n u in* den Mittelpunkt seiner Ansprache. Während in anderen Ländern imler der Jugend die Kraft zur jüdischen Gemeinschaft vielfach verlorengegangen sei, hätten die letzten Jahre in DeuLschlaud dir Jugend den Sinn der Gemeinschaft gelehrt, wciut auch nicht-alle . in diesem Kreis. Der Huudesgcdankc, den wir verkörpern wollen, führte. Kellcrmann aus, ist «la.s. was «lern jüdischen Volke seit Tausenden von Jahren vorgeschnclicn ist. es ist der Iliuid. für den Israel gestiftet wurde. Das Große, zu dein der Hund .sich in den heulen letzten Jahren durchgcnuigeji habe, sei, daß er den Menschen '-ehe. nicht den fdeologcu und Politiker. Mit dieser Entdeckung des Menschen haln; die jüdische Gemeinschaft ihre (rrmidlage. Es sei eine mi[>olilische Gemeinschaft, weil Israel, reit es existiert, nie eine polnische Gemeinschaft gewesen sei. Anknüpfend an das Propheten wort des letzten Sabbat, «laß ui.hi der Weis«- sich seiner W'eishcil. nicht der Tapfere sich "-einer Tapferkeit rühme, sondern nur damit. Gott zu («'greifen und zu ■erkenne", schloß Kellermann mit einem gewaiuleltcu WWtc Theodor HerzU: Wir sind ein Hund, ein Hund. Ein aufrüttelnder Sprechchor, der Zwn'gsehe Jeremias-\ <:r.s' in Orgeltöm* huiciiiklingcu Heß. die Mchxlie des hasrlnwenu. zu «•iuem Kanon \erarlx-ilet, die Scilerweise «!es adir hu und da* von einem Jugendlichen gesprochene erschütternde Hekciuituis «h> Le\ i Ji/.ehak, Sohn Saras aus Itenlitsehcw, «lessen Jlssgadal wc- ' jisskaddasch echoartig aiifgeuouuucn wurde, .sowie aI»s«'hli«:LH>ude.s Orgclspirl Ludwig Altmanns gid>e[| der \eranslaltuug Wärme und Weihe. „Keine Zeit für innerjücüfchen Streit66 Die Neuordnung des Berliner GemeindevorHandel in der Repräfentantenvcrfammlung In «ler letzten Sitzung der Rcpräsriiiantejiver.-aminlung der RcrÜncr Jüdischen Gemeinde iun 26. März unter *leiu Vorsitz \«m Rechtsanwalt Heinrich*Stern nahm der Gemeindevorsitzende Heinrich Stahl das Wort zur Begründung der Vorlage, durch die die Zahl der G e in e i u devurs t eher von 12 auf 7 herabgesetzt werden >o\\. Nachdem der G ein eiudevors laut! durch Schreiben des Herrn Staatskommissar» der Hauptstadt Herliu aufgefiirdert-worden ist. die Zahl «ler Gcmcindcxorsteher entsprechend . dem Gesetz vom 23. 7. 1847 wieder zu senken, führte Direktor Stahl' aus. sind wir genötigt gewesen, die mit den vcrschj'c<Ienen behördlichen Erlaubnissen zustande gekommene Zahl von 1 2 a u f 7 herabzusetzen. Die Durchführung dieser uns vom Herrn Staatskommissar gemachten Auflage hat erforderlich gemacht, daß mehrere Herren aus dem Gemeinde vorstand ausscheiden mußten. Ausgeschieden -ind Herr Dr. Hirsch durch-seine Auswanderung nach Palästina, Dr. Walter Alexander, der genötigt'war. .-ein Amt aus-Gcsiuidheilsrüeksiehten niederzulegen, ferner die I Ferren Kanunerge rieh is rat Wolf f., Wilhelm G r a e t z und . Itruun W o y d a. Ich habe bei der ^VrH/ii'amniciisctznng des Gemeindevorsfandes Wert darauf gelegt, den Wünschendifc in letzter Zeit sowohl im Ccmcindcvorstaud als auch in der Reprä-Mintanlcnvcrsammluug sowie auch in anderen Gremien eine Rolle gespielt, haben, zu entsprechen, und ich habe demzufolgeeinen Gemeinde vorstand zusammengestellt, der aus drei Ziouisteii, drei Religiös-Lil>eralcn. und einem Konservativen besteht. Ich habe bei dieser Zusammensetzung die Empfindung gehabt, daß wir heute nicht mehr Zeit haben, uns mit dem inimtjüdischen Streit zu beschäftigen. sondern die Aufgabe haben, einheitlich dafür zu sorgen, daß unserer Gemeinde in dieser für uns schweren Zeit das Weiter- . bestehen ermöglicht wird, und" daß man den religiösen Belangen nach Möglichkeit Rechnung tragen kann. Die Verhältnisse liegen so. daß wir alle die Aufgabe haben, an A u s - Wanderung zu denken und namentlich unserer J u g e n d die Möglichkeit zu geben, irgendwo sieh anzusiedeln, 'damit sie vorwärts kommen und eine Existenz'finden Vann. (BeifallA .Ich richte an Sic alle die Bitte, lassen Sic sieh nicht von Kleinlichkeiten . leiten, z. Ii., bei der Besetzung von Beamtenposten usw.. .stellen Sie alle Parteifragen in den Hintcrg r.u n d. Wir haben heute viel höhere Aufgaben, und die Gemeinde wird Ihnen nicht nur für jetzt, sondern auch für die Zukunft dankbar sein, wenn Sie nur dem einen hohen Gedanken nachgehen, Tür dir in Berlin gebliebenen Juden iveiter zu arbeiten und auf geregelte Auswanderung hinzuwirken. in erster Linie auf eine. Ansiedlung in Palästina. Auch der Gemeinde vorstand und die Repräsentanten versammhing haben die Aufgabe, an der Erreichung dieser Ziele, mitzuarbeiten. (Beifall.) Den Herren, die aus; dem Gcmcinde\-orstand ausgeschieden sind, habe ich schon gedankt, aber ich möchte diesen Dank .hier nochmals wiederholen. Rechtsanwalt Kozowcr: Tch möchte namens meiner Freunde einmal deti ausgeschiedenen Henen den Dank aussprechen für die Arbeit, dir> sie sachlich geleistet haben, auch wenn sie auf einem anderen politischen Standpunkt standen. Wir danken auch dem Gemeinde Vorsitzenden dafür, daß er diese Angelegenheit so schnell und reibungslos erledigt hat. Ge- " statten Sic, daß ich hiermit gleichzeitig dem Gemeindevorsitzenden auch dafür danke, was er im Wohl fahrtswpscn und in •der Winterhilfe geleitet hat. feh glaube'im übrigen, daß «He Zusammensetzung dca Vorstandes in dieser Art der Anfang «ler Erfüllung des Kompromisses ist. Die Zusammensetzung des Vorstandes allein bedeutet noch nicht die Erfüllung der Vereinbarung, wie sie getroffen worden ist. Wie alle wollen im gerne innehat tili ihm Geist zusammenarbeiten, aber ich denke an die Verteilung der Dezernate und an die Durchsetzung fies Gemeindekürpen« mit unseren Menschen. Dr. FJei scher: Auch wir haben den Wunsch, mwn-m Vorsitzenden den Dank auszusprechen für das, was -er Hiebt bar und unsichtbar für die Gemeinde tut. Rechtsanwalt Kozowcr sprach \»n dem' Anfang, wir hülfen, daß mit diesem Kifty-Kiftyl'rin/ip, «las uns nicht sehr wesentlich erscheint, nunmehr auch das Kndc dirscr ..Bcrcchnungs-Arithmetik" gekommen ist' und das rein Sachliche in den Vordergrund tritt, l'nseiv Freunde werden alles tun. damit unsere Gcmcindcarh<-ji uiö^liili"! entpolitisiert wink llcchtsanwali Stern; Wenn die AufsichtsMiönle der Vorlage ihre Zustimmung gibt, scheiden die schon genannten Herren Wolff. Alexander, Graetz, Woyda und Dr. Hirsch endgültig aus. Wir hnlx'n die Verpflichtung, ihnen dafür zu danken, daß nie mUcden denkbar schwierigsten Verhältnissen ihr Bestes gegclten hn)>cn. Wir hoffen, daß 'sie bei allen Fragen, die dies Gremium beschäftigen, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite Hteheit. Wir haben an der Spitze der Gemeinde Männer, die nicht Neutinge im jüdischen LcIkmi sind, wir hal>cn Männer vcr>chiednier; jüdischer Weltanschauung in unserem Gemcimlc\orsland. Wie sie nach dem Worte des Herrn Stahl in brüderlicher Gemeinschaft zusammenarbeiten wollen, so werden auch wir das Unsere dazu (iiu. sie bei .dieser schweren, aber fruchtbaren Arbeit zu unterstützen. Die vier Männer Wie unsere Leser aus Vorstehendem ersehen halten, sind infolge der behördlich erforderten Satzungsänderung vice rcligiüslil/eralc '.Mitglieder.'des Gcmcindc\orstaudcs ausgeschieden. Niehl nur Ghronistcnpflichl, sondern wirkliche Dankbarkeit gebietet un% diesen treuen Mitarbeitern * am Bau der jüdischen Crnicinde. unseren alten Freunden und Gesinnungsgenossen, einige Worte der Würdigung zu widmen. Diese Worte können U-i keinem der vier Männer ein Abschied sein; denn alle stehen noch mitten in jüdischer Arbeit, auf die Arlicit jedes einzelnen von -ihnen setzen wir noch große Hoffnungen. Mit Kammergerichtsrat Leo Wolff verläßt der letzte derjenigen Männer den Berliner Gemeinde vorstand, der noch i« der Acra Sicrn-Badl-Nrtler-Lilicnthal aktiv mitgearbeitet hat. Während aber die genannten Männer fast alle die Zeit des Anstiege» und des Aufbaues der Gemeinde erlebten, war es Leo Wolff bcschic<Ien." in wirtschaftlich und politisch schwerster Zeit das Errungene festzuhalten und zu verteidigen. Er hatte gerade die für die öffentlichen Institutionen w verhängnisvolle Periode der Inflation durchzumachen, hat in der Zeit der äußersten Krise (1923^ die I«citung der Gemeinde übernommen, und nie dann nachher noch ein zweites Mal zu führen gehabt. Ec hat den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden von unscheinbaren Anfängen an bis heute geführt und aus ihm eine Körperschaft gemacht, die aus dem jüdischen Leben der Gegenwart nicht mehr wegzudenken ist. Leo Wolff hat nie den Anspruch erhoben,- nach außen hin ein fortreißender Propagandist zu sein. Deswegen kennen nur die regelmäßigen Mitarbeiter am jüdischen öffentlichen Wegen Heirat mit einer Judin aus der Rrrht-ainTüllsrhafl aii?.gc.>chlassen t-'Tankinrl n. M. lüu 5iri>ehrr UechWmwaH hatte im .lttni l'J»!*i mit einer Jüdin die Ehe geschlt^eii. Kr wunle \ou dem örtlich zu-läiuligen Ehrengericht-wegen gröblicher Verletzung der Pflichten eine.- «teuiM'hblüliiieu Anwalt!» zu der Strafe «ler Ausschließung ait» «Irr Itreht-auwnlNehnft ,\crurl**ill. Die-Vr Spruch isi jetzt, wie die .Frankfurter Zeitung" U-richlci. \oiii iüirciigcrichlMmf bei der Hrieh-auwall.-kainuier h e * t'ä 1 i g 1 worden. Sehn- Eui>(hriihmg i-i dc>hatb \ou grundsätzlicher Hcilcutuug. weil nach dein Wortlaut der tie-et/e bi-hcr. eiiuhcitcheiid«) Mischehe keinen Crund bildete, «Iii* Zuladung zur AnwaltHchaft . zu \ei>agen. 'uiul die Eiiigchtiug einer ML-chehv. >*»weit \\W> iniiglhh war. keinen tiruud. eine iH'-trhcude Zula—uui: /nriiek /.tiuehiuen. Jji «Irr Begründung «Irr F.iil-ehcidtiiig heißt e>: Der" Vngcklagir haU' -ich *oiallem .darauf berufen, daß .-eine Frau ihn früher jahrelang auibrrui \rbi-it^\eidiru-t uuter.-lützt und ihm im Jahre 19110 einmal beim ltadeu da- Leben gerettet habe, daß er deshalb ein,- m» Marke m oral t s r h r V c r p (l i »* h 1 u u g ■£ u r E Ii«- » v b 1 i«- ß ii u g empfunden halte, daß gerade eine .Nichtheira: rim- Wrlei/uns drr Siande-pflicht «lnrg«-.-t«'llt IhiIm". -DieM-: Au-füllnmgrii hielt «b-r ltricli>ehreug«*iirlitslwif für uteiit witlerlegi. Kr Inrll dein Angeklagten /ugule.'.daß «lie-cc AvU au- 'ittli'h ■'iintandfi-i'irn ltew«'ggiünden zur Heirat cnl-rhN»>MLn halw. Die Krlülbmg dieser morali-«'h«'ii Pflicht -ei aber niebi möglich gewewu «»hin' glcirh/.ciiii;cu Mhweren \*er>l«»ß gegen die einem <!<-utM.-hhlüiigeii Anwalt oblirgeude Pflichu im Sinuc «ler!NSI>.\P an dm großen AufgalH'ii de-* \olkes inil/iiarbeitcu. Stelle der Angeklagt«» in einem adelten Pfliehu-nwidcr-lreit «lie ihm seiner jif/igen Frau gegcnülH'r (ibltegeude luonili-ellf Pflielu üImt dir Pflirhlcu '.'lä«'"! \«dk und Iteriif, -so müx<Mer auch die l'olgeti auf (■ich nehmen Eni Itt-chl-anwalt. «ler In .*•«» nehwerrr \\ ri-e gegrn tlir Rav-ri-rund-älzr de.- iia(i<iiial-o/iillL-ti.-eliru Staate- \i-r-toßc. >ei für den Staat M>w«thl wir für die Anwaltschaft untragbar. Der . Angeklagte könne »-ich :iurh nicht darauf U-rufcu. daß inx=tiiui P.Kki MUchchcu iwich nicht gort/Urb verlMiten »cwcm-u ^eien. Die Verpflichtung zur Vehluug «ler Ha-M'gniinUät/.r ile.-* natituial ^iziafi^-ti.-clien Staatebot ein» für jeden Volk*gcnn->cu und für «leu Anwalt als Organ der Heeht-pflcfie in erhöblrin Maße, gau/> luiabhäugig da\i>n. in uelebnn I nifang «ler Staat c> für «'rftirilci*- lieh erachti*. «Iic-.cn ItasM-grumUäOcu durch »e*4-izlichr \ riboir NaVhdruek zu \erleilien. _ IjcImu -eint* drei großen Vor/.üge: imeriuütlliehrit Fleiß, iituli in den beschwer lieben Dingen der läglicheu Kleiuai'lH'il. \*nt il.nen das Publikum nicht.- merkt, ^rundfesfe Gcxiuming, dn*- bei idl«:m Nachgeben in Einzel fragen in jüdischen Gntud|>riiizipieii wirbt mit sich bandeln läßt, und jene richterliche \«>niflunhcii der (»vsiimimg, die auch dem sni-hlirhrn (rt'gner stcN Gercchligkril widerfahren läßt. Wenige wU-en wi«- er. der au-, «'ebter rbeiv zeuguug für Meli «leu Zionismus ablehnt, auch in den Zeiten . crhinertMru politischen Kump fei als (•<iu«'iu<fevor-i(ycuder für srhir zionisli-chcn Bcamlru eingetreten i-l, um) ich werde die lange zu rück liege ndt^_Szciii: nicht verges-en, in der er iji «*iner polilischeu Debatte m» klar dir Stimme - «ler Gcrerbtigke-il - für einen heftig nngegriffenen »-einer Hichtiing eiit^egcn-teheiidcn Olterbeauilen erhob, daß mir Haus Goslar, mit «lein ich die Sitzung ' gemeiu-aiu «erließ, sagte: „liier hal>en wir einen erbten preußischen Ufchler mit allen seinen Tugenden." " Seine Arttctt im Preußischen Laudesvcrbau«! zeigt, «laß er auch den ,-ehwemi- Problemen einer neuen Z«'i(, iiiHbc-^Kiderj- «leu Wirtheluiflf- 'und S«'hulfragen, volles VrrMäu«Iiii» entgegenbringt. Ihm, «ler «lein religiösen Liberalismus, uiis innervier S«:ele ergrlM-n int. wnuHrbru wir iMH'h riiie lange wgeusreiche Wcilcrarbeil. Wilhrhn Gruelz gerecht zu werden, int auf-h mir denengegeben, die ihn .näher kennen. Er gehört zu den Mcn-ji'heii^ di« * «Iiireh EuLschiedeiiheit wines Standpunkten und die Zähigkeit, mit' der. er au dem festhält, was er für Hecht erkannt hat,' oftui der Öffentlichkeit «leu Eindruck erwecken, als könne er %\om allen (it-Icisc nicht bekommen. Niehls i»l unrichtiger. Gra-Iz ist eine durrh und dureh religiös* Natur, in dem eine, gerade um «He ewigen Pndileine «les Judeutimis utiabhVM'g ringende Seele strikt. Ihm hat insbesondere die .lugend der Berliner Gfineinde viel, wenn incjit alles zu danken. Er hat als .fugeuiblezerncui «lei " Gemeinde für die Jugend aller Richtungen t-csorgl'. ihr durch (Jcwähnin-: v«hi Baum und Mitteln erst die Möglichkeil zu ihrer heutigen Enif.'illung gegclieu. Er hat somit eine für die Zukunft der Gemeinde allerwiehtigstc Arftcit geleistet. Er gehört. auch zu deii wenigen, die schon vor Jahmi für ilie llerau/iehuug il«-.s ostiüilL'whcii Elcmeiils zur religiöfWMi .MilarWit nnablä-iig, leider -nicht immer mit dem erwüuschlen Erf«>lg. eingetreten ist. Ali l^citer der G«wllsehaft OUT hat rr auch auf wir! tebaftliebem ■ (Vbict für tli'' Hebung d«"< jüdisrheu MittelstnrHlcs Met ig geuriM-ilcl. Die Berliner tlenieiinle hat ihm zu «lankeu. daß rr in zäm-r," oft «ehr undankbarer Arbeit — «ler SplirkiimuutHiir wir«l slels von Freunden und Gegnern In-kämpft. ilie für ihre Arbr-it»- gebirle nirht genügend finau/ietle Hilfe «elri*tel m*Iic» «üe (yemeindefinanzen auf eine gesunde, trngfähige Grimillage. gestellt hat. Von; nruuo Woyda in den Spalun «heses Blntlrn v.ti sprechen, ist heinahe ülH-rflüs.^n:. und ein alter, ihm in LI jähriger Arlw-it eng verbundener Frt'iiud ist vielleicht nicht einmal objektiv genug dazu.. Ich bin stolz darauf, ihn hcIhmi Itcmahc als Knaben «ler r«:ligiö<i-)i)>craleu Arltcit zugefülixtzu IuiIh-h, und wenn wnauch mnnehen Strauß miteinander gekämpft halmi. **> hat gerade Woydas Arbeit der lnlzlen drei Jahn: der gesamten jüdischen Öffentlichkeit gezeigt, welche Ideenimd Arhrit»krnft damit unserer Gemeü-Hcbaft erschlossen wurile. Die wirfscliafllichr.Umgestaltung des Judentums im^DeutHchland «ler letzten Jahre ist für immer an seinen Namen geknüpft, um! er wird hIcIm nb» leuchtendes- Beispiel dafür dienen, daß in einem echten, innerlich fundierten religiösenTjbcrali-uius\ die stärksten auflwiicnden 'Kräfte enthalten sind. Daß er der .jüdischen Arlx-it erhalten bleibt, int ein sc 1 tat verstand lieber Wunsch «Irr gesamten judi-n-hen Offeiit- lichkeit. Das gleiche gilt für Waller. Alexander. Ihm ist «Ins Wichtigste jüdischer Aufbauarbeit, die jüdische Schule, zur Be- " treuung in die Hand gegcl»en.. Wie er mit Festigkeit und doch mit11'Anpassung au den gerade sich hier vollziehenden Wandel «Irr Anschauungen die geistig und technisch ftchwicrige Arfteit meistert, int schlechthin bewunderungswürdig. Auch er winl an midcrrr Stelle seine unentbehrliche Arbeitskraft der jüdischen Offentlieh* Ueit writcr zur Verfügung »teilen. — TTrtnrirh Stern. Verpachtuiig»»zwang für jüdische Apotheken In einer Diirchführiiiignverordiiung zum Cet»etz ül>er die Verpachtung und Verwaltung öffentlicher Apotheken, wird der Begriff der öffentlichen AjKJthcke näher umschrieben. En «ind darunter alle Ai*oihr.kci zu verstehen, die den Arzneibedürftigen uncingCAchrünkt für den Arzneil>ezug offen stehen. "*I»t der Bezieherkreu» auf GruntJ landcsrcchtlicber Vorschriften cingeMchrfinkt, so entscheidet die höhere. Verwaltung*!«*bürde, ob e* ^ich um eine öffentliche Apotheke handelt. Juden sind nicht alt* Pächter zugelassen. Öffentliche Apotheken, deren Inhaber Jude ist, unterliegen «lern V e r p a c h t u n g » z w a n g.

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