Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 11 (11.3.1936)
- Date
- 1936-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN 11. Mfirx 1*3*62 PREIS 25 PP. Nr. 11/1 JÜDISCHE ALLGEMEINE srlin - Charlottenburg 2. Bleibtreu itungagebühr und Bestellgeld), t NEUE FOLGE DER JUDISCH- LIBERALEN ZEITUNG Der Begründer der modernen judifchen Wiffenfchatt Zum SO. Todestage von Leopold Zunz Von Dr. S. SAMUEL Entwicklung im i Gestillt eines Le große Solm «los k li.-l.keil irellc rigen Jahrhundert [«stimmend war inen Detmold, dort geboren am 10. August 1794, mehr 50 Jahren am 17. März 1886 hier zu Sürgcrn er sicK fast 70 Jalirc lang zählte, hat ler Juden in . Dcutseliland richtunggcliend bc- Rcde vom 10. September. 1829, gcliallcn zu Mi und der Persönlichkeit n Mendelssohns Üben sei s Mendel« iluVnsgeii. „der niLsliarremlcn Liclw. die mehr als ein Mittel entdeckt, um den Zustund -der in geistige und bürgerliche Knechtschaft Versunkenen zu heben", l'ici der Aufzählung seiner Werke schickt er die allgemeinen, philosophischen und litcrarkritischcn voran und läßt die jüdischen, vorzüglich die Übersetzung der Mosaischen Bücher folgen:'schließt aber mit den Schriften, die er als Vcr- Der Frühvcrwnisl hrcr durch Sclbstzi; •düchinis. Als Hau: n konnte. Wie Doktor der ischc Anlorisatioii. Dies ml sein Zeitalter werde : um das erledigte .Lau n Kassel, und den bst bald auf. als > rabbinisehrn ..Ol* Ii Hciiir für killt Versuch, in Pr.-Ig Fuß e K. K. Ilehördc ihn I Wissenschaft .le, :hönc). nachdem er c Schrift ..Etv Literatur" veröffentlicht hatte: Lud schon 1817 beginnend, betätigte er sich fünf Jahre lang als Prediger, vornehmlich im Berliner Jacobsolm-Tcmprl (gelegentlich auch Leipzig). Als Lehrer in religiösen und weltlichen Fächern schenk It Ausarbeitung /les Sehulplans der neuen Gcnicüidesclnile und deren Leitung zu üliertragcn. Blieb er auch nur bis 182'. Leiter sowie später die Direktion des jüdischen Lchrerscm Tiilmud-Tora-Schiilc auch nur 1840—50 in seinen Händen so Micken doch diese wichtigen Lchrstättcn unter dem scheidenden Einfluß seiner Ideen, fm Jahre 1832 aber ülicrz. das gl Judci horchende nichtjüdischc Welt, in isch men die uufi Deutschland, daß l rabbinischen udisehen Spitzfindigkeiten voller Sprache und klarem Aufriß war die viclhundertjährigc- Geschichte der originalen', verschiedene Weisen widerspiegelnden. Schriftauslcgung dargelegt, das Tor der Synagoge geweitet und jeder zum Mithören eingeladen. Jene Bibel war wiederentdeckt, die nicht nur Quelle für Recht, Kultus und Ritus war. sondern Bom der Erquickung, und seelischen Erhebung: Anknüpfung für Paraphrase. Allegorie. Märchen und Dichtung. Der Weg zur jüdischen l're.liül inlirl,- durch dies.- H.u-Uh» in die "Gegenwart hinein. Ite rnbbinischc Epoche hatte sich erschöpft, o crer Bedeutung, daß die neue von Zunz eröffne schuft des Judentumszuerst den alle z wie einen versunkenen Hort aus den Vl.il.; Lei i gclrc .jlie Synagogen-Vorträge." Worauf er deutlieh zielte und was ihm gebin-. war die Einführung der Predigt in der Ijuidesspraehe und durch Chorgesang und deutsche Gebete kelektcu Gottesdienst. „Unabweisbar ist das freie, Mehrende Wort. Alle seine Guter hat sich das Menschengeschlecht durch die mündliche Belehrung, durch die das ganze Lebensalter hindurch währende v Erziehung erobert. Auch in Israel ist zu allen Zeilen dos Wort der I.cliru von Mund zu Mund vernommen worden, und jede» fernere Gcdciltcu jüdischer Anstalten kann nur dem Einsieht und Erkciu.t.iLs ausgießenden Worte entströmen.'- Zun/, wurde der Vntcrder modernen jüdischen Predigt in allen Kulturländern.; seine Tat erinnert au das Wirken Es ms. des Schriftgclehrlen. n popul ätes Werk ii c Bedaklioi >ach den lache. haben jüngst in der ..Jüdischen Allgemeinen" die 17. Auflage ..altneuen Xuuz-Ilibcl" angezeigt. Sprachgewandtheit. Bihclkenn feiner Gescl.muck machten ihn nach Aussage seiner Mitarb. zur Lösung seiner Aufgaben als Itcdaktor ,1er nihclül)cr»et,iinl geeignet wie möglich. Sein« Uihel sollte die hebräische n entbehrlich, sie sollte sie verständlich und zugänglich, mac Selbst der Aiifänccr fand sieh nach den Worten von llosiu in z.irr.ht, olle auf das Selbststudium Angewiesenen wäre,, glück ein s.» vortreffliche» und lcicl.t errcichhnres llilfsinillel zum 1 sländnis des biblischen Textes endlich gefunden zu haben. / die Gelehrten zogen sie gern zu Hute, manche taten es aus fals Schau cn! Erst und 1826 Poes nbcgrciflicli finden, daß die Zunzschc Bilicl v»„ 1837-38 en in Berlin lici Veit ... Co.) auch heute noch ohne) erte Revision, ihren Hang behauptet. vollkommen neues Gebiet erschloß Zunz der jüdischen haft und de. liturgischen Forschung überhaupt durch ilere. zusammengehörige Werke: Die Synagogalc des Mittelalters (1855), die Ritu»dc»synlen Gottesdienstes (1859) und Literaturgeschichte der Synagogalen Poesie (1863), nebst Nachtrag (1867). Mali hat Klage geführt über die erdrückende ' Fülle des nus unzähligen, meist handschriftlichen Quellen angehäuften Materials, das nicht flüchtige, sondern geduldige, innerlich interessierte User verlange. Aber man durfte niemals die wunderbaren, allerdings wortkargen Einführungen und über. Namcnrcihcn und Versanfänge unterbrechen. lud im Gesamturteil behält David Kaufmann fder nckcii Steinschneider vielleicht Zunz am nächsten stand) recht: Die wirre, gewissermaßen gcschichlslose . Masse des liturgischen Stoffes war hier wie von einem Schöpfern^ getroffen, nach Orten und Zeiten plötzlich geschieden, gegliedert und geordnet; , ein wahres Aufcrslthungswcrk auscinandcrgcfallener Glieder eines großen, zertrümmerten Organismus. Wie die lauschende und die lernende Gemeinde in Zunz bereits den genialen Führer zu neuen Zielen gefunden hatte, so jetzt die betende. Die Motive des klassischen Psalters waren von allen folgen.!«! Generationen aufgenommen: für Sabbat. Fest- und Fasttage zu eigenen Dichtungen Fortsetzung auf der 2. Seite. Die Wahlen zum Reichstag Nur Reichsbürger wahlberechtigt rordiuim: un» 1.4. November 1935 (IIGI1I. I ,-|„h,-,rg.-.-grsc.z vorläufig nls Ite ich»- die deutschen Staatsangehörigen deulsehei. ilc, die am Wahltage 20 Jahnalt sind. Stimme ul.gil.l. wird Vg3 Wählbark. in .Irn Wohlvnrsihläi.'ci luclttigt, dir. zur Diircbllcslitiinumgcii de» Hrirluwaklgcselzr» fllier die ,1 ül-r V-r.. il„„._. der Sitze auf die llewcrlier ... ltei.hswaklge.etz Iteichsbürgergcsetz vom 14: Nodie in. vorstclftldci. Ge | 4 aus: Ein J .. d . k.. Ihm siebt ein Stimmrecht in politischen An- .den uichl «I» »al.lbcrr.lnig' teilnehmen können. irht Reich» Wieder KuhurbundveranHaltungen Das VcrUl der \ cranslullungci^ des ltriehsverbande» der t!^»ni«Ui.wn^'3u WirUnT™»'"'^^^ -eholK-n. \u dic.cni Tn-c beginnen wieder alle. Verunstaltungen der Kulturbünde Der Jüdische Kulturbund Berlin e. V. eröffnet .A.lti -.... - Sophokles. Es gehl der Aufführm.,, ' Km» Mär/ und Dali auffühni Vor Einfettung des Council fop. German Jewry 1.011 ■ dr« Council in England und in Amerika llcihc von Persönlichkeitenaus verschieden,-;!"pre Einsetzung lies Cu.uicil soll Wahrung des Kifty-Firty-Prinzip» Viuncil wird aus insgesamt neun fern der Zionisteu und aus Sir Herbert Samuel als . Jie amerikanische- Judenheit wird I. Warkurg, Dr. Stephon 9. AVise M:in. Kall» diese Herren nicht vi der Lage sein sollten, den Londoner Verhandlung erden. Der nril durch Feli 'erden s Gönn. Die Zionistische Executive hat einen eigenen Plan aufarbeitet, der dem Council vorgelegt werden soll, fn diesem t'lan wird eine großzügige Sicdlungsaktion in Palästina in Aussicht |. . . - A.O _____ :n.i-..L__ u-:._ in Deutschland auch die Förderung der Berufsausbildung i Chcmcc in. Baumen' der neuen" Aktion gewünscht winl. F. ciiiückCiidc Erörterung der verschiedenen Vor dem Eintreffen Dr. Wcizmnuu», der Vertreter Beauftragten anderer zentraler jüdisckei In England wird der Council die Aufgabe hoben, nicht nur Bichtlinien für die Verteilung der Mittel zu geben, sondern auch ihre Aufbringung zu leiten, während diese zweite Aufgabe dem Council in Amerika nicht gestellt »ein winl. Dort bleibt die Geldaufhringtmg dem Joint Distribution Committce und dem United Palestine Appeal ülwrlassen. Im Vor.lergr.ind der nächsten £ Beratungen des Council wird die Frogc der Verteilung der Gelder i stellen. Während die Zionisten verlangen, daß miwleslens'dir . « Hälfte der Mittel für Palästina-Kolonisation bes - " glauben die Nichtzionisten, daß in diesem Aiigcnkli x