Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 9 (26.2.1936)
- Date
- 1936-02-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Um das alte Teftamcnt l'rlrurliliiiigrn auf einer Kirrlnntaguii» Görlitz. Nach einem. Bericht »In' ..Oberlaiisitzer Ta^c-jm-l"* in tlörlitz sprach tut Itahmru der von «ler reichskirehliehru Vereinigung für \olkskomini--ari-che .Arbeit \crau-tallcic Vorträge in der ..Wartburg" L ui\< i>iiät-profe-><ir D. Duhm au- JSr<--l;in über da- Thema ..Da- Alte Tc-iamciii in \erküiiduii« und Unterricht". Kr warf dir Krage auf. ob da- Alte Tt-inmrn( in Itau-eh und Ito^ei; abgelehnt werden -olle. Kine genauen: B«'I rarhlung des- Inhaltes der allle-lnirfi^itliehen Sehriflen zeige, daß «Hr-er sehr ver-rhicdcnarlig und -wertig i>t. Dirersten Cliv-eliieljlen mit »lein Bericht über die Kl -chaffuug der Welt und der Men-.lien eiilhatlen Vnr-lrlhin»en. die der antiken \\ i l| -etnein-ani :-iud niid die für nn< Mi -ai;I;\*J'rofcs-nr I lohnt, in- Ut-iju-v V,"ei-.; bindend oder erpj'lirhlrnd .-hid. Die Pali iarrlii ii-e-.-hiehieii. dii* früher \ «rha/mlo-t oder hc-chöiiigl \wtidi ji -ind. können nur mil ah-oluler Klirüehkeit und;rl- Beispiel dafiie. wie «•- niehl s*'in soll, vi'ihfrl«! werden. Damosaisch«- t. .■ -.c | / sei für (lliri-leii heileuluug-lo-: es -lamme nielil von Mu-e-. -«»imIi-i -•* finde -ich in ähnlicher Form in den Heligioncn \ic.l älterer Kultiin ölker. Dies irm-ai-rhe Gc-cU bedeute aber in-<>feru geradezu eine Gefahr, ah sich daran der Anspruch de- Volke- I-rarl knüpft, zur Weltherrschaft berufen yti sein. Die-rr An-|irnelt gründe -ich arteh auf diesogenannten mc--iaui-ehen V. ei—anniiL'en. S''inikriti-che \\ ürdiguug de- \I(en Te-tameiUenach m inen negativen Bestandteilen, .-ehlwß Prüfe-^or Duhm , mit den Worten:-..W ir mfi'-rii dic-e Dinge «an/ klar .-eben und ' bewußt' ::!»l< hucn." In längeren Ausführungen -r|/|r er sich dann inll di'r Frai-e an-einarider. was noch übrig bleibe, wenn ein großer Teil dr- \llen Te-tanieiites al- ' we-i-n-frenid. j-'- «1einen ganz anderen Gei-t alineiid. abgelehnt werden müßte. Kr zeigte im einzelnen die Teile de- Alten Testaments;inf. die der Cliri-l' solang-* fr-l- Iiallen mn—e. solange er das . * Jiri-Icntuui -rlber fe-thäll. Man dnrfi'da- »ite 'Ic-iameiil " n I e Ii t ■ a I s Ganzes verwerfen, -hindern inü—e -ie» bemühen.' da- Ver-Iäiidnis für die wcrtwdicii Teile wieder /U öffnen. Vh//.ul«-httcu -ei alle-. Wilandem jüdi- -i'Iieii Gci-|e lui-au-kt-uitnc. Louis Wölfl* 60 Jahre Der Viii-:1/cihIc de- Wrriujndi-rli.T Handwerker Der laugjährige \'dt'-itvende de- \Yrrin- -eth-t-ländiürr Ilaud- ■urrker jntSi'-rheii (dauhinzu I'erlin. Koin- Wo I f f. uml am I. März (.'» Jahre alt. Der \aine I.ouii-t für den judt-elien Handwerker- -laiifl. für de-.-eri I-Virderuii^ lind Anei ki-tinutt" er sieh in Worl und hilf.-Iierciirr Ta' ein Men-ehenaher lau« uu( iinerinüillirlier Kuer«i<' riii"i-el/.l hat /11 einem I(e«riff »rMiinlen. T-Mtli- Vi'fdff, tn-deiil -ielt der hrt (iflieli« St«d/. »Iejüdi-rheii HamUv rrk.-nn*i>1 VTA mit tief reli«iü-ei- Knipfhidiiu« /u einer «e-ehlo—eueu I'ersöiiliehkeit verhinden. i-i \'iul>ild und Kehrer iüdi-eher -Mel-Ier. Clehilfen - und Kehl linire." I*in In-redle* Zi-iiiinis für -eine Uhi«e Voraussieht Ie«cil -eine uutee dein Tlle] ..11 a Ii d w e y k" im .1 It tl e u t II Iii'* L'e-;ifnuie|(en Ih den audeinletzten .lahr/ehiil all. ia deii^n ,-r immer wl-der anf die gefahren. « ini r faUehrn Heruf-- und Wirt- -ehiifi.-irnkrur dir Jutlen anfuii-rk-ain ^emaehl und >'iue stärkere Verla»!'!uti« der Herl!f—ehiehtun« dureli Zuführung faehlirh «e- »"iiuetiT- -fugend /um Handwerk'- «eforderl Iial. \K im De/-Ml|.rr I«»:i4 K'mii- Vi~dff.- 2."ird]ri«es Aml-- ml-il-iuiM al» \ i.Muler d.-- ifidi-ehen naiidwerkerverein«:. ■ der ■■b-u Ii/- ili-. -.-ii!^ t()JälniL;'-~ Hr-hheu he^iu«. luil einer Feier in 'li-r S'ii.i,.:<'::" IViiiyr.-^enh-n-traße h:-L'Mii"!'ii tvnnle. wurde in vielen Hede i und . \n- |>ra. In-n -ein vrnllru-lx o!!.•*- Wirken int Uereirh hai:d'.\er!.!:eJie»- tmd liernf<-lruVl ueller Frauen, seine Arheit in ii-lill-iri: (leeiuit u i!i-c jütli-ehei: Cenicintlam-rkatmt und üeuürdi'il. "nd ewar ein* Silh-l \ er-täudliehkidl. daß Koni* WnHf. #-:d. im' <'Jua /\* ej Jahren der I laudi\erkerau—ehuß hei der l<-ie»i-\ e-1 > ■mit« dr i- Juden m Di nf-i-ldaud in- T.i'hen trat, in Ii'*!..e;tnn:i i!ii'-er Tn-tiliilüiu ("•■rufi-n wurdi*. die »i-rade heule .v. h'f:i'f>r und diin»lirhe Funkt innen zu erfüllen hat. Mö»i*! 'eri- \\:>!rf UiteJi j-eelll Ia!l«e viT«mm( sein, seine Kraft. wiu W e-en und -einr*rfahrtiii«eri ii;i Dieu-I jüdi-eher fieinein^ehafl^- ■ .arheit ^\irken v.n Ia■■-«*!i. . Note der Kleingemeinden ra«mi2; de- \ erha^dedrr Jfidf-riieii Crnndudeü Sr]ile<w i«-~' ünl-tein- und der lfaiHr-tädle Handurr«. Hier fand eine Tanun« i|es Vrrhandeder Judi- -eheu (^i ineTudru S' hle-vi t'i-Hid-tt iutuid der l (aiwMfjdlr slatt. deni a'urii der heuaehliarl.- |ireiißi-ehe He«ieruii»-lii'/.irk Slade und DIdeiiliin» a'ii::'-eh!u-.. u -ind. AI- Vertreier der Ilejehsxi-iireinucr wai Dr. Kilii-ulhal. für den I'n-ußisriirn Kaude-\ei Icind Dr. Srhi!dlK-y«i*r /.n-:e»eu. Der r.e^eiiäfl-lierielil. den lieehl?auwalt David, ili-r Vur-il/i-mliile- (imßrn \ll--ihu—ede^ Verhanih-S er-laflete. zei«le. daß der Verlcind in t]rr Ilaii|i|saehe mmii Aii«ennieik aiil .die Itclnimni: der in ilen kleinen Orlen vereiuzell wtihui-uden Juden riehlel. Di>r Verhand umfaßt MO »auz kleine (H'iiieinden und i\"t Orte, an denen einzelne jfidNehe Familien wohnen, die \<nu jüdi-ehen Cniteiu-rliafl-lehcn m» «ul \\w ahüi'-ehlo—i n -iinl, I lier wurden dureh ni(»dnk(ive; l"uterstüt7.un*j. W <ihlfaln t-aili:-il und indi-ehen 1'ulerrieln sowie «lureli Kultur- *'ei;au-iahnu".eii jüdi-ehe- Urwtißt-ein und' jüdisrhe Fxislrnzen erlialii ti. \uß,-r der Verriiiiiiuu« \hii Kindern andiesen Klein-I- ■iemeindeu an den Feierla-ien in ll:iml>ur«. Altona und T.ülMek wird heah-iehlii:!. K":n-e für die jüdi-ehen Frauen aus diesen kli-iiien' (lrteu ah/uhahen. um sie in jüdisehrm Pfliehllmu zu unten iehlen und ihnen H -«elu für-die Ixhenshallun« zu «ehrn. Dr, Ktl.ienlhal lueli ein «rößerrlleferat.. in ilem rr iushesonden* auf die Itelreuiin« der J n «onTl ein«in-:. Die Volks- ,-eliuIe -olle /war zur jüdiselieu Sehlde an sieh werden, es seien aher in den (H-nß-lädteu einzelne höhere Sehnten vorgesehen Und man heah-iehii«e. weni*;-lens eine \nntnlt mit liumani-tisrhem fliarakler für jau/. Deut-ehlaud zu erriehlen. Der zum Ohrrrahhim r xon Hainhui:: -lewrihlle jet/.i»r Oherrahhiner dos Wrhande-. P»r. .h>-ef C a r l e U a e h - Ältnna. er-tattrte einen Kultur-, herielu. Dr. S e ii i | d h e r « v r vom Preußiselien Kanih-Mi-rhand -|traih üln-r die Aufi-ahen des I.andesvrrhandes und «alt den einzelnen C.etneinde*<er|re|ern flele-ienheii, sieh mit all ihren Sorten und Nöten;ui 'dm zu weuden. i Die Jaden frage in Ungarn , Wim. Im uu-zarisehen Ah»enrdnrtenhnus hatte ein Kihcrnler eine Tuter|ielIaliou weiren einer Huhrik ..Konfession" einiiehrarhldir in einem zu staii-ti-ehen Zwceken den Frivatheamten vor- ^ele«1eii Vra»eho»en enihalti*n war. Alinisterpräsitlent GünihöK erw idrrte. daß der Anteil <I <• r- J u deni u ni *; im 11 c a in t e n - kürjirr einzelner l'nleniehnuiniren zweifellos zu nlH'nvie'«end st'i und daß dirs in Kreisen der ehristliehen Jugend Mißfalleu orrest Iinhr. Kr sei jedoch fdirr/eu-it. daß die In-trcffendcn L'ntcnichmcr dieses Verhältnis im u.itionalcn Interesse zu«unsten ehrislliehcr IVnimer niis c ijnu'in Antrieb ändern würden. F.r hof fi*. daß tlaliei k v i u D r u e k werde angewendet wenlrn müswn. Viele L'uteriteluuuu^eii hätten mit dieser Umstellung schon begonnen. Ks handle -ieli aUo ke'mes\ve«s um einen gcvvull»amen AusVa.u»eIi,: und es sei ..filri*miäßi«i- JCmj>fiudliehkeiliC, der statistiscJicn Aufnahme dies-r Deutim-x zu »eU-n. Nach ihrer Beendigung: werde man eine end»rdti«e Ile«e!uug dieser Frage ins Aujie fassen können, ohne in den Vevdarhl eines allzu weitgehenden Antisemitismus zu kommen. Jiidif che Unternehmungen auf Cypern Kiuidoii. In einem Jk;rieht üjjirr jDdi^ehe L'nteniehiniuigeii «*uif (\j.ern ,-ehreiht die Kondolier .,.\hjruin;r 1*0.^1": Die r.uldeekung CyjM-rndurrh die Juden hat Kapital uml I linie auf die. [nsi-J «ehnieht.. Die Juden hahen große Flaeheii mil Ziini-i'flanzuiiiien heiteekt, die naeh verheaserten Methoden ktiltix iert werden. Sie halten tüi; (irapefnut eingeführt. Hei Limas - o I wnnleu lausende Aenrs hewäs-ieiieu Hodens in kleine, etwa zx^i'ieinhalh Aeres «ruße Carlen geteilt, die «lureh einen iieiuein-aiiiei; I'ruunen Ix-würsi-rl werden. Sohald die lläuine frurhlira»end pevxirden sind, weidi-n Käufer für eine oder mehrere Parzelh /i Mf-tirhl. Außer Zhriisfrürhten hoffen die Juden Hude Feh mar '.UM 'lonjuii Toinalen für den x p o r t u a e h K n g - I a u d ii u d P a I ä - t i u a bereil-tellen zu können. Diese frühreifen TniurnVu sind auf Kartoffeln gepfropft, was ihre Qualität: hedrulend erhöht. Für den Kxpnrt nach Kurland wurden eigene \'ei|iaekuu^-ki-teu in Ituuiänien heslelll. Die Juden planen aueh «Iii* F.rriehtnn-i miii /enientfalirikeu. Auswttndererhilfsarbeif in Üherfee Pari-. Dii- Leitung der Auswanden-rhilfsge-ell.-ehaft Hierin in Pari- \eiöffenllieh! in ihrem -oeheu er-rhieneueu lVIiriiar-Hulletin. Mili ei hingen rdier Kinrei-e- und Niedrrla—uugsinögliehkeilen in einer .großen IUmIheurtipäi-ehcr nnd anßervurnprn-t'h-.'r Länder.' Die-Hehrew Shellering and Immigrant Aid Sneiety »f Ameriea Hias; hat \öu den ü'JKl Juden, die mihi I. Januar ins Septenilier in die V <■ r e i n i g I e u Staate n eiugewaiitlert -ind. 'HXi V* rsoiien liilfe geleistet. he\or sie mit ihren in Amerika heieiis aiisä—iüeu \erwandieu in A'riliiudung getreten wareir. In diu ersten nenn Monaten ilevergangenen Jahres hat das An-- kunft-hüro div. Wrhaude.- 73 (),"».! Anfiaiii ii heantworte) uml das Kiuu:.iiderung>d:-paiiemeui hat '2'2'.}'2 Affidavits oder \isa-Anfordei iiiiL'en /.um groß:*!! Teil für Juden a u s .D e u l s e Ii I a n d - Miiheieitel. In i-n»er Verhinduug mit Hias steht die (.'.e.-i-Usehafi Jias Ji wi-h lunnigranl Aid Sm ii-ly of (Kanada). Diese (iesellseliafl!eitei zentral die Au-waudiierllilfsai heil m Kanada. Sie hat P».'(.1 MI) Personen «las Vi-um naeh den AVreinigten Staaten he- -ehafft und ->vi4 Vi-a für Xeneinwantlerrr hi'»or«(. Sehr .anl- -ehliißn ieh i-i der Iterielil «Irr in A r g e n I i n i e u arheiteiitlen ('•t -ellsehaft Soproliniis fSneiele de Pioteeiiun au.\ Xnmiigranl- Lsraeliteä).- 1^35 wurden von «ler GcselUehaft 954 Einwanderer aufgenommen. Aus Polen kamen 770 Kmwanderer, aus Dcutsehlaud 60, Ulis Frankreich 33. aus Rumänien 18 usw. Die Gesamtzahl der Kinw anderer aus Deutschland ist jedoch höher, da ein Teil von ihnen direkt vom Ililfsverein * der Juden in Deutschland ahgeferti»l wurde. Naeh der Statislik des staatlichen Kinwanieruugsamtes sind 3159 Juden, davon 25112 polnische und 272 deutscher Staatsangehörigkeit im Jahre 1935 in Argentinien angekommen. Hier/u müssen jedoch noch als Touristen eingetroffene Per-*onen gerechnet werden, die nachträglich »he Aufenthalt.sci lauhnia erliielten. Der neue Präfident cler Allianee Profess(»r Arnold Netter /.um NachTnlgcr Svlvain Levis gewühlt Paris. Zum Präsidenten der Allianee I-raeliie Kniverselle ist als. Nachfolger des verstorhenen Professors Dr. Sylvaiu Levi der hisherige- \'i/epräsident der Allianee und Mitglied des Verwalluiig-- laleder Jew ish (UilouLsatiou (ICA). Prof. Di . A r n o 1 d N e I t e r , gewählt worden. . l'rof. Netter wurde lo55 in Stiaßhur^ geUireii. Ui'jH winde er Professor an iler Pariser medizinischen Fakultät. Kr hal eine Iteihe hedeutsaincr wissensehaftlleher Werke fiher Kinderkrankheilen. die Schlafkrankheit und die präventive Diphlerie-Inipfung *i erfaßt. In Anerkennung .-einer w isseiL-chafl liehen Verdienste wurde er /um Kommandeur der Ehrenlegion ernannt. Raubmord bei Ifaifa J)a- Opfer:, eine Jüdin aus Deutschland Jerusalem. Die aus Deutschland eingewanderte J u I i-e Kol-. I e r wurde während eines Spazierganges, den .sie: in Ilegleitiuig ihres 1 3 j a h r i g e n Sohnes von Haifa aus in «ler Kiehtnng nach .Vllit unternahm, in der Nähe m»i Hat tlalini \on Arahern nhei'falleit. die sie niederschlugen und sie ihrer Hahc herauhlen. Die rhcrfalhue ist ihreii Verletzungen erlegen. Der" 13jährige Knahe ist schwer verletzt, sein Zustand ist ernst. Di:* Polizei verhaftete einen gewissen Mahmud Ahhadiye, der eingestand. Krau Julie Koller hei Hat (lalim gelötet zu hahen. Der zweite Angreifer. K'nalum Assafari, i-t entkommen. * ISralystnk. Der (:2jährige Vorsitzen dr der j ü d I s e h e n Gemeinde in Kom/.a, Hirsch Epstein, hat nach der lifiekkehr wm der in Warschau abgehaltenen großen Proieslkuuilgclning der jüdi-ehen Gemeinden Polens geiren «las geplante Schcehita-A erhot Selli-imord dureh l'iiinehuien miii \'erc;nal hr-gangen. In einem Ahschied-sehreihen erklärt er. er hahc es nicht länger ertragen können, die K'-iden der verfolgt.'n Juden Polens miiaiizusehi'u. .Dee einzige Solln l'p-ieius, .der in der juiü-ehi'u Sozialarheil eine her\oi-ranend-.* Holl;' spielte. i<t 1920 im Kampfe gegen Sowjelriißlaiid auf polnischer Seite «efallen. Magnetismus—Suggellioia—Hypnofe S)r. Jacrobfolin f[>r5dii fiir die Jüdifclie WinU i lulic Ks war einmal — in märeln-uhaft grauer Zeit, als in der AVek das Wunder regierte ein Schiff, ein richlig»ehcudes Se'iiff. »las auf einer .'ihi nteuerliehen Fahrt in das Nnrilmeer gelangte uml dort . in die Nähe eines mächtig aufragenden Herges geriet.'.der «las Schiff wie -uii uiisiehlharer Gewalt au sieh zog. >u.daß **ä seheilerie. Mit Kutsi-izeu sahen die Scluffhrüehigeu. wie <üe ei-rrnen Nägel der Seiiiffswand sieli lockerten und hcraushohen. wie die Planken klafften und wie das Schiff schließlich verdank. Ks war der M a g n e t!» v r g . der solches K'nheil anrichtete. Eine alte Sage. die. der Üerlincr Nervenarzt Dr. K. Jaeohsohn in einem Vniirag zugiri-teii der J ü d i s e h e n Winterhilfe im Kogenhaiis Kleist-(raße seinen Aiisffihnmgeu Oher ..Magnetismus. Suggc-tiou. Hvpno-e" \orausschiekle.' Die Kräfte, die in «fieser alten Sage >o leheudig geschildert erden, sind magnetische; sie sind unter anderem in den Dienst der Heilkunde gestellt worden. Der -Arzt terwendei groß:* .Magneten, um - Eisensplilter aus dein Auge zu ziehen. Dic-i in — physikalischen Gesetzen ge- - Inn-eilenden — ..IVrioinagnrtismus" steht eine ander:; Art von Uagiieii-mi!- gegenüher. die sozusagen au «len Iehcudigeii Orgauisnms M-raukerl ist um! die mau deshalh als t i«: r i s e h i? ir Maguelisinus he/.eielmet hat. Er knüpft an den Namen des Wiener Arztes Kranz Anton M e ß m e r auder mit .seiner Kehre und Methode die Welt auden Angeln zu liehen tlrohle. Er .sehrieh sieh selh-i eine mag::;ti-clie Heilkraft zu. eine Art Fhiiduni, das er in Knrm \on Mngnel-irieheii ühertrug. Er erzielte mil .dieser ■geheiuiui-\ollen Hchaudluugsiuethnde aufseheuerregeiule Erfolge. Der Khor der Glänhigeu erhöh ihn his in den Himmel und ffillle sein Sprechzimmer, und seihst gekrönte Häupter — Maria Theresia und ihr:- Tnehter Marie Anlohtclit*. die nachmalige unglückliche Königin \ou I"rankreich — förderten ihn. Aon seiner eignen Zunft, der Ärzteschaft, wurde er schroff ahgelchut. Die lierithiutcu Fm-clix ersuche GaUanis ließen. Nfeßmer glauheu. daß er der Träger eineelektrischen Kehrnsfhudiiins sei. das er nicht nur auf Men-ehrn. sondern auch auf lote Gegenstände nheriragen könne. I ud so -.magnclisierle" er Ch-hrauehsgegensläude aller Ali. z. 1!. Teller und Gläser, weiterhin liäiimt^ Wasser. Musikinstrumente. Dem Wa-.-er fihertrug er «Hcse inagncti-ehe Kraft, so daß lA*ute. dii; darin Iiaileten.' augehüch gesuml \rimlcii. Wer von den u» a g u e t i s l e r t e n T e. 11 e "r n aß. spürte merkwürdige Heilwirkungen, elniiso wie diejenigen, die sieh im Schatten ma etisirrtcr Ifäunie nihteu. Na«'ii mancherlei Irrfahrten, die ihn aueh naeh Paris führten, landete.Mrßmcr schließlich in seiner Heimat am Hodcnscc. wo er muh jahrelang in der Nähe von Meersburg wirkte. Was war denn mm aher das geheimnisvolle Fhiidtuu. dem Meßmer seine verhlfiffenden Erfolge verdankte V Tsl es möglieh, daß «-in Mensch — ju physikalischem Sinne nach Art des Maguclherges — m a*gn c t i sc he Anziehungskräfte hesil/.l und sie auf aiulere Personen üherträgtV Noch vor zclui Jahren hal «Üe W iss«*nsehafl diese Frage glatt verneint. Heute, nachdem «ler Mfiuehencr Physiker Z e n u e c k. im Verein mit «lein llerliner Qururgen S a u e r h r.u e h uns mit dem Vorhandensein elcktro-magnetischcr Fehler iK'kaniH gemacht hat. deren Trüger der Mensch selh.-t isi — heule hat die Fragt* wieder eine gewisse wissenschaftliche Kxisl«-uzherechiigiiug gewonnen. Tst es denn aher nötig, die Kerinflussung \on Lebewesen — Meßmers Teller und Gläser und Bäunie und sein geweihtes Wasser dazu legen wir selbstverständlich ad acta -— in seinem Sinne durch Oievlragung einer magnetischen Kraft zu erklärenV Oder gibt es andere — weniger phantastische — Möglichkeiten, die den außerordentlichen Erfolg Meßmvrs verständlich machen? Es ist sehr wahrseheinlicTi. daß Meßmer selbst, der g*ahz gewiß ein kluger Kopf war, nicht so sehr von seiner ..inagnctisrhen" Kraft, wie \o;i dem unwiderstehliche» Eiufhiß'seiuer Persönlichkeit überzeugt war. Heute nennen wir die Kraft, durch die Meßmer wirkte. Suggestion.. IUd in der Tat. es gibt im ganzen Reiche, der Heilkunde keine 1 leilerfolge. dii* im Sinne Meßmers und seiner Schule gedeutet werden, 'die nicht auf das Konto der Suggestion zu setzen wären. Wa* I-i da- We-en dieser Suggeslhm und worin .Vstrhen ihre KrüTirV Nach Dr. Jaeub-iihns Definition i-t Suggestion die Kiuuirknug auf die Seele eines Menschen — nicht auf «lern .Wege begrifflichen Denkens, .sondern auf dem Wege der Idee, des Glauben-. Damit eine -Vorstellung, eine Idee suggestiv wirkt, muß .-ie. auf einen \orlicreileleu Itoileu fallen:.es muß — wie «ler Fachmann sagt — eine Erwartuugsspaiuiuug vorhanden sein.- Der Andre, muß etwaerwarten, mag er es erhoffen oder befürchten. Ist diese Spannung nicht-offensichtlich schon vorhandenso besteht die Kunst dessen, der suggestiv wirken, will, darin-, sie' zu erzeugen oder fühlbar zu machen'.' Ein HcispieK Ein Patient soll e Ke k t r i s. i e. r t werden: in «lein Augenblick, da die Keilungsschnüre au geschlossen werden, zuckt er zusammen, noch che der S t r o m e i n - g schaltet wird. Die Kräfte der Suggestion werden heilte mehr denn je ganz. In wüßt in den Dienst der Heilkunde gestellt, besonders natürlich It e i E r r e g u n g s - u n d A n g s t z u s I ä n d c n . hei krankhaften Neigungen tind Miuderwerligkeilsgefühlen. Übrigens wäre <-s falsch. d<-r Anwendung der Suggestion solche engen Grenzen zu .-eizcn. Man sollte stetdaran denken, daß bei allen) krankhaften Geschehen Im Körper — mag es -sieh um einen Herzfehler «■in Nierenleiden; eine Zuckerkrankheit, eine Ohraffektion handeln — * eine seelische Komponente mitschwingt. mehr als Meie Kranke ahnen und manche Arzte wnhrhabcn wollen. Daß aueh rein körperliehe Schädigungen suggestiv beeinflußbar sind, zeigt das nicht bestreitbare Verschwinden von " Warzen. . Früher nannte man so etwas Sympathie und denkt unwillkürlich au daliespreehen «ler Hose. Als weiteren Beweis für die körperliehe Einwirkung der Suggestion .erinnerte Dr. Jacohsohn an da» suggestive Errötenunter dem Viele leiden. Man rs-igt einem Anderen: -Aber Sie werden ja rot." — Der also Angeredete bestreitet das. schimpft und . . . errötet. Der Weisheit letzter Schluß ist hier wie in anderen Fällen, - daß ein zweites- Teh regiert, «las H\r JJ n t e r b e w u ß t s e i n nennen. Zwischen Snggeslion und Hypnose bestehen keine Wesensnntersehiede. wenn wir von «ler laienhaften Auffassung eines mystischen tiefen uml nicht erweekbaren Sehlafzustandcs absehen. Gelingt, es. in einem Menschen die Suggestion «les Müdcseins zu erzeugen, so wird er tatsächlich Müdigkeit-spüren und schließlich einschlafen. Je nach der Tiefe kann man die Hypnose in drei graduell verschiedene Stadien einteilen, von denen den Kaien «las tiefe ..somnambule"' Stadium inlercs-iert. In diesem Stadium, das im Gegensatz zu den leichteren Stadien der Hypnose nicht hei allen Menschen zu erzielen ist. kann eine tiefgreifende Beeinflussung der Gesamtpcrsönlichkcit erfolgen. Nicht zutreffend ist die weit verbreitete Vorstellung, daß die Heilbei'influssun« eines Menschen sieh nach der Tiefe des hypnotischen Zustande.- richtet. Gerade die leichteren Stadien, in denen <Icr Wille des Hypnotisierten nhhl glatt ausgeschaltet, sondern nur in andere gcvüuschto Hahnen abgelenkt ist. eignen sich besonders für eine Heilbehandlung. - . Zum Sehhiß seines interessanten Vortrages streifte, Jacohsohn die kriminelle Bedeutung des Problems. Kanu ein Mensch *hireK\ hypnotischen Zwang zum Verbrechen; zum Stdbstmord werden? Jaeöhsolm vc riu'iut die Frage. Askleptos.