Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 7 (12.2.1936)
- Date
- 1936-02-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Anekdoten Von MANUEL SCHNITZER Das Heilmittel, Zu den Bewohnern des Städtchens, in das der Wundcrrabbi eingezogen war, gehörte ein böser Zweifler und Spötter, der den heiligen Mann gründlich hineinlegen wollte. Er geht zu ihm und bittet um Heilung und Trost. „Ich' leide", sagt er, „an zweierlei. Ich habe einen großen Fehler, denn ich kann nicht sagen die Wah rh c i t, Rabbi, und dos schmerzt mein Gemüt. Und ich kann nicht schmecken mit der Zunge und hab keinen Geschmack in meinem Mund." " Der Rabbi betrachtet den Mann und meint: „Komm morgen, denn der Fall ist schwierig, Und* "ich muß nachdenken. Aber wenn Gott will,' werd' ich dir helfen." Als der Putitnt am nächsten Tag erscheint, nimmt der Rabbi eine Pille, die er angefertigt' hat, läßt den an der dopi>cUen Krankheit Leidenden den Mund öffnen und schiebt ihm das ansehnliche Kügelchen hinein. Kaum hat der Mann die Pille zerbissen, als er mit der Miene des" tiefsten Ekels das Medikament ausspuckt tmd wütend ausruft: „Wus m)11 das heißen? Das ist ja Pech, Schwefel und Petroleum, was ihr mir gegeben habt. Giftmischer! Hilfe! Pfui! Pfui!" ..Nu, was schreist du?" lachte der Rabbi. „Hat doch' Gott schon das Wunder getan! Demi du hast erstens die Wahrheit gesagt, es ist wirklich Pech, Schwefel und Petroleum. . . . und zweitens hast du *chön den rechten Cesrhmack auf der Zunge ..." Die Katze Zu einem Scliicdsrichter kommt ein Ehepaar, und der .Mann trägt folgenden Fall vor: Er hal>« am Morgen beim Schlächter zwei PJund Fleisch gekauft und seiner Frau nach Hause gebracht; sie sollte davim ein Mittagsmahl zulicrcitcn. Daim sei er seinen Geschäften nachgegangen- Nach Haus zurückgekehrt, habe er kein Essen vorgefunden und die Frau in Tranen. Sie halie gesagt, die Katze wäre über die zwei Pfund Fleisch gekommen und habe sie völlig aufgefressen. Er aber glaube da» nicht, und er mißtraue seinem Weih, das nicht nur genäschig sei. sondern auch, andere Untugenden habe. . „Lud doch hat die Katz die zwei Pfund Kleiseh gefressen!" ruft die Krau. ..So wahr ich hier steh*, hat sie sie gefressen! Iis ist mich keine halbe Stunde her.-daß sie das Fleisch gefressen hat!" Der Rabbi *agt zur Kran: ..Bring mir die Külz!" Dann, nachdem sie sieh entfernt hat, zum Mann: ..Geh zum Kaufmann und bring mir eine Waage!" Beide* ist bald zur Stelle: der Rabbi tut die Katze tu die Waagschale und findet, daß ^ie genau zwei Pfund wiegt. ..Da sind also die zwei Pfund Fleisch!" donnert er die Frau an, ..wo ist die k'atz . . Aus der in der Rr.ind:issehen Verl3t*sbiichhand1u(ii* Berlin erschienenen Sammlung „FtaUht Lach" von Manuel Schnitzer,;,- Der Gatte , Ks war Krieg und was Waffen tragen konnte im Kelde. Im Krauengcmach des Palastes saß die Königin inmitten ihrer Töchter und Schwiegertöchter und trauerte. ■ Da kam ein Bote, zu ihr und rief: „Heil dir, o Königin! Lasse Freude in dein Herz ziehen! Deine Schwiegersöhne kommen zurück! Unversehrt, kommen sie!"' Die Königin hob den Blick und sagte mit einem Seufzer: ..So jnögen meine Töchter sich freuen." Min anderer Bote kam. „Laß deine Trauer fähren, o Königin. "leine Söhne nahen! Ohne Wunden kommensie aus den Schlachten." ..Dem Herrn sei Dank!" sagte die Königin. ..So mögen meine Schwiegertöchter sich freuen." Und wieder gab sie sich lrül>cn Gedanken hin. * Ein dritter Bote stürzte ins Gemach. ..U Königin, dein Gemahl! Er ist auf dem Wege zu dir!"* Da sprang die Königin von ihrem Sitz auf. Stand wie verklärt, ein .Leuchten im Antlitz, und rief, dem Teueren entgegeneilend: ' ..Dirs endlieh ist meine Freude!'* Aus «Die schünsten Lebenden aus dem Talmud* -j, in der Nachdichtung von Manuel Schnitzer, die in.der Sammlunj; ..Gestern und Heute" in der Brandusschen Verlagsbuchhandlung Berlin . * erschienen sind. Manuel Schnitzer 75 Jahre Am heutigen Mittwoch begeht der. feinsinnige Erzähler und Journali-l Manuel Schnitzer in geistiger Frische seinen 7.1. Gelmrtatnjr. I> gehört zu jenen Humoristen, die wie Heinrich' Seidel und •Julius Sünde mit behaglichem Humor und feiner Beobachtungsgabe dir Krcudeu und I-eideu des Familienlebens zu .schildern wissen. Schon als junger Studiosus den die schönen. Künste mehr anzogen als die Pandekten, -erwarb er sich durch einige Novellen die literarischen Sporen. Mit der Erzählung „Küthe uml* ich" stellte sich Schnitzer, der indes eine Stellung als Schriftleiter, de» Untcrhaltungstcils einer Berliner Zeitung angetreten hatte, in" die Reihe beliebter Erzähler. Sein inniger Humor, mit dem herzliche Güte imd feines Verständnis für die kleinen Schwächen der iiKuschlichcu Natur vereint' waren, und seine schlichte Fabulierkiuistj mit der er einen Einblick in die Leiden und Freuden einer jungen Ehe. seiner glücklichen Ehe, gestattet, gewannen thrii mit einem Schlage eine Volkstümlichkeit, die sich in mehr als •10 Auflagen kundgab, die, das heitere Buch seitdem erlebt hat. Nicht minder originell waren eine lustige und: lebensvolle Schülcrhumorcskc „Peter und -Fanu" und die ,,D r i 11 i c h a u e r Lebensläufe in denen er mit psychologischer Einfühlang die Menschen seiner Heimat Andr4ch.n1 vor Augen führt.-Selbst die vielen Spitzfindigkeiten, in denen sich die Leute seines Geburtsorts manchmal gefallen, tun den» feinen Humor lyeiucu Ahr Irnich, der sich in dieser Erzählung glänzend offenbart. L-nd wem wäre sein Sammelhüchlcin jüdischer'Anekdoten. ,Jl n h b i La eh" unbekannt, die er einem alten Bocher und Vaganten in den. Mund legt, der snfiter zu Familienfesten aufspielt unil durch treffenden Witz und heiteres Lachen nachhaltiger als mancher Gelehrte auf Geist.und Herz seiner Zuhörer wirkt! In den beiden letzten Werken zeigt sich Manuel Schnitzer als feinsinniger Beobachter jüdischen Familienlebens, und die. wertvolle Einleitung, die. er dem „Rabbi Lach" vorausschickt, beweist ebenso wieseine weniger bekannte kritisch-literarhistorische Studie ..Der Kall Poliph'ar", mit wie gründlichem Forsche, r.sinn, er sieh in die Gestalten und Gebiete vertieft, die er uns mit behaglichem Humor veranschaulicht. Aus allen Werken, die der Erzähler Schnitzer n e b c n einem mehr als dreißig Jahre währenden Tagesdienst als Journalist veröffentlicht hat, tritt uns eine liebenswürdige, gemütvolle Persönlichkeit entgegen", die Freude und Behagen verbreitet und unser Herz bereichert. . - . M. S. RuwU Zwischen Start und Ziel Ein jüdischer Sportroman von KÄTE WIENSKOWITZ „Eine Feierstunde" veranstaltet der Vorstand der Neuen Synagoge am Sonnabend, 15. Februar, abends 8 Uhr, in der Synagoge in der Oranienburger Straße- Rabbiner Dr.. van der Zyl hält die Ansprache. Es wirken ferner ua. mit: Oberkantor Gollanin. Frau Lonc Brotzcn (Gesang), Ludwig Altmann (Orgel). Eintritt frei. IL Fortsetzung Trotz" der langen Wochen, die er nun schon bei Tom Biijden» menschenfreundlicher Mutter in Behandlung stand, konnte Benjamin -den entsetzlichen Augenblick nicht vergessen, in dem er Jerrys Auto wie eine riesige, schwärzliche Lawine auf «ich zurollen sah, der er nicht entgehen konnte. Vergebens hatten ihm einige der besten New Yorker Arzte übereinstimmend gesagt, daß sein rechtes Bein ebenso wenig steif geblieben sei wie. das linke — denn beide seien von "dem Wagen nicht eiuma*! gestreift worden. Eine Quetschung des Brustkorbs und ein paar gebrochene Rippen waren alles, was der Verunglückte davongetragen hatte, außer ein paar Sctmittwundcn au Hals""und Gesicht. Am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen war das Nervensystem des Patienten. Nur mit Hilfe eines Stocks glaubte er noch gehen zu können —- keine Diathermie, keine Bestrahlungen seien imstande, ihn je wieder zu heilen. Den Rönlgenaufuuhuicn, die Dr. Ridder immer wieder von seinen Beinen machen ließ, schenkte er keinen Blick. Die traumatische Neurose wich nicht, der Schock, deu er davougetragen hatte, war zu stark gewesen. ..Gottes Strafe — Gottes Strafe", dachte Benjamin immer wieder, wenn er sich selbst überlassen war. Besucher sah er nur . ungern um sich — sie brachten stets Neuigkeiten von draußen herein, von jener Welt, aus der er ausgestoßen war. ..Morning, Mr. Ree!** Unwillig sah Benjamin auf. Doch seine Zuge glitt icic» >.rh. als Joe Trefoll mit ausgestreckter Ilaiul auf ihn zukam. "Ben hatte sich erhoben und nach" dem Stock gegriffen. Das rechte Bein schwer nachschleifend, ging er dem verehrten Mann •*nlg«gen. „Nein, ich kann mich heute nicht so häuslich bei Ihu^n einrichten wie sonst, mein Junge*', sagte der Rabbiner. ..Ich wollte Sie im Gegenteil bitten, mich ein Stück zu liegleilcu. Dies«* Tasche hier", er hielt sie hoch, .,birgt ein paar Sachen, dir ihren Besitzer gewechselt haben- und ihn nochmals weckselu werden. Ein großes, .großes Wunder, mein .hinge; ich möchte, daß auch Sic daraus erkennen könnten, wie groß j.Goit es - Güte ist." ..Ich merke leider nichts davon", entgegnete Itciijaiuiu Bcereustein bitter. „An mir hat sieh höchstens »Ins Wort bewahrheitet: „Du führst den Menschen bis zur Zerknirschung und sprii-lM: Kehret um. ihr Menschenkinder! Kanu man als Krüppel denn noch umkehren V" „Versündigen Sie sich nicht", sagte der Rabbiner jetzt mit ungewöhnlicher Schroffheit. ..Wie können Sie wissen, >»as der Ewige noch mit Ihnen vorhat V Sic (un wahrhaftig, als sei die Welt aus den Kugen gegangen, weil Sir keinen Sport rnchr'ln'ibcn können. Werden Sic doclr ein Mann, der s«-in Leben zwischen die Fäuste nimmt und es neu formt!" „Als Krüppel?" , Benjamin glühte vor Erregung, und Trefoll dachte: ..Endlich habe ich ihn einmal aus seiner Reserve he reuige lockt' Ceuau. wie Ann Ridder es sich gedacht hat!"' Schweigend verließen sie die Klinik. Benjamin .schwer auf den Krückstock gestützt, Trefoll, die Tasche in der Hand, uclicn ihm. Im Garten begegneten sie der AV/liu. die ihnen freundlich zunickte und dem Geistlichen verstohlen zurief: ..Alles all righl! Auf baldiges Wiederseheu, alter Freund!"" Der Stuyvcsant Park „lag buhl hinler den Beiden und die "2ml Avenue nahm sie auf. Seltsamerweise schlug der Rabbiner* den Weg zum Marblc Friedlinf ein. der sieh kühl und menschenleer vor iluien auftat. Mit keinem Wort war Joe Trefoll mehr auf den lulialt der Aktentasche zu sprechen gekommen. Er redete mit m-umhi . Begleiter filier «lie verschiedensten Dinge, als plötzlieh hinter ihnen das surrende Geräusch eines in höchster Eile getretenen Fahrrades hörbar" wurde. Benjamin blieb stehen und sah sich um. Was war das? Hill Trevor? — Jetzt, um diese" Zeit, zu der er im Pulitzer Building seinen Lift zu bedienen hatte, fuhr er hier spazieren? Was bedeutete das? Aber er hatte nicht viel Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Plötzlieh schrie der Rabbiner— cnlx-l/t auf: .,Meine Tasche 1^' Der fassungslose Ben sali, wie sein Arlieitskaiuerad und Freund Bill Trevor, den er immer für «■inen hochanständigen Jungen gehalten hatte, zum "Rfiulicr wurde- Mit einem Griff hatte er «lie Tasche, un sich gerissen und radeltr damit davon . . . Da gab sich Benjamin einen Ruck. Der \erehrle Manu durfte durch einen Verbrecher nicht' geschädigt werden. Der -Krückstock polierte hart zu Roden, Bens I binde hallten sich automatisch zu Fäusten, seine Arme preßten »ich au die Brust. So raste-er hinter Trevors Maschine her ..er ift wie (.in Schrittmacher'" — war alles, was er «lenken konnte. Ein-, zweimal sah der Verfolgte sich strahlend um, je mehr sein Verfolger an Moden gewarnt, um so glücklicher sali Bill aus. ..Alle Welt preis«; den Herrn, den aller Wellen Preis nicht erreichet", sprach Joe Trefoll feierlich vor sich hin. als er ^eniäcliJicli seinen Weg verfolgte, No«'h immer radelte Bill weiter, noch immer versuchte Benjamin, ihm den Raub abzujagen. Mit. einemmal aber sprang «1er Radfahrer ab und schwang die Tasche hoch in der Luft. Dann rief er lachend in seinem drolligen Slang: ~ ■ ..Noch heißer machen lasse ich mich uirlit \<iu dir, old boy' Da. du stillst sehen, daß ich gesonnen bin, mit dir Halbpart zu machen!" Er hatte sich mitten auf «lie Straße gestellt, und Ben flog geradenwegs in seine Arme. Doch sofort machte er sich wie«ler frei, riß «lie Tasche au sich und schrie: ..Ein Lump bis) «In geworden,' der sich an fremder Leute Eigentum vergreift! Bill, weshalb hast du «las getan?'• ..Na. 1111 w<*cne man nich gleich, Mensch!'* grinste Bill. „Getan habe ich ,.d a s*' nämlich auf Bestellung von deiner Frau Doktor und dein ollen llerru. der. da auf uns zugczoltcll k«>imutI Nu weeßte «loch wenigstens, daß «leine Bccne noch «lie allen sind, und »las sollte, ja schließlich Zweck «1er Cbung sein!" Mit leuchtenden Augen hielt Benjamin «lern Geistlichen die Tauche entgegen, «lie dieser schweigend an »ich nahm. Dann gab er Bill «len Auftrag, zu Frau Dr. Rj«hh*r zurüekzura«lrhi und ihr über d«-n Ausgang der Gewaltkur Bericht zu erstatten. Aber bevor er. wieder davon erfuhr, mußte Bill sich gefallen la--«-n. «laß ihn Ben küßte und, rief: '..Lieber. lieber Bill, nie, niemals werde i«'h dir «las vergc,si*n können.1" Dann ''rst stieg er in den Wagen, «len der Rabbiner \or "dem Marble Friedhof angehalten hatte. Auf der Straße aber lag — einsam und vergessen — ein Krückstock. „Wir fahren zum Tempel**, sagte unterwegs Trefoll kurz zu Benjamin, tJch habe fhnen dort etwas zu übergeben, was' keinen Aufschub duldet!" „Wuchtig und massiv baute sieh die Ilauntsyna^oge New Yorks au 'der öih. .Avenue vor ihnen auf, eines der schönsten Gotteshäuscr^.der Welt. Als vor dem Tempel das Auto hielt, winkte, der Rabbiner Benjamin, der noch immer halb benommen war, eilig, ihm zu folgen. Erst im Vorzimmer, cinnm hohen, bis unter die Decke mit- Ebenholz getäfeltem Raum mit schweren, dunklen Vorhängen und kunstvoll geschnitztem .Mobiliar, nahm Trefoll wieder «las Wort-. „Selzen Sie sieh, mein Sohn", sagte er, „mul sehen Sie sieh an. Was diese Aktentasche enthält. Dann trat er un »las hohe Fenster des Baumes, um Benjamin die tiefe Bewegung nicht zu zeigen, «He auf seinen Zügen ruhte. VcrsUliulmshts kam der Junge «lein Wunsche des verehrte« Mannes nach. Zwei in Seidenpapicr eingehüllte Gegenstände lagen vor ihm auf dem Tisch, aber schon, als er dus erste PaLel auszuwickeln lH*gauii, fingen «■ine Hände au zu zittern. Zuvt, drei Bogen fielen raschelnd auf «lie Knie — «etil kleiner Papierbeig häufte »ich auf Iii» Itcujatiüo. /weifelud und" entgeistert, auf deu KnlduM-hlH'rher und die 1 hiwdohihhüchse aus der spanischen Jihleria blickte, die einst in Onkel Ja«*olj> 11« sitz gewesen waren. Da warf der junge Mensch «lie "Arme auf deu Tisch mul hrtlcte «leu Kopf darauf. Er weinte, wie er seil seiner Kinder/ei. nicht mehr;;«wvint halle. Nach einer Weile sagte Trefoll: jr-.Ich halie einen entfernten Verwandten in Schlesien.. Den**- hatte ich gebeten, sich mit «lein ehemaligen Besitzer «Irs l.eihhmise« in Beut heu. dem alten Mr. O-ehiuski. 111 Verbindung *u sci/vn. ab» ith Ihre t'e-chichic kennengelernt hatte. Hut nU vor dein greinu Mann — vergeben Sie nie. wieviel Dunk Sic ihm schuldig sind, mein .lunne. Wissen Sie. wih er für Sir getan hat V Wie «*in IVtekliv hat er dem* verauktionierten Knltgeräl nachgespürt, hin er feststellte, daß ein ciijrli-cher Kimstllclilmlicr, ein fimninrr Jotle, es erworben hutle. - Ev. uiachte mir «luv«m Mitletluug. und '"alles andere,'' nun. Sic sehe«, «las Sillicr!>1 wie«ler in Hiitii lte»i(z /urni kückehrt. I ud nun gehen Sie und danken Sie (lolt — u«*hi. nein, iii«-hi mir", sei/ie er erschüttert hinzu, als Benjamin vnr ihm nicdcr-niik und -eine Knie schluchzend ^iimkliuiiinciie. „(rt-h\ nie in S(dm", murmelte Trefoll leise, ,.1'iiser Kantor spielt um dies«' Stunde iminw zu seiner eigenen Erbauung «lie Orgel. Aber ich denke. EMU wir«l nichts «bigegen!inl*en, wenn *«lu dein dankerfülltes Herz jetzt vor «lein Ewigeii iiiisbrritesl.'11 Brausende Orgellöuc begrüßten B«'ii, als erc von Trchill mit Käppchen lind ('ebetiuautel versehen, «h'ii Tciil|iel bctcul. Die W ell war für ihn v er.-iinkeii. I lerzelei«! unil FCuiumer wich von ihm unter den herrlichen, weichen -Klängen, «lie «Irr Mcisl«*r der Org«al seinem Instrument zu ctillm-kt 11 verslau«!. Lange, lange lau-ihle ihm Benjamin. \U er dann mit Trefoll, «|er auf ihn ««'Härtel hatte. i!a> <*chfuidr wieder verließ, war ein neuer Meu*ch ans ihm geworden, l ud aU der Rabbiner beim Abschied lächeliul sagte: . " - ..Ich glaulH*. Ben. daß es höchste Z«*il für Sie wird, mit Tum uegen «1er ..Pala^tiniade" zu sprechen, erhielt er «lie üIm rnnehciidt« Autw«irt: ..Ich will nach I lause zurück iiimI meinem \'alrr brueisen, daß ich auch gelernt habe, zu ver/.rrhleu!" D«M'h er halle seine Bechuuiig ohne «Ieu'S|Hirl yiuacht^ XXIV. Wenn etwa- .Benjamin in seinen I'!nlsehhisHcn noch bestärken konnte, hi war c« der Brief Waller Waugemaim*, den er v«iu ih tu alten Klubkauieratleii empfing, als er die Fuhrkartu nach Eni dpa bereit» in der /lWhe hatte. Das Schreilieu war kurz und aufsthhißreich: ..l.ielirr aller Kerl, habe mich dumm -filier Deinen Sieg im /.ciiimgsjiuigcnreuueii gefreul.-Hört«* auch, «hiß Du ab« Eiupfaug»- l*crr in einem Spoilnuiga/iii untergekommen bist; graluhir! Sehälz«', daß Du jetzt genügend \<-r<licnsl, um D«mI«i «Ich Tauxrmlcr so nach und nach zurück»chit-keii zu können. mit dem sie Deinen Rutsrh nach New York finanziert hat. S1 e iin«l nicht j e Ii hat dim getan, ich war nur ihr Verlraueusutaiin. Dem armen Mädel muß m furchtbar schlecht gehen. Sie hat sieh mit Van fehlen vollkommen verkracht und i*l bei Deinen Eltern als Verkäuferin iirder Zrntralluarkthalle tätig, kann «las (Jehl als«» «Iringeuil gebrnucheu. Sehreib' ihr, sie s«>M mir nicht böse sein; ''"^ ''"h geklatwhl hu)*«', würdo ich tnusi-nd .Emm zur Verfügung haben, hält«* ich mein Verrprecheu gehalten. Ver/.eih «len Telegrammstil und tlie Kurze dei Briefes. In drei Tauen reise ich nach f>w Angeles zu den Aiis- «clH'iduu^skäiupfeu'. hall «lie. Daumen De»w'm alten Sp*»*lkmne-;'ia«leii Waller." *; Zu dem gleichen Zeiiptinkl. tut dem -Itenjamiu New Volk : «erließ. ertöu(eti «lie Faiif.iM'ti m den bedeutrudeu Vorkäuipfeii für du** sportliche F.re'«ni-. «!»•* Iwreils seil vieleil Monate» «lie jüdisch«: Jugeii«! der gau/cii Well in Erregung hielt. Aber si-in Schiff War noch unterwegs. nU beim ,.J. V. S." ein Telegraiiim eintraf, da» «lie -fuullichcu Mitglieder des Vereins in tui^cheure Erregung veiH'lz.le. ICs latllrlc: ..\\nnge1111niit völliger Versager. Beerenstein nach Berlin; unterwegs. Will nicht'mehr starten. Versui-hf. ihn iimzii«limmt*fi. Drahtet '•.ein« Zeil nach neuem Lauf. Frayl nicht bei seiner* Familie mich, <la imbekannt. oh er sie aufsucht. Für «Iii« Pallisli-. . iiia«le-('«»milee Tom Midder.v* ..Ol« man ImH llod«» Fürst etwa*« erfahren könnte'<" whlug einer der Klnbkamcr/ulcti \nr. nachdem «II«* r>s|e Will . Ober Wangeiuaiuis Nietie rtage vciraueht wor. Aber «he Mebr/iihl; war dagegen. i ..Erst U1Ü-.-CI1 wir doch mal hürciv weshall» er filx-rhaupt /orückgekomiueii i-t und nicht mehr mitmachen will'." sagten die Vernünftigen unter den Khibmitglieihrrn. Steps, der jedesmal bei grotWn Verunslalruiigeii die Spnwhchön«. 'dirigierte, meinte: ..Kinder, bis jetzt hat sieh der llennie 1HH-I1 inmier bei uih augefmiden. «ihnc «laß wir ihn rufen mußten. Wenn er hier ist, wird er hc«tiuuut van sieh hören las»'11. au«h wenn er wiiklich nicht mehr starten M>lltr. Kümmern wir uiu» fii-bev um ila- Spurt fest am Stnuifag. Wie ist c* «leim mm V Haben die Trebeehen geantwortet? Macht Tsrhiwnnck mit?" iN«ieh filK-rraschlcr als der .,J. S. V." fi|>er da.*) ainrnkaiiiselio Telegramm war /weifellm Dodo Für«t. als nie einrw AlietuN in ihrer'kleinen Wnhoimg eine-. Rfiiachrichtigiuig «Im (*eIdbrieflrägrrH \ rirfand. durch «lie sie aufgefordert wurde, zur Zahlstelle zu kommen. Sie kannte keinen Menschen . außer Benjamin, «Irin nie Ohl zur Verfügung gestellt, und der ahnte Iwiffcnltich nicht, daß mc und uichi Wangernann seine Rewr nach «len Staaten l»fzahlt hatte. Ihr Erstaunen aber wuchs in* Ricsrngrotte, al* »in zwei- Postauweisiiiigen über je 500 Mark zum Quitt in reu »orgelegt itekani. die in Mamburg einge/ahlt waren. Die Handschrift «Inrauf war ihr miliekauut. und auch deu Namen de« Absemler« halle nin . n\r 'gehört.' ' * (F«irtM*tzuiig fol«t) Sviiagngrirvrrband Rrrliü. Gmppr Rykestraße N. Arn 15.'Februar, abcmls Ü.3B I hr. in «Irr Synagoge RykeAtrnßc. Vortrag von Rabbiner Dr. Manfred Swarsrn«ky*Ül>er: Der Talmud. Musikalische Umrabinim»: OlM-rkanlor Hoff mann. Am Harmonium: Hermann Schwarz. Wilhelm Jahn »rlvatwa»*i«ral und r.lnplBttar.l. MmnsllwHMiMWi ' Mkolang nnd LltfeniDlt fnl Harn. N 31, Brunnenair. 41. Im HauM du .Fiwtnvereln» der Bne-Btlj Loge U.O.B.B. Tel. D 4 Humboldt 7olS