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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-01-15 · 3 (15.1.1936) · page 7

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
3 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Zwischen Start und Ziel Ein jüdischer Sportrornan von KÄTE WIENSKOWITZ Max Brod dramatifiert „Reubeni^ Fürß der Juden66 Wuppertal-Elberfeld. Bei der Uraufführung, mit der die Schauäpielbühne des Kulturbundes Rhein-Ruhr das Jahr 193G begann", handelt c> sich um die Dramatisierung des Romans ..RcubenL Fürst ,der. Juden" von Max Brod, die von Gerhard Waltcr-Roscnhaum besorgt wurden ist. Kr hat licwußt auf Änderungen zugunsten der dramatischen Wirkung verzichtet und nichts Eigenes .hinzugefügt, aber alle* Unwesentliche fortgelassen, und ans dein, was dann als Kern übrig blieb, elf Rilder von starker dramatischer EindringHehkeit geschaffen. D;e Wandlung erstreckt sich auf den Zeitraum von 1511 — Reginn der Mission lU-ubcnls — bis zu seinem kläglichen Ende im Jahre L132. Reuhcui zeigt sieh dem Zuschauer als der: von seinen Anhängern, blind verfütterte Apostel und als der klug und energisch mit den geldlichen und weltlichen Marhthalicm verhandelnde Diplomat: alter er enthüllt sich auch, nämlich in dem Gespräch mit Salomo Molcho im achten Bild, als di r zwiespältige, an .seiner . eigenen Ünwahrhaftigkcit leidende Mensch, der am Wendepunkt seiner Laufbahn die Herrschaft über die Geführten verliert, die Ereignisse nicht mehr kontrollieren kann und geschoben wird, wo er zu schieben glaubt. Wie weit dieser stark tragische Zug dem wahren Wesen des geschichtlichen Renheni .entspricht oder von dem in den Charakter seines Helden sieh versenkenden Dichter hinzugefügt ist. soll hier nicht entschieden, werden. Darauf kommt es letzten Endes auch nicht an. Die lose Aufeinanderfolge zeitlich weit auseinander liegender Szenen hrdiiigt ein gelegentliches Auftreten von Lücken im psychologischen Aufbau des' Charakters tlcs Helden. So erscheint z. 11. die Reichte, die Reuheni den* Salomo .Molcho ablegt, nicht genügend motiviert.r Im ganzen aber lünlerließ das Stück einen starken Eindruck, Die Aufführimg war sorgfältig unter der Regie von Ott« R c i n s 1 c i n vorbereitet, der besonderen Wert auch auf die Ausgestaltung der kleineren Rollen gelegt halte. Von .den Darstellern tat an erster Stelle Karl Bruck zu nennen, der den Rruhcni in allen Schattierungen seines schillernden Wesens erfaßte und liebevoll gestaltete. Heinz Friedohe rg gab den Salomo Molcho in wesentlich freierer Darstclhmgsart, als man es an ihm bisher gewohnt war. und. auch sprachlich!>ewies er, daß er die , schwierige- Rolle sorgfältig studiert und sich mit ihren .seelischen Hintergründen eingehend beschäftigt hatte. Ben Spanier als der halb verwirrte, fanatisch l»esesacue Turiuwäehtcr Gcrson lind Max K o n i n s k i als taubstummer Diener Tuwja galten hervorragende psychologische Studien (besonders eindringlich die Erkcnmnigs^zcne zwischen Rcuheui und Tuw-ja!), ebenso Alfred Horliucr Balthoff} in den kleinen Rollen des venezianischen Ratsherrn Maulint) und de-* Maramicn Aldyka. ITcdc Israel. Eine neue mufikalifche Sabbat-' Liturgie Der Synagogcukompo'uist Jakob D y m o n t hat nach seiner Kreitngabendliturgic mmmchr ein^ entsprechendes Werk für den Sabbat-Vormittagsgottesdienst vollendet, dessen Aufführung in der Synagoge Rykestraßc l>evorstcht. Dymonts ■ Bestreben geht vor allem dahin, dem Gottesdienst auch musikalisch ein einheitliches Gewand zu geben; Vorbeterrezitativ. Chorgesaug und Gemeindclespuuseu werden insgesamt vom ..Nussach", von der traditionellen Melodik her bestimmt. Dabei hat Dymont den schönen Einfall, das ScITina nach derselben Wci*e singen zu lassen, mit der mau an Rausch hasehonoh den feierliche» Scgcnssprneh vor dem Sehofar- 1»lasen ansiimmt. Einem in der Synagogenmnsik häufig begegnenden Brauch entsprechend, bilden die einzelnen liturgischen Teile auch in der. Melodik ein abgeschlossenes Ganzes; so klingen z. B. in den Gebeten um die Tora Vorlesung herum die ..Ncginaus*". die Ak/.cn'e des ..Leinens" immer wieder an. Die Sprache der Chöre ist kraftvoll und herb, frei von der Sentimentalität, die in den Sätzen des vorigen Jahrhunderts so oft die Größe der-Texte verwässert: die Harmonik erzielt namentlich -da. wo sie sich von der Vorliebe für altcricrtc Akkorde freihält, stimmungsvolle Wirkungen. Mitunter gibt der Chor durch textlo.-cs Summen — «sog. 'Bnimmslimiucutcclnuk — die harmonisch*: Grundlage, auf der sieh das Rezitativ des Vorbeters in großen Koloralurrii cutfaltet: dadurch wird, ein der Orüclheglrituug verwandter Eindruck erzielt. Auch sonst ist engstes Zusammenwirken zwischen Yorhcler und Chor vorgesehen;'der Chor wird dadurch aktiver in die eigentliche Liturgie hineingezogen und seines knnzcrlboften Charakters entkleidet. — Unter den einzelnen Stücken fallen hei der Durchsicht besonders das geheimnisvolle ..Zur jisrocl". die' feierliche Vcrkündung des Neumonds und das im Gegensalz zu den gewöhnlichen hanahm Durmclodicn in ernstem Phrygisrh gehaltene ..En kclriulicmi" flu f. Die Erneuerung unserer- Synagogenmusik ist letzten Endes kein musikalisches, sondern ein religiöses Problem. Der Weg aber -kann in unserer Situation nur über dietraditionelle Melodik und über eine vom Gewohnten gelöste Harmonik gehen. Tu .dieser Richtung sollte Dymonts Werk als ein wertvoller Baustein Beachtung finden.' II. Frrylian. THEATER,KUNST,LITERATUR Eine F i I in gc sc 11 seh a f 1, die Tonfilme in jiddischer Sprache herstellen will, wurde unter dem Namen ..Kimmr'M in Wnrs eh a u gegründet. Die Gesellschaft hat Itercils mit den Aufnahmen zu ihrem ersten Film ..AI Ghel". der das jüdische Lei>cn in Polen behandelt, unter der Regie von .Alexander Marten begonnen. * , * Der Organist des Berliner Fricdcnstemncls. Herrn. Seh wo r z, der kürzlich mit großem Erfolg in einem Konzert in der großen Synr-goge^ in Danzig mitwirkte, wurde für ein am Iii. Januar in der Svnagogr in Dresden stattfindendes Konzert verpflichtet. * - , Die B i a 1 i k - S t i f t u n g hat. wie aus Jerusalem gemeldet wird, die erste Verteilung von Preisen für literarische und wissenschaftliche Werke in hebräischer Sprache vorgenommen. Der erste Preis für ein Werk der schönen Literatur in I löhe von 200 Pfund wurde Salman Sehnen r für einen Band Dichtungen ..Pirkc-Jaar" zuerkannt, der zweite Preis im Betrage von 100 Pfund wurde zwischen Awigdor II a m e i r i. von dein ein Band Lieder, und Jacob Burlo, von dem ein Band Novellen preisgekrönt wtirde. aufgeteilt. Den Preis für die beste Übersetzung aus der Weltliteratur erhielt Sau! T s ch e r n i c h o w s k i für die Übersetzung der Odyssee. Auf dem Gebiet der wissenschaftlichen . Literatur wurde der erste Preis von 2(M1 .Pfund Professor Tsrael D a vidson \nm Jcwish Thrological Seminary in New Vork für seine wissenschaftliche Ausgabe der hebräischen Poesie de*-Mittelalters verliehen. Auf dem Gebiet der r.rhrfiisrhcu Jugendliteratur wurde der* erste Preis nicht vergeben. Der zweite Preis wurde geteilt zwischen Antiar JMnkcrfeld und Eliescr Smnllv. * ' * Bronislaw Hubcrm au u ist auf'der Rückreise von Palästina in Athen eingetroffen, wo er im Olympiasaal ein Konzert, gab. das mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. 7. Fortsetzung Es war ein trüher, regenschwerer Morgen, an dem Dodo und Benjamin, der schon am Nachmittag mit der ..Kap Polonio" abreisen wollte, auf dem Lehrter Bahnhof voneinander Abschied nahmen. Das Wetter paßte sich ihrer Stimmung an, und Wide machten nicht viel Worte. Ein Toter Händedruck, ein paar mite, wanne Ratschläge Dodos an den Scheidenden — dann war alles vorbei. Doch wahrend in Benjamin, trotz allem, was hinter ihm lag, eine leise Freude aufkeimte, war Dodn zu Mute, als wäre ihr Leben plötzlich leer und ausgebrannt. Ebenso freiwillig wie Benjamin halte Vie auch den .RüclierwinkeP tirrgegrWn, der ltrreits einen neuen Herrn besaß. Die Bedingungen, -die Dr. Mossinaun der bisherigen Inhaberin gemacht hatte, waren erstaunlich günstig gewesen. Sie blieb alleinige Geschäftsführern! mit Prokura, denn Dr. Mussmauu reiste viel. Ihm lag daran, das Geschäft ganz in der gewohnten Weise fortgeführt zu wissen; auch Ruth Schiff sollte dem .Büchcrwiukel* erhalten bleiben. Besser hätten wirV gur nicht treffen können. Kind'*, sagte Joseph Fürst, als er am Tage nach ticin Verkauf nach 1 lause kam. „Alle Schulden sind abgedeckt außer den Hypothcken/inscn für das Haus. Aber das ist nicht weiter schlimm. Dafür wird auch noch Rat werden. Heule freu ich mich auf das Zulicllgchcu. nach ungezählten Monaten die erste Nacht, die ich ohne Sorgen schlafen kann . . ." \ _ Aus diesem Schlummer erwachte er nicht wieder •— ein Herzschlag hatte ihn dahingerafft. Wenige Tage später erwarb der Hypolhekenglätihigcr Dodos Eltcrnhnns und zahlte ihr noch eine geringe Summe aus. Hanna \ an fehlen, die jetzt in die Rolle des Vormunds eingetreten war, versuchte xergclK'us, ihr .Mündel zur Übersiedlung in ihr schönes Heim »n» Tiergarten zu bewege». Dodo bat solange, bis die alte Dame ihr bekümmert gestaltete, mit ihren Musikzimmcrmührhi und ihrem Scillafraimi in eine winzige Wohnung zu zicbeiu die in der Nahe des ..Rücherwinkels" lag. - ' *- XV. Im Politzer Building, am Broadway in New Vork. war Hoch, betrieb. L in diese Morgenstunde glich der WoIkeukra)/cr mit hinein 'J4 Meter hohen Turin stets einem Rirncukorh. Zweitausend Angestellte wollten mit den Fahrstühlen in die eiii/cluvu Stockwerke liefordcrl werden; sowohl die selbsttätigen Palenin-lrr als auch die Lifts, die durch Roys l>cdiciil wurden, uiugeii unaufhörlich auf und ab. In der gewaltigen Eingangshalle drängten und stießen sich die Menschen — ein bimIes Gewimmel, da-» sich aus Angehörigen \crschicdcnstcr Länder zusammcrwt/.tc, Benjamin Beereiislein licdiente einen der Nonstop-Lift-*. die fast ohne Aufenthalt Iiis zur Spitze des Turms durchgingen. Nur im achtzehnten Stockwerk — wo die Redaktion des ..Speed" ihre Räume halte, unterbrach Reu die Fahrt. Als RcdaktioiisÜfllioy steckte er in der tülculilaiicn. Livree des Verlags; mit hnehgeschnürten. dunkelgrünen Stiefeln und einer weißen Aruiliitidc. die den Namen ..Speed" trug. Joe Trefoll, der Rahbiiier au der Emamiel-Synagoge. New Yorks bester jüdischer Prediger, hatte sich Benjamins auf das. herzlichste angenommen. Auf der ..Kap Polonin** war dem jungen Juden geraten worden. Meli sofort mit dem gütigen Manne in Verbindung zu setzen, der nur ein Ziel hn Leiten kannte: seinen GlanhcnsgeuiKvseu weiterzuhelfen. Rückhaltlos hatte Rcnjamin sich ihm nmerlraut. und der Seelsorger hatte nach einigem Nachdenken mit feinem Lächeln zu ihm gesagt: ..Natürlich haben Sic leichtsinnig und leichtfertig gehandeil, junger Mann. Ich bin seihst Sammler aller Kultgeräle und kann Ihrem Vater nachfühlen, wie schmerzlich ihm der Verlust der ehrwürdigen Stücke gewesen sein mag. Aber mit Lamentationen ist Ihnen jetzt nicht geholfen. Ich kann Sic heim ..Speed**" — der S[H>rtZeitschrift, die den Anstoß zur ..Palästiuiadc'* gcgelicn hat. als Fahrstuhlführer unterbringen. Man tut mir dort gern einen Gefallen, und Liftboys sind. Wieich weiß, im Pulilzcr Building gerade augenblicklich gesucht. Das Fahrstuhlführcr-Examcn, «las Sic ablegen müssen, dauert nur ein paar Tage, und Sprachkenntilissc besitzen Sie ja. Aber eine Rcdiiigung erlege ich Ihnen auf. die Ihre Strafe sein soll: Sie dürfen an keinen MilarU-itcr des ..Speed'* herantreten, um durch seine L nlerstülzuiig doch noch /u den Raläsliuiadc-AiisM-hridimgskämpfen zugelassen zu weiden, was an sich durchaus zulässig ist. Was Sie aus sieh seihst erreichen, ist etwas anderes. Kann ich mich auf Sie verlassen. Mieter BcerciiMrinV" '..Das können Sie. Herr Rabbiner", sagte Benjamin <-Aii wenig enttäuscht, und erhielt eine Empfehlung an den Personalchef des ..S|>ccd"-Verlages. ..An der Quelle weilen und nicht trinken'' dürfen*', dachte er jedesmal, wenn sich die Redakteure in seinem Lift über diesen und jenen Bekannten aus dem Auslände unterhielten, der sich durch ihre Vermittlung noch au den Ausseheiduiigskäuipfcii beteiligen konnte. Auch von Waugcmann war einmal die Rede. Deu "-Winter hindurch sollten sich die Sportler in großen Traiutiigscamps an der kalifornischen Küste auf .die Kämpfe im Frühjahr vorlM-reiten. ..Die Glücklichen**, dachte Benjamin, ..nur mir' gehl alles schief!" Unter ..Alles" verstand er die Unmöglichkeit, Mnhel* Adresse durch Ihre Autonummer feststellen zu können. Sein«* Hoffnung halte sich als Trugschluß erwiesen. Den New Yorker Wagen 6000 fuhr ein biederer Lastwagcnrhauffciir, der täglich Obst und Gemüse, vom Laude hereinbrachte. Türke des Objekts — von ObstiiikI Gcmüscwagen hatte Benjamin reichlich genug! ..Mensch, ohne «las Stadtzeichen, wirst Du das Girl nie wiederfinden!1* erklärte Bill Trevor, der einzige unter seinen Kollegen, denen Ben sieh näher angeschlossen und dem er sein Erlebnis bruchstückweise erzählt hatte. „Clicrhaupt sind Mädelsachen immer ein bißchen schwierig, finde ich. Für Dich weiß ich etwas viel Besseres. Du wirst schon noch Augen machen — rechtzeitig genug wirst Du erfahren, was Bill Trevor für seine Freunde fertigbringt!1* Er schwieg und Benjamin ging achtlos filier seine Worte hinweg. Ein Liftboy wie er — was sollte der ihm schon nützen können? Der Winter verging. Langsam hielt der Frühling wieder Einzug in die amerikanische Mctrnj>olc. Benjamin, der jedes Training aufgegeben hatte, fühlte sich körperlich müde und schlaff. Morgens, mittags und abends he wunderte, er stets von neuem-das Heer der Zeitungsjungen, dienoch unermüdlicher als ein Liftboy auf den Beinen sein mußten, um in atemraubendem Tempo die Leser, zwischen Autohu*-rn. Taxis und Privatwagen hindurch jagend, zu bedienen. t ..Die müßtest .Du mal erst laufen sehen, wenn sie im Mai ihr jährliches Straßenrennen durch die Stadt veranstalti'iiV, sagte Bill, mit dem Benjamin über die- Roys sprach. ..Mensch, die Strecke ist nicht ohne, und die Zeiten, die zum Beispiel im vorigen Jahr die Favoriten Chcster Harvcy und Lewis Stone herausgeholt haben, sind als Rekorde grwertet worden. Stone ist übrigen» Glaubensgenosse von Dir. und andere jüdische Boys waren auch dabei!" Eine glühende Welle ül*crfhitctc Benjamin. Noch hatte er sich keinem amerikanischen Sportverein angeschlossen — er wollte die Mitgliedschaft heim ,..!. S. \ .** in jierliii_jiichi cinhußn,, und das.wärc die Folge daxou gewesen. Doch die \ erau^ialiuiti; der Zeitungsjungen ließ ihm keine Ruhe. Er ließ sich i<>n Hill die genaue Strecke sageuf mit allen l'mwcgeu und Seiten-traßeii. die durchlaufen werden mußirn. ..Wenn Du erst soweit bist, kann ich Dir ja saiicn. daß .ich schon lauge mit den Zeitungsjungen gesprochen hahe". grinste Hill und schob unternehmend das kleine Käppi, das* zur Moulur der Fährstuhlführer gehörte, \ou einem Ohr aufs andere. ..Die" l l»er^~ raschiiug, die ich für Dich hahe. old cheap! Du kannst das Rennen der Roys mit taufen sie meinen, milchen uulsider «ic Dieb, ein .gremhorn würde ihr schwächster Läufer auch noch schlagen!" XVL Alexander Bceicn-lcin_fund, Manfrcdo Rcrtiui aus \|cs*ina. der s«''n einem \ ierlcljahr m Berlin weilte, sei ein kaufmännische* (*-iiic. Frau lh»>i Meli ihn dagegen für einen uu-gcsproclu'ucit ..l 'mstür/lcr". der alles lic-ci uis-cn wollte als andere Leute. Bride waren sich eitn^. daß>er mit Benjamin nicht in einem Atem zu nennen sei. freilich \nn ganz cntgcgcngc-el/lcn Gesichtspunkten aus helrachtct. -3==ss*". I Um und wieder he kam die Mutter ein Lcl»cn»/ciclicn "tun ihm, einen flüchtigen Karleil^ruß. D«mIo bulle nach dem Tode des Vaters, den Rciijamiu audeutschen Zeitungen 4*rfahren IhiIIc, ein kurzes, herzliche« Schreiheu \nu' ihm erhallen. Dawar alles über mmuv Lebeu-umslänth* schwieg er sieh ebenso im*, wie ühcr da-«' W icdcr-chrii mil der unglückseligen Maltcl. Dodo nahm an. daß Benjamin sie unhl aufgestöbert habe _uud daß das schöne. c\1ra\ aiiaule Geschöpf seine gjui/e Frei/eil bciinsfruchlc. Wie snllie er da Ruhe finden, mil Dodo /n korrespondieren, die ihm /u spül ihre Lielir Ivewiesen hattet' Waller sihicir glücklicherweise »esch wiegen zu IuiIn-ii. |Vmi wenn er aiHgcplauderl halle, dann norde Benjamin. wie'Dmlo ihn kannte, -ihr die Summe dollarweise zurückgrzahlt halten. Niemals wäre er auf ihre Kosten nach Amerika gegangen, und wenn er Marklhelfe:- bette werden iiuKscn.. Mauficilo Rcrtiui war aus anderem Hol/, geschnitzt. Jedesmal, weii'i Dodo bei Rerrcnstrin* anrief, um vielleicht etwas Mm Benjamin zu erfahren, schüttete llosi dein jungen Mädchen ihr bekümmertes Herz-ans. ..Denken Sie sich nur, Kind, jeizi wiR er für den -Verkauf der Südfrüchte, der sich ohnehin präelitii; auläßi. eine Verkäuferin aus Neamd kommen lawu. In italienischer Landestracht. \ersteht sieh. Können Sie mir vielleicht sii»rn. was wir damit sollenV" Das koiuilc l>oilo natürlich nicht. Aber als Frau Rccrcnsirin \om Telephon ins Kßyimmer zurückkam. <:ing dii' Dt halte, dir die Italienerin betraf, lustig* \M-itcr. Schließlich sah Alexander seine l'rau fragend an: ' ..Na, was meinst du, MullcrV'1 Ncugierig-warlelc der -zierliche. -chwarzJinarigr Italiener mit den schwarzen Kulleraugen, dm manikürten Händen und der vclueirnd liiinlcn Kravalle auf Antwort. ..Gott behüte!" Die robuste Frau warf. dcinjieilcn I lauit- ^'iHhm'ii einen" strafenden Blick zu. ,.Für unnütze I*!.s-cr l»edauk"icli iiiieh. M-Ibst w eiiu sie umsonst für . uns arlH'ileu wollen, wi« deine Flamme, mein -lun^e! Denn darauf soll es doch wohl hinauskommen V - |c|] hab* nämlich, leider h» Kchnrfe Ohren, daß ich ilenilir b gehört halM-. ibiß ilas Müdi) hier nur für's l'ssen arheilcn will!** Manfrcdo winde dinikclrol. ..Meine Fiau bat recht. Manfrcdo!'* beschwichtigte jetzt Aletundcr Rost, Zorn. ..Soweit sind wir noch nicht, daß ein Esser mehr uns nichtausmachen würde. Alter ilcin Einfall <s*igl m i r .glänzend zu, und wenn das Geschäft mal so richtig iii Schwung sein "wird, werd* ich darauf ziirückkomuicn!" „Dann erübrigt es sich ja. Onkel!** knurrte Maufrcilo w«nig^ cut/ückl. l ud mit dic-er Rcuicrkimg hatte er uu-ht - unrecht. __XVIL Es Miir wälirenJ der Lunchzcif. Benjamin .«aß auf einer der Mai inoi bänke in der Fiii^aiigshalle des Pulil/eibui Idiug, halle den Kopf au die Wand »dehnt und räkelte sreh. Plötzlich hörte er sieh angerufen;. „Hallo, Uiy!'* Der livrierte Bote eine* der großen Prcsscphnlo*:rnphrn w>m Rroailway Mland vor ihm, drückte ihm ein umfangreiche* Kmcrt in die Hand und rief; .,Sofort Mr. Iliildcr \om .Speed" aushändigen. Siml Im*- strllic Aufnahmen \on den Traiuin^slaf*ern in Kalifornien. Für Mr.- Titin Iti'lder! Sehr dringend. l»oy! So loii«!*" Er legte zwei Finder an die Mütze und. war verschwunden, eh«- Rciijamiu richtig begriffen halle, was er sollte. Riddrr ~ Toui Ridder - wo halle er_ diesen Namen mir schon einmal gehört? Mit einem Male «ah er «ine Landstraße am WicH'iiraiid vor sich, hörte* eine Turmidir zweimal schlafen und eine uilvcrgcsscne Mädelien^limme rufeirr ,.Maln-l Riddc'r heiße ich!** Gewiß, so hatte der Name gelautet, den er damalH kaum verstanden hatte. Lud ilanti. nachdem *'<* ifas Auto verlaMwn hallen, mit «Irin sie nach Kallowilz gefahren,, und sie sich Von ihm verabschiedete, waren ihre letzten Worte: ..Da ist ein gewisser ~Tom, der «lieh mit Wonne rnldcrkru wird, 'wenn du bald kommst!" Der Zufall balle ein ungehciierlicheH Spiel mit Benjamin getrieben. Dieser Tom, sicherlich ein Augehöriger Malk*In, wm - ein Arlieitskamerad von ihm. und er hatte nur nötig, wenn er jetzt die Bilder in der Redaktion abgab, diesen Mr. Riddrr höflich zu fragen, ob er ihm wohl ihr« Adresse gefielt würde! Da» lieben war doch die herrlichste Einrichtung von der Welt! v In der achtzehnten - Etage augelaugt, bat Benjamin einen Kollegen, der dienstfrei war und gerade nach Hause gehen wollte, ihn tu •'einem Lift zu vertreten, Daun ließ er sich das Zimmer Tom RidderK zeigen und klopfte au dir Tür. . Gnmc in!*1 _. , Rcnjamiii sah sieh einem mittelgroßen, jungen Mann gegen, über, der. ein Mcujouhärtcheu trug, und ihn durch funkelnde, Brillengläser aus hn henden grauen Augen anblickte. Seine rötlich-, blnmlrn Haare, die ein wenig lorkig waren, glichen denen Malmltt. Während Hciijamin an den SchrcibliHt;li trat, um dem Rcilakleiir die Photos auszuhändigen, fiel sein'Rlii'k auf ein Pastellbild, dnri gerahmt nehen d< m Schreibzeug stand. Maliels schönes Gesicht lachte ihm entgegen — dieser rolgolden flammende Schopf undL diesc grünlichen A"»en waren-einzig auf der Welt.- (Fortselzimg folgt.) Kiihurrllr Wraitslallmtgrn Wi Wril, FasanenHtraße .1: 18. und VJ. Jan., nUU, V, l hr: Oberkautor Oilm aus ('Iciwilz. am FIü»el: \a-4* Tutibmaiui: 21. Jan.. abd.-t H (lir: Johanna Meyer. Rezitation; rVhlh lk»ek. Koh»r .:ur-Sopran: Liü Ellreich. Klavier; Alfr«! Lichtensteiu. Flöte; Riasirr-Ensemble den Kulturbundes. - Wilhelm Jahn - Prlvatwfls<h«r*l und Falnpianaral. Raftran; Miau Idmaa-Halai AbhotonK and.LIcrrniflC fral Haas. N 3\ Brünnenalr 41, Im Haut« dt* Fraucnverelns der Bnt-Bili Loce U.O.B B. Tel. D 4 Humboldt 761S

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