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Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-01-15 · 3 (15.1.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
3 (15.1.1936)
Date
1936-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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BERLIN 15. Januar 1936 PREIS 25 PF. ' Nr. 3 / 16. Jahrqan« JÜDISCHE AUGEHEMf NEUE FOLGE DER JODISCH-LIBERALEN ZEITUNG Erkimclniiosfalirt Autoritative Erklärung über die Aufgaben der englifehjüdifchen Delegation in Amerika — Jüdifehe Pläne zur Auswanderungsfrage Es wird gemeldet: An die Bcisc, die Sir Herbert Samuel, Viscou.il B c a r - slt.1 und Simon Marks am heuligen Tage an Bord (Irr :.Majef(ic" nach New York antreten, um dort mit auicrikanisclijüdisrhen Führern Besprechungen abzuhalten, die sich auf ein großzügiges Projekt Tür die Auswanderung von 2.">0 000 .luden aus Deutschland innerhalb einer bestimmten Frist und ihre Auslegung in Palästina und anderen Ländern erstrecken, werden . allerlei Kombinationen geknüpft, ohne daß bisher, authentische Einzelheiten über den Plan bekannt geworden sind. Einer Jta-Mclduug zufolge verlautet u. a., daß die Aufbringung von drei Millionen Pfund in vier Jahren vorgesehen sei. Zweck der Besprechungen in New York soll e"s sein, die einheitliche Durchführung der Aktion in England und Amerika zu sichern. Englische Blätter wollen wissen, daß ein endgültiger Plan noch nicht Es sollen Besprechungen mit den Führern der amerikanischen Ju.lcnlicit, der größten jüdischen Gemeinschaft der westlichen Länder, abgehalten werden. Erwogen werde die Aufstellung eines allgemeinen Auswandcrungsplans für die jüdische Jugend Deutschlands und die Aufbringung eines großen Fonds für /werke der Umschulung und der Erleichterung ihrer Niederlassung im Ausland. Ks handele sieh also darum, dasselbe zu tun wie in den letzten Jahren, jedoch in größerem Maßstab. .IIa aus London meldet, festgestellt, daß die Mission Sir Herbert Samuels, Viscount Bearstrd., und Simon Marks' in den Vereinigte!. Staaten E r k u n .1 ll n g s z w c r k c u dirnl. Das Ziel der Mission in den Vereinigten Staaten, heißt es in der Erklärung. i,l erkundender Art. Dir Delegation wird versuchen, sich mit allen Kreisen Hinblick aur die" Ausarbeitung eines Plans zur Förderung der Auswanderung von Juden aus Deutschland und der Hilfeleistung für Ausgewanderte bei der Gründung von Unternehmungen und .Inn Finden von Beschäftigung in der neuen Heimat. Es ist beabsichtigt, einen endgültigen Plan nach Beratung mit versclreclrc.cn jüdischen Körperschaften nicht mir in Amerika, sondern auch in Palästina und anderwärts aufzustellen. Selbstverständlich wird jeder derartige Plan die Aufbringung großer Gehl- Revolver-Attentat auf den Bukarefter Oberrabbiner Dr. Niemiro wer an verletzt Bukarest. (J.T.A) Auf den Vertreter der jüdischen Glaubens- ' gemeinschaft im rumänisdicn Senat, Oberrabbincr Dr. Jai-ob Nie- ] m i r o w e r, wurden am Sonnabend, als er sich zum Gottesdienst in der Bukarester Hauptsynagogc begeben wollte', von einem '.' Studenten namens Aurel Jon esc u vier Revolverschüssc abgege- ' ben. Wie durch ein Wunder blieb Oberrabbiner Niemirower < unverletzt, obwohl eine Kugel den Ärmel seines Min- ' ' tels durchbohrte. . Passanten eilten Dr. Niemirower zu Hilfe und nahmen mit großer Mühe den verzweifelten Widerstand! Der Attentäter verhaftet lösen Inhalts. Er bat, man möge ihm ni .e hei" , da Obwohl amtli< mitgeteilt, daß der Attcnl r bereits rklärt wird, daß die Tat mit iwlitischcH Motiven nichts zu tun habe, steht doch außer Zweifel, daß die ungczüngeltc Propaganda, die trotz Belagerungszustand vor sich geht, den krankhaft veranlagten Attentäter zu dem verbrecherischen Anschlag auf den 64jährigen Obcrrabhiner veranlaßt' hat. Vor einiger Zeit war Oberrabbiner Niemirower in Czernnwitz. wohin er sieh zur Teilnahme der Amtseinführung des neuen Metropoliten begeben hatte, von dem cuzistischen Abgeordneten Nichifor Robu, der sich wiederholt schwere Exzesse zuschulden nen ließ und vor einigen Jahren in offener Purlamcnlssitziing einige Male wegen Geistesstörung interniert war. Im April den jüdischen Abgeordneten Adv. Mischu Weißmann erheblich 1931 war er aus der Irrenanstalt entlassen worden, wurde jedoch verletzte, attackiert und am Betreten des Fürstcrzbisciiöniclicii im vergangenen Jahr abermals für kurze Zeit an eine Anstalt) Palastes verhindert worden. Während der Metropolit seine Emabgegeben, weil er in einem Anfall religiösen Wahnsinns pörung über die seinem Gast angetane Unbill öffentlich aussprach -üb luaurejid,! map jaqnuaSaS aquijj-UBjnodoijajv jap ui «iipnii^ und dem Angreifer gegenüber, der dem Kirchenrat in der Bukogeblich auf göttlichen Befehl die Glocken läutete, um. wie er wina angehört, entsprechende Konsequenzen zog, wurde die Hetze sagte, eine Audienz beim König zu erlangen. Nach dem Attentat gegen den Obcrrnl auf Oberrabbiner Dr. Niemirower fand man hei Jonesoi Schriften fortgesetzt. Mit mindeftens 2000 Pfund -r Verschärfung der Vorschriften für Kapitalisten-Einwanderung •lässiger Seite wird mitgctci.lt, "daß die meidende Änderungen der Einwandc- Tüliren beabsichtigt. Es soll der für; Kategorie A bisher,, als Eigenkapital Mindcslbctrag von 1000 Pfund auf 2000 Pfund werden.- Gleichzeitig wird die Erhöhung der von cn verlangten Kaution, von 60 auf 80- Pfund crußerdem wird erwartet, daß durch die neuen Voriuch die Möglichkeit , tifikal sitlii l Zertifikate von Einwohnern europäischer Länder drei Monate nach ihrer Ausgabe! Zertifikate für Amerikaner nach vier Monaten und solche für Bewohner der fernöstlichen Länder nach fünf Monaten ihre Gültigkeit verlieren. d)et (fotiefttägei ßommt! In der Zeit vom 15. bis 22. Januar kassiert die Post den Abonnementsbetrag lür Februar ein. Halten Sie RM. 1,10 bereit, damit in der laufenden Zustellung keine Unterbrechung eintritt. « JÜDIStHEAUCEMElHf Anteil .Irr Nicht salz nicht ülicrschrciln der Gcsiiuill,<Vf.lkcru..| llr.rgcrincislrr des Berliner VcrwallnngslK-zirks I hm. drin „IVItower' Krcisblotr' zufolge, füraiigcmdnct', daß Juden die Benutz u n g •Ir r' eher ei künftig nicht mehr g<<»liillcl ist. ,i .Irr HOrberri und ihren Ncl>r..»l<llcn in den OrUr und D..1......• ..erden Plakat.» augebrn.-ht. die auf Ano ■ Während das österreichische.Iliiu.l. «finan>.- grsetz für das Jahr 1»36 eine lleillilfe von 15-41:! 200 .Schilling für den kallmli-chrii und von -»7 '.100 Schilling für .len evangelischen Kultus vorsieht, gehl der jüdische Kultus voll- _ kommen leer im», obwohl . die Gh-i.-ld.ercchligu.ig aller Bürger in der Verfassung verankert ist und die Wiener judUrlw Gemeinde Allersheim» und'durch ausge.lrhntc Fürsorgcläligkril den Staat ■ Die Paläslinn-llcgicning hat 'offiziell mitgeteilt, daß im Jahre l'J.il. n_ur fünfzig Ärzten die ErJaubni» für die Ausübung der ärztlichen Praxi» in Palästina erteilt werden wird. Diese Itcgclung ist auf der Gr.indlago der Mcdiral Proctimiers- (Amcudinent) Ordinauce vom 31. Oktober 1*J35 getroffen worden. Durch dies« Verordnung wurde* der High Commissioncr ermächtigt, eine Quote für die Zulassung von ■ Zu Ehren der 75jährigen Vorkämpferiii der Organisation der Jugendalija, Miß llenrietta Szold, fand am >J. JanCiar in New York ein feierlicher Empfang im Ifatliaiue »lall, hei dem ii. a. Hürgermcisler Fiorello II. La Cuardia die Ver.lien.le von Miß Szold auf dem Gebiete der jüdischen Auawanderuiigshewrgung . New York ist im Alter von 74 Jahren Simon Frank, i I d , der Eigentümer des grüßten Brooklyner Warcniham u. Straüi. Inc., gestorben. Itotlnchihl-war auch. :r der Baron Ilirseh-Stiflung. ■ Auf Grund der beunruhigenden- Berichte Ober die furchtbare Lage der hungernden jüdischen Bevölkerung -außerordentlichen Beitrag von 5000 Dollar für die Hilfsaktion in dem I lungcrgcbict bewilligt. . - ■ Der litauische Innenminister General Czaplika« hat verfügt, daß in Zukunft Ilabbiner und Vorsteher von Sy ii a gog en , Itetiiirrl Lrhrhäu»ern vor einer besonderen Begicningskommission I' r 0 f u n g e n in litauischer Sprache und Geographie und Geschichte - Litauens abzulegen haben. ■ In Grodno legten unbekannte Täter Feuer in der Altertümern Osteuropas gehört. Der Brand konnte gelöscht werden, ehe er größeren Schaden anrichtete. Eine Untersuchung ■ Der in der italienischen Marine-Akademie ausgebildete ' jüdische Schiffskapitän M. Scheffer, der als erster - litauischer Bürger ein Diplom als Kapitän eines llandclsdampfer» erhalten hat, wurde von der Regierung auf einen Bea im Hafen von Memel berufen. Z99 8

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