Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 16 (1936)
- Issue
- 2 (8.1.1936)
- Date
- 1936-01-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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. zu eng erschienen,"sie flüchteten sich — materiell und seelisch — ins Grotte, ohne zu bedenken. daß alles Große sich aus Atomen organisch zusammensetzt. Sie suchten die großen Schönheiten, weil sie den Sinn für die kleinen verloren hatten. Sic verlernten, die Heize des Familictiheinis zu schätzen, weil ihr Blick nervös-weitschweifig ««worden war. Die Not der Gegenwart hat uns wieder den Heiz des Familiciihcims au flehen lassen. Der Lehcnsraum draußen wurde eingeengt, der iniienrauni mußte erweitert werden. Man empfindet die wohltuende Wärme, die das jüdische Haus ausströmt, heute besonders. Aber die Not wirkt nicht1 auf alle vertiefend, gar manchen kann sie zur Vcrstumpfung führen. Ks liegt, genau gesehen, die Gefaluvor. daß die jungen Hlüten. durch Not geboren, in der rauhen Luft erfrieren, und es ist nicht jüdische Art. fatalistisch dem Schicksal seinen Lauf zu lassen, sondern zu kämpfen und alle Kräfte dem Gedanken der Zukunft nutzbar zu machen. Der Talmud drückt das so aus: „Die göttliche Vorsehung schafft das Heilmittel vor der Wunde.'- Daß es un alten jüdischen Fanulienheim gemütlich, d. Ii. voll Gemüt und Stimmung war, das wissen wir. - Kine eigenartige Welt, zusammengesetzt aus Patriarehalismus. Pietät. Liebe und Tradition, aus Weltlichem und Hcligiöscm. aus ernster Milde und gedämpfter Fröhlichkeit, aus Kwigem und Zeitlichem, lebte in den bescheidenen Häumcii. Alles darin atmete Gemüt und innere Schönheit und aus heimlichen 0"ucle Stimmung von Trost und Kraft, von Stolz ist. Was unser Gemüt befreit, was" uns die seelische Schwere auch nur für eine Stunde nimmt, ist wahre Wohltal. Wenn das Leid einen Sinn hat, so wohl den, daß wir zu unserer inneren Natur zurückkehren und den Weg der geschichtlichen Linie finden. Dieser Weg führt vom Einzelnen zur Gemeinschaft, vom Zeitlichen zur Ewigkeit. Der Adelsbricf des Menschen ist, daß er ...im Ebenbild Gottes geschaffen" ist und Göttliches .in sich trägt. Unsere Bibel nennt uns .,Kinder Gottes-', wir sind Hrüder in Freude und Not, das ist unser Schicksal und unser Stolz. Gefährliche Illufionen r Ecuadur als Einwandeningsgcbiet iciicnc Januarheft des Informal ilfsvcrliaiidcs IIICKM enthält fol; lailor: es für notwendig, die Aufmcrksamkeil , Das »eben die die über die Möglichkeiten der Einwanderung und Kolonisation Bevölkerung der Auswandcrmigsländcr entstellen lassen, können. Zur Zelt sind diese Möglichkeiten praktisch gleich Null. Wir sind in der Lage, diese Behauptung durch die folgenden Mitteilungen stützen zu können: 1. Da» Land ist äußerst arm; 2. die Eingeborenen in den Städten und auf dem Lande bcimügcn sich mit äußerst bescheidenen Löhnen und haben im allgemeinen keine Arbeit; 3. das Land kann nicht viel Handwerker aufnehmen, und berufslose Einwanderer haben keinerlei Aussicht, den Lebensunterhalt verdienen zu können; 4. es gibt keinerlei Möglichkeiten für Intellektuelle und Anachörigc freier Berufe; 5. die Unbeständigkeit der 'politischen Verhältnisse des Landes erlaubt nicht, .kolonisalibns|>r»jckte ins Auge zu fassen, deren Verwirklichung einen gewissen Aufschub erfordern würde; C. die Gebiete, die die Ucgierungen abgeben könnten, sind von minderwertiger Beschaffenheit und liegen weit ab von Eiscnbalmlinicn und Wasserstralien; gute Straßen' fehlen, die l'roduktc werden auf Mauleseln befördert; Die Trauerfeier für Lord Reading Vertreter des englifchen Königshaufes and Außcnminilter Eden beim Traucrgottesdicnlt in der Well London Synagogue ud Würde. Das n den modcriK Mei, selhaft an. Aber die Erklärung des Hätscls ist einfach: es waren harmlose, unbefangene Menschen, bescheiden in ihren Ansprüchen, idealistisch in ihren Auffassungen. Familie. Freunde. Wirkungskreis. Gemeinde. — . alles bildete eine Einheit. Freud' und Leid spielte sich in diesem engen Kreise ab. Der Zusammenhang mit der Vergangenheit war lebendig und damit auch mit der Zukunft. Man lebte das Leben der V äter, aber auch der Kinder. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die Menschen. Alle Ixdicnsformcn sind zeitgebunden. Wir wollen die Zeit in ihrem Laufe nicht gewaltsam hemmen, wollen aber aus dem'Allen das retten, was für ~ den jüdischen Menschen von heule wertvoll und notwendig ist. Das jüdische Heim wird neue Formen annehmen, aber das Milieu, in dem alles wurzelt, und das seelische Erlebnis muß bleiben. Wie schaffen wir esV Die Engländer haben es uns vorgemacht. Mir ^geselliges Lehen spielt sich nicht im Kai Techaus, sondern im Klub ab. Gleichgesinnte — nicht gleiche?— » Menschen gehören zusammen, nicht zu Vorträgen und Diskussionen, auch nicht zu steifen Veranstaltungen. " sundernzu sehhciitcm. ungezwungenem Lehen für einige Stunden des Tages. Wir können natürlich keine vornehmen Klubs mit Luxusräiimen gründen, wohl aber einfache Heime, wo-einige Zeitungen und Hücher auslicgen. wo man zu jeder Zeit Menschen findet, mit denen mau eine anregende Stunde verleben kann, und wo man für einen geringen Preis eine Tasse Kaffee oder Tee bekommt. Iiier können iunerjüdische Fragen und Kulliirprohlcnic gänzlich ungezwungen erörtert werden, und man wird 'hier, wo jeder sich natürlich gibt, 'vielleicht einander mehr geben und voneinander mehr nehmen als in Vorträgen und Diskussionen. Aber es muß ein Heini sein, eine Stätte, in der sich jeder wohl: fühlt, in der das Werk gegenseitiger Erziehung — ein altes jüdisches Ideal — unbeabsichtigt und daher um so wirkungsvoller vor sich gellt. Daß diese Einrichtungen, wenn sie richtig durchgeführt werden, iiinerjiidisi'li zur Lherbrückung mancher Gegensätze am sicherMcn führen können, ist wohl nicht zweifelhaft, liier, wo alles jüdisch und nicht parlci' ' ' ' bedeckt. Dem Bec bei. Du neu Iteadiug gchallcn. In ei „ ichtc.cn Telegramm ha! , Karl of Williugdon, die Vi idien-l'olilik und die Vcrwii n Lord Udlding ihre Iii :nden und vielseitigen Ve Im ,.Unily Tclcgi-anlr1 ind "Glaul len Sohn Lord Heulings folgendes II ei leid s- .litcl: ..Die Königin und ich wurden durch die e Ihres edlen Gauen in liefe Trauer verseilt.' ne Dienste für den Slaal in ewigem Gedächtnis finden tiefes Mitgefühl für Sic und Ihre Familie Auszeichnung cngliffchcr Juden anläßlich des neuen Jahres .ndoii. Anläßlich des neuen Jahres wurden einer Reihe eng- .lildun Auszeichnungen für Verdienste verschiedener Art icn. Der Oberste Richter von Tanganjika, Siducy Solomon liain.*. wurde zum Kiiight llachelor ernannt; ferner wurde rcklnr der Gas«oon .1. David u. Co. Ltd. in Bombay, I.lwyu , in «leu Rillcrslaiid erhoben. Die jüdische I'ianisliu Miss i Hess ist für Verdienste um die Musik mit dem Orden ud-]niud"s[aC"n"Sf! ''britischen Reiches Wahlkampf in Dresden vermieden Abzugsfähigkeit von Synagogcnstcucrn jffcullirh-rcrhtlicli n'3. April 1934 bis zi stempelt ist. würden die Mcnsc tun« bald erkennen, dal*, sie ander sind., und daß es etwas tum gibt, das alle umfaßt. Aber auch die Familie. < jüdischen Lebens, könnte glei . Und mich hier können wir — der Form — alten Vorbilde Faniilicnhcim Ziilluchtsstätlc nicht i liciunitglic.ler. sondern auch für ein von Freunden und Bekannten. Heute ielcu Gründen diie.lt r Hichcigcnlliche Keimzelle un erweitert werden, der Idee und nicht in Mscn. Ehemals war weiteren Kreis la die Zerstrcii- Dic Kölner Verhandlungen gcwäiilt worden. Das Kurl l'.UI UM. Durch Gen or.lcu : ii.kkehrc Abel lichte glaubt. .» alte Weisheit sYhien -stilles Lcbci nd < lau ial - cn wir damit nicht aui im . dieses Heim kann nicht in seelisch verlieft werden. eines Freundeskreises. •/.' i reichen Gesclligkeitsstät zurückkehren, so derne Kultur, sondern , Liebe im engen Kreise, erweitert, sondern am kann zum Saiiunelpm anspruchslosen und d Das sind kleine Mittel, unbedeutend angesichts des großen inneren und äußeren Elends. Aber die Überwindung eines jeden inneren Niederganges ist ein Gewinn. Wir Juden denken nicht nur geschichtlich, wir leben Geschichte. Von der Perspektive der Zukunft gesehen, ist es schwer, zu sagen, was groß und klein Zwei jüdifche Kleingcmeinden in Baden aufgelöll ,i besiehe. , kons* Starke Zunahme der Juden in Brüflel Brüssel. Die jüdische Bevölkerung in Belgien und namcntlicl in Brüssel hat in den .I.d.ren nach dem ^"kro^ j^:^ "™ 2$)'j«den^Ä auf l'JfiüO ücsticscn. Von diesen gehören 10 300 dem leiblich •schlre t an. Die zugewan