Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1936-01-08 · 2 (8.1.1936) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
16 (1936)
Issue
2 (8.1.1936)
Date
1936-01-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/4109741-2613419-2613421--603-2615464
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

B ERLIN 8. Januar 1936 PREIS 25 PF. Nr. 2 / 16. Jahrqana JÜDISCHE AUGEMEME N EU E FOL G E DER JODISCH-LIBERALEN ZEIT UN G Land der Jugend Eindrücke aus Paläftina Unterredung mit Dr. Kurt Fleifcher Ii licrgkclt Land, frei von politischen Wölkau betrachtet, •■■■iß iclfülligcn Schönheit überwältigt .sein. Paläs.....• ist ein Land drr Gegensätze, t ..eben aufblühender jüdischer Siedlung. riM* er U.cdcr neben modernem Kindel dnrf. Iii.-, das u<l viel besungene Knick Jisrccl, dort die Uciii.-sw.-jai ,tc..laildsrhafl, hier das alle Tibcrias. .las 200 Meter lecrcsspicg'cl lit»I, dort, im Nnrdoslen. anf svrisrhem in.» dafür, da« die Tora nicht auf ihn, ggefürchtet.- IIntc-Obict, in. dem sich A lein, da der großartige Hliek vom Sknpi U III ftli 1 n j I rr ,li I K lr 1 i I I I ' ill Ii II lt rkl r n 1 i l off 1 rl daß bei vieler IScrcilschaft ,.„ helfen, die in den 1,-lzl.-,, Jahren aus DcuL.cI,la,.d eingewanderten .Inden uiclit in......r anf wohlwollendes Entgegenkommen reelnien können. Wobei immer wieder vergeben wird/daß. die l-inwan.lrrcr ans anderen Ländern auch unter der K i u w i r k u n ••■ 5 u ß e r c r Verhältnisse Zubeispielsweise ans. Polen im Jahre I'J.IO nur 2417 jüdische Einwanderer verzeichnetwurden, waren es 1033 11 7VI. un.1 im vergangenen Jahre T, 43(1 gelten 13 507 im Jahre PJ34. vi.ii Zahlen der früheren Alijah »..r nieht zu reden. Auel, in den Kwil7.Mll klaffen solehe Gegensätze, die siel, „oel, ausgleichen, tiou kommt." In hczug auf den Aufl.au ™er jüdi sehen Kultur meinte Dr. Fleischer folgendes: ,.Ich bin davon überzeugt, daß wiekein wird. Vorläufe dokumentiert sie fleh, wenn .man von literarischen Erscheinungen, von manchen Thcatcraufführungcn. von Plakaten im Straßcnbild. oder von einem Bauwerk wie. dem Wasserturm von .-«nie mit seiner riesigen Menora absieht, in ' der hebräischen Sprache. Ilci den erwähnten Kontrasten isl > den materiellen nml i.l 1 wegfallen. Auch für eine gnttcsdieiislliche Disziplin lies alles auch noch nicht rrligi.Vcs Palästina daraus sielt entfalte»." er. ...laß die älteren Mensche! in Palästina Palästina gehört der s Land, das harte Arb, lldig. hat das" Schicksal" des Landes zuiii . Ol. sie auf dem Laude sil/,1 oder in eine heldische Jugend. die mit Krankheiten chens» fertig wird wie mit allen Wider- und Schwierigkeiten. Und ich kann sagen, daß sich gera Operateurs, sondern, trotz, aller Ideale, mil dem offeueii II Juden "il.t. Auch die Jugend Palästinas k. die den jüdischen Anll.au'des Landes bell.: mil wacher Aufmerksamkeit die Schwierig jüdischen Politik entgegenstellen. Dies.- .1.. c hebräische Sprache doppelt notwendig. Das Jiddische ist Die jüdische AI.«anderling aus Dculsclilan Der Direktor der lleichsrtclli-. für .las Auswand Obcrrcgicruugsrat Dr. Schmidt, gibt im Arbeit». ■1, ganz. I.r-s,„„|crs unter ClM-rblirk über die Entwicklung der d c u 1 » c vie Tel Awiw. der Hochburg der Arbeiter, den Stempel aufdrückt. Ein weites Feld öffnet sieh für eine Betätigung des modernen cligiös-lil.eralcn Judentums. Während auf der einen Seile ein Teil der Jugend der Religion bewußt ablehnend gegenihci steht,- tendiert die Orthodoxie nach dem Mittelalter hin. Diesem eine leichte Zun Judentum der Klagemalier, i. Die Auswanderung, die in den \ »rkrirgsjahrc.i einen Jahresrclischnilt von 2.1 00(1 erreicht habe, sei im liiflaliousjalm: I'J2.'I f mehr als 115 0011 gestiegen. 1U32 habe die Auswanderung mil Wenn in den beide., folgend. » Jahre, und 13 000 eingetreten sei. so habe sie ilkin, ihre Ursachen in der zunehmenden Auswanderung ler Juden, für 1933 sind bisher nur rund %00 Ausgewanderte Nach berühmten Mustern v.>n rums sciiacii Heule. «In das Schicksal .las Vt-tsliiiuliiis für. das Mir geweckt liat. isl es nicht unnütz im das psvch..- loiliscli Merkwürdige im Lehen unserer Almen zu erinnern. dal> Soziales nml Geistiges iiiiiiii-r initcinntiili-isich paarten, weil .sie beide ilt-r Erkenntnis wahrer Menschlichkeit entsprangen. Unsere \ iiier verstanden es. alles Schwer« ins SiiIim« li-n.-liKiösr zu verwandeln, i.lnu- «Ins Praktische zu vergessen. Sic begegneten allem r.il.ill .lraul>cn mit Glauben und Till, sie Ihichlclcu sich, nach dem Haie des Propheten, vor den SIüiiiicii ins Innere. Ks waren klein erscheinende Mitlei. ulier sie gingen ins Tiefe, wurzelten in Seelische. \ erfcniiuneruiig isl. jinlisch »eschen. s.-lili......er als wirtschaftliche, un.1 diese Gefahr droht uns liculc. wo wir \oii vielem Kiilliu eilen ahgcschnilleii sind. \\ ir hallen darinl''.rsat/. im enteren Kreise gesucht und »cl'iui.lcu. ahcies gibt l)iu(ie. rür die es keinen Ersatz gibt, weil darin das eigentliche Wesenwurzeil. Dem jüdischen Ceisl köuueii wir dttich-|lüehc.......I /eilsi:ht'ilteu. durch l.el.ilvii.se und Voilräßc Niilii-iui"; «ehen, das ji'nliscjie Ceinüt aher kann sieh nur im iii.lisclien Milieu entfalten, und dieses Milieu fehlt uns vielfach heule. Milieu isl kein "cse]|i".cr llalnnen. es isl mehr: es isl die Alm..Sphäre, in der sich das Jüdische schlicht . und uiine/w iinucn aiislchen kann. Ks isl die Stätte, in der der .lüde auf natiu liehein \\ c«e sein Ki»euai-lk'i-s. heicicherl und \erlieft dureh das Kurnpäischc und' Moderne, erlchl. wo er erkennt. dalA es sein Klemenl isl. Ks hat keinen Sinn, dem Allen. \ erloren- "(-"aimeiieu setiliiiiciil.il iiaeh/.iitrauerii. Alles Cesehich'tliche ist eiuuiali" .....I kehrt in dieser K..nn nie wieder. Wohl aher kann und soll aus dein Allen INcucs sieh "cslaltcn. das dem /eitgeisl enls|)i-ichl. Der Jude ist der Prulotvii des Aristotelischen ../...in |iol>licon". seine Seele nifl nach Ccscllickeil. nach Warme und Krgiui/.iiu»-. Wir sind heute liäuli" vereinsamr. und es «il.t. psvehisch lictrachlet. uielils Scliliuuiicrcs als das' (iefiil.l des 'Verlasseiiseius. Denn das kiinu zur \ crnciiiiui". des l.clieiissiiiiie.s. zur Ver/.weifluiif; führen. Wir hi-atichcu heule -mehr als jemals jüdische l.el).iisw.iiine als Stütze für Cegciiwart und /tikimfl. Niehl allein sein mit seinem Klein!, mit seinem Schmerz. Mitlehende und Mitfühlende zu linl.cn. "die einen verstehen. - - das ist die Sehnsucht .Ii s feiner eiii|ilindeii.lcii Juden von heule. Kr weiU, dali sein Schicksal jüdisches Schicksal isl. er soll auch wissen. dal.s seine HoHnm.;; jüdische Hoffnung Jüdisch eiii|>riiiden hcilAt immer, »es. liiehtlieli " empfinden, und die Geschichte zci"t uns. dii& tdle jüdischen l'rohleme letzten l'.udes seelische I rohrenie sind, weif sie mit dem Jüdiseli-Seelisclieu. h>iiifi^ üher keitss|ihiire, in das Zeiilnilpri.lilein: Wie erhalten v den jiidisrhi-n Menschen in seinem Urelcnicnt. ohne - seine Kiitwirkhui", sein geisti(,'-in.lividiudles Lehen zu stören? Zu .allen Zeiten ^ult die Sorge unserer Cemeinschafl. uiclit nur das Judentum, sondern auch den Juden in seiner geistig-silllicheu Eigenart zu erhalten, ihm die Almosphüre 'der. Kulfaltungsiiiöglichkcit zu schaffen. Die jüdische Itcligilm war. von kurzen Kpochen der vom Schicksal bedingten Erstarrung abgesehen, immer Leherc I i(j io u {re.wcscii. Und. nirgends war die Harmonie von Glauben und Lehen, von Denken und Handeln tiefer als itTTsrael. Wenn das Lehen sieh dem Iteligioiisimperativ fügen mtiUte, so hcstrahlte die Itcligion das Lehen mit einem eigenartigen Glänze und gab ihm Sinn und Kraft. Da» Ideal des Judentums war, das Gotteshaus zum seelischen Heim und das Fumilicnheim zum Heiligtum zu Gestchen wir es: das jüdische Heim isl in den letzten Jahrzehnten nicht überall in seiner (teinheit ihm! Innigkeit gewahrt worden. Vielen war das Heim

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.