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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-09-04 · 36 (4.9.1935) · page 1

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
36 (4.9.1935)
Date
1935-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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BERLIN 4. S4ptömber 193S ßtoktifZ-j^ PREIS 25 PF. ft*> 36 / Ifb Jtih^gang JÜDISCHE ALIGEMEIME Schriilleltung und Geschäftsstelle: Berlin-Charloltenburg 2, DlelbtrcujtnOc 2. C 1 Stelnpl. 3763. Baüklc.: Kreditverein f. Handel u. Gewerbe eOmbH, Berlin N 24. Poitächeck-K.: Berlin 25720 — Bezugspreis: RM. 1,— monatlich (zuaflgl. RM. 0,10 ZoItangflgobuJir nnd Bestellgeld)^ bei StrelfbandTortond luiüsl. KM. 0,80. Varia«: Vorlagisgenodseoflohaft in Deateoniand anäasslgeir Jaden in Berlin oGmbH., BlO.-Charlotlodburg 2, Bloibtreuetr. 2. Anzeigenpr.: Dlo 12gMp. mm' - Zelle Rpf. 8, lür Fortlllcnanzelgcn Rpf, 6, für Stellengeluche Rpf. a. Bei nnvenchnldetef Niohtboltofernng besieht kein Anspruoh auf Vergütung, NEUE r OLGEDERJU (t> I S C H - LIBERALEN ZEITUNG Luzeriier ErgebniJTe immer gut dabei weg. Nun Warden sie zu Worte kommen und hoffentlich nicht nur von Geld "und Geldcswcrt sprechen, sondern von dem, wna uns in Palästina^noch immer das Wichtigste ist, vom Judentum. Von HEINRICH STERN Noch sind die Nachrichten aber den Schluß des Kongresses nicht in unseren Händen. Aber eino der letzten Mitteilungen ist von entscheidender Bedeutung: Die Bereitschaft Wcizmanne, wieder die Leitung der Organisation zu übernehmen. Wenn nicht ganz unvorhergesehene Hindernisse eintreten, wird er, von überwältigender Kongreßmehrheit getragen, von neuem das Präsidium, das er schon länge Jahre geleitet hat, einnehmen. Es wird noch interessant sein zu wissen, welche Gruppen in der Opposition verharren oder in die Exekutive eintreten. Aber mit der Wahl Weizmanns ist das große Spannungsmoment beseitigt. Auch der Nichtzionist wird mit Genugtuung feststellen können, daß eine der größten Persönlichkeiten der Bewegung, daß ein stantsrnfinnischer Mensch von Format und doch von nüchternem Bück die Leitung in einem Augenblick übernimmt,- in dem innere Und vor allem auch äußere Schwierigkeiten den Pal&stinaaufbau, wenn auch nicht gefährden, so doch wesentlich erschweren. Das Studium der in der Kongreßzeitung sorgsam wiedergegebenen Reden ist keineswegs durchweg erfreulich. Zunächst muß einmal ganz klar festgestellt werden, daß, wie ich es in meiner Vorschau zum Kongreß befürchtet habe, mit ganz geringen Ausnahmen, die freilich um so wohltuender wirken, im allgemeinen die Fraktionen das Wort gehabt und von ihm ausgiebigsten Gebrauch gemacht haben. Es war sehr viel von den Idealen de» Zionismus, noch viel mehr von den Fraktionsprogrammen die Rede, aber eine getant j üdiache Note, etwas von der Ewigkeit des Judentums, klang nur an ganz vereinzelten Stellen durch. Nun könnte man ganz gut verstehen, daß ein Kongreß sich ausschließlich mit Fragen der PaläatmaärbeUy mit-den nüchternen harten Fragen des palästinensischen Alltags beschäftigen und alle Ideologie zum Teufel jagen würde. Man hätte aber auch verständen und vielleicht erwartet, daß dieser Kongreß sich zu einer großartigen einheitlichen jüdischen Kundgebung emporrecken würden m welcher das große Gemeinsame der Juden auf der ganzen Welt oder wenigstens des nationalen Judentums auf der ganzen Welt in entschiedener und eindrucksvoller Form Juden und Nichtjuden vor Augen geführt werden würde. Keinen, von beiden Wegen ist der Kongreß gegangen. Man hat wohl hier und da, namentlich wenn die alten Praktiker das Wort hatten, manches Wesentliche ausser Tagesarbeit in Palästina gehört. Die Referate von Ruppih un'd Ussischkin, einige Diskussionsreden der palästinensischen Arbeiterführer wird man später noch genauer studieren müssen. Bezeichnend aber ist doch schon, daß das Budget überhaupt nicht zur Besprechung und kritischen Würdigung gekommen ist. Dieser für die Weiterarbeit wichtigste AufgabenkreiB wird zweckmüßig in einer Kommission erledigt, es kann auch sein, daß noch ein paar Stunden (viel mehr Zeit ist nicht übrig} der Erörterung im Plenum gewidmet 'wird. Aber man hätte doch gern gehört, was die Delogierten etwa dazu gesagt haben würden, daß bei einem Budget von 358000 Pfund 21000 -f- 11000 + SOOO Pfund mindestens auf reine Verwaltungs- und Personalkosten . veranschlagt sind, wobei sicherlich in den sachlichen Kosten auch noch allerlei Verwaltungsspesen verborgen liegen mögen. Das bedeutet also immerhin einen Prozentsatz von 10 o/o für Verwaltungsausgaben. Demgegenüber stehen für Erziehungs- und sonstige kulturelle Aufgaben etätsmäßig ca. 20000 + 2500 -t- 4000 Pfund (26500 Pfund gegen 35000 Pfund Verwoltungsaiisgaben) und für religiöse Ausgaben ist eine Anerkenn u n gs gc b üh r von sage und echreibe 1000 Pfund in den Etat eingesetzt. So bemißt die Budgetkommissiori des Kongresses die religiösen Aufgaben im Erez Israeli Der Kongreß bot ein treues Spiegelbild dieser Etatiaierung. Die Vertreter des gesetzestreuen Judentums hatten von vornherein zunächst sich jeder Beteiligung an der Debatte enthalten. Der Misrachi hatte die Erklärung abgegeben, daß er weder am Präsidium noch an der Debatte teilnehmen werde, weil „die Heiligtümer des Volkes zerstört und entweiht werden in Stadt und Land, sowohl in privaten Wirtschaften als auch auf nationalem Boden". Ungeheurer Arbeit hinter -den Kulissen, an der insbesondere wohl ' auch; Weizmonn seinen entscheidenden Anteil hat,, ist es im letzten Moment gelungen, einen Ausgleich herbeizuführen zwischen den beiden Flügeln, Welche durch die Arbeiterpartei .und den Misrachi dargestellt Werden. Der Kongreß hat mit überwältigender Mehrheit einen Antrag angenommen, der die vollständige Sabbatruhe im Lande festgelegt. -.Auf diesen Beschluß bin kehrt der Misrachi zur positiven Arbeit zurück. Ob er sich an der Exekutive beteiligen wird, 'steht z. Zt. noch nicht fest. Ob das gesetzestreue Judentum Ursache hat, diesen Erfolg als wirklichen Sie zu feiern, acheint mir sehr zweifelhaft.;Unter demonstrativem Beifall seiner Freunde hat der Arbeitervertreter Chasan (Nomen non est omen) erklärt: „Wisset, es gibt eine Generation in Erez Israel, die nicht religiös ist und die nicht dulden wird, daß man ihr religiöse Fesseln anlegt, und damit müßt Ihr Euch abfinden, Ihr habt keine andere Wahl. So ist einmal das jüdische Volk, es gibt kein anderes." Kommt noch hinzu, daß immer wieder von den verscliicdensten Seiten darauf hingewiesen wurde, daß man den Sabbat zwar als eine gowaltigo soziale Errungenschaft respektiere, aber keinerlei religiöse Ideale mit ihm verknüpfe, so wird der niclitorthodoxe "religiöse Jude den genannten Kongreßneschluß zwar als ein taktisch sehr wertvolles, Kompromiß innerzionistischer Art werten, aber ilui keineswegs als einen Sieg des religiösen Gedankens begrüßen können'. Die Mahnung des amerikanischen Reformrabbiners Silver zur tieferen Versenkung in dio Sabbatidee bleibt dahor eino der vielen religiösen Forderungen, die auoh der nichtorthodoxe religiöse Jude an „das Land der Verheißung" stellen muß. Silver ist übrigens' ein' Mitglied der Palästina-Kommission des religiös-liberalen Weltverbandes, dessen Aufgaben in Palästina nach diesem Kongreß nur noch deutlicher in Erscheinung treten. Sehr unerfreulich klingt nicht zuletzt das, was von den verschiedensten Seiten über das Schuhwerk im eigenen Land gesagt wird. Von einheitlicher Erziehung, auch nur in don Grundlagen, ist man noch weit entfernt. Hier hat namentlich Kurt Blumenfeld sehr beachtenswerte Gedanken ausgesprochen, die aber zeigen, daß man auch auf diesem allerwichtigsten Gebiet noch in den ersten Anfängen steckt. * Wenn hier begreiflicherweise Von unserem Standpunkt aus kritisch Stellung genommen wurde, so darf nicht darüber lünweggegangen werden, daß das Gesamtbild auch manche erfreulichen Züge aufwies. Dazu rechne ich insbesondere das, was über die Arbeit an deutschen Juden und der deutschen Juden in Palästina gesagt, wird. Auch das ernste Bestreben, namentlich der leitenden Männer der Arbeiterfraktion, in das Land eine einheitliche, eigenartige wirtschaftliche und kulturelle Gestaltung hineinzutragen, verdient bewundernde Anerkennung. Auch die Sorgen der Führer, der Boderunangei, das Uberwiegen der städtischen, insbesondere intellektuellen- Bevölkerung müssen von jedem einsichtigen Juden geteilt werden. Volles Veretflndnis hoben wir auch dafür, daß sich die alten Palästinenser dagegen wehren —es ist dies .wiederholt zum Ausdruck gekommen — „daß in Erez Israel keine neue Garath, kein neues Ghetto geschaffen werde". Und wenn Blumenfeld mit Recht sagt, daß der Zionismus keine Transportgesellschaft sei für solche, dio in Palästina ihr altes Leben fortsetzen wollen, so werden ihm gerade die überzeugten. Nichtzionisten zustimmen. Damit aber freilich werden sich die Zionisten abfinden müssen, daß Millionen von Juden innerhalb und außerhalb der Organisation erst dann mit ganzem Herzen bei dem Aufbau sein werden, wenn neben dio vielen neuen Wege auch der alte heilige Weg Israels wieder begangen wird. Für mich ist das erschütterndste Wort, das auf diesem Kongreß gesprochen worden ist, der Satz, don der Führer der Arbeiter, David ben Gurion, in seinem sonst gewiß großzügigen und lehrreichen Referat aufstellt: „Für die Verwirklichung des Zionismus müssen wir eine neue Weisheit Israels schaffen, nicht eine Wissenschaft, die sich mit mittelalterlicher Literatur befaßt (II), sondern eine, die jeden Tropfen Regens zu messen hat, damit er nicht verloren gehe, die alle fließenden Wasser im Lande feststellt, damit man sie ausnütze, das Land befruchte und bereichere." Schärfer kann nicht formuliert werden,- wie dio Mehrheit in Palästina den neuen Weg Israels ansieht. Die „alte Weisheit" Israels, aufgebaut auf dem Sinai-Wort und dem, was sich ihm anschloß, soll nicht mehr führen, sie mag sich mit einer Anerkennungsgebühr von 1000 Pfd. begnügen. Sie ist bestenfalls historische. Altertumswissenschuft. Lebendig ist nur der Boden und seine Schätze. Uber diese Gesinnung, ehrlich wie sie ist, ta'ggebunden, wie aio ist, muß das palästinensische Judentum erst hinwegkommen, wenn es aus dem Land, in dem Juden wohnen, ein jüdisches Land schaffen will. Uber dio Diaspora ist nur gelegentlich gesprochen worden, und doch war gerade das auch für uns ungeheuer ernst zu nehmen'. Ein furchtbares Mene tekel malte der Delegierte Avissar über1 die Lage des orientalischen sephordischen Judentums an die Wand. Nur für kurze Zelt, aber in der Kürze um so .erschütternder, stieg das Gesjienst der Judenverfolgung in Algier, der Türkei, im Irak, in Kurdistan usw. vor dem Blickfeld des Kongresses auf; Auch das "Bild, welches der amerikanische Delegierte Silver beschwor, verdiente größere Aufmerksamkeit, die Einwirkung des Kommunismus auf die Jugend des Landes, welche Zehntausende junger Amerikaner dein Judentum entfremdet, und Welche auch durch noch so starke zionistische Aktion in der alten Form nicht gebannt worden könne. Daß die Lage der deutschen Juden mehr unsichtbar als sichtbar — nur an einigen Stellen zerriß der Vorhang — über dem ganzen Kongreß schwebte, bedarf keiner Erwähnung. Nur ein Redner hat gewissermaßen ex professo über die Lage in Deutschland gesprochen. Sicherlich war seine Rede von tiefem Ernst getragen, aber ganz ohne Hiebe auf die Juden in Deutschland ging es nicht ab, die deutschen Juden, welche sich viel früher als „deutsche'Juden", d. h. als. Mitglieder des großen jüdischen Gesamtvolks und nicht als „deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens" hätten fühlen sollen. Derartige Schlagworte sind billig, und man könnte dieses Schlagwort mit dem einfachen Hinweis darauf beiscitestoßen, daß es neben dem „Ccntralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" immer den „Hilfsverein der deutschen Juden" und jphrzehntelang den „Verband der deutschen Juden" fegeben hat. Würde der Redner die Geschichte der deutschen uden so kennen, wio man es von ihm erwarten möchte, so würde er wissen, däß gerade mit der Gründung dieses Gentralvcreins, fast ein Jahrzehnt vor dem Auftauchen des Zionismus in Deutschland, die SomsrJbcsinnung der deutschen Juden einsetzte, die. aus der Zersplitterung zur Gemeinschaft zurückführte. Noch sind dio Tage in Luzern nicht zu Ende. Ein Wichtiges steht noch aus: die Versammlung des Council der Jcwish Agency. Auch von ihr war auf dem Kongreß hin und wieder die Rede, und die nichtzionistischen fifty (unter welchen auch diesmal zahlreiche organisierte Zionisten lüncingewählt worden sind) kam nicht Die Tagung des Council der Jewish Agency vom 4. bis 6. September in Luzern Luzern. Vom 4. bis 6. September tagt in Luzern zum vierten Male der Council der Jewish Agency. Aus allen Ländern Europas und aus Amerika werden Delegierte erwartet. Der zionistische Toil des Council wird in der Schlußsitzung des Kongresses' gewählt Werden. Die meisten Delegierten zum nientzionistischen Teil sind bereits nonuniert. Erwartet werden Delegierte aus Belgien, Deutschland, England, Estland, Eifez Israel, Frankreich, Griechenland, Holland, Italien, Jugoslawien, Österreich, Polen, Rumänien, der Schweiz, der Tschechoslowakei und den USA. Die nichtzionistische Delegation wird diesmal erheblich stärker sein als beim Council in Präg 1933. Der Council wird sich tnrßer mit den Organisationsptoblemen in erster Linie mit der Frage der stärkeren Heranziehung aichtzionistische'r Kreise zum Palästina-Aufbau beschäftigen. Auf der Tagesordnung des Council steht u. a. ein Referat von Dr. Arthur R u p p i n über Arbeitsprobleme und Arbeitsaussichten in Palästina. Mosche S h e r t o k wird über die politische Situation, Dr. Heiter über Kolonisation und Finanzen, Dr. Werner Seitdto r über Einwanderung und Ansiedlung deutscher Juden berichten. Man erwartet, daß die vierte Tagung des Council der Jewish Agency grundlegende Beschlüsse in den wichtigsten Fragen fassen wird. I 1 Wio woher aus Luzern gemeldet wird, entsendet Deutschland die Herren Rabbiner Dr. B a e c k , Justizrat Dr. BI a u, Dr.- Friedrich Brodnitz, Dr. Otto Hirsch, Rabbiner Dr. HoroWitz, Max Wdrburg. Die stärkste Delegation dürfte Wohl die amerikanische Bein, von der nach den bisherigen Meldungen die Horren Bernhard Kahn, D.s Schweitzer, D. Lamport, Morris D. Waldmann genannt seien. | Oberrabbiner Kuk"] Jerusalem. Nach längerem Leiden ist am Sonntag, den 1. September, der Oberrabbiner von Palästina, Abraham Jizchak Hakohen Kuk, gestorben. Oberrabbiner Kuk ist knapp 70 Jahre alt geworden. Anfang Juli erkrankte er schwer, sein Zustand verschlimmerte sich zusehends, so daß schon damals an seinem Aufkommen gezweifelt wurde. Nach vorübergehender Besserung trat vor etwa einer Woche abermals eine Krise ein, die der Patient nicht mehr überwunden hat. Rabbi Kuk, der seit 1923 Chiefrabbi von Palästina war, wurde 1865 in Griva-Sengalin bei Dünaburg geboren. Seine Tätigkeit als Rabbiner begann er 1888.. Zu den religiösen Problemen des Palästina-Aufbaus hat Oberrabbiner Kuk zum letzten Male anläßlich der vor kurzem in Krakau abgehaltenen Misrachi- Weltkonferenz Stellung genommen. In seinem an diese Konferenz gerichteten Begrüßunestelegramm sprach er die Hoffnung aus, daß es „mit Gottes Hilfe gelingen werde, die Bewegung zu ihrem heiligen Ursprung zurückzuführen." Trotz seiner orthodoxen Haltung war sein Bestreben, ausgleichend zu wirken und zu allen Teilen der jüdischen Bevölkerung die besten Beziehungen zu unterhalten. In zahlreichen Schriften hat Bich Oberrabbiner Kuk mit halachischen Fragen befaßt. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurde in Palästina eine Gesamtausgabe seiner Werke vorbereitet. Im Februar d. J. hatte die Stadt Tel Awiw ihn zu ihrem Ehrenbürger ernannt. Jüdifeher Friedhof in Hamburg befchädigt Hamburg. Der in der Rentzelsfraße gelegene sogenannte Grindelfriedhof der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg ist stark beschädigt worden. Aus den massiven, in Mauerwerk eingelassenen Eisengeländem wurden vier Felder von je wer Meter Breite herausgerissen und in das Innere des Friedhofs geworfen, wodurch die ersten Gräberreihen stark, gelitten haben und starke Steine umgeworfen sind. Die Polizei hat die Nachforschung nach den Täter n aufgenommen. Warfcbauer Schach-Olympiade gefddoÄen Warschau.. Die Warschauer Schach-Olympiade wurde nach lötügiger Dauer geschlossen. An ihr haben 99 Schachmeister, davon 38 Juden aus 20 Ländern, teilgenommen^ Den Sieg errang die amerikanische Mannschaft, der u. a. die jüdischen Schachspieler Fein, Kupschick und Horwita angehörten, mit 54 Punkten. Außerdem hatten an der Olympiade noch folgende jüdische Schachmeister in den einzelnen Ländergruppen teilgenommen: Polen: Dr. Tartakower, F. Friedmonn^ Neudorf und H. Friedmann; Tschechoslowakei: Flohr, Oppocienski und Pelikan; Ungarn: Steiner, Lilienthal, Hawasi und Reu; Jugoslawien: Kostic und König; Österreich: Spielmann, Elikases und Parhorser; Argentinien: Balabon und Plezi; Lettland; Feigin und Hasenfuss; Frankreich: Cohn und Reismonh; Litauen: Wistameczki und Liikiij'' Palästina: Foerder, Enoch, .Dobian, Winz und Scherniak; Rumänien: Silbermann, Ichis, Brodi und Papo; England: Golombek.

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