Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 29 (17.7.1935)
- Date
- 1935-07-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN 17. Juli 1935 öttfotifZ-ft^ PREIS 25 PF. Nr. 29 / 1S. Jahrgang JUDISCHE ALIGEMEIME SchrifLlcitung und QoBchüftsuteUo: Borlin-OhartottonbMrg 2, Bleibtroustr. 2. r Fernruf: C1 Stelnpl. 3703. Bankkonto: Krcdltvoreln f. Handel u. dewerbe eQmbH, Berlin N. 24. — Bezugspreis: BM. 1,— monatlioh (jiuugl. RM. 0.10 ZeitttD«S£ebfthr önd Bestellgeld), bei Strei/boodror»and mt0g\. RM. 0.30. NEUE FOLGE R JUDISCH-LI Varia«: VorltigegeiioBSonflob&ft In Deutsohlaad anaäjaiBDt Juden tu Berlin ßGmbH., Bln.»Charlott<mtiurg 2, Bleibfcrouatr. 2. AnzoißODpr.: Dio 12gosp. mm-Zeile RM. 0,16, f. Fatnilienaatoißon BM. 0,10, f. BtollensoBuoho RM. 0,08. Bei anvcrachaldoter Nicht belle feruaff boataht kom Anflpruoh auf Vorgtituim. ALEN ZEITUNG Dpeyfus' letzter Weg Paris. Im Aller von 76 Jahren ist Oberleutnant, Alfred Dreylus, dessen Spionage-Prozeß Frankreich und die. ganze Weit mehr als zehn Jahre long in Atem hielt, einem sehweren Nierenleiden erlegen- Fast vergessen, lebte er in der Zurückgezogenheit seiner stillen Häuslichkeit nm Pore Monceau bei Paris. Nach seiner Rehabilitierung und seiner Wiederaufnahme ins Heer, die 1906 erfolgte, blieb er nur noch kurxc Zeit in der Armee. Im darauffolgenden Jahre nahm er seinen Abschied. Als 55jShriger meldete er sich noch einmal mm Kriegsdienst, befehligte einen Artillerie- Ersatztruppenteil und wurde zum Oberstleutnant befördert. Die meisten Männer, die in dem Kampf um seine Rehabilitierung eine entscheidende Rolle gespielt haben, sind vor ihm dahingegangen! Zola, Jaurcs, Clemeneeau, Poincari, Painleve. Die Pariser Presse nimmt seinen Tod zum Anlaß, um die geschichtliche Bedeutung der Affäre .Dreyfus für die Innenpolitik der französischen Republik zu betonen und beugt sich achtungsvoll vor dem Gedächtnis den Obersten Alfred Dreyfus. Die Beifetzung Paris. Am Sonntag, den 14. Juli, wurde Oberstleutnant Alfred Drcyfus zu Grabe getragen. An den Traucrfeierlichkcitcn nahm nur der engste Familienkreis des Verstorbenen teil. Angesichts der gespannten innerpolitischen Lage zum französischen Nationalfeiertag hatte man davon abgesehen, cineii größeren Personenkreis der Beerdigung beiwohnen zu lassen. Der Zeitpunkt der Beisetzung wurde geheimgehalten. Die gesamte französische Presse widmet an auffallender DteYle~ dem verstorbenen Alfred Dreyfus 'Nachrufe. In ihnen wird ein Überblick über den Verlauf der Dreyfus-Affärc gegeben und nicht zuletzt die Zurückhaltung hervorgehoben, die Dreyfus nach Beendigung seines Prozesses und nach seiner Rehabilitierung gezeigt habe. Die antisemitische Tageszeitung „Aclion Frnncaise", das Blatt der französischen Monarchisten, will demgegenüber feststellen, daß Dreyfus die Beschuldigung des Landesverrates zugegeben habe. In der Presse werden weiterhin vielfach Vermutungen über die von Dreyfus hintcrlasscnen Memoiren angestellt. Dieso Aufzeichnungen sollen, wie er bestimmt hat, erst nach seinem Tode veröffentlicht werden. In der englischen Presse hat der Tod von Alfred Dreyfus großen Widerhall gefunden. Die gesamte Affäre wird von den Zeitungen ausführlich wiedergegeben und ihre geschichtliche Bedeutung gewürdigt. Auch in den großen deutschen Tageszeitungen wird die Moldung über den Tod von Alfred Droyfus mit einem Rückblick über sein Schicksal veröffentlicht. Stellung, Ehre und Leben für eine Revision des Prozesses ein. Aber während diese Männer der Unschuld mutigo Verteidigungsreden hielten, rief Emile Zola sein „J'accuae" in die Welt hinaus. Er beschrankte sich nicht darauf, zu verteidigen, er klagte an. Er wurde deswegen zu Gefängnis vorurteüt und floh nach England. Picquart wurae vcrhaftol, am der Armee entfernt und erat 1899 wieder freigelassen. Infolge der allgemeinen Erregung kam es in Marseille und anderen Städten zu Unruhen, bei denen jüdische Xäden geplündert wurden. Ein Stimmungsumschwung, der später zu einer Genehmigung der Revision des Urteils führte« trat erst ein, als Oberstleutnant Henry vom Spionagebüro zugeben mußt», daß er der Verfasser eines Dreyfus schwer belastenden Dokuments war. Es war ein Brief, in dem dio Rede von „dem Juden" war, der aber nur auf Dreyfus als den einzigen Juden im französischen Generalstab gemünzt sein konnte. Am Tag nach seiner Verhaftung beging er Selbstmord. Gleichzeitig war der eigentliche Fälscher, der Desperado Major Estcrhazy, nach London geflüchtet, wo er später zugab, der Verfasser des „Borderau" gewesen zu sein, jenes Schriftstücks, das Dreyfus angeblich an Deutschland verkauft haben sollte. 47 Jahre war Dreyfus alt, als Beine vollkommene Schuldlosigkeit gerichtlich attestiert wurde. Seine Rehabilitierung bedeutete die endgültige Niederlage des Antisemitismus in Frankreich. Der unschuldig Verurteilte in diesem verworrenen Trauerspiel hätte zum Symbol für dio Juden werden können. Als man ihn nach einem sorglosen Abschied von seiner damals erat 25 Jahre alten Frau Lucio und dem dreicinhalbjährigcn Pierre an jenem unheilvollen 15. Oktober 1894 nach einer bis ins kleinste Detail vorbereiteten Diktntszenc im Zimmer des Gcneralstabschcfs unter der Beschuldigung des Hochverrats verhaftet hatte, entrang sich ihm der verzweifelte Aufschrei:--„Mein einziges_ Verbrechen Jst, als Jude geboren zu sein." Er ist es nicht geworden. Vielleicht weil er kern Streiter war, sondern ein Dulder, weil er seine Mission erfüllt sah, nachdem dio Akten über diesem größten politischen Prozeß der Vorkriegszeit geschlossen waren; Vielleicht auch deshalb, weil er seine Befreiung in erster Linie andern verdankte, don mutigen Männern, die, wie er schreibt, „das allgemeine Interesse über ihr persönliches stellten, sie alle trafen dafür ein, daß die hohen Gedanken von Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit die Oberband bewahren sollten." Das dunkle Schicksal hatte ihn erwählt, für seine Nation Werkzeug in einem schweren Kampf zu sein. Seine menschliche Tragödie wurde auch für das jüdische Leben von entscheidender Bedeutung. Unter dem Eindruck des Prozesses gegen Dreyfus schrieb Theodor Herzl, der als Berichterstatter der Gerichtsverhandlung beigewohnt hatte, seinen „Judenstaat". Ein Mann der Geschichte ist dahingegangen. Sein Denkmal bleibt in unserem Gedächtnis aufgerichtet. In diefer Nummer; Ein Bekenntnis Claude G. Montefiores. Von Rabbiner Dr. S. SAMUEL. Fluch Blatt Hilfe. Von HEINRICH STERN. Das Enfant terrible der Aufklarung. Die Geheimnisse der Goldgruben Salomes. Unter den schwarzen Juden Abessiniena. Recht im Alltag. Blick in die Wirtschaft. Sport. Um einen Film Im Berliner Ufa-Theater am Kurfürstendnmm läuft seit Freitag ein Film „Petterson und Bendel", der unter der Regie von Pcr-Axel Branncr nach einem preisgekrönten Roman von Waldemar Hammenhög gedreht wurde. Der Film ist schwedischer Herkunft. Er ist als erster ausländischer Film in Originalfassung von der amtlichen deutschen Filmprüfstellc als Btaatspolitiscli wortvoll erklärt worden. Dieses höchste Prädikat hat er zweifellos deswegen erhalten, weil der Ablauf seiner Handlung und die Verkörperung seiner tragenden Gestalten sich mit dem Standpunkt des nationalsozialistischen Staates in der Rasscnfragc decken. In dem schwedischen Film, der bereits vor dem 30. April 1933 gedreht worden ist, wird gesclüldert, wie ein kleiner jüdischer Gauner, Moritz Bendel, der als blinder Passagier aus dem Osten nach Stockholm gekommen ist, sich mit einem arbeitslosen Matrosen zu der Firma „Petterson und Bendel" verbündet. Er hat eine Art, Geschäfte zu machen, die ihn schließlich dazu zwingt, das Weite zu suchen. Daß wir als Juden nicht gerade erfreut sind, einem solchen Schieber, wie ihn der jüdischo Darsteller Scmmy Fricdmann in Handlungen, Ausdrucksweise und Gebärdensprache zeigt, auf der Leinwand zii begegnen, wird man verstehen können; wir sind es um so weniger, als wir uns auch im Leben von solchen Elementen distanzieren, auch wenn sio unsere Glaubensgenossen sind. Und wir sind die Letzten, dio es billigen, wenn — wie dies leider noch immer ab und zu vorkommt — Menschen, die den Namen Judo führen, durch ihre Handlungsweise ein Eingreifen der Behörden erforderlich machen. Mit dem erst jetzt wieder an die Berliner Gcmcindemitglicdcr gerichteten eindringlichen Appell des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde, in der Öffentlichkeit die uns Juden gebotone Zurückhaltung zu wahren, läßt es sich auch nicht vereinbaren, wenn, nach Meldungen der Tagcspressc, jüdische Besucher der Uraufführung des Films „Petterson und Bendel" sich zu Mißfallciisäußcrungcn haben hinreißen lassen. Der „Völkische Beobachter" sclircibt zu diesen Zwischenfällen in seiner Montagsausgabe folgendes: „In einem Berliner Lichtspieltheater läuft zurzeit der schwe- (Fortsetzung auf der Umscitc.) Der Held der „Affäre« Di« Degradation / Von ALFRED DREYFUS Gerade in diesen Juli-Tagen sind 29 Jahre verflossen, seit das tragische Kapitel Weltgeschichte, Jdas die Überschrift „Die Dreyfus-Affärc trägt, mit einem Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit über zeitliche Irrungen und Wirrungen französischer Politik seinen versöhnenden Abschluß gefunden hat. Als am 12. Juli 1906 Alfred Dreyfus durch den völligen Freispruch des Kassationshofes in Rcnnes zum Major reaktiviert und zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden war, lag eine zwölfjährige Leidenszeit maßloser Diffamierung hinter ihm, die mit einer Anklage wegen Spionage zugunsten Deutschlands begonnen hatte und sich nach seiner Verurteilung zu lebenslängiiclier Deportation in einer Verschickung in. das höllische Bagno der Teufclsinsel fortsetzte, wo schon unter dem zweiten Kaiserreich hunderte von Deportierten elend zugrunde gegangen waren.) Fünf Jahre lang wurde er dort unter unsagbaren Qualen gefangen gellalten. Er hat in diesen Jahren des Martyriums nicht nachgelassen, an den Gerechtigkeitssinn verzweifelte Appelle zu richten und immer wieder beteuert: „Ich bin um des niederträchtigsten Verbrechens willen, das ein Soldat begohen kann, verurteilt "worden, und ich bin unschuldig." Nur der Glaube an den Triumph der Wahrheit hielt ihn am Leben: „Nach meiner Verurteilung", schreibt er an den französischen Ministerpräsidenten Dupuy, „war ich entschlossen, mich umzubringen. Aber meine Angehörigen, meine Freunde haben mir klar gemacht, daß mit meinem Tode alles zu Ende sein würde; daß mein Name, der Name, den meine geliebten Kinder tragen, für alle Zeit geschändet wäre. Ich mußte ■also am Leben bleiben." Eine ganze Welt nahm um die Wende des Jahrhunderts hitzig fiebernd für und gegen den Hauptmann aus dem französischen Generalstab Stellung. Große politische Leidenschaften bedienten sich des Scliicksals des. Sträflings der Teufclsinsel, um Gegensätze zum Austrag zu bringen, die Frankreich nahe an den Abgrund geführt haben. Alfred Dreyfus, der wohlhabendo Kaufmannssohn aus dem Elsaß und einzige Judo im Generalstab, war trotz der zähen Verbissenheit, mit der er,, im Bewußtsein seiner Unschuld, um seine Ehre, kämpfte, nur der leidende Held in diesem Drama aufgewühlter .Leidenschaften, in dem Intriganten und Fälscher im Waffenrock auftraten und zusammenbrachen,' in dem die Masse in wilden Chören mitwirkte und aufopferungafreudige Streiter für die Sache: der Gerechtigkeit kämpften. Selbst ein Mann wie der alles andere als judenfreundlichc Oberst Picquart aus der Spionage- Abteilung des Generalatabs setzte sich unter eigener Gefahr für Sonnabend, den 5. Januar, wurde die Degradation vollzogen. Ich ertrug diese unsägliche Marter ohne Wanken. Eine Stunde vor der grauenvollen Zeremonie wartete ich im Zimmer des Garnisonsadjutanten der Kriegsschule. Während dieser endlosen Minuten spannte ich alle Kräfte meines Lebens aufs höchste an; die Erinnerung an die schrecklichen Monate, die hinter mir lagen, stieg vor mir auf; in abgerissenen Sätzen erwähnto ich den letzten Besuch, den mir Major Paty de Clam im Gefängnis gemacht. Ich protestierte gegen die verruchte Anklage, die wider mich erhoben war; bezog mich darauf, daß ich an den Minister geschrieben habe, um ihm zu wiederholen, daß ich unschuldig sei. Hauptmann Lebrun-Rcnault hat denn auch diese Worto mit einer seltenen Gewissenlosigkeit entstellt und daraus die Sago von einem Geständnis fabriziert oder fabrizieren lassen, wovon ich erst im Jahre 1899 Kenntnis erhielt. Hätte man mir vor meiner Wegschaffung aus Frankreich, die im Februar 1895, uIbo sieben Wochen nach der Degradierung, statthatte, Mitteilung, von diesem Gerücht gemacht, so würde ich schon Mittel unoVWego gefunden haben, es im Keime zu ersticken. Ich wurde' dann unter Begleitung von vier Mann und einem Unteroffizier in die Mitte des Platzes geführt. Es schlug neun Uhr. General Darras, der die Vollziehung des Degradationsaktes befehligte, ließ mir meine Waffen bringen. Ich erlitt Todesqualen, ich reckte mich, um alle meine Kraft zu konzentrieren; ich beschwor die Erinnerung an Frau und Kind herauf, um mich aufrecht zu halten. Gleich nach der Verlesung des Urteils wandte ich mich an die Soldaten und brach in den Ruf aus: „Soldaten, man degradiert einen Unschuldigen; Soldaten, man entehrt einen Unschuldigen 1" „Es lebe die ArmeeI Es lebo Frankreich!" Ein Adjutant der Republikanischen Garde trat auf mich zu. Mit Blitzesschnelle riß er mir Knöpfe, Tressen, die Abzeichen meines Gradc3 an Käppi und Ärmeln herunter, dann brach er meinen Säbel entzwei. Stück für Stück fiel meine Ehre in Fetzen zu meinen Füßen. Und während dieser grauenhaften Erschütterung meines ganzen Wesens rief ich, stramm und erhobenen Hauptes aufrecht stehend, wieder und wieder meinen Verzweiflungsschrei: „Ich bin unschuldig!" den Soldaten, dem versammelten Volke zti. Dio Prozedur ging weiter. Ich sollte das "Carrfi abschreiten. Ich hörte das Wutgeheul einer betrogenen Menge, ich empfand den Schauer, der über sie dahinkroch, als Bio zusehen mußten, wie Verrat bestraft wird, und auch ich wollte sieerschauern machen dadurch, daß sie meine Unschuld empfinden sollten. Ich hatte das Cnrre' abgeschritten; die Qual war vorbei, so glaubte ich wenigstens. Doch da begann erst die Agonie jenes langen, langen Tages. Man band meine Hände, ein Zollenwagcn führto mich nach dem Polizeigewahrsam, und wir passierten den Pont de L'Ama. Am Ende der Brücke konnte ich durch die Luko in meinem Wogen die Fenster meiner Wohnung sehen, wo ich so sonnige Jahre verlebt, wo ich mein ganzes Glück zurückließ. Das war eine ndmenloso Zeit. Auf dem Polizeigewahrsam wurde ich in meinem zerrissenen, zerfetzten Gewand von Saal zu Saal geschleppt, untersucht, Photographie«, gemessen. Gegen Mittag brachte man mich endlich in das Gefängnis de la Sante und schloß mich in eine Zelle ein. Am gleichen Tage richtete Alfrod Dreyfus an seine Frau den nachstehenden erschütternden Brief: Gefängnis de Ia Sante", Sonnabend, 5. Januar 1895. Mein Liebling, ich will dir nicht sagen, was ich heute gelitten, Du host an Deinem Leid genug, und ich will es nicht noch vergrößern. Wenn ich dir versprochen habe, auszuhalten und zu leben, bis ich rehabilitiert sein werde, so habe ich Dir das JixSchste Opfer gebracht! das ein anständiger Mensch, ein Mann von Herz, dem man seine Ehre geraubt, hat -bringen können. Gebe Gott, Haß meine physischen Kräfte mich nicht in Stich lassen. Seelisch kann ich es ertragen; denn mein reines Gewissen hält mich aufrecht, aber Geduld und Körperkraft fangen an, zu versagen. Später, wenn wir wieder glücklich sind, erzähle ich Dir, was^ ich heute durchgemacht, wie mein Herz blutete, als man mich mitten durch wirkliche Schuldige führte.. Ich fragte mich, was ich denn eigentlich da zu tun habe, warum ich da sei . . . Warum kann, man nicht mit dem Seziermesser die Herzen der Menschen aufschneiden und in ihrer Seele lesen? Da hätten allo gesehen, wie in dem meinen in goldenen Lettern geschrieben steht: „Dieser Mann ist ein Ehrenmann." Aber ich verstehe Bie so gut. Ich hätte an ihrer Stelle auch die Verachtung nicht, zurückhalten können, wenn man mich einem Offizier gegenübergestellt hätte, den man als Verräter bezeichnet. Ach, gerade darin liegt die ungeheure 'Tragik meines Schicksals, daß ich dieser Verräter nicht bin ... Auj; „Fünf Jahre meines Lebenj" von Allred Dreylu»;