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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-07-03 · 27 (3.7.1935) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
27 (3.7.1935)
Date
1935-07-03
Page
– (sequence 8)
Language
German
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-„ Jetidten Gebert" im Kulturb und Ala der Vorhang sich hob und im Hause von Solomon und Rickchen Gebert die Familientafel gedeckt wurde, war im Publikum die Stimmung für ein erweitertes Familienfest vorbereitet. Es gab Onkel EDs Lieblingsgericht, Hecht mit Kleßcn, den Jcttcncn auf dem Äfolkcnmarkt eingekauft hatte, und den berühmten Gcbcrtschcn Kalbsbraten. Dazu Witze aus dem jüdischen Familienleben und ein bißchen Saßholz mit Klavierbegleitung. Kaum einer unter den Zuschauern, der nicht aus Kenntnis der beiden Georg Hennaiinschen Romane bis ins Letzte in die . Gepflogenheiten, Charaktereigenschaften, Eigenarten und Redensarten, Vorzüge und Schwachen der Berliner Geberts und der Ostlichen Linie Jacoby eingeweiht gewesen wäre. Man war so präpariert, daß man nicht nur' den Schauspielern das' Stichwort bringen konnte, sondern auch dio Lücken, die die Umschaltung des Romans ins Dramatische hat entstehen lassen, bereitwillig ergänzte. So fühlte man ■ sich ' heimisch bei liebgewordenen Buch- Ei guren, die leibhaftige Gestalt angenommen hatten. Georg Hermanns fünf Akte, sind alles andere als ein Schauspiel mit Spannungen und Lösungen. Aber es sind liebevoll hingepinselto ZustandsBchilderungcn aus dem Bezirk, einer auf- §oklärten Berliner Judenhcit, die aus dem Ghetto in den Geist er, .Emanzipation hineingeraten ist.,;-Das Judentum ist ihnen,nicht, mehr Angelegenheit religiösen Brauchs, aber der Seele und der. ■Tradition. Es sind Juden, die . vom Freitagabend nur noch die gesellige Form familiären Zusammensems beibehalten und Liszt, Angcly, Henriette Sonntag, Goethe und Heine in ihre Interessensphäre aufgenommen haben, sich aber dagegen sträuben, daß das Judentum in der Familie auastirbt. So daß Jettchen Gebert von der Hochzeit in den Tod eilt, weil sie den Weg zur Ehe mit dem christlichen 'Doktor Kössling (zu dem Walthcr Hortner promoviert war, aber nur rite) mcht wühlen darf. Wenn eich in Julius Jncoby aus Deutschen noch religiöse Gewissensbisse rogen, sobald er Butter mit Fleisch essen soll, weiß Tante Riekchcn sie zu beschwichtigen: „Hier in Berlin meint es der liebe Gott nicht so genau". Jason Gebert, , der Acsthet, der aus der Schlacht von Groß-Beercn einen Beinschuß davongetragen hat, hat in seiner Bibliothek eine Menora stehen, aber sie ist ihm wohl kaum mehr ab ein Sammelobjekt, genau so wie sein geliebtes Kündler- Porzollan. Und es ist nicht gerade überzeugend, wenn man ihm ein hebräisches Bibelzital ihr' den Mund legt. Dar Regie Fritz Jcssncrs ist es als ein Lob anzurechnen, daß sie einer naheliegenden Gefahr, die Charaktere zu karikieren oder allzu stark zu profilieren, ausgewichen ist, um so mehr, als sie Willy Präger für das'. Original'vom Hohen Steinweg' auserwJhlt hatte. Es war die größte Überraschung, daß Prager, mit kluger Zurückhaltung einen Onkel Eli auf dio taperigen Beine stellte, der sich drollig zwischen leichtem Schwachsinn _ und gütiger Altorswcishcit bewegt, ohne die Pcnctranz von Käbarett- . allüren. Die Problcmfigur des Stückes, Jason,' ist Martin Brandt zugefallen. Er spielt ihn aus klugem Geist heraus,, aber vielleicht ein wenig zu kühl. Er spricht dio Worte gut, aber die jüdische Socio schwingt nicht mit. Als Titelfigur dcsi anheimelnden Familicngcmäldcs , bictot Ruth Reimer ein' zartes Pastell in Reif rock, schwarzen Ringellockcn, mit schwermutvollcn Augen. Selbst .im Lachein ans Herz rührend. Die üDrigcn FamiUcnorigiiiale: Siegmund Nunberg ist ein würdiger Solomon, Fritz Lion ein lauter, lebensfreudiger Ferdinand. Rickchen, der geborenen Jacoby, die mit ihren Rcihcrfcdcni die boshafto Familie an einen Zictenhusaren erinnert, leiht Lilly Kann eine.draufgängerische Resolutheit, während Jenny-Marba' als .Minchen auch nicht entfernt dio Erinnerung an Rosa Valctti aufkommen läßt. In, die gepflegte,; Atmosphqrc.., der jüdischen .Aristokratie--ßUB; der Königstaat platzt, Julius Jacoby — „ein vcrkrochcncr, Charakter'1, meint Önkcl Eli — mit der unbeherrschten Vehemenz Herbert Grünbnum's hinein. Er duftet'förmlich nach dem Lederseiner Branche und benimmt sich so, daß Onkel Eli zur Charakterisierung seines Benehmens kein anderes Wort findet als ein unter Achselzucken hervorgestoßenes „Bcntscb.cn". Hübsch und stilecht die Kostüme und Dekorationen, die Heinz Cond eil geschaffen hat: das lichte Biedermeierzimmer mit dem Ausblick auf Alt-Berlin, die duftende Charlottenburger Sommerfrische und das ernste Arbeitszimmer des frei- und feingeistigen Juden Georg Hermann Jason Gebort. Es war ein reizender Abend, dem das Publikum bis zum Schluß mit Schmunzeln, Lachen und unterdrückten Tränen leichter Rührung folgte. Nur drei Stunden war dafür ein bißchen lang. Fritz Jessner hat sich daran erinnert, daß um 1840 noch dio Postschnecke durch das Land kroch. Aber er hat vergessen, daß einer der vier Geberts zur Erholungsreise nach Karlsbad bereits ein Stückchen, mit der schnelleren Eisenbahn fährt. Engen Tannenbaum. Stiftertafel im Küiiftlerhaus Eino ' Ausstellung schlcsSschcr Künstler, dio der .(Verein Berliner Künstler" in seinem Hause in der Tiorgartcnstraßc 2 a veranstaltet, gibt der Zeitschrift „Das Schwarze Korps"' Veranlassung, in der Nummer vom 26. Juni auf eine. Tafel hin- . zuweisen, die dio Stifter des Baufonds dos.Künstlcrhauscs verzeichnet. Das „Schwarze Korps'" schreibt hierzu unter der Überschrift ^Nachlässigkeit oder böser Wille?" u. a.: ■' : „An bester Stelle im Eingang des Hauses prangt eine Tafel mit den Namen, der Stifter des Bnufonds des Künstlcrhauscs. Man traut seinen Augen nicht. Unter ungefähr 55, Namen liest man folgende, die wohl' in" ihrer Gesamtheit ala' unbedingt „rein arisch" anzusehen sind: •'' E. v. Mcndelssohn-Bartholdy, Geh. Kommorzicnrat, Robert v. Mcndelssohn-Bartholdy, Franz v. Mendclssohn-Bartholdy, H. Krotschmar, Bankier, Julius Isaac, Komm.-Rat, H. Haükohl, Ludwig Berl, Bankier, Felix Königs, Bankier, Rudolf Mossc, Valentin Weißbach, Karl Spindler, Emil Mossc, B. Arons, Bankier, James Hardy, Bankier, J. Museler, Rechtsanwalt,; Emil Minlos, Adolf Schwabachcr, Bankier, Wilh. Kopetzky, Komm.-Rat, Artur Gwinnor, Dir. d. Deutsch. Bank, Eugen Landau, Generalkonsul, Robert Warschauer, Bnnkior, Emil Holländer, H. v. Blcichröder, Bankier, Julius Reichenlicim, Oskar Huldschinsky, Dr. Parey, Fritz Fiicdländer, Dr. Georg v. Bleichröder, Bankier, Dr. James ' v. Bleichrödcr, Bankier, Leasing, Geh. Jüstizrat, Frau Prof. Friedender, Juüub Pintsch, Anton. Waworsky, Bankier^ Dr. Walter Simon, Stadlrat, Dr. Walter, Kriegsrat. Wir fragen nun, was soll eino solche Tafel heute noch? Ist das nur eine Nachlässigkeit oder böser Wille? Eine genaue Prüfung der Person des ersten Vorsitzenden des Vereins gibt die Antwort. Da sitzt nämlich Herr Professor Carl Langhammer, Hochgradfreimaurer, und in erster Ehe mit einer Jüdin verheiratet." der. JÜDISCHEN ALLGEMEINEN it Berliner Umfchau Sportfeft der BSG 33 , Dio B S G 3 3 veranstaltete am - Sonntag ein leichtathletisches Sportfest, bei dem die Jugend einige gute Ergebnisse zeigte; so lief Hammer die 100 m in 12,3 Sek. und Markwald gewann den Dreikampf mit vielversprechenden Leistungen. Bei den Männern erreichte im Hochsprang Licht 1,50 m und im Kugelstoßen schaffte Bruno Groß 10,10 m. Im Rahmen der 'Veranstaltung würde ein "Handball-Blitzturnier ausgetragen, das mit einem Siege der* Westen-Mannschaft vor Charlottenburg-Wihnersdorf und Nordost endete. Ein kurzes Frauenspiel ging 0: 0 torlos aus. Zwei. Fußball-Turniere Der Spielausschuß jüdischer Fußballvereine veranstaltete ein Jugend-Fußbollturnier, an dem Jugendmannschaften von Teutonia-Nordstern, Eintracht-Borussia, Bar Kochbo Hokoah und Hngibor beteiligt waren. Das Turnier gewann Eintracht- Borussia, dessen Mannschaften kein Spiel verloren. Dio Ergebnisse: Schüler: Haicoah — Teutonia-Nordstern 3:3 (1:3), Hagibor — Eintracht-Borussia 0:7 (0: 4); J u g e nd B : Hakooh — Eintracht-Borussia 0:1 (0:1), Hagibor — Teutonia- Nordstern 1:5; Jugend A: Hakooh — Teutonia-Nordstern 5:2 (2:0), Hagibor — Eintracht-Borussia, 1:3 (0:2). Beim Alte-Herrcn-Turnier, dos Meteor auf dem Sportplatz am Schäferseo durchführte, gelang es der durch Reiff und Roscnberg verstärkten BSG-Mannschaft, im zweiten Spiel Weißensco 1900 mit 5:0 jederzeit überlegen zu schlagen. Gesamtsieger des Turniers blieb jedoch Teutonia-Nordstern. Schluß des BSG-Tennisturniers Die noch ausstehende. Schlußrunde im Herrendoppel, dio am Mittwoch zum Austrag kam, wurde eine sichere Beute' des guten Bar Kochba-Paares Dr. G r ün b« r g/Eh ren f r ied, das eindeutig überlegen die BSGer Löwenthal/Friedrichs schlugen. Nach , zwei 3:6, 0:6 verlorenen Sätzen zogen die BSGer dann beim Stande von 4:4 zurück. In den Trostrunden siegten bei den Domen-Frau Bach (Grunewald) über Frl. Schönfeldt mit 7:5, .^j.ffiÄ.'J&Vifeii Herren Löwenthal (BSG) mit 6:2, 4:6, 6:3 ■ über -Goidberg (Grunewald). ' Am letzten Sonntag trug die erste Herrenmannschaft der BSG 33 einen Klubkampf gegen die Tennisgemeinschaft Württembergische Straße aus. Die BSG spielte ganz überlegen und konnte den Klubkampf ungefährdet gewinnen. Das Schlußergebnis lautete 10:2 Punkte, 20:6 Sätze-und 135: 69- SpieleHEür--die^BS&.- . Stettiner Dörnen bei „Grunewald* Der Tennisklub 1924, Stettin., weilte mit seiner Damen-Mannschaft beim Tennisklub „Grunewald" und mußte sich hier von einer kombinierten 2. und 3. Mannschaft mit 2:11 Punkten schlagen bissen. Berliner Vorfchau Sonntag, 7. Julii Anfangersportfest des JSC Hagibor JSC Hagibor veranstaltet ab 14 Uhr auf dem Grunewaldsportplatz ein leichtathletisches Sportfest, dos Wettbewerbe für Anfänger, Jugendliche und Vereinslose vorsieht. Einige Einladungswettbewerbe vervollständigen dos Programm. Tennia-KIubkampf der BSG Die Tennisabteilung der BSG 33 hat sich zum kommenden Sonntag als.Gegner für ihre erste Herrenmannschaft eine Vertretung des Tennisklubs Stern-Blau-Gold, Karlshorst, verpflichtet. Die Spiele finden auf der BSG-Anlage in der > Friedrichsruher Straße 42/48 statt und beginnen um 10 Uhr. „Grunewald" gegen JTSC 05 In einem Tennis-Klubkampf stehen sich auf der JTSC-Anlage in der Mecklenburgischen Straße eine zweite Mannschaft des Tennisklubs „Grunewald" ,und die Mannschaft des JTSC 05 gegenüber. Sonntag, 14. Juli: Leichtathletifclier Verbands-Wettkampf Der mit Spannung erwartete leichtathletische Verbands-Wettkampf zwischen dem RjF-Sportbund und dem Deutschen Makkabikreis findet nun endgültig am 14. Juli auf dem Sportplatz der Jüdischen Gemeinde am Bahnhof. Grunewald statt. Beide Verbände werden mit ihren besten Leichtathleten antreten, so daß der Veranstaltun|r ein spannender und würdiger Verlaut gesichert erscheint. Während der Deutsche Makkabikreis seine Mannschaft nach den Ergebnissen der Makkabiah-Ezpedition aufbauen kann, wird, sich der Sportbund vor allem auf die Teilnehmer des soeben in Ettlingen beendeten Schülungakursus stützen. Es ist zu wünschen, daß die Berliner jüdische Bevölkerung ihr Interesse am Sport und insbesondere an dieser einmaligen Veranstaltung durch zahlreichen, Besuch kundtun wird. Sport im Reith Dusseldorf: Bei den lcichtathletischcn Meisterschaften des RjF-Bezirks Mittelrhein, dio von der Düsseldorfer Sportgruppe durchgeführt wurden, gab es einige gute Ergebnisse. So gewann Guttmann (Krefeld) die 100 m in 11,6 und den Weitsprung mit 5,93 m, Frohsinn (Düsseldorf) dio 200 m und die 400 m in 54,4. Bei der Jugend durchlief Scclig die, 100 m in genau 12 Sekunden. Köln. In Köln kam ein Klubkampf zwischen den Makkabivcrcincn aus Köln und Düsseldorf zum Austrag. " Nach schärfstem, ausgeglichenstem Kampf siegten zum Schluß die Düsseldorfer mit 104:100 Punkten. Im Weitsprung schaffte der Köhler Bukofzer 6,21 m; über 3000 m lief Locb zwar die gute Zeit von 9: 58,8, konnte jedoch den mit 100 m Vorgabe etwas zu reichlich bedachten Herzberg, der in 9:56 gewann, nicht ganz holen: Darmstadt: , RjF-Darmstadt wird am Sonntag in Pannstedt die diesjährigen südwestdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften zum Austrag bringen! Die Veranstaltung beansprucht um so größeres Interesse,, als der JTSC 05, Berlin, mit seiner Kampfmannschaft beteiligt sein wird. ' Leipzig! Die beste jüdische TenniBklasse Deutschlands traf - sich am Wochenende in Leipzig beim dortigen Rot-Weiß.- In allen Konkurrenzen gab es die erwarteten Ergebnisse, überraschend kommt nur das frühe Ausscheiden von Dr. Fuchs, der gegen Dr. Flaut (Bar Kochba-Berlin), der -deh.-seirterseits-wieder ^von»-Lewih- " Goldschmidt,, dem" Grunewald-Junior, schlagen lassen mußte.. Im Herren-Einzel siegte Strauß (Barmen) 6:4, 6:3 gegen Mann (Chemnitz), im_ Herrendoppel die RjF-Meister Dr. Fuxhs- Wolff gegen I^wm-Goldschmidt/Löser, im Dameneinzel Frau Fried leben gegen Frau Hemp (beide Bar Kochbo-Frankfurt), im Damendoppel Frau Friedleben /Frau Hemp über die Leipzigerinnen Frau Rosenzweig/Kaufmann und im Gemischten Doppel endlich etwas überraschend Frau Hemp/Ruchwalter gegen Frau Friedlehen/Dr. Fuchs. Sportliches Allerlei Am 3. und 4. August veranstaltet der Sportbund des RjF erstmalig seine Jugendmeisterschaften im Tennis in Hannover auf den Tennisplätzen des Schwarz-Weiß. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen, die im Jahre 1917 oder später geboren sind und einem RjF-Verein angehören. * Alfred Lesser, der bisherige Vorsitzende der BSG 33, hat den Entschluß gefaßt, sich vom Sport zurückzuziehen. Jahrzehntelang schon stand Alfred Lesser'in vorderster Linie der Sportbewegung, ehe er 1933 zum jüdischen Sport kam und sich auch' hier große Vordienste errang. Ärztliche Verforgung Hilfsbedürftiger Dio Zentralstelle für Jüdische Wirtschaftshilfe teilt mit: Bis in dio letzte Zeit sind jüdische Kassenärzte von einzelnen Kommunalverbänden von der ärztlichen Versorgung Hilfsbedürftiger ausgeschlossen worden, vor kurzem noch in Hamburg. Es ist deshalb bemerkenswert, daß der Deutsche Gemeindetag und die Kasscnürztüchc Vereinigung Deutschlands allgemeine Richtlinien für Verträge betreffend die ärztliche Versorgung Hilfsbedürftiger aufgestellt hoben. In diesen Richtlinien wird ausdrücklich festgesetzt, doß olle Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung, sofern sie zur V.O.-Kossenpraxis. zugelassen sind und mindestens ein Jahr ün Bezirk des Fürsorgeverbnndes die Praxis ausüben, innerhalb ■> der Grenzen desjenigen Fürsorgeverbandes zugelassen sind, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Da von den Richtlinien abweichenden Bestrebungen grundsätzlich keine Unterstützung mehr zu Teil wird, ist diese Bestimmung für die jüdischen Kassenärzte von großer Bedeutung. Ein 80juhriger Arzt Hamburg. Am 30. Juni feierte Prof. Dr.Siegf ried Korach, einer der bekanntesten Ärzte Hamburgs, der von 1886 bis 1930 Chefarzt des Krankenhauses der Deutsch-Israelitischen Gemeinde war, seinen 80. .Geburtstag. Der Jubilar, dem der Staat in Anerkennung seiner Bedeutung als Wissenschaftler und praktischer Arzt schon früh den Professortitel verliehen hatte, erwarb sich besondere Verdienste in der Cholerazeit von 1892 sowie in den Kriogsjahren, als sein Krankenhaus zum Lazarett umgestaltet wurde. Als Mitglied des. Krankenpflcgcrprüfungsausschusses der Hamburger Gesundheitsbehörde hat er jahrzehntelang alle Prüfungen für Krankenpfleger und Krankenschwestern in Hamburg vorgenommen. Der ärztliche Verein ernannte ihn mit Rücksicht auf den hohen Ruf, don„ ihm seine wissenschaftlichen Arbeiten im In- und Auslände verschafft hatten, zum Ehrenmitglied. Noch heute betreut er die Waisen-, Pflege- und Wohlfahrtsinstitute der Gemeinde und unterrichtet und prüft die jüdischen Krankenpflegerinnen. Gefache um Namensänderung Antwort des ungarischen Ministers des Innern Budapest. Am Interpcllotionstagc des Abgeordnetenhauses richtete der Kossuthparteilcr Rudolf Rupert, ein unermüdlicher Vorkämpfer für dio Gleichberechtigung alter Bürger, eino Anfrage an den Minister des Innern,' ob ihm bekannt sei, daß die G. e - suche jüdischer Ungarn mit fremdländischen Namen um Magyarisierung im „Friedhofzimmer" des Ministeriums verschwinden und daß selbst die größte Protektion nur in ganz seltenen Fällen zur Ercldr>»ung des Ansuchens führe. Da. der Reichsverweser selber anläßlich der Eröffnung. der neuen Rcichstapssession betont habe, daß dio Konfession zwischen Bürger und Bürger keine Scheidemauern aufrichten dürfe, bitte er um offene Antwort, ob die Regierung die Namensmagyarisierung ohne jegliche Rücksicht auf Stana und konfessionelle 'Zugehörigkeit begünstige oder ob dio jüdischen Ungarn — unbeschadet ihrer patriotischen Gesinnung —■ besser.dararin täten, keinen vergeblichen Zielen nachzujagen; Minister des Innern Dr. Nikolaus v. K o z m a, der erst vor wenigen Wochen sein neues Amt angetreten hat, betonte, daß die Regierung keinerlei Pression im Hinblick auf die Nomensmogyarisierunp ausübe.- Es sei ihm; nichts von; der Tendenz bekannt, die der Interpellant bemängele^ und'er selbst habe in vielen Füllen die Gesuche von Juden in günstigem Sinne erledigt. Er werde auch in Zukunft die Gesuche in objektiver Weise prüfen. Freilich müßten gewisse Formalitüten, eingehalten werden. Er billige beispielsweise nicht dio gruppenweise Einreichung von Gesuchen aus der Beamtenschaft, weil dies den Anschein der' Pression erwecken könne. Auch dio Vermehrung allzu häufiger Namen etc. müsse vermieden werden. Der Interpellant und das Haus nahmen die Antwort des Ministers zur Kenntnis. ,Buddy?L Baer kam im Ncw-Yorker Yankee-Stadion zu einem neuen k. o. Erfolge. Im Vorkampf zum Louis-Carnera-Treffcn;elang es ihm, seinen Gegner bereits nach 54 Sekunden für die "t auf die Bretter zu legen. goli Zei Das Jugendpflegcanit Norden der Jüdischen Qemelnde erOIfrete im 2. Juli sein« Bibliothek fQr die Jugend du Bezirkes. Die Bücherausgabe erfolgt jeden Dienstag von 18.30-20 Uhr in der Schönhauser Allee 23-25. Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr. Kleinkunstabend. Eisen: 4.Jull 20.30 Uhr, Jugendhelm; Köln 7. und 8. Juli, .Rheinlandloge; Dortmund: 9. Juli, Oeraelndehaus; Ko 1 n : 10. und 11. Juli, 20.15 Uhr; Rheinlandloge. Konzert. Oasy Renardy. D o r t m u nd: 4. Juli, 20,30 Uhr, Qeraelndehaus; Aachen : 7. und 8. Juli, Pianohaus Adam Wllnelmstr. 38; Krefeld: 9. Juli, Synagoge; D u I a b ure:1 10. Juli, 20.30 Uhr, Theodor Lauter Haus; Eaaeu: U. Juil Jugendheim. HauptschriltlSlter: Dr. EugenTannenbaum, Berlin - Wilmersdorf. Leiter der Anzelgen-Abtellunp, und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen H a n s Ehrlich, Berlin W 16. — DA II 2500. Zur Zelt Ist Preisliste Nr. 2 gültig. Verlag: Verlagsgeriossenschalt In Deutschland ansässiger Juden zu Berlin eQmbH., Berlln-Charlottenbürg 2, Blelbtroustrau'e 2. Druck: Sonnendruckerei" OuibH. (Felix Wolf), Berlln-ChatlQttenburg 4.

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