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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-01-30 · 5 (30.1.1935) · page 11

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
5 (30.1.1935)
Date
1935-01-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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dentcnschaft seine Antrittsvorlesung über II a ssend Im m e - runp und ihre Meisterung durch Geist und Tat, als Schicksalsfrageder weißen" Völker. ' Nach' einem ' Bericht des „Völkischen Beobachters" kam Prof. Dr.- Astel auf die Bestrebungen zur Verhütung eines erbkranken Nachwuchses zu sprechen. In diesem Zusammenhang sagte er: „Die EdelrasBigcn aller Länder haben eingesehen, daß aio von lebensfeindlichen Machten, dem vorderasiatischen Judentum und seinen Filialen, betrogen und gegeneinandergebracht, lange , Zeit ihre Haut zu Markte getragen, gelitten und geblutet hoben, und nur zu viele der Edlen kinderlos gestorben sind. Sic wollen ihre Kraft nicht mehr der Verminderung, der Abschwächung des edlen, starken Lebens, sondern dessen Hettung, Erhöhung und Hochzüchtung zuwenden." RiehtLiniiiieii mr RafTenkunde Die rassenpolitischc Erziehungearbeit in den Schulen Rcichsministcr Rust hat im Einvernehmen mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, einheitliche Richtlinien für die Zielsetzung des Unterrichts auf den Gebieten der Vererbungslehre und Rassenkunde erlassen, durch die bisherige Ministerialerlasse der Landesregierungen abgelöst werden. Ziel der neuen Verordnung ist, im Unterricht aller Schularten dio neuen Erkenntnisse zu vermitteln, aus ihnen die Folgerungen für alle Fach- und Lcbensgebietc zu ziehen und dadurch nationalsozialistische Gesinnung zu wecken. Es gilt daher, wie es in den Richtlinien beißt, erstens „Einsicht zu gewinnen in die Zusammenhange, die . Ursachen und die Folgen aller mit Vererbung und Rasse in Verbindung Btchenden Fragen", zweitens „Verständnis zu wecken für die Bedeutung, welche dio Rossen- und die Vcrcrhungserechcinungcn für das' Leben und Schicksal des deutschen Volkes und die Aufgaben der Staatsfübrung haben" und drittens „in der Jugend Verantwortungsgefühl gegenüber der Gesamtheit des Volkes, d. h. den Ahnen, den lebenden und den kommenden Geschlechtern zu starken, stolz auf die Zugehörigkeit zum deutschen Volk ols einem HaupttrBger des nordischen Erbgutes zu wecken und auf den 'Willen der Schüler in der Richtung einzuwirken, daß sie an der rassischen Aufortung des deutschen Volkstums bewußt mitarbeiten." Diese Schulung von Sehen, Fühlen, Denken und Wollen Boll bereits auf der Unterstufe einsetzen, bo daß entsprechend dem Willen des Führers und Reichskanzlers „kein Knabe und kein Mädchen die Schule verläßt, ohne zur letzten Erkenntnis aber die Notwendigkeit und daB Wesen der Bereinigung geführt zu sein". 06er die Anwendung dieser'Grundsätze auf die einzelnen Stoffgebiete wird aus den Richtlinien u. a. folgendes mitgeteilt: Der Schüler soll lernen, sich als Glied in der ewigen Kette seines Volkes zu fühlen; er muß wissen, daß die wichtigste Eigenschaft seines' Volkes Beine Rasse ist, die. scharf von der .Sprach-, Kultur- Oder .BokcrujtmSgcmeinschaft zu trennen ist. Für die Zukunft' eines Volkes isrea entscheidend, ob die tüchtigsten Erbstämme im Laufe der Geschichte erhalten und gefördert werdeni oder ob umgekehrt dio weniger tüchtigen Erblinicn sich allmählich wieder stärker ausbreiten, wahrend die hochwertigen zugrunde gehen. Der Staat hat durch das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses auf menschliche Weise die natürlichen Lebensgesetze wieder befolgt, die zugunsten einer falschen Lebensauffassung im letzten Jahrhundert immer mehr mißachtet wurden und hat dadurch die Fürsorge über den einzelnen hinaus auf den Erbstrom des ganzen Volkes ausgedehnt. Deshalb muß auch der ältere Schüler schon in angemessener Form auf die Bedeutung der Gatten wähl als des fast einzigen Mittels, dio erbliche und rassische. Zusammensetzung der Nachkommen zu beeinflussen, hingewiesen und zu einer artbewußten Haltung erzogen werden. Auch die Fragen über Familie und Bevölkerungspoliük sollen hier rmtbcbandelt worden. Da allen deutschen Stämmen und allen Volksgenossen Einschläge nordischen Blutes gemeinsam sind und sie in Wahrheit blutsmäßig zusammenhalten, so liegt hier die biologisch-rassenkundliche Grundloge des Erlebnisses der Volksgemeinschaft. Das sicherste Kennzeichen einer Rasse wird immer ihre charaktcrlichscelische und geistige Haltung und Leistung sein. Aus dem eigenen RasBenstolz folgt ebenso dio Achtung vor der Eigenart der andorsrassigen Völker. Dio Gefahren der Rasscnmischung mit fremdartigen Gruppen, besonders mit außereuropäischen Bestandteilen, sollen nachdrücklichst dargestellt werden. Jede Vermischung mit wesensfremden Rassen (leiblich oder geistig-seelisch) iBt Verrat an der eigenen Aufgabe und damit am Ende Untergang. Grund der Ausschaltung fremdrassiger Gruppen ist also nicht etwa die Überzeugung von der besonderen Schlechtigkeit, sondern lediglich die Feststellung ihrer unabänderlichen Andersartigkeit. Die Weltgeschichte ist als Geschichte rassisch bestimmter Volkstüroer darzustellen. Die auf den wissenschaftlichen Ergebnissen der Erblchrc und Biologie aufgebaute rassische Geschichtsbetrachtung widerlegt Auffassungen, wie sie etwa in der liberalen Fortachrirtslchrc zum Ausdruck kommen. Aua dem Rassengedanken ist weiterhin dio Ablehnung der Demokratie oder anderer GIcichhcitsbcstrebungcn (Paneuropa, Mcnschhcitskultur) abzuleiten und der Sinn für den Führergedanken zu stärken. Was für die Geschichte gesagt ist, ist entsprechend 'für Deutsch, Kunstunterrich t und auch Singen anzuwenden. Vornehmlich diese Fächer hoben sich der Gestaltung germanisch-deutschen Wesens einzuordnen, sowohl in wertender Rückschau wie in vorausschauenden Aufbauwillen. Es wird gemeldet; ■ Die große Kunst-Auktion bei Graupe hat an den beiden Tagen ein Gesamtergebnis von etwa über eine Million Mark erbracht. (Siehe den Bericht auf der 1. Seite der 2. Beilage.) « ■ Das Vermögen deB ehemaligen Berliner Polizeipräsidenten Bernhard Weiß, das vor längerer Zeit beschlagnahmt worden—war, ist; wie der- Reichs-- und preußische Innenminister mitteilt, jetzt gemäß dem Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit als dem Reich verlallen erklärt worden. ■ In Hammelburg (Bayern) wurde ein Gastwirt und Metzger .in Schutzhaft genommen. Der Festgenommene sei, wie der „Völkische Beobachter" berichtet, eines Vergehens der Beihilfe zur jüdischen Schächtung überführt worden. # ■ In W i e n ist die Schaffung einer jüdischen Blinden- Bibliothek geplant. Die Basis hierfür bilden fünfhundert bereits vorhandene Bücher des jüdischen Schrifttums in Blindenschrift. ■ Wie aus Poris gemeldet wird, wurde der jüdische Komponist Paul D u k a s, der in der heutigen Musik Frankreichs einen ersten Platz einnimmt, zum Mitglied der französischen Acade~mie ernannt. Seine lyrische Oper „Ariane und Blaubart" ist auch in Deutschland bekannt' geworden. *■ ■ Aus Zürich wird gemeldet: Vor dem Bezirksgericht hatten sich die drei jungen Burschen zu verantworten, denen vorgeworfen wird, am 4. Dezember vorigen Jahres vor der Synagoge der jüdischen Kultusgemeinschaft in Zürich eine Petarde zur Explosion gebracht zu haben. Das Urteil wurde ausgesetzt, um noch einige Vorfragen zu klären. * ■ Die jüdischen Verbände in Südslawien beabsichtigen, mit Unterstützung der rumänischen Juden als Zeichen ihrer Verehrung ein Denkmal für König Alexander in Palästina zu errichten. ■ Wie aus J e r u\a I c m gemeldet wird, wurden der jüdische Milchmann Israel Lachmann aus Ramath Gan und seino Frau von Arabern überfallen. Lachmann wurde getötet, seine Frau schwer verletzt. Drei Araber wurden verhaftet. Man vermutet einen persönlichen Racheakt. ■ In Athen wurden, znm zweitenmal innerhalb kurzer Zeit, Flugzcttel verteilt, in denen zum Boykott'jüdischer' Geschäfte aufgefordert wird. Der griechische Innenininiater hat eine Untersuchung und strenge Bestrafung der Schuldigen versprochen. ■ Nach einer Meldung aus Rom hat die dortige jüdische Gemeinde den Beschluß gefaßt, Mitgliedern, die heldenhaftes Verhalten bei Rettung von Menschenleben usw. an den Tag legen, Ehrendiplome zu verleihen. ■ In Lemberg wurde der Rat der Jüdischen Gern e i n d e mit der Begründung, daß seine Mandatszeit abgelaufen sei, behördlich aufgelöst. Es wurde ein Regierungskommissar zur Leitung der Gemeinde eingesetzt. ■ Anläßlich der bevorstehenden Feier des 800. Geburtstages von Moses Maimonides wurde im New Yorker jüdisch-theologischen Seminar eine Maimonides-Ausstellung eröffnet. Sie umfaßt neben sämtlichen Büchern des großen jüdischen Gelehrten auchv eine Reihe seltener Manuskripte. ■ Professor Max Jakob Askanazy, der seit 1905 als Professor der anatomischen Pathologie und der allgemeinen Patho' logie an der Genfer Universität lehrt, aber bisher deutscher Staatsangehöriger wor, wurde wegen seiner Verdienste um die Wissenschaft und um die Genfer Universität zum Ehrenbürger des Kantons' Genf gewählt und somit naturalisiert. Professor Askanazy, der seinerzeit mit Professor Ehrlich wissenschaftlich arbeitete, Btnmmt aus einer deutsch-jüdischen Familie in Ostpreußen. Um eine friltlofe Eiitlaflung Dos " Arbeitsgericht Berlin hatte Bich kürzlich grundsätzlich zu der Frage zu äußern, unter welchen Voraussetzungen der Betriebsführer ein Mitglied'der Gefolgschaft fristlos entlassen kann. Der Angestellt« einer Fleischwarenfabrik harte lriederholt die Belieferung der Kunden — darunter ouch der eigenen Angestellten — mit minderwertigem Fleisch bemängelt und in Gegenwart von Kunden ein Stück solchen Fleisches vor der Tochter des Beklagten auf den Ladentisch geworfen mit den Worten: „Dos wogen Sie, dem Chauffeur zu fressen zu geben, das fressen Sie man alleine I" Am nächsten Tage hatte er der Arbeitsfront Mitteilung von, der Verarbeitung verdorbenen Fleisches in diesem Betriebe gemacht. . Etwas später hotte er ein Gefolgschaftsmitglied, das einem der Betriebsleiter, einem Nichtarier, zum Geburtstag gratuliert hatte, darüber zur Rede gestellt. Aus diesen Gründen war die fristlose Entlassung erfolgt. Das Arbeitsgericht stellte auf Klage des Angestellten die Rechtsunwrksamkeit der Kündigung fest. Den zuletzt genannten Vorfall hat es zwar als eine Ungehörigkeit, aber nicht als eine grobe Beleidigung im Sinne des Gesetzes angesehen. Bei dem Vorfall mit dem Stück verdorbenen Fleisches hielt das Gericht dem Kläger seine berechtigte Erregung und den Umstand zugute, daß er nicht im eigenen Interesse, sondern in seiner Eigenschaft als Mitglied des Vertrauensrata für einen Arbeitakameraden gehandelt habe. Schließlich wurde die Frage geprüft, ob die Meldung an die Arbeitsfront unter Umgehung des Betriobsf üh r e r » berechtigt gewesen sei. Auch in dieser Frage stellte sich das Gericht auf den Standpunkt des Klägers,, nachdem festgestellt worden war, daß auf seine Meldung hin in dem Betrieb 60 Zentner Fleisch beschlagnahmt werden mußten 'und daß der Betriebsfahrer die Äußerung getan hat, für dio billige Konsumware, die. von der ärmeren Bevölkerung gekauft werde, müsse minderwertiges Fleisch verarbeitet werden. Die „Flucht in die Öffentlichkeit" wurde demgegenüber als berechtigt anerkannt. Aus einer rhekürchen Gemeinde Neuß a. Rh. In Glehn bei Neuß fand die Beisetzung eines seit Jahrzehnten dort ansässig gewesenen jüdischen Bürgers statt, der' sich besondere Verdienste um das Gemeinwohl erworben hatte. An dem Leichenbegängnis nahm fast die gesamte Bevölkerung deB Ortes teil. Dem "Wunsch der 'Bevölkerung nach Teilnahme an der Beisetzung entsprechend, hatte der Ortsgcistlicne den Sonntagsgottesdienst auf einen früheren Termin verlegt. Er erschien später im Trauerhause, um den Hinterbliebenen im Namen seiner Gemeinde das herzlichste Beileid auszusprechen. Das Elternlulfswerk wirbt .' ,' V ■'''.•'•'•' V - Das Eltcrnhilfswcrk .für die jüdische Jugend'e. V. veranstaltete zugunsten mittelloser Schüler und Schülerinnen,einen Abend, .der den Rahmen bot, um einen dringlichen Appell an alle in Berlin lebenden Juden zu richten, ihren Beistand dieser für unsere heranwachsende Jugend so notwendige Organisation zu leihen, ihren Fortbcstand, ihre Hilfsarbeit durch Mitgliedschaft, Spenden oder Übernahme von „Patenkindern" zu sichern. Bis jetzt — so wurde innerhalb des Werbestückes „Jüdische Jugend 1934" mitgeteilt — konnte durch das Eltornhilfswork 212 jüdischen Kindern der Schulbesuch weiter ermöglicht worden, aber die Zahl der jüdischen Eltern, dio durch die Zeitumstände völlig mittellos geworden sind, die also weder das Schulgeld noch die Beendigung des Studiums für ihre Kinder bezahlen können, ist unendlich groß, und die Organisation kann aus dem ihr zu Gebote stehenden Fond nicht — wie sio es gern möchte — allen Anforderungen gerecht werden. Darum dieser Werbcabend, von dem zu erhoffen ist, daß er weitere Hilfe möglich macht. Eingeleitet wurde der Abend durch den Sprechchor des Clubs der Jugend. Im künstlerischen Teil schössen die GcBchwistcr Weiß, kleine Korlchen, Zwillingsbrüder, ungewöhnlich stimmbegabt, den Vogel ab. Gerd Herrnstadt (Cello), AgncB Lenbach (Gesang) und Willy Proger wurden immer wieder mit reichem Beifall überschüttet. H. ß. Gemeindeabend der Jüdifdien Reform-Gemeinde Die Reform-Gemeinde hatte ihre Mitglieder und Freunde am vergangenen Sonntag zu einem Gemeindeabend geladen, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von JuBtizrat Dr. Julius Magnus über das Thema „Aus der Geschichte der Juden in Berlin" Btand; der Vortrag war umrahmt von künstlerischen Darbietungen Wilhelm Guttmaona, Elsa Koch-Stabinskis, Carl StabomacKB, Godfried Zcelanders. — Dr. Magnus führte etwa folgendes aus: Wann die Juden zum ersten Mal nach Berlin und der Mark Brandenburg gekommen sind, darüber liegen keine Quellen vor; bestimmt waren sie schon zur Zeit der Askanicr in der Mark. Wie überall, so waren sie auch hier eine wirtschaftliche Notwendigkeit; mit den Bauern standen sio ausgesprochen gut; aus den Kämpfen zwischen Fürsten, Rittern, Städten, Ständen und Zünften konnten sio teils Vorteile ziehen, teils waren sie die Leidtragenden. „Jude" bedeutete „Steuer". Wenn sich auch die Geschichte der Juden in der Mark von der Geschichte der Juden in anderen Ländern nur wenig unterscheidet, so muß doch hervorgehoben werden, daß ein hormonisches Zusammenleben mit der Umwelt bis zur Zeit des Schwarzen-' Todes ungestört andauerte. Erst in der Folgezeit hotten die Juden der Mark Verfolgungen und Ausweisungen auszustehen. Die erbte geschichtliche Quelle, die von Juden in Berlin berichtet, iBt jenes Edikt vom 21. Mai 1671, durch das der Kurfürst, dem dio Geschichte den Beinamen „der Große" gegeben hat, einem Großteil der aus Wien vertriebenen Juden in Berlin und der Mark Brandenburg Aufnahme gewährte, trotz aller Probcsto der Stände und Zünfte, in seinem Tun ganz besonders bestärkt von dem Hinterpommerschcn Adel. — Die fesselnden Auaführungen vermittelten den Zuhörern lebendige Eindrücke. Überfdiwemm ungen in Palallina Ausbau-Arbeiten am Makkabiah-Stadion gestört Tel Awiw. Heftige Regengüsse haben in den letzten Tagen Hochwasser im Eskadron-Bach und eine Überschwemmung verursacht. Die Verbindungswege zwischen Chadera und dem Emek Hefer (Wadi Hawarith) wurden unpassierbar. Auch die- Bahnverbindung war unterbrochen. Waggons mit Lebensmitteln und Baumaterial für die durch dio letzten großen Überschwemmungen zu Schaden gekommenen Siedler in Wadi Hawarith mußten zurückdirigiert werden. Der Verkehr in Maawaroth, Kfar Chajim und Mischmar Hascharon mußte durch Kühne aufrechterhalten werden. Auch die Arbeiten zum Ausbau des Stadions in Tel Awiw, auf dem die leichtathletischen Wettkämpfe der zweiten Makkabiah vor sieh gehen sollen, wurden durch die jüngsten Unwetter-Katastrophen aufi) empfindlichste gestört. Dio neue Auflage der Aschenbahn wurde durch die anhaltenden Regengüsse fortgespült. Infolge UnterwaBchmig des Baugrundes ist auch ein Teil dor im Bau befindlichen Tribünen eingestürzt. Nach Trockenlegung des Baugrundes wurden die Arbeiten mit verdoppelter Energie wieder'' aufgenommen. Eb werden täglich mehrere Arbeitsschicbten eingesetzt. Lady Waiey Cohen geilorben Jerusalem. Die Gattin des Vizo-Präsidenten der United Syriagogue und Generaldirektors der Shell Company, Sir Robert waiey Cohen, ist infolge der Verletzungen, die sie Dei dem Autounfall erlitten hat, von dem sie, wie gemeldet, mit ihrem Gatten kürzlich betroffen wurde, gestorben. Die Beisetzung fand auf dem Jüdischen Friedhof auf dem ülbere in Jerusalem statt. Lady Cohen spielte auf dem Gebiet der jüdischen Wohlfahrtspflege in England eine bedeutende Rolle. Insbesondere, widmete sie sich der Fürsorge für junge Mädchen und Kinder. Sie war VizeprOsidentin des Verbandes jüdischer Frauen und Vizepräsidentin des jüdischen WohlfahrtszentrumB für Mütter und Kinder. Der Unglücksfall, dem Lady Waiey Cohen zum Opfer gefallen ist, hatte sich am 16. Januar, 9.30 Uhr vormittags auf der Straße Jerusalem—Ramallah ereignet. Das Auto, in dem sich Sir Robert und Lady Cohen befanden, stieß mit einem steinebeladenen Lastwagen zusammen. Sir Robert erlitt eine Quetschung des Brustkorbes, seine Gattin eine offenbar mit inneren Verletzungen verbundene Gehirnerschütterung. Der Chauffeur wurde verhaftet. 207 Ausbürgerungen Nach einer amtlichen Bekanntmachung; des Berliner Polizeipräsidenten im „Rcichsanzeiger" vom 28. Januar sind die Einbürgern n.E e n .von 207 Personen einschließlich ihrer Ehefrauen und Kinder rückgängig gemacht worden. Es handelt sich zum allergrößten Teil um Personen, die die preußische Staatsangehörigkeit in der Zeit zwischen dem 9. November 1918 und dem 30. Januar 1933 erworben haben. Die Liste verzeichnet u. a.. die Filmregisseure Ernst LubitBcb und Friedrich Zoln i k sowie dessen Gattin Alexandra gen, L y a M a r a. Ein Rechtsmittel gegen diesen Widerruf gibt es nicht. Prüfung der Gutachten im Berner Prozeß Bern. In der vergangenen Woche wurde dem Berner Polizeirichter, Gerichtspräsident W. Meyer, das einige hundert Seiten umfassende Gutachten des von den Angeklagten im Prozeß um die „Protokolle der "Weisen von Zion" benannten Experten, Oberstleutnant n. D. Fleischhauer, übergeben. Dieses und die bereits von früher her vorliegenden Gutachten des gerichtlich bestellten Sachverständigen Loosli und des von den Klägern benannten Sachverständigen Professor Baumgarten, müssen nun vom Gericht den Experten zur Durchsicht übergeben werden. Die Prüfung der Gutachten dürfte längere Zeit in Ansprach nehmen. Aus diesem Grunde ist mit der. Fortsetzung des Prozesses nicht vor Ende Februar zu rechnen.

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