Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 343)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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323 David Brod bei ihren Gesängen für die Synagoge als „Fistel zugehalten" hatte! Das sollte Bella sein, die ihm verboten hatte, die Hand während des Singens an die Backe zu stemmen? Lebendiger Gott! sie kann das nicht sein! Er chatte sich, er hatte den alten Vater betrogen! Dann sieleir seine Blicke unwillkürlich auf den Namen des Compositeurs der „Hugenotten"; er las: Giacomo Meyerbeer! „Meyerbeer!" sprach es in ihm. „Wer ist Meyerbeer! Klingt das nicht so, als ob er zu uns gehörte, als ob er Fleisch von unserem Fleische und Blut von unserem Blute wäre!?" Feiwelmann's Herz begann laut zu pochen, seine Augen zu leuchten; seine Seele hob sich aus den tiefsten Abgründen der Verzweiflung zu der Höhe eines wunderbaren Gedankens. „Wenn er der große Künstler ist und sein Vater hat ihn doch Meyerbeer genannt, warum soll das Kind nicht auch eine große Künstlerin geworden sein, wenn es auch David Brod's Tochter ist? Dann drängte sich ihm ein anderer Gedanke siegreich aus. „Wäre das nicht eine wunderbare Schickung Gottes, daß sie gerade heute, wo David Brod und ich in Prag sind in einer Oper auftritt, die Einer gemacht hat, der Meyerbeer heißt? Warum soll ich nicht daran glauben, daß ihr das ein guter Geist zugeraunt hat, der vielleicht im Traume zu ihr gekommen ist und ihr gesagt hat: Dein Vater und Feiwelmann der Baß sind hier?!" So in Sinnen und Gedanken, die ihn bald lachend umgaukelten, bald wieder traurig anmutheten, war der Baß Ln eine große, prachtvolle Straße getreten. In der Mitte 21 *