Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 270)
- Language
- German
- Belongs to
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250 als in vergoldeten Nüssen und Zwetschken, die Du droben in das Reisig steckst? Das soll schön sein? Ich aber meine, es gibt einen Unterschied zwischen schön und schön ..." „Wie soll ich es denn ansangen, Bella, mein Kind", sagte David Brod, „alle Tage meines Lebens habe ich gehört, daß es gar nichts Schöneres und Prächtigeres für eine Laubhütte gibt, als vergoldete Nüsse und Zwetschken. Sehen sie denn nicht wie Gold aus?" Wieder schlug das Kind ein Helles Gelächter auf. „Das soll Gold sein?" rief es, „ich meine ja auch nicht, daß Du goldene Aepsel und Nüsse in Deiner Laubhütte haben sollst, Vater. Aber es fehlt etwas darin, was man haben kann, und was schöner ist, als all das Gesunkel, woran eigentlich nichts ist." „Und was soll das sein?" „Blumen, Vater, Blumen", schrie das Mädchen überlaut, „schöne große Tulipanen und Rosen und Lilien, und was weiß ich, noch Alles." „Blumen?" meinte David Brod verblüfft, „wo soll ich Blumen hernehmen? Hab' ich denn einen Garten?" „Das ist Deine Sorge, Vater?" rief das Kind wieder hell auflachend. „Wozu ist denn der Garten des Grafen da?" „Bella!" schrie David Brod, der Borbeter, mit allen Zeichen des Schreckens. „Du möchtest in den gräflichen Garten gehen? um Blumen gehen?" „Warum nicht, Vater?" lachte Bella, und schlug die beiden Arme keck in die Seiten. „Du möchtest in des Grafen Garten gehen!?" rief David Brod in steigender Verwunderung. „Ich möchte nichr, Vater", höhnte das seltsame Kind lachend, „aber ich gehe schon."