Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 263)
- Language
- German
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243 sche Gesandte, Vertreter des kaiserlichen Hauses, die größten Notabilitäten der Weltstadt. Oberst Cerfbeer, Präsident des Pariser Confistoriums, sprach hiebei das gerechte Bewußtsein aus. daß es ein Jude gewesen, welcher während eines halben Jahrhunderts als Meister in der musikalischen Welt anerkannt wurde. In Berlin war die Leichenfeier auf dem israelitischen Friedhof, wohl die außerordentlichste die je daselbst stattgefunden hatte. In der unabsehbaren Wagenreihe, welche dem Zuge folgten, zahlte man 12 königliche Equipagen. Dr. Joel hielt die Leichenrede, die allgemeinen Anklang fand. In allen Städten begingen die Theater die Apotheose des großen Tonsetzers. Wir wollen schließlich nicht unerwähnt lassen, daß der Borstand der Wiener Cultusgemeinde zur Zert darnach gestrebt hatte, die Einweihung des neuen Bethauses in der Leopoldstadt durch einen von Meyerbeer in Musik gesetzten Psalm zu verherrlichen. Der Tonsetzer lehnte das Ansinnen im Hinblick aus seine Kränklichkeit und seine überhäuften Beschäftigungen ab. Bei diesem Anlaß sprach er sich gegen Dr. Ludw. Aug. Frankl, welcher jene Mission übernommen hatte, wider den Gebrauch der Orgel beim jüdischen Gottesdienste aus. 16*