Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 252)
- Language
- German
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232 — nachzurühmen, sondern auch -essen zu gedenken, was ihm vorenthalten war nach der Weisheit des Schöpfers, der keinen Menschen, ohne, daß ihm Schwächen anhaften, geschaffen hat. Dr. Michael Sachs ist, lange bevor er die dem Menschenleben gezogene Grenze erreicht hat, aus dem Dasein gerufen worden,—wenige Tage vor seinem treuen Freunde, dem verdienten Dr. Moriz Veit. Während seiner ^jährigen Wirksamkeit ist die Bewunderung dieselbe große geblieben, welche seinem seltenen Rednertalente immer von neuem gezollt wurde. Jede Predigt war eine Blüthe seines reichen Geistes, eine anmuthige Strömung seines tiefen Gemüthes. Deshalb fügen sich alle Vorzüge des Verstorbenen zusammen zu einem Bande der Erinnerung und Verehrung. Friede seiner Asche! Moriz Veit, stellvertretender Vorsitzender der Stadtverordneten-Versammlung und Vorsitzender des Börsenvereines deutscher Buchhändler in Berlin, starb am 5. Februar in Berlin. Er war einer der treuesten Anhänger der constitutionellen (altliberalen) Partei und bekundete dies bereits 1848 im deutschen Nalional-Parlamente» wohin ihn seine Vaterstadt Berlin als einen ihrer Abgeordneten entsandt hatte. Später vertrat er den Wahlkreis Trier in der damaligen ersten Kammer und 1858—1861 seine Vaterstadt Berlin in dem Hause der Abgeordneten. Er war lange Jahre Stadtverordneter, auch eine Zeit lang Stadtrath (Mitglied des Magistrats), Gründer und Chef der Buchhandlung Veit und Comp., die er vor fünf Jahren verkaufte. Seine literarische Thätigkeit war umfassend und anerkannt. Fast 25 Jahre hindurch stand er auch der Berliner jüdischen Gemeinde vor.