Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 243)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-2609302--5874-2613226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
223 genug zum Demonstriren, auch dazu, daß er lieber den materiellen Ruin vollends über sich Hereinbrechen läßt, statt Lurch eine Annäherung an den Westen der Monarchie sich und die Reichsgenoffen zu beglücken; er hat die „Bach'sche Zeit" vortrefflich zu nutzen verstanden; er hat. während-er ohne Unterlaß jammerte, sich die Mittel zu dem passiven Widerstande, den er nun leistet, gesammelt; er zehrt nun von diesem Fette —; doch dabei des armen Volkes, . das nicht seine Sprache spricht oder wenigstens selbe über Hals und Kopf zu erlernen sich bereit zeigt, zu gedenken: das liegt ihm ferne. Und während er das alte Vorurtheil nährt, daß der Jude von des Bauern Dummheit lebe, beschämt ihn ein israelitisches Ehepaar, indem es unter der Aegide des Kaisers den Slovaken Bildungsmirtcl darreichr. die auch der magyarisch gesinnte Clerns ihm vorenthaLl. Wir wissen allerdings, daß eine Schwalbe noch nicht den Sommer ausmacht, und daß Stiftungen der fraglichen Art selten sind; doch wirft gerade der in Rede stehende Vorgang ein so grelles Licht auf die ungarischen Zustände, daß er mit obigen Randglossen versehen zu werden verdient. — Zur Criminalstatisti?. Der „Wanderer" enthält euren Artikel über die in Niederösterreich (Hauptstadt Wien) im Jahre 1863 vorgekommeuen Verbrechen und Vergeben. Es wurden bei einer Bevölkerung von 1,538.647 Seelen wegen Verbrechen 3671 und wegen Vergehen 386 Personen verurtheilt. Der „Wanderer" sagt weiter: „Obwohl wir glauben, daß derjenige, der ein Gesetz Übertritt, es nicht als Christ oder Jude, sondern als Mensch Übertritt; denn keine Religion gestattet ein Gesetz zu übertreten, und obschon wir der Ansicht sind, daß der eonfeffionelle Unterschied unter den Menschen kein verschiedenes physisches oder psychisches