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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 222

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 222 (sequence 242)
Language
German
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IRI
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Blick sich ausiummt, so birgt sie doch eine in mehrfacher Hinsicht lehrreiche Moral. Besagtes Dorf ist nämlich eine arme katholische Slovakcn-Gemeinde im Saroser Comitate, deren Bildung wegen des mangelhaften Zustandes ihrer Schule nicht aufkommen konnte; jenes Ehepaar aber, das nun diesem Mangel eine auf so großmüthige Weise abgeholfen hat, ist israelitischer Confession und seit mehreren Jahrzehenten daselbst als Pachter der früheren Palotsai'schen Güter und Negalien seßhaft. Es sind nun nahezu fünfzig-. Jahre, daß diese jüdische Familie die vorerwähnte Pachtung szüe-tst in Al so-Lars) antrat. Sie war die Erste, welche sich , in diese Gegend wagte, um sich da niederzulaffen. Denn -ungefähr 30 Jahre früher hakte noch der Freiherr Joseph von Palotsai einem Juden, der sich erkühnt hatte, bei ihm anzufragen: ob er wohl bei der Verpachtung eines Wirthshauses mülicitiren dürfe? — für diese „Frechheit'' 24 Hiebe aufzahlen lassen. Bald jedoch ereilte die Nemesis dieses Magnaten-Geschlecht von altem Schrott und Korn. Die Enkel des Vorgenannten mußten froh sein, daß ein hochherziger Jude ihre Güter übernahm, und eben dieser Jude ist es, der nun der katholischen Slovaken-Gemeinde Plavnitza eine Wohlthat zuwendet, die dieselbe vom Clenrs ihrer Confession und von der umwohnenden Aristokratie vergebens erwartete. So ist es denn in Ungarn dahin gekommen, daß die vielgelästerten Inden sich der armen Bauern erbarmen, und .diesen Schulen bauen müssen, wollen sie das Elend um sich gemildert sehen, während der Adel höchstens da seine Hand aufthnt, wo es im Sinne der Magyaromanen einen Fang zu machen oder eine schon gemachte Beute festzuhaUen gibt. Der. Adel (ehrenwerthe Ausnahmen abgerechnet) hat Geld

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