Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 230)
- Language
- German
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210 Die Zurücksetzung der Juden in der Moldau und Wallachei erscheint zunächst im Interesse dieser Länder selbst zu beklagen, da die Juden durch ihre Capitalien und ihren Unternehmungsgeist einen hervorragenden Einfluß aus die Production und den Handel nehmen. Wir verweisen auf die aus einer sichtlich sehr unparteiischen Darstellung der Juden in der Moldau (in der Austria 9. Mai 1864.) Nicht zu verkennen ist aber, daß die verwahrlosten inneren Zustände, wozu das Uebergreifen des Chassidismus viel beiträgr, mit an der Fortdauer des äußern Druckes- Schuld tragen. In Griechenland scheinen die Zustände der dort lebenden Juden einer Besserung zuzugehen. Bei dem Dankgottesdienste, welchen die in Constantinopel wohnhaften griechischen Juden aus Anlaß der Thronbesteigung Georg I. begingen, sprach Herr Zauos, der griechische Gesandte bei der Pforte, welcher der Feierlichkeit beiwohnte, sehr bemerkenswerthe Worte. Er sagte unter Anderem: „Von heute au werden wir und Ihr unter derselben Fahne, unter demselben König und unter denselben Gesetzen stehen. Ihr werdet von jetzt ab dieselben politischen Rechte genießen, die wir selbst besitzen, sowie ihr Kinder desselben Landes seid. In den Hallen unserer Akademien, unserer Gerichtshöfe und unserer gesetzgebenden Körper hoffe ich, werdet ihr das finden, was eure Nation vor beinahe 2000 Jahren verlor, — ihr werdet ein Vaterland finden, welches eurem Laude in historischem Ruhme wenigstens gleichsteht. Sicherlich ist zwischen uns in religiösen Angelegenheiten einö Verschiedenheit, die uns in einiger Hinsicht trennt. Doch wenn auch das große Opfer, das aus dem Berge Golgatha fiel, eine Scheidewand zwischen unserem religiöser! Gewissen und dem der Hebräer gesetzt hat, so seid