Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 208)
- Language
- German
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188 Ans noch weiterhin gebannt zu erhalten; sei es um den entstandenen kleinen Landgemeinden durch ein organisatorisches Band vor Anarchie und Verwahrlosung zu wahren; sei es, um Pflanzstätten für wissenschaftlich gebildete Rabbinen und Prediger zu errichten; sei es. um unsere Institutionen im Allgemeinen dem Ziele der Vervollkommnung näher zu bringen. Wir wollen nur hinzufügen.' daß es in erster Beziehung dazu dienen dürste, Toleranz und Gewissenssreiheit möglichst vorwalten zu lassen, und Controversen, noch mehr aber entwürdigende Zänkereien weniger breit zu schlagen, als es seither in bedauernswerther Weise der Fall war;— daß in z w eit er Beziehung wob! erwogene Maßnahmen am besten von Hauptgemeinden, oder doch wenigstens unter Mitwirkung derselben ausgehen sollten; — daß aber für ulles Uebrige geistige und materielle Kräfte zusammenstehen müssen, um den bisherigen Erfolgen neue anreihen zu cköynen. Wenden wir uns nun nach andern deutschen Ländern, so erscheinen uns die Zustände im eigenen Vaterlande, die äußern < sowohl als die inneren, eher in rosigerem Lichte. Keinesfalls haben wir aber die Vergleichung mit jenem Staate zu scheuen, der sich an die Spitze Deutschlands wie der Civilisation zu setzen vermeint, nämlich mit Preußen. Wir haben hierüber nur wenig zu berichten. Die Staatsanstellung von Juden begegnet unter dem Bismarkischen Regime noch immer den größten Anständen. und diejenigen, welche Anstellungen gefunden, werden hintangesetzt und beeinträchtigt. So wurden bei der Verleihung von Diäten an 30 unbesoldete Assessoren des Berliner Stadtgerichtes die jüdischen Assessoren, welche auf Grund ihrer Anciennität und