Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 182)
- Language
- German
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162 In „Richard dem Dritten" (II, 2) tröstet Dorset die Herzogin von Uork: „In Weltgeschästen nennt man's undankbar. Mit trägem Widerwillen Schulden zahlen. Die eine milde Hand uns freundlich lieh; Viel mehr dem Himmel so sich widersetzen Weil er von euch die königliche Schuld Zurücke fordert, die er euch geliehen". Denselben Trost bietet Beruria ihrem Gatten, als ihre beiden Söhne auf der Todtenbahre lagen. „Meister", ruft sie dem weinenden R. Meir zu, „lehrtest du mich nicht, man müsse ein anvertrautes Gut dem Eigenthümer zurückgeben? Der Himmel forderte zurück die Kinder, welche er uns übergab!" Tischgespräche. R. Samson Wertheimer verschmähte es nicht, trotz seines Reichthums und seiner hervorragenden socialen Stellung, armen wandernden jüdischen Gelehrten einen Ehrenplatz an seinem Tische anzuweisen, und sich mit ihnen, wie es früher Sitte war, nach dem letzten Gerichte über eine talmudische Materie oder über Midraschstellen zu unterhalten. Einst kam N. Abraham Hellin nach Wien, lebte hier drei Jahre, und war oft der Gast Wertheimer's, mit dem er an der reich besetzten Tafel manches Gespräch über schwierige Stellen der Talmud- und Midrasch-Literatur hatte. Diese Tischgespräche des R. Samson Wertheimer sind zum Theil erhalten worden in dem Kommentar zu Nidrasch Rabba, der unter dem Titel „8cra Abraham" oft gedruckt wurde.