Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 181)
- Language
- German
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161 meiner Nähe erbauten Opernhause. Als ich mir die erdenklichste Mühe gab, daß die geräuschvolle Nachbarschaft entfernt werde, wurde mir die Versicherung ertheilt, das Opernhaus wäre blos provisorisch an diesem Platze errichtet worden. Allein es steht heute noch an seiner alten Stelle, und der Lärm ist aus seinem Provisorium nicht herausgetreten!" Das Provisorium hat wohl in Oesterreich sein Ende erreicht, aber auch das Ministerium des'Freiherrn von Bach! Shakspeare und Beruria. Die alten jüdischen Weisen, deren Aussprüche im Talmud und in den Midraschim enthalten sind, haben fast alle Lebensverhaltnisse berührt, und daher kann die talmudischmidraschische Literatur von sich sagen: Nihil humani a me alienum puto. Auch Shakspeare'sche Anklage finden fich in derselben, und ein edles Weib, Beruria. die fromme und tlugr' Gattin R. Meir's ist es, welche Shakspeare'sche Reden im Munde führt. , " In „Maaß für Maaß" — beiläufig bemerkt, ein Grundsatz, der dem talmudischen „midda keneged midda" wörtlich entspricht — ruft Jsabella dem Angelo zu (II, 2): „Ich fleh' euch an, l a ßt sei n e Sü nd e st erb en, Den Bruder nicht!" , Dieselbe Mahnung vernehmen wir aus dem Munde Beruria's. Als einst R. Mei'r den Tod einiger elender Nachbarn wünschte, die ihn unaufhörlich kränkten, sprach die fromme Gattin zu ihm: „Der Psalmist betet, laß' die Sünden sterben und nicht die Sünder!" 11