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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 76

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 76 (sequence 96)
Language
German
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— 76 solche gibt, in denen das Volk seine Ansicht über einzelne Stände und Beschäftigungen ausspricht. Hier wollen wir uns beschränken, nur einige wenige hervorzuheben. Es ist bekannt, daß Man bis auf den heutigen Tag geraume Zeit hindurch dem Judenthum den Vorwurf machte, daß es seine Bekenner dem Handwerke entfremdet, und man beruft sich dabei auf die Lebensart der Judenheit vergangener Jahrhunderte. Wir wollen hier nicht untersuchen, wie weit dies für das Mittelalter hingehen mag, ohne zu beurtheilen, wen die Verantwortlichkeit für die Seitens unserer Glaubensgenossen reservirte Haltung dem Handwerk gegenüber trifft; für die uns interessirende Epoche genüge die Anführung des Sprichwortes^): Sieben Jahre dauerte die Hungersnoth, aber an die Thür des Handwerkers kam sie nicht heran. Dem der Literatur und Geschichte Kundigen braucht hier kaum der Fingerzeig gegeben zu werden, aus alle die einschlägigen Sentenzen und Maximen der Lehrer und Weisen unseres Volkes, von denen ein beträchtlicher Theil schlichte Handwerker waren. Der Handel war beliebt wegen seiner Ergiebigkeit, denn, meint das Sprichwort6): Hundert Denare im Geschäft — geben täglich Wein und Fleisch, hundert Denare im Acker — Salz und Kraut. Kein Wirkungskreis ist zu verachten: 7) kann ja, wie das Sprichwort sagt, das Weltgetriebe nicht bestehen ohne Specereienverkäufer, noch ohne Gerber. Doch gab es einzelne Beschäftigungen, die auf ihre Betreiber einen schlechten Einfluß ausübten, so daß sie nicht gerne gesehen wurden. Wir haben bereits früher von den Wachshändlern gesprochen, in Betreff deren wir uns die Vermuthung erlauben, daß sie als Parfümerien- und Schminkhändler wegen des beständigen Verkehres 5) Synliedrin 29, ef. Xedarim 49. - 6) Jevamoth 63. — 7) Kiduschiu 82.

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