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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 27

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 27 (sequence 47)
Language
German
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27 Chassidäern in Polen, Galizien, Ungarn und der Walachei, diemit jedem Tage mehr Propaganda machen, eines schönen Tages ein Pseudomessias entpuppen und neue Wirrsale erregen wird. An blindgläubigen, gedankenlosen Massen, ja an Fahnenträgern seiner Sendung dürste es nicht fehlen, wenn es ein chassidäischer Rabbi dahin bringen könnte, an sich selbst zu glauben und etwaige Wunder zu thun. Ist damit der Messiasglaube gerichtet, und haben die Gegner des Judenthums Recht, ihn für einen bejammernswerthen. selbstverschuldeten Wahn zu erklären? Mit Nichten! Eine seit Jahrtausenden genährte, von gottbegeisterten Propheten verheißene, von den weisesten Männern Israels gehegte Hoffnung kann nicht eine Thorheit sein und ein Traum bleiben. Die Weltgeschichte, mit sinnigem Auge betrachtet, weist mit unverkennbaren Zeichen auf ein Mesfiasreich des Friedens, der Brüderlichkeit unter den Menschen und der lautern Gotteserkenntniß hin. Ist doch selbst ein bis an die Zähne bewaffneter, Händel- und Eroberungssüchtiger Herrscher unserer Tage gezwungen, den ewigen Friedensstifter zu spielen, und diese Vorspiegelung ist ebenfalls ein Tribut, welcher der Zeitströmung gezollt wird. Wir Israeliten dürsten stolz darauf sein, daß das Judenthum zuerst die Messiassehnsucht von „dem Zerbrechen der Schwerter in Pflugscharen" in die Welt gesetzt hat, welche gegenwärtig die edelsten Geister aller Nationen mit uns theilen. Auch die Hoffnung brauchen wir nicht fahren zu lassen, daß der messianische Friedensbringer, welcher die ultimo ratio regum verstummen machen soll, aus dem Schooße des Judenthums hervorgehen werde. Der israelitische Stamm hat sich seit Jahrtausenden bewährt als kräftig und produktiv für re-, ligiöse und sittliche Wahrheiten zum Heile der Menschheit

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