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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 13

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 13 (sequence 33)
Language
German
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13 kurzer Dauer; es folgten darauf tiefgreifende Spaltungen zwischen Pharisäern und Sadducäern, zwischen den Religiösgesinnten und den Weltlichen, zwischen dem hochwogenden Freiheitsstreben uttb dem Absolutismus, dann folgten Bürgerkriege, Selbstzerfleischung und Erschöpfung. Nun kam noch dazu ein idumäisches halbjüdisches Haus, die Herodianer, zur Regierung, das sich an das eisenarmige und eisenherzige Rom anlehnte, das Vaterland au dasselbe verrieth und auslieferte. Herodes' internationale Tyrannei hatte aber das Gute daß sie die Sehnsucht nach Erlösung in den Herzen der Frommen mächtig geweckt und Anstrenguugen hevorgerusen hat, sie zu verwirklichen. Aber wie das jüdische Volksleben aufgehört hatte naiv zn sein, sich vielmehr nach einem Musterbilde, nach dem Gesetze und seiner Auslegung, gestaltete, so lebte auch die Messiasidee nicht mehr in naiver, origineller Gestalt in der Brust der Sehnsuchtsvollen. Sie vertieften sich vielmehr in die Schrift und suchten darin die Züge zusammen, welche der künftige Messiaskönig haben müßte. Die schriftauslegende Reflexion und Rekonstruktion trat an die Stelle der freisprudelnden Produktion, die Agada an die Stelle der Prophetie Die Frage nach der Persönlichkeit des Messias tauchte auf. Sollte er geringer als ein Prophet sein? Sollte er nicht dem großen Propheten Mose gleichkommen oder ihn gar überstrahlen? Diese Grübelei lauschte auf jedes räthselhaste Wort in der Schrift und stattete den künftigen Messias mit übernatürlichen Eigenschaften ans. Die Hoffenden gingen aber in der Anschauung von dem Messias auseinander, und demgemäß waren auch Ihre Mittel zur Herbeiführung besserer Zustände verschieden. Der Messias sollte als Erlöser (Groel) erscheinen, die ®r i öfu ng '(GertUh)

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