Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 30)
- Language
- German
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10 Tempels fünfzehn Jahre unterbrochen blieb und allem Volk der Muth entsank. Nur die Propheten ließen die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht fahren. Chaggai und Zacharias. der Sohn Jddos, der eine schon grau und der andere noch jung, verkündeten beide das baldige Eintreffen mesfiänischer Zustände, der erste mit düstern Farben vom Hereinbrechen schrecklicher Katastrophen, der letztere mit sanftem Kolorit vom Anbrechen glücklicher Tage: „Die Straßen Jerusalems werden sich füllen von Knaben und Mädchen die in dessen Straßen spielen werden. V^ele Völker und mächtige Nationen werden nach der judäischen Hauptstadt wallen. den Herrn zu suchen. Zehn Menschen von allen Zungen der Völker werden sich an den Zipfel eines Juden klammern und sprechen: ..Wir wollen mit euch wandeln denn wir haben mit euch Gott vernommen." Aber die Zustände besserten sich nicht so bald. Ein neues Geschlecht trat auf, das aus Verzweiflung seine jüdische Eigenthümlichkeit durch Verbindung und Ehevermischung mit den Nachbarvölkern halb ausgegeben hatte. Die aus Mischehen gebornen Kinder verstanden nicht mehr rein judaisch zu sprechen. Die Priester aus dem aaronidischen Hause waren mit dem bösen Beispiel der Entnationalisirung vorangegangen. Aber da auch in dieser Z-it die Stimme der Gottesherolde noch nicht ganz verstummt war, so wurde auch damals die Verzweiflung des Volkes durch die messianische Heilsbotschaft gemildert. Der letzte Prophet Maleachi (um 500—460 der vorchristlichen Zeit) verkündet das baldige Herrannahen des fürchterlichen Tages, an dem den Frommen die Sonne des Heils aufgehen würde; Elia, der Eiferer für die Reinheit der Lehre, werde erscheinen und die Herzen der Väter mit den Herzen der Kinder vereinigen.