Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 269)
- Language
- German
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245 Der märchenhafte Charakter, in den sie die Wirklichkeit zu kleiden verstanden hatte, ergriff die Aufmerksamkeit des Kindes mit bannender Gewalt. „Und weil ich jetzt forsche und nachsuche, ob ich denn doch nicht das Versteck finde, wo dein Vater seinen Fund aufgehoben hat, und weil ich die Leute auf und ab frage, ob sie mir nicht sagen können, was aus der Thüre ausgeschrieben gewesen ist, und weil mir mein Herz darob bricht, und weil alle meine Gedanken bei den letzten Worten deines Vaters Josel stehen geblieben sind . . darum heißen sie mich: Chaje mit der Thür. Und jetzt weißt du, wie es mit mir steht." „Weiter," meinte das Kind, weil ihm das Ende des Märchens noch nicht gekommen schien. „Das Geschichtchen ist aus!" sagte die alte Chaje tonlos, denn mehr als je war die Erfolglosigkeit ihres bisherigen Thuns an sie herangetreten. Rach einer Weile aber ries sie mit großer Heftigkeit. „Perlchen, schlaf noch nicht ein, ich habe dir noch etwas^ sagen. Das Kind horchte wieder auf. „Wer hat mich zu dir Chaje mit der Thür' geheißen? „Vetter Zender's Marianne, die neben mir in der Schul' sitzt." „Von nun an wirst du bei deines Vetter Zender's Marianne nicht mehr sitzen, und wirst 'kein Wort mit ihr reden, und wenn sie mich in deiner Gegenwart so heißt, so kannst du die Hand gegen sie aufheben und sie schlagen . . Nein, nein, schlage sie nicht; es ist schon Einer da, und der heißt Gott im siebenten Himmel, und der wird eines Tages mich auch Chaje mit der Thür' heißen, aber da wird meine Seele