Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 173)
- Language
- German
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149 nicht Massen wollte, hat die Anwaltkammer beider Herzogthümer Koburg und Gotha sich für dessen dießfälliger j Ausnahme entschieden. 1 Im Herzogthum Dessau wurde dem jüdischen Cultus eine Staatssubvention gewährt, die jener des katholischen fast gleichkommt. In Hamburg wurde der vonRießer undWolssohn gestellte Antrag wegen Aufhebung des mosaischen Rechtes für Patrimonial- und Erbschastssachen definitiv angenommen. Bei den Neuwahlen in der Stadt blieb Rießer in der Minorität. Dafür will die Stadt dem verewigten Kämpen, für deutsches * wie für jüdisches Recht ein Standbild errichten. Wir geben z einen Necrolog des allgemein betrauerten hochherzigen Mannes. Lübeck/ das bis zum Jahre 1848 den Juden selbst Iden temporären Aufenthalt verwehrte, hat jetzt zwei Juden, wovon der eine der Rabbiner ist, in der Mitte seines Ged meinderathes. Die Juden sind daselbst vollkommen emancij pirt, und die jüdischen Kaufleute haben in allen Korpora- 1 tionen Sitz und Stimme. In Frankfurt a.M. wurde der israelitischeBuchhändler Nüttgen zumVicepräsidenten des gesetzgebenden Körpers erwählt. Der Senat hat bei seinen Beratungen über Verfassungsveränderung beschlossen: daß keine Beschränkungen der staatsbürgerlichen Rechte der Juden in die einzuführende neue Verfassung mehr ausgenommen werden sollen, und daß, da die staatsbürgerliche Gleichstellung der verbürgerten isr. Religionsbckenner grundsätzlich ausgesprochen worden ist, die Bestimmung der alten Verfassung in Wegfallzu kommen hat, vermöge welcher immer mehrere Mitglieder aller drei Confessionen im Senate sein sollen. Geiger hat nach 22jährigem Wirken