Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 172)
- Language
- German
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148 Nationalitätsprinzips nicht loszulösen vermochte. In Mannheim wurde die erste Civilehe vollzogen. Der deutsch-katholische Geistliche heiratete daselbst eine Israelitin. In Hannover leben gegenwärtig über 12.000 Israeliten. Ein junger Landschaftsmahler Eduard Cohen daselbst, Sohn des verdienstvollen Medicinalraths Cohen hat durch sein ungewöhnliches Talent auf den Kunstausstellungen in Wien und München Aufsehen erregt. In Holstein zeigtensichdie Verhandlungen der Ständeversammlung im Ganzen den Juden günstig. Beschränkende Amendements der Grafen Baudissin und Reventlow Sedbeek fielen durch und wurde den Juden mit Ausnahme alles dessen, was mit der Volksschule, welche eine christliche bleiben soll, in Verbindung steht, sowie der Befähigung an den sogenannten geistlichen Gerichten Theil zu nehmen oder überhaupt in Ehesachen der Christen als Richter oder Anwälte zu fungiren, die bürgerliche Gleichstellung im vollen Umfange eingeräumt. Doch bleibt das active und passive Wahlrecht den Juden nach wie vor entzogen. In Sachsen wurde der Banquier Mayer zum Commerzienrath mit Hosrang ernannt, was der erste Fall dieser Art ist. In Hessen-Darmstadt wird ein den Kammern vorzulegender Gesetzentwurf über die Verhältnisse der Juden vorbereitet, sactisch find sie noch immer von Staatsämtern, und im Militärdienste von jedem Avancement ausgeschlossen. Das Staatsgrundgesetz bietet dafür keinen Anhaltspunkt. Die socialen Verhältnisse sind dagegen befriedigend und in Gießen wurde ein Jude als Präsident der dortigen Handelskammer erwählt. Nicht besser ist es in K u r h e s se n geworden, allein während die dortige Regierung den Dr. Kunreuther zur Advokatenpraxis