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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 144

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 144 (sequence 168)
Language
German
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— 144 — sinitiver Anstellung Jutrosinsky's das Judengesetz des Jahres 1847 entgegengesetzt. Die vom Abgeordnetenhause niedergesetzte Kommission beschloß dagegen die Sache der Petenten der königlichen Staatsregierung zur Abhülfe zu überweisen und das Haus trat diesem Beschlüsse bei. Der Referent Abgeordneter Röpell aus Breslau sagte bei dieser Gelegenheit: 1 Dr. Jutrosinsky gehöre jenem Kreise jüdischer junger Männer an, die zu einer Zeit auf derjenigen Universität studirten an der er als Lehrer wirke, als den Juden weitere Aussicht j aus die Lehrerkarriere eröffnet ward. Er, Referent, habe das Vertrauen aus wirkliche Ausführung der Emancipation getheilt und seinen Rath, sich dem Lehrfache zu widmen, habe er niemals zu bereuen gehabt im Interesse der Wissenschaft. Alle gehörten zu den tüchtigsten, die er in dem historischen | Seminar, das er zu leiten gehabt, kennen gelernt. Virchow warf dem Cultusminister die Jnconsequenz seines Verhaltens indiesemFalle vor, indem er ja selbst denDr. Jaff6 als Lehrer der Geschichte und gar speziell der Geschichte des Mittelalters | an der Berliner Universität angestellt habe. Allerdings sei dieser j Jude zufällig der beste Kenner der Geschichte des Papstthums und habe das beste Werk über die Regesten der Päpste geschrieben. Der Cultusminister wies in seiner Antwort auf die vom Gesetz aufgestellte Destinction zwischen Universitäten und Schulen hin. >! Und wie siegreich sich am Ende die Macht des echten Wissens bewährt, zeigt sich darin, daß dennoch dieser intolerante Cultusminister. Mühler selbst, nicht umhin konnte, neben Jaffö einen zweitenJuden als außerordentlichen Professor an der Beri linerUniversi ät anzufletlen: den Philologen Dr. Steinthal, der sich durch sein Werk, „Charakteristik der hauptsächlichsten Typen des Sprachbaues," viele Anerkennung erworben hat. Nebstbei

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