Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 136)
- Language
- German
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112 — Die Wissenschaft hat gar manche Hall' — und jeder Ochs hat feinen eigenen Stall. Verdrießt den Einen das Studiren — so versteht er die Kunst zu regieren. — Ist man alles Wissens bar — treibt man Kritik und Politik gar. Ein rothes Kleid und am Finger der Ring — sind für den Arzt ein köstlich Ding: — denn hat er erst die Ornamente — was braucht er dann für Medikamente — Er fühlt den Puls, beschaut Excremente -— macht ernste Miene und viel Complimente — und gilt als Galen und Hypokrat — bei Pöbel und Aristokrat. — Hat sich die Krankheit verschlimmert — dann ist er erst ums Honorar bekümmert —läßt sich's vorausbezahlen bar — denn zuvor der Arzt, dann Todtenbahr' — das ist so die Landessitte — im Palast wie in der Hütte — Und sind ihm schon viel Kranke gestorben —dann hat er viel Geld und Ruhm erworben. Schwerer wird's den Astrologen — zu verantworten, was er gelogen. — Auch ist er jedem zu willen—der die Zukunft will enthüllen. —- Der Krämer läßt sich bezeichnen die Stellen — wohin er soll die Bude stellen — die Frau dort stellt die Frage — ob sie ein Knäblein unterm Herzen trage? Der Vater will vor seinem Sterben — die Zukunft wissen seiner Erben. — Der Landmann will kennen den Preis — für seiner Mühen vielen Schweiß — — Die Krieger all' die müden — sie fragen, wann wird Frieden? — Er aber weiß für alle Bescheid — besonders, von Ländern, die gar weit. — Aus der Cometen langem Schweif — weissagt er Krieg und Thau und Reif — und aus des Mondes Angesichte — der Menschheit kommende Geschichte. — Hat sich sein Wort als wahr erwiesen — so wird es aller Orten gepriesen — und kommt zu