Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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74 Nord — „Worte des Friedens und der Wahrheit" richtete er an die Gemeinden des österreichischen Israels, um die Befürchtungen, welche sie durch den geregelten Unterricht für die heilige Sache der Religion hegten, zu beschwichtigen. Mit der ihm eigenen Innigkeit und Sprachgewalt ermunterte, er sie, den heilsamen Befehlen des Kaisers zu gehorchen, gute Schulen zu errichten, der Pflege der Landessprache, obzuliegen und ihre Kinder nach , einem geregelten Bildungsgang zu brauchbaren Menschen und Israeliten zu erziehen. Diese Worte aus dem Herzen kommend, fanden auch ihren Weg zu den Herzen, und obschon verschiedene Eiferer in Wort und That gegen ihn austraten, so ruhete doch der für den Jugendunterricht begeisterte Wessely nicht, sondern ließ noch ein zweites, drittes und sogar ein viertes Sendschreiben Nachfolgen, bis endlich die gute Sache zum Sieg gelangte. Der Name Naphtali Hartwig Wessely soll daher in allen jüdischen Schulen, und namentlich Oesterreichs, ein gefeierter Name bleiben! Wir Juden errichten den Männern, die für uns gelebt und gestrebt, keine Statuen. Auf den Ringplätzen der Städte, in denen sie das Licht der Welt erblickt, oder in denen die Welt ihr Licht erblickte — erheben sich keine Monumente, um die Namen derselben vor den Augen der Nachwelt zu verherrlichen. Aber in den Herzen unser Kinder müssen wir ihnen Denkmäler setzen, an denen her Zahn der Zeit vergebens seine alles zerbröckelnde Macht versuche. — Ihr Andenken soll gesegnet und gefeiert werden in unseren Schulen!