Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 87)
- Language
- German
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63 Kosten der Juden abgehalten wurden. Friedrich Wilhelm war nämlich ein besonderer Freund der Sauhetze. Im Jahre 1729 wurden allein in der Mark und in Pommern 3602 wilde Schweine erlegt. Um seine Beute auch zu versilbern, kam er auf den originellen Einfall, der Judenschaft eine gewisse Anzahl wilder Schweine zuzutheilen. Da er wußte, daß die Juden ihrem Religionsgesetze gemäß sich des Genusses des Schweinefleisches enthielten, gab er zugleich den Befehl das Wild nach erfolgter Zahlung an die Armenhäuser und das große Hospital zu schicken. Für dieses hier skizzirte Fest hat sich Beitel Ephraim bei dem Sohne und Nachfolger Friedrich Wilhelm'- reichlich bezahlt gemacht. 3. Ephraim Beitel und Friedrich der Große. Ephraim blieb auch Hofjude Friedrich des Großen, der schon als Kronprinz seine Casse nicht selten in Anspruch nehmen mußte; später im siebenjährigen Kriege brauchte er ihn bekanntlich zu seinem Münzmeister und ließ durch ihn die berüchtigten „Ephraimiten" prägen! Wir wollen auf diese unerquickliche, aber nicht uninteressante und lange noch nicht genug aufgeklärte Finanzgeschichte hier nicht zurückkommen; bezeichnend und gewissermaßen rechtfertigend für Ephraim ist die Antwort, welche dieser soll gegeben haben, als der König ihm den Plan vorlegte, Sachsen auszuleeren und schlechte Münzen zu prägen: „Ich bin Ew. Majestät Unterthan und damit habe ich Alles gesagt; es ist nichts mein, auch nicht einmal mein Wille. Ich werde meinen Rücken unterziehen, und alle Commissionen, die mir zum Dienste des Königs aufgetragen werden, über mich nehmen." Der König und Ephraim haben das großartige Finanzgeschäft auf gemein-