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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 48

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 48 (sequence 72)
Language
German
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48 - Philo hatte einen zu tiefen religiösen Sinn, um über der Gefahr, welche den Pantheismus, die Lehre von der Jmmerweltlichkeit Gottes für die Religion hat, die Frömmigkeit zu übersehen, welche gerade in diesem Systeme liegt oder doch liegen kann. Auch er fühlte wie Göthe: Ist das ein Gott, der uns von außen stieße? Er hatte Sinn für die Erhabenheit des Gedankens, daß die Welt durch und durch göttlich sei. daß wir Gott in ihr finden könnten, wo und so oft wir es ernstlich wollen, sei es in dem dumpfen Weben der Natur, sei es in dem bewußten Geistesleben der Menschen. Er hatte Sinn, sagen wir. für die wahre Seite des Pantheismus und er leiht ihm nach dieser Seite hin Worte, indem er bisweilen sagt: „Gott ist der Eine und das All. Er hat Alles erfüllt, er durchzieht Alles und Nichts hat er verwaist, und Nichts seiner ledig gelassen " Daß es Gott sei. der in uns denkt, Gott der als Flamme der Begeisterung in unserem Herzen brennt und als leuchtender Gedanke in unserem Kopfe den Himmel der Klarheit schafft, welch' ein annehmbarer Gedanke für einen Juden, dem als Ideale von Begeisterung und Klarheit zugleich vorschwebten jene erleuchteten Gottesmänner: ein Abraham und ein Moses? Aber auch das Einseitige und Falsche des Pantheismus entging seinem an der jüdischen Lehre genährten und gekrästigten Geiste nicht. Es war ihm vollkommen klar, daß jede Art von Jdentificirung, von Gleichstellung Gottes und der Welt eine zwar schmeichlerische aber durchaus unhaltbare Hypothese sei. Wir sagen eine unhaltbare Hypothese! denn was ist das All. die Welt? Eine Summe von Einzelwesen. Wie aber entsteht eine Summe? Nun jeder Rechenmeister weiß es, durch Hinzufügen von Eins zu Eins, durch Addition. Ist das aber eine würdige Vorstellung von Gott,

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