Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 51)
- Language
- German
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27 ließen die Gaben ruhig walten, die ihnen der Schöpfer des Natur- und Menschengeistes als gar herrliche Mitgift gegeben hatte. Allein die Völker können und sollen so wenig ewiger Jugend sich erfreuen wie die einzelnen Menschen. Die Zeit kam, wo die äntike Welt zu Grabe getragen wurde, und ihr Todesengel hieß Alexander der Große. Mit dem Schwerte, mit dem er den gordischen Knoten zerhieb, 'hat er eine größere Verwicklung in die Welt gebracht, als die Lösung war, deren er sich rühmte. Die Völker lernten sich kennen. Man nahm wahr, daß es noch eine andere Bildung, noch eine andere Sitte, eine andere Weise, Gott zu verehren gab, als die heimische. Die Griechen lernten die Orientalen kennen, die Orientalen die Griechen. Da geschah in der moralischen Welt, was auch in der physikalischen Gesetz ist. Von den beiden zusammenstoßenden Kräften gab die stärkere die Richtung an, aber in dieser Richtung machte sich auch der Einfluß der schwächein geltend. Die Sprache von Hellas schlug an die Wasser des Euphrat und an die Wasser des Nil, aber das Echo, das wiederhallte, war kein rein griechisches mehr. Mit andern Worten: Wohl sprach, las und schrieb man in Kleinasien und Syrien, in Aegypten und in Cyrenaika griechisch. Man erfreute sich an griechischen Dichtern, man belehrte sich an griechischen Denkern. Aber indem man sich der griechischen Sprache bediente, gestaltete man sie um, indem man von ihren Denkern lernte, lehrte man zugleich von ihnen ahweichen. Dies im Allgemeinen das Verhältnis Unter den orientalischen Völkern gab es aber eines, zu dem die griechische Bildung sich nicht verhielt, wie das Stärkere zum Schwacher«, ein Volk, von dem sich zwar manche von dem Glanze der neuen Bildung blenden Ließen, unter