Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609300--5344-2612695- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Israel in Leipnick, Jak. Kneplmacher in Holleschau, Löbel Abraham in Gaya und Josef Benjamin in Straßnitz. Wenn man weiß, wie rar das Geld zu jener Zeit war, und wie sehr die Juden mit Steuern überladen waren, — die Nikolsburger Juden allein zahlten damals 4130 fl. jährliche Steuern — so muß man billig über die Gewissenlosigkeit jener Leute staunen, die so verschwenderisch mit den jüdischen Landesmitteln umgingen. Den Behörden selber wurde die Sache zu kraus und sie wendeten sich an den in Wien lebenden, „königl. ungarischen und Markgrafthum mährischen Ober- und Landesrabbiner" Gabriel Eskeles um Begutachtung dieses Gegenstandes. Dieser meint, nä 1. „es müßte Rechnung gelegt werden, daß 1215 fl. gebraucht wurden und in dem Falle kann doch dieses vor keine Geldversplitterung angesehen werden, indem das mehrste davon wiederum unter der Judenschaft verbleibt; weil die hin- und herreisenden Deputirten, wo sie hinkommen bei Juden ihre Einkehr nehmen, folglich was sie daselbst verzehren, die Juden bekommen, oder was sie nicht verzehren, ihnen selbst verbleibt; also entgehet dadurch dem gemeinsamen Judenvermögen wenig, wann schon das Geld von einem Juden zum andern herum zirkulirt und jenes was der Abraham verunkostet, der Jsak oder Jakob bekommt." *) 2 und 3 und 4 hätten gänzlich wegzufallen; aä 5 statt 6 nur 3 fl., nämlich 27 fl.; 6 und 7 muß „aus eigenem *) Wir glauben nicht, daß der Herr Rabbiner, welcher be- - kanntlich auch Banquier war, in seinen eigenen finanziellen Angelegenheiten derartigen nationalökonomischen Grundsätzen huldigte, wollen ihn aber damit entschuldigen, daß er den Behörden gegenüber die Sache in ein günstiges Licht stellen wollte.