Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 29)
- Language
- German
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5 j gegenwärtig einem Leichname glich. Und der Geist, der über ihn I gekommen war, zeigte ihm, wie Gebein an -Gebein rückte, j wie sie sich mit Fleisch und Adern bedeckten, wie sich eine c\ Haut darüber spannte und wie dann endlich der Lebensgeist j in diese Gebeine fuhr und sie in lebendiger Gestalt ausstehen j machte. In der That hat der jüdische Stamm im babylonischen Exil eine solche Auferstehung von den Todten an sich; erfahren, und es gewährt eine fruchtbare Belehrung, wie sich dieser Proceß aus unmerklichen Anfängen zu einer staunen- , erregenden Erscheinung vollzogen hat. Diese Neuverjüngung des jüdischen Volksorganismus bietet nach manchen Seiten 1 eine interessante Analogie und verdient im rechten Lichte! gezeigt zu werden. J Von der in alter Zeit fünf bis sechs Millionm zählenden \ israelitischen Nation waren zwei Drittel fast ein und ein halbes J Jahrhundert vor dem Beginne des babylonischen Exils nach Medien, Baktrien und in die Gegend des Kaspi-Sees ver- [ pflanzt worden und unter der einheimischen Bevölkerung vollständig untergegangen. Die angestrengteste Nachforschung vermag auch nicht die leiseste Spur von den Zehnstämmen j zu entdecken. „Wie der entschwundene Tag nicht mehr wiei derkehrt, so werden die Zehnstämme nicht mehr wiederkehren",; bemerkte nüchtern Rabbi Akiba schon vor siebzehnhundert J Jahren. Alles, was in unserem Jahrhunderte vom Vorhandensein dieses abgestorbenen Gliedes gefabelt wird, ist entweder eine gelehrte Grille oder Humbug. Der Grundstock des übrig gebliebenen Drittels „des Stammes Juda" war ans linke Ufer des Euphrat transportirt worden. Kleine Parcellen davon 1 waren nach Egypten verschlagen oder von den jonischen und j phönicischen Menschenhändlern auf den Inseln nnd an den Küstenländern des Mittelmeeres als Sklaven losgeschlagen