Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 299)
- Language
- German
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279 sterniß, zwischen Israel und den Völkern, zwischen dem siebenten Tage und den Werktagen —" „Hast Du das verstanden, Sarah?" „Wort für Wort!" „Lebendiger Gott! und es brennt nicht wie ein siedender Tropfen Blei aus deiner Seele?" „Was geschrieben steht," sagte Sarah fast heiter, „ist heilig Werde ich mit Dir streiten? Du verstehst mehr als ich, und ich bin nur ein unwissendes Weib!" „Und da soll ich Honsa Schusters Sohn —" fuhr Wolf ingrimmig aus. „Ereifere Dich nickt, Wolf," unterbrach ihn Sarah, „das Kind hat ja doch nichts Schlechtes getham" „Aber ich bin schlecht," rief Wolf und schlug dabei an seine Brust wie für eine begangene Sünde, „ich bin schlecht, daß ich das zugeben konnte, und das Unglück muß über uns hereinstürzcn, denn so läßt Gott mit sich nicht umgehen, daß man seinen heiligen Sabbat verschändet und entweiht." Da flammte eine lichte Rothe in Sarah's Antlitze auf. „Wolf," sagte sie mit dem vollen Ernste ihres Wesens, „wenn Einer es weiß, daß Gott in der ganzen Sache mitHonLa Schusters Kinde im Spiele ist, so bin ich es. Von der Stunde an, wo wir den Knaben aus dem Wasser herausgetragen, bis jetzt — bis zu deiner Hawdala, habe ich das gewußt. Und Du hast großes Unrecht gehabt, sage ich Dir, weil ich weiß, die Sache kommt von Gott, die Hand aufzuheben gegen das arme Waisenkind — und es zu schlagen." Ihre Stimme sank zu leisem Weinen herab; sie vermochte nicht weiter zu sprechen.