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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 246

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 246 (sequence 266)
Language
German
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246 „Sv lang als unsere Familie in der Welt existirt, ist der Name in unseren Stuben nicht gehört worden," sagte sie. . . . „Weißt Du noch, nach wem dein eigenes Kind die kleine Lea heißt? Vielleicht hast Du es schon vergessen." „Nach wem sie heißt? Nach meiner gutenMutter draußen auf dem guten Orte," ries Sarah leise. „Und da willst Du den heiligen Namen, den schönen Namen, den deine Mutter in Ehren geführt, und Gott der Allmächtige allein weiß es, was Du an ihr verloren hast, den willst Du in deinem Hause, in deiner jüdischen Stube zusammen mit Hansa Schusters Kind nennen lassen? Das Kind meiner Tochter, die einen Reiben Ungar zum Mann gehabt, von dessen Lernen der Prager Raw ein Aufheben gemacht hat, die kann den Sohn eines Trunkenbolds auf ihrem Schooß sitzen lassen? Und der noch dazu., so einen Namen hat?" „Babe," rief Sarah erschüttert und Thränen entstürzten ihren Augen. „Was soll ich jetzt noch weiter in deiner Stube thun?" fuhr die alte, unerbittliche Frau fort. „Du wirst doch nicht noch begehren, daß ich Dir auch Honsa Schusters Züngel benschen soll?" Damit wandte sie sich zum Fortgehen. Sarah schluchzte vor sich hin, das schien doch einige Wirkung aus das Gemüth der alten Frau hervorzubringen. Wie alle stolzen Seelen, denen es nur um die Behauptung eines gewissen Rechtes zu thun ist, liebte sie den Anblick der Demüthigung und Einschüchterung. In der halboffenen Thüre wandte sie sich um und sagte zu Sarah, die ihr unwillkürlich nachgeschritten war: „Sarah, mein Leben! Du siehst da die sechsreihige Granatenschnur an meinem Hals. Sie ist zwar für eine Andere bestimmt, wenn man mich auch einmal da hinaustragen wird, aber sie soll dein sein, morgen, übermorgen, zu welcher Stunde Du willst —

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