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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 193

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 193 (sequence 213)
Language
German
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193 dem Dr. Egers anvertraut — übergehen wir diesmal. Jüdische Privatschulen, mit Ausnahme einer Religionsschule von kaum nennenswerther Wirksamkeit, gibt es, so viel uns bekannt, hier nicht. Unsere Absicht war hauptsächlich aus eine Darlegung der Verhältnisse der unter dem Patronat der Gemeinde stehenden Lehranstalten gerichtet. Wir wollten keinen Panegyricus schreiben, weder auf jene Schulen, die fortdauernd der Verbesserung bedürftig sind, und die hoffentlich sich auch immer mehr verbessern werden, noch auf den Gemeinde- und Schulvorstand, die eben nur eine heilige Pflicht erfüllen und lediglich sich selbst ehrt, wenn sie in ausgedehntester Weise für den Zugendunterricht Sorge tragen. Wir wollten nur auf die Thatsache Hinweisen, daß hier, in dieser an guten Lehranstalten so reichen Stadt, Schulen zur Blüthe gekommen sind, welche die Jugend auch in diejenigen Wissensgegenstände einweihen, die andern Schulen fremd bleiben, deren Pflege aber für uns Juden eine Lebensfrage ist. Sollte, was hier und in einigen andern größeren Gemeinden, z. B. in Frankfurt a. M., Hamburg, als nothwendig erschienen ist und gute Früchte trägt, anderswo minder nöthig und ersprießlich sein? Ist es nicht vielmehr dort, wo die Elementar- und Bürgerschulen, mehr noch als in Norddeutschland, einen bestimmt ausgeprägten confessionellen Character tragen, wo sie unter demEinfluß, ja zum Theil in den Händen der Geistlichkeit sich befinden, eine noch bei Weitem dringendere Pflicht der Gemeinden für Schulen zu sorgen, in denen die Jugend einen von confessionellen Rücksichten nicht beeinträchtigten Unterricht in den Elementargegenständen und den sogenannten Realien erhält, daneben aber auch mit der Bibel, den Wahrheiten unserer Religion, mit der jüdischen Geschichte und Literatur vertraut gemacht wird? Religionsschulen allein, selbst wenn sie in den allerbesten Händen sind, reichen dort am allerwenigsten aus. Mögen die Gemeinden wohl überdenken und sich klar machen, Jahrb. f. 33t. 1863. 13

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