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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 188

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 188 (sequence 208)
Language
German
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188 erbauten Schulhause besondere wohlgecignete Lehrzimmer einrichten lassen. Die enge Verbindung mit einer so großen, wohlgeordneten Lehranstalt wie die Knabenschule ist für das Seminar eine wesentliche Lebensbedingung, denn sie gewährt den Seminaristen täglich und stündlich Gelegenheit, practische Erfahrungen auf dem Gebiete des Schullebens zu sammeln. Und die guten Früchte hievon und der Thätigkeit des Seminars überhaupt werden hoffentlich schon an den ersten Lehrern zu erkennen sein, welche das Seminar in den nächsten Monaten entlassen wird. Das Bedürsniß nach tüchtigen jüdischen Volkslehrern, die nach einem bestimmten Plane regelrecht und allseitig für ihren Beruf vorgebildet sind, wird überall, in allen Gemeinden empfunden, es ist das dringendste. Das Talmud-Thorainstitut hat diesem Bedürfniß entgegenkommen wollen und hat das Lehrerseminar ins Leben gerufen. Es hat alle Mittel aufgebotcn, um es lebenskräftig zu machen, um es in den Stand zu setzen, seine große und wichtige Ausgabe in angemessener Weise zu lösen. Die hiesige Gemeinde hat keine Gelegenheit verabsäumt, die BestrebungendesTalmud-Thorahvorstandes nach dieser Richtung hin zu fördern. Die Lehrer sind von der hohen Wichtigkeit ihrer Aufgabe erfüllt, sie arbeiten freudig und eifrig an deren Lösung und es fehlt ihnen nicht an lernbegierigen, fleißigen und begabten Schülern. So scheinen hier, in dieser an wissenschaftlichen Bestrebungen und Anregungen so reichen Metropole deutscher Bildung die Bedingungen für das Gedeihen auch eines jüdischen Lehrerseminars sich in einer Weise zu vereinigen, wie nirgends sonst in unserem Vaterlande. Wenn aber, wie zuversichtlich erwartet werden darf, tüchtige Jugendlehrer aus dem hiesigen Seminar hcrvorgehen werden, so werden doch nur die allerwenigsten von ihnen in den Dienst der hiesigen Gemeinde treten, aus welcher allein die Mittel zu seiner Erhaltung bisher fließen. Sie werden in die nahen und fernen, gro-

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