Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 143)
- Language
- German
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123 früher das nur geschriebene Buch zurückgewiesen; auch jetzt wollte das Durchdringen auf auswärtigen Bühnen noch immer nicht gehen, bis sich ein Jahr später Herr von Hoibein, der Direktor des Wiener Burgthcaters, des ihm persönlich unbekannten Dichters mit regem Eifer annahm, und den „Sohn auf Reisen" aus der dortigen Hof- ■ bühne in die Scene setzte. Nun war der Weg für Feldmann's Lust' spiele auf allen deutschen Bühnen gebahnt, und dessen Stücke von den Directionen verlangt. Bald wurde Feldmann ein beliebter, aber auch viel liebender Dichter, der stets die Frauen für seine Bildungsschule erklärte. In rascher Reihenfolge schrieb er nun: „Die Kirschen," „das Porträt der Geliebten," „die schöne Athenienserin," „der dreißigste November," „ein Mädchen vom Theater," „der deutsche Michel," „ein höflicher Mann," „derRechnungsrath undseineTöchter" u.s.w., meistens beliebte Stücke, die sich theilweise noch jetzt auf dem Reperroir erhalten. Am 20. November 1848 wurde auf Antrag des Hoftheater-Jntendanten Baron Frays Feldmann von Sr. Majestät dem König von Baiern zum Mitgliede des Prüfungs-Comitös der königl. Hof- und Nationalbühne in München ernannt, welchen Ehrenposten Feldmann mit gewissenhafter Pflichterfüllung bis Ende März 1850 bekleidete. Viele Reisen, welche Feldmann seit seiner Zurückkunst aus dem Orient in deutschen Landen machte, brachten ihn in Verbindung mit den hervorragendsten Celebritäten der Literatur und Kunst, und das liebevolle Entgegenkommen, welches alle nach München kommenden Schriftsteller bei Feldmann fanden, sicherte auch ihm allenthalben die freundlichste Ausnahme. Außer seinen größeren dramatischen Arbeiten schrieb Feldmann während seines Aufenthaltes in seiner Vaterstadt viele kleine, sehr ansprechende Stücke für Privatbühnen, worunter sich namentlich jene für | das Haustheater Sr. königl. Hoheit des Herzogs Maximilian in Baiern auszeichnetcn, dessen Gunst sich der nie aus seiner Bcschei-